Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Christian Bunnenberg
Christian Bunnenberg (* 1979 in Iserlohn) ist ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Er ist Professor für die Didaktik der Geschichte und Public …
Inhalt4 Abschnitte
Person und Bedeutung
Christian Bunnenberg (* 1979 in Iserlohn) ist ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Als Professor für Didaktik der Geschichte und Public History an der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt er sich damit, wie Geschichte vermittelt, öffentlich dargestellt und besonders in digitalen Medien genutzt wird. Seit 2017 verantwortet er dort den Masterstudiengang Public History.
Ausbildung und beruflicher Weg
Bunnenberg studierte von 2000 bis 2005 Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er schloss das Studium mit dem Ersten Staatsexamen und einem Magister Artium ab. Von 2006 bis 2008 absolvierte er den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Hamm und arbeitete anschließend zunächst als Gymnasiallehrer.
2009 wurde er Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität zu Köln. Ab 2011 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Geschichtsdidaktiker Markus Bernhardt an der Universität Duisburg-Essen. 2014 wechselte er als Akademischer Rat für Geschichte und ihre Didaktik an die Pädagogische Hochschule Heidelberg. 2016 wurde er an der Universität zu Köln promoviert und erhielt eine Juniorprofessur für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Im Dezember 2021 wurde er dort auf die W3-Professur für Didaktik der Geschichte und Public History berufen.
Forschung und digitale Projekte
Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist die Darstellung und Vermittlung von Geschichte in Sozialen Medien. Dazu initiierte er mehrere Projekte der Digital Public History, also zur öffentlichen Beschäftigung mit Geschichte mithilfe digitaler Medien. Gemeinsam mit Nils Steffen gab er 2019 eine grundlegende Publikation über Geschichte auf YouTube heraus.
Im Citizen-Science-Projekt SocialMediaHistory erforscht er zusammen mit dem Arbeitsbereich Public History der Universität Hamburg um Thorsten Logge und mit Bürgerwissenschaftlern die Geschichtsschreibung auf Instagram und TikTok. Citizen Science bezeichnet hier die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an wissenschaftlicher Forschung.
Weitere Schwerpunkte sind immersive Medien wie Augmented Reality, Virtual Reality und 360°-Film in Geschichtskultur und Geschichtsunterricht, historisches Lernen unter digitalen Bedingungen sowie Public History. Public History befasst sich mit Geschichte außerhalb rein wissenschaftlicher Zusammenhänge und mit ihrer Vermittlung an eine breitere Öffentlichkeit. Außerdem forscht Bunnenberg zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, aktuell zur Tourismusgeschichte und zur Geschichte der Deutschen „Einigungskriege“. Weitere Themen waren der Weihnachtsfrieden von 1914 und der deutsche Söldner Kongo-Müller.
Seit 2020 ist Bunnenberg Mitherausgeber von „Public History Weekly – the open peer review journal“; zuvor war er dort stellvertretender Chefredakteur. Im März 2020 gehörte er zu den Mitbegründern des historischen Crowdsourcingprojekts Coronarchiv, das Beiträge vieler Menschen sammelt.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu seinen ausgewählten Veröffentlichungen gehören:
- Zusammen mit Nils Steffen als Herausgeber: „Geschichte auf YouTube. Neue Herausforderungen für Geschichtsvermittlung und historische Bildung“, De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2019.
- „Die ‚weltanschauliche Schulung‘ der NSDAP im Gau Westfalen-Nord von 1932 bis 1945“, Dissertation, Universität zu Köln, 2016.
- „Militärische Tradition in Deutschland“, Bergmoser + Höller, Aachen, 2012.
- „Der ‚Kongo-Müller‘: eine deutsche Söldnerkarriere“, Lit, Berlin/Münster, 2007.