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Daniel Jositsch
Daniel Jositsch (* 25. März 1965 in Zürich; heimatberechtigt in Geroldswil und Stäfa) ist ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker (parteilos, …
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Überblick
Daniel Jositsch (* 25. März 1965 in Zürich; heimatberechtigt in Geroldswil und Stäfa) ist ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker. Er war bis Juni 2026 Mitglied der SP und ist seither parteilos. Von 2007 bis 2015 gehörte er dem Nationalrat an; seit dem 8. Dezember 2015 vertritt er den Kanton Zürich im Ständerat.
Juristische und akademische Laufbahn
Jositsch besuchte die Kantonsschule Stadelhofen und erwarb 1984 die Matur Typus B. Von 1985 bis 1990 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität St. Gallen (HSG) und schloss mit dem Lizenziat ab. 1993 promovierte er an derselben Universität.
Von 1991 bis 1995 war er Geschäftsführer der Schweizer Handelskammer in Kolumbien. Nach dem Erwerb des kolumbianischen Anwaltspatents 1992 arbeitete er zudem als selbständiger Rechtsanwalt in Bogotá. Nach seiner Rückkehr nach Zürich war er juristischer Mitarbeiter, Anwaltspraktikant und nach dem zürcherischen Anwaltspatent von 1998 bis 2000 Rechtsanwalt. Von 2000 bis 2004 war er selbständig tätig, vor allem im Strafrecht.
2004 habilitierte er sich an der Universität Zürich. Eine Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation für eine Professur. Im selben Jahr wurde er ausserordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und strafrechtliche Hilfswissenschaften; 2012 folgte die Beförderung zum ordentlichen Professor.
Politische Tätigkeit
Jositsch gehörte zunächst der Grünen Partei an und wechselte später zur SP. Von 2005 bis 2009 präsidierte er die SP im Bezirk Meilen. 2007 wurde er in den Zürcher Kantonsrat gewählt, trat aber noch im selben Jahr zurück, nachdem er bei den nationalen Parlamentswahlen ein Mandat im Nationalrat gewonnen hatte. Bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 wurde er als Nationalrat bestätigt.
Am 18. Oktober 2015 wurde er im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt. Dort wurde er am 20. Oktober 2019 und am 22. Oktober 2023 jeweils im ersten Wahlgang bestätigt. Der Ständerat ist die Vertretung der Schweizer Kantone im Parlament.
Bei der Bundesratswahl 2022 kandidierte Jositsch als Nachfolger von Simonetta Sommaruga. Die SP-Fraktion schlug jedoch zwei Frauen vor; Jositsch erklärte, den Entscheid zu akzeptieren und nicht für eine wilde Kandidatur zur Verfügung zu stehen. Für die Bundesratswahl 2023 kandidierte er als Nachfolger von Alain Berset. Die SP-Fraktion nominierte Beat Jans und Jon Pult; am 13. Dezember 2023 unterlag Jositsch Jans im dritten Wahlgang.
Weitere Funktionen waren das Präsidium des Kaufmännischen Verbandes Schweiz ab 9. November 2011, das Zentralpräsidium des Schweizerischen Fischerei-Verbands ab 2024 sowie von November 2024 bis Juni 2026 das Präsidium der sozialliberalen Reformplattform der SP Schweiz. Am 4. Juni 2026 trat er aus der SP aus, nachdem die Delegiertenversammlung der SP Kanton Zürich ihn nicht mehr für die Ständeratswahl 2027 nominieren wollte.
Persönliches und Veröffentlichungen
Jositsch ist schweizerisch-kolumbianischer Doppelbürger, Vater eines erwachsenen Sohnes und Angehöriger des Judentums. 2025 heiratete er Alexia Darce. In der Schweizer Armee hat er den Dienstgrad Oberstleutnant.
Zu seinen Schriften gehören die Dissertation Strafrecht gegen Rassendiskriminierung: Rechtsvergleich zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kolumbien mit Blick auf die Revision des schweizerischen Strafrechts (1993), die Habilitationsschrift Das Schweizerische Korruptionsstrafrecht: Art. 322ter bis Art. 322octies StGB (2004) sowie der Grundriss des schweizerischen Strafprozessrechts (2009). Strafprozessrecht regelt, wie Strafverfahren durchgeführt werden.