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Château d’Orion
Das Château d'Orion wurde im 17. Jahrhundert errichtet und ist heute ein Kultur-, Gäste- und Veranstaltungshaus in der Gemeinde Orion im Département …
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Überblick und Lage
Das Château d’Orion ist ein im 17. Jahrhundert errichtetes Landschloss im typisch béarnischen Stil. Heute dient es als Kultur-, Gäste- und Veranstaltungshaus. Es liegt in der Gemeinde Orion im französischen Département Pyrénées-Atlantiques im Südwesten Frankreichs.
Orion gehört zur historischen Region Béarn. Der Ort liegt direkt an der Voie de Vézelay, einem bekannten Jakobsweg. Die Region ist außerdem durch das Weinanbaugebiet Jurançon und die Therme Salies-de-Béarn bekannt; deren Salz wird für Bayonner Schinken verwendet.
Besitz- und Baugeschichte
Das Schloss wurde über Jahrhunderte fortlaufend erweitert. Seine ursprüngliche Innenausstattung ist weitgehend erhalten, teilweise sogar im Originalzustand.
Erste Besitzer waren die Casamayor, die bis zur Französischen Revolution die nahe Kirche betreuten. Nach der Restauration in Frankreich kaufte im 19. Jahrhundert die Familie Jean-Ninon Larrouy das Gut. Sie war durch den Handel mit Bayonner Schinken wohlhabend geworden.
Über Louis und danach Henriette Larrouy gelangte das Haus an den französischen Chirurgen Paul Reclus. Er experimentierte in Paris mit Kokain als Narkosemittel und erfand die Wundsalbe Pommade de Reclus. Sein Nachfahre Jean Labbé heiratete in den 1950er Jahren Marguerite Bérard, die Tochter des früheren französischen Erziehungs- und Justizministers Léon Bérard. Marguerite Labbé verkaufte das Schloss 2003 an die Familie Premauer aus München. Stand Februar 2012 lebte sie weiterhin in ihrem Zimmer im Schloss.
Nutzung als Kulturort
Das Anwesen umfasst 30 Hektar, darunter 15 Hektar Wald. Nach dem Kauf durch die Familie Premauer im Jahr 2003 wurden viele Teile des Hauses renoviert und erneuert.
Das anschließend gegründete Unternehmen Château d’Orion betreibt das Haus als Kultur-, Gäste- und Veranstaltungshaus. Regelmäßige Kulturveranstaltungen des regionalen Vereins Rencontre d’Orion sollen seinen Charakter als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Region erhalten.
Veranstaltungen
Ein Schwerpunkt sind wiederkehrende Denkwochen, unter anderem mit Rudolf Lüthe (2004–2019), Julian Nida-Rümelin (2005, 2008, 2016), Rüdiger Safranski (2007–2015), Elisabeth von Thadden (2015, 2016, 2019), Jocelyn B. Smith (2016–2020) und Rainer Moritz (2017–2020).
Weitere Beispiele sind eine Fotoausstellung von Antanas Sutkus über Jean-Paul Sartre (2005), eine Diskussion mit Edgar Morin über neue Kommunikationsstrategien (2008), das Seminar Heinrich Mann (2008), die Veranstaltung zu 50 Jahren deutsch-französischer Freundschaft (2013), ein Seminar über Hannah Arendt und Gurs (2014) sowie eine Denkwoche mit Martin Korte (2019).