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Darstellendes Spiel
Darstellendes Spiel (abgekürzt: DS oder DSP) ist ein Schulfach in der Art eines Theaterunterrichtes, das auf den Reformpädagogen Martin Luserke (1880–1968) …
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Grundidee und Ziele
Darstellendes Spiel, abgekürzt DS oder DSP, ist ein Schulfach in der Art eines Theaterunterrichts. Es wurde 1906 von dem Reformpädagogen Martin Luserke (1880–1968) in die Schularbeit eingeführt.
Das Fach soll die Kreativität und die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Zugleich dient es dazu, gesellschaftliche, emotionale und ästhetische Fähigkeiten auszubilden.
Arbeitsweise und theatrale Mittel
Im Unterricht werden der Einsatz und die Wirkung theatraler Mittel untersucht. Dazu gehören Körper, Stimme, Raum, Requisiten, Kostüm, Bühnenbild und Licht. Die Schülerinnen und Schüler erproben diese Mittel zunächst in spielerischen Übungen und setzen sie anschließend in gespielten Szenen ein.
Die praktische Arbeit ist prozessorientiert. Das bedeutet, dass nicht nur eine fertige Aufführung zählt, sondern vor allem der gemeinsame Arbeits-, Erprobungs- und Gestaltungsprozess.
Erworbene Fähigkeiten und fächerübergreifendes Lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen,
- eigene Vorstellungen in kleine Theaterstücke umzusetzen,
- unterschiedliche Verhaltensmuster auszuprobieren und für das eigene Leben einzuüben,
- Problembereiche des eigenen und des allgemeinen Lebens zu erkunden.
Darstellendes Spiel verbindet Inhalte und Arbeitsweisen verschiedener Fächer. Einflüsse kommen beispielsweise aus Deutsch, Bildender Kunst, Musik und Sport sowie aus Geschichte und Sozialkunde. Diese Verbindungen helfen dabei, soziale Zusammenhänge treffend darzustellen, und machen das Fach besonders allgemeinbildend.
Darüber hinaus werden Fähigkeiten gefördert, die im Alltag wichtig sind. Die Lernenden üben, die Wirkung ihres eigenen Auftretens einzuschätzen. Sie stärken ihre Wahrnehmung, ihr Verhalten in der Gruppe und ihre sprachliche Kompetenz. Außerdem können sie Hemmungen abbauen, Freude an flexibleren Verhaltensweisen entwickeln und lernen, Emotionen auszudrücken.
Stellung an deutschen Schulen
Darstellendes Spiel wird an deutschen Schulen nur an wenigen Standorten angeboten. In der gymnasialen Oberstufe kann es als drittes künstlerisches Fach neben Musik und Bildender Kunst oder als Alternative zu diesen beiden klassischen musischen Fächern belegt werden.
Hamburg gehört zu den Vorreitern beim Ausbau des Angebots. Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist Darstellendes Spiel beziehungsweise Theater dort in der Grundschule und Unterstufe ein Pflichtfach, das alle Schülerinnen und Schüler mindestens eine Stunde lang belegen. Hamburg war damit das erste Bundesland, in dem Theaterunterricht durchgängig von der ersten Klasse bis zum Abitur angeboten wurde.
Studium und Qualifizierung
Für die Ausbildung von Lehrkräften und Fachkräften bestehen verschiedene Studien- und Zertifikatsangebote:
- Seit 2003 bietet die Universität Hannover Darstellendes Spiel als Bachelorstudiengang und als weiterführenden Masterstudiengang an. Das Angebot beruht auf einer Kooperation der Leibniz Universität Hannover, der Hochschule für Musik und Theater Hannover, der Stiftung Universität Hildesheim, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Technischen Universität Braunschweig.
- An der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig besteht seit 2005 ein Bachelorstudiengang Darstellendes Spiel. Der Masterstudiengang für das Lehramt an Gymnasien läuft seit 2007.
- An der Hochschule für Musik und Theater Rostock wurde das Fach als Fachbereich am Institut für Schauspiel angeboten. Dort konnte für das Lehramt an Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie für Sonderpädagogik das Erste Staatsexamen abgelegt werden. Für das Gymnasiallehramt bietet Mecklenburg-Vorpommern nur die Qualifizierung eines Beifaches an, die mit einem Hochschulzertifikat verbunden ist.
- Seit dem Wintersemester 2014/15 bietet die Universität Koblenz-Landau einen viersemestrigen Lehramt-Zertifikatsstudiengang für weiterführende Schulen an. In Koblenz besteht eine Kooperation mit dem Theater Koblenz, das zwei Praxismodule übernimmt. Lehramtsstudierende für die Grundschule können ein kleines Theaterzertifikat erwerben, wenn sie in ihrem regulären Zwei-Fach-Studium eine bestimmte Zahl passender Veranstaltungen zu Theater oder Darstellendem Spiel besuchen.
- Die Universität der Künste Berlin bietet einen Zusatzstudiengang Theaterpädagogik sowie Darstellendes Spiel für Lehrer an. Das Studium dauert berufsbegleitend 6 Semester und in Vollzeit 3 Semester.
- An der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg kann das 1. Staatsexamen im Bereich Darstellendes Spiel abgelegt werden. Das Studium umfasst 4 Semester.