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Christoph Lorke
Christoph Lorke (* 1984 in Querfurt) ist ein deutscher Historiker. Sozial- und Kulturgeschichte sozialer Ungleichheit und von Armut,
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Einordnung
Christoph Lorke (* 1984 in Querfurt) ist ein deutscher Historiker. Er arbeitet am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und forscht vor allem zur deutschen und europäischen Geschichte vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Wichtig sind dabei Fragen sozialer Ungleichheit und Armut, die deutsch-deutsche Geschichte, Migration sowie Behörden- und Verwaltungsgeschichte.
Für Schülerinnen und Schüler ist Lorke vor allem als Beispiel für einen Historiker interessant, der neuere und neueste Geschichte untersucht. Diese Teilgebiete beschäftigen sich mit Entwicklungen der letzten Jahrhunderte, besonders mit modernen Gesellschaften, politischen Systemen, sozialen Problemen und deren Deutung in Quellen.
Akademischer Weg und Tätigkeit
Lorke studierte Geschichte, Germanistik, Psychologie und Pädagogik sowie für das Lehramt an Gymnasien an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Das Studium schloss er 2009 ab. 2013 wurde er an der Universität Münster im Fach Neuere und Neueste Geschichte promoviert.
Von 2009 bis 2021 arbeitete er am Lehrstuhl von Thomas Großbölting für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Im Juli 2019 habilitierte er sich und erhielt die venia legendi für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die venia legendi ist die Lehrbefugnis an einer Universität. Von 2020 bis 2021 vertrat er den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte des 19. Jahrhunderts.
2023 wurde Lorke wissenschaftlicher Referent am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster. Außerdem lehrt er weiterhin als Privatdozent an der Universität Münster. 2025 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen gewählt.
Forschungsschwerpunkte
Lorkes Arbeitsgebiete umfassen mehrere Bereiche der modernen Geschichtswissenschaft. Dazu gehören die deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte und die Geschichte des Kalten Krieges. Deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte untersucht Beziehungen, Abhängigkeiten und gegenseitige Wahrnehmungen zwischen Bundesrepublik und DDR.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sozial- und Kulturgeschichte sozialer Ungleichheit und Armut. Sozialgeschichte fragt nach gesellschaftlichen Strukturen und Lebensbedingungen, Kulturgeschichte nach Wahrnehmungen, Deutungen und Bedeutungen. Lorke verbindet diese Perspektiven, etwa wenn er untersucht, wie Armut in der Bundesrepublik und in der DDR wahrgenommen wurde.
Weitere Arbeitsfelder sind Migrationsgeschichte, die Geschichte bikultureller Ehen und Familien, Behörden- und Verwaltungsgeschichte, Geschlechtergeschichte, Stadt- und Regionalgeschichte sowie Theorie und Methoden der Geschichtswissenschaft.
Mitgliedschaften und Veröffentlichungen
Lorke ist in mehreren wissenschaftlichen Organisationen aktiv. Genannt werden der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, der Brauweiler Kreis für Landes- und Zeitgeschichte, die Gesellschaft für Historische Sozialpolitikforschung, der Deutsche Hochschulverband und der Deutsch-Bulgarische Geschichtsverein „Pamet“ e.V., in dem er Mitglied und Vorsitzender ist.
Zu seinen Monographien zählen „Zwischen Aufschwung und Anpassung. Eine kleine Geschichte des ‚Aufbau Ost‘“ (Bonn 2022, gemeinsam mit Marcus Böick), „An den Rändern der Gesellschaft. Armut und soziale Ausgrenzung im geteilten Deutschland“ (Berlin 2021), „Liebe verwalten. ‚Ausländerehen‘ in Deutschland 1870–1945“ (Paderborn 2020) und „Armut im geteilten Deutschland. Die Wahrnehmung sozialer Randlagen in der Bundesrepublik und der DDR“ (Frankfurt am Main/New York 2015).
Außerdem gab er Sammelbände mit heraus, darunter 2024 einen Band zu „Citizen Science“ in der Stadtgeschichte, 2019 einen Band zur Krise der Sozialen Marktwirtschaft und zum neuen Kapitalismus in Deutschland und Europa, 2017 einen Band zu Deutschland seit 1990 und 2016 einen Band zu Wahrnehmungen von Armut und Reichtum seit 1945.