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Der beste Freund des Menschen

Die superlative Periphrase der beste Freund des Menschen (oder des Menschen bester Freund) bezieht sich im Allgemeinen auf den Hund, speziell den Haushund, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Redewendung
  2. 2. Frühe Belege und heutige Verwendung
  3. 3. Wie die Bindung des Menschen gemessen wird
  4. 4. Wie die Bindung des Hundes untersucht wird
  5. 5. Andere Verwendungen der Umschreibung

Bedeutung der Redewendung

„Der beste Freund des Menschen“ beziehungsweise „des Menschen bester Freund“ ist eine superlative Umschreibung für den Hund, besonders den Haushund. Der Hund wird dabei nicht ausdrücklich genannt. Die Redewendung betont ein aus menschlicher Sicht oft als besonders eng und freundschaftlich wahrgenommenes Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Wortwörtliche Entsprechungen gibt es in vielen Sprachen; nur selten wird die Formulierung auf andere Themen bezogen.

Die Aussage ist keine objektive Feststellung, sondern eine häufig geäußerte individuelle Sichtweise. Sie beschreibt vor allem, wie Menschen die emotionale Sonderstellung ihres Hundes wahrnehmen.

Frühe Belege und heutige Verwendung

Frühe Aussagen, der Hund sei ein Freund des Menschen, finden sich 1518 bei Erasmus von Rotterdam. Voltaire bezeichnete den Hund 1764 als das treueste Tier und als den besten Freund, den der Mensch haben könne. Im Englischen erscheint die Umschreibung 1821 in einem anonymen Gedicht über das Pferd, im Deutschen 1840 in „Neueste Weltkunde“.

Heute gibt es beispielsweise die Entsprechungen 人类最好的朋友 (Chinesisch), menneskets bedste ven (Dänisch), najlepszym przyjacielem człowieka (Polnisch) und el mejor amigo del hombre (Spanisch). In deutscher Alltagssprache und wissenschaftlicher Fachsprache, etwa der Verhaltensforschung, wird die Redewendung jedoch nur selten verwendet. Sie dient vor allem populärwissenschaftlichen, literarischen oder humoristischen Zusammenhängen, wenn die emotionale Grundlage der besonderen Stellung des Hundes betont werden soll.

Sie kommt etwa in Buch- und Dokumentationstiteln, Ausstellungen, Kinder-Tierkalendern, Cartoons und Filmen vor. Teilweise wird sie ironisch oder zynisch umgekehrt, etwa in einem Horrorfilm von 1993 mit einer genetisch modifizierten, mörderischen Tibetdogge oder in der Science-Fiction-Novelle „A Boy and His Dog“ von Harlan Ellison.

Wie die Bindung des Menschen gemessen wird

Die als „Freundschaft“ bezeichnete Beziehung eines Menschen zu seinem Hund kann quantitativ erfasst werden. Dafür kann die dreiteilige Monash Dog Owner Relationship Scale (MDORS) verwendet werden. Dieser Fragebogen erlaubt eine psychometrische Bewertung, also eine Messung mit psychologischen Testverfahren, im Einzelfall und für eine definierte Gruppe von Hundehaltern.

In extremen Fällen kann ein Halter seinen Hund überzogen vermenschlichen, ihm also übermäßig menschliche Eigenschaften und Rollen zuschreiben. Eine psychologische Studie der Universität Bonn von 2008 mit fast 2.800 Hundehaltern ordnete etwa 43 % dem Typus „naturverbundener und sozialer Hundehalter“ zu. 35 % gehörten zum „stark auf den Hund fixierten, emotional gebundenen Hundehalter“, 22 % zum „prestigeorientierten, vermenschlichenden Hundehalter“. Daraus ergibt sich der Hinweis, dass etwa 60 % ihren Hund vermenschlichen und eine starke emotionale Bindung zu ihm entwickeln.

Wie die Bindung des Hundes untersucht wird

Die „Freundschaft“ des Hundes zu einem Menschen ist schwerer zu quantifizieren. In Verhaltenstests wird daher untersucht, wie ein Hund reagiert, wenn eine ihm bekannte Person abwesend oder anwesend ist. Die bekannte Person muss sich dabei gegebenenfalls an vorgegebene Verhaltensweisen halten.

Eine Dissertation an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala verglich den mit MDORS gemessenen „Freundschaftsgrad“ eines Halters oder einer anderen Person mit den „Freundschaftsbezeugungen“ des Hundes. Diese wurden mit der Strange Situation Procedure (SSP) untersucht. Solche Fremde-Situations-Tests wurden ursprünglich zur Untersuchung von Mutter-Kind-Beziehungen entwickelt und anschließend auf Haushunde übertragen.

Beobachtet wurde das Verhalten, nachdem ein Hund allein in der Wohnung gelassen worden war, und bei der Rückkehr der bekannten Person. Drei Faktoren bestimmten die Stärke des gezeigten Verhaltens:

  • Längere Abwesenheit führte zu stärker ausgeprägten Reaktionen als ein kurzes Trennungsintervall.
  • Je länger der Hund eine Person kannte und mit ihr interagiert hatte, desto deutlicher war sein Freudenverhalten beim Wiedersehen.
  • Lecken, Schwanzwedeln, Agitation und ähnliche körperliche Bekundungen waren umso intensiver, je mehr die Person sich beim Wiedersehen mit dem Hund beschäftigte, etwa durch Hinwenden, Berühren oder Ansprechen.

Diese Bekundungen verliefen parallel zu den drei Faktoren, hingen aber nicht vom emotionalen MDORS-„Freundschaftsgrad“ der Person ab.

Andere Verwendungen der Umschreibung

Selten wird „der beste Freund des Menschen“ auch auf andere metaphysische oder reale Gegenstände bezogen. Genannt werden der Tod, Gott, Luzifer, der Verstand, die Laus und das Buch. Bei der Laus ist die Bezeichnung ironisch: Läuse begleiteten Homo sapiens während seiner gesamten Entwicklungsgeschichte, länger als der Hund, dessen Zusammenleben mit dem Menschen auf etwa 32.000 bis 135.000 Jahre geschätzt wird.

Die Zuordnung bestimmter Zitate ist teils nicht eindeutig: Der Satz „Der Tod ist der beste Freund des Menschen“ wird Mozart (1756–1791) zugeschrieben, findet sich jedoch auch in anderen Quellen aus den Jahren 1790 und 1896. Auch der Ausspruch, das Buch sei der beste Freund des Menschen, soll von Wilhelm Hauff stammen.

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