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Das Buch mit sieben Siegeln

Das Buch mit sieben Siegeln ist ein 1937 vollendetes und 1938 in Wien uraufgeführtes Oratorium des österreichischen Komponisten Franz Schmidt nach Motiven …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Werk und Bedeutung
  2. 2. Komposition und Textgrundlage
  3. 3. Uraufführung
  4. 4. Besetzung

Werk und Bedeutung

Das Buch mit sieben Siegeln ist ein Oratorium des österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Ein Oratorium ist ein umfangreiches musikalisches Werk für Gesangssolisten, Chor und Orchester, das meist ohne szenische Darstellung aufgeführt wird. Inhaltlich beruht das Werk auf Motiven der biblischen Offenbarung des Johannes, auch Apokalypse genannt.

Schmidt vollendete das Oratorium 1937; die Uraufführung fand 1938 in Wien statt. Er betrachtete es als sein größtes Werk. Bereits in den vier kleinen Präludien und Fugen für Orgel von 1928 sind Teile wie das Halleluja und die Schlussansprache des Herrn vorgebildet.

Komposition und Textgrundlage

Die eigentliche Arbeit an der Partitur dauerte zwei Jahre, von 1935 bis 1937. Der Prolog war am 15. Oktober 1935 fertig. Wegen einer schweren Erkrankung musste Schmidt die Niederschrift des ersten Teils vom 1. Januar bis zum 1. Juli 1936 unterbrechen. Zur Jahreswende 1936/37 reichte die Partitur bis zum Ertönen der siebenten Posaune. Am 23. Februar 1937 schrieb Schmidt in seinem Haus in Perchtoldsdorf die letzte Note und setzte das Datum darunter.

Die genaue Entwicklung des Werkes lässt sich nur teilweise nachvollziehen: Erhalten ist lediglich ein Entwurf des zweiten Teils auf zwei Notenblättern. Aus Erzählungen ist bekannt, dass Schmidt zunächst auch über Vertonungen der Briefe des Apostels Paulus und des Hohenliedes nachgedacht hatte. Wer ihn auf die Offenbarung des Johannes aufmerksam machte, ist ungeklärt; genannt werden Oswald Kabasta und Raimund Weissensteiner.

Für den Text verglich Schmidt seine Hausbibel mit der Übersetzung Martin Luthers mit weiteren Übersetzungen, um eine klare und klangvolle Fassung zu erhalten. Er erklärte, er habe sich abgesehen von Auslassungen in der Apokalypse genau an das Original gehalten. Dennoch enthält der Text frei hinzugefügte Stellen, deren Verfasser nicht nachweisbar ist. Außerdem änderte Schmidt einzelne Wörter: Im Prolog ersetzte er beispielsweise „ein Stuhl stand da im Himmel“ durch „ein Thron stand da im Himmel“. Auch die Musik überarbeitete er während der Niederschrift wiederholt.

Uraufführung

Nach der Vollendung wartete das Werk etwas mehr als ein Jahr auf seine Uraufführung am 15. Juni 1938. Oswald Kabasta leitete die Aufführung in Wien. Als Solisten wirkten Erika Rokyta, Enid Szantho, Anton Dermota und Joseph von Manowarda mit; Franz Schütz spielte die Orgel. Rudolf Gerlach-Rusnak sang die musikalisch anspruchsvolle Partie des Johannes.

Den schwierigen Chorpart übernahm der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Den ebenfalls anspruchsvollen Orchesterpart spielten die Wiener Symphoniker.

Besetzung

Das Oratorium benötigt mehrere Gesangssolisten: einen Heldentenor für Johannes, einen tiefen Bass für die Stimme des Herrn sowie je einen Sopran, Alt, Tenor und Bass für die übrigen Solopartien. Ein Heldentenor ist eine besonders kraftvolle hohe Männerstimme, die auch gegenüber einem großen Orchester bestehen kann.

Der gemischte Chor besteht aus Sopranen, Alten, Tenören und Bässen und soll möglichst groß besetzt sein. Hinzu kommt eine Orgel.

Das Orchester umfasst 2 Flöten, kleine Flöte, 2 Oboen, Englischhorn, 2 Klarinetten, Bassklarinette im Wechsel mit D-Klarinette, 2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, weiteres Schlagwerk und möglichst stark besetzte Streicher.

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