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Burkhard Heim
Heim arbeitete an Theorien zur Gravitation und einem von ihm vermuteten Zusammenhang mit dem Elektromagnetismus, versuchte die Massen der zu seiner Zeit …
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Person und wissenschaftliche Einordnung
Burkhard Christian Ludwig Alexander Heim (9. Februar 1925 in Potsdam – 14. Januar 2001 in Northeim) war ein deutscher Physiker. Bekannt wurde er durch eigene Theorien zur Gravitation, zum möglichen Zusammenhang zwischen Gravitation und Elektromagnetismus sowie durch den Versuch, die Massen bekannter Elementarteilchen rechnerisch zu bestimmen. Außerdem beschäftigte er sich später mit philosophischen, psychologischen und parapsychologischen Fragen.
In der physikalischen Forschung spielen Heims Ansätze keine Rolle. Seine Theorien wurden von der Fachwelt nicht anerkannt und nach Angaben des Artikels niemals einem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Walter Dröscher und Jochem Häuser stellten seit 2003 Erweiterungen seiner Theorie, darunter die Extended Heim Theory, auf einigen ingenieurwissenschaftlichen Konferenzen vor. 2017 wurden in einem Ufologie-Journal schwere Fehler in der Herleitung seines Gravitationsgesetzes behauptet und Berechnungen entsprechend korrigiert.
Kindheit, Unfall und Studium
Heim interessierte sich schon als Kind für Chemie, Astronomie, Raumfahrt und Naturwissenschaften. Ab 1935 besuchte er das Viktoria-Gymnasium in Potsdam. Wegen schlechter Leistungen in Latein, Mathematik und Physik blieb er in der Quarta, die ungefähr der heutigen 7. Klasse entspricht, sitzen. Nach pyrotechnischen Experimenten und Auseinandersetzungen mit der Schule wechselte er im Mai 1942 auf eine Abendschule in Berlin. Die Quellen widersprechen sich bei den Gründen für seinen Schulverweis: Genannt werden die Sprengung eines Papierkorbs, eine mit Knallerbsen präparierte Schule, der Einsatz von Bromaceton oder mehrere dieser Vorfälle. Im Mai 1943 bestand Heim dort mit guten Noten das Abitur.
Am 17. Mai 1943 wurde Heim zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, im Oktober desselben Jahres zur Wehrmacht. Er sandte unter anderem Ideen für ein uranbetriebenes Raketentriebwerk und ein Pulsstrahltriebwerk an staatliche Stellen, erhielt aber keine entsprechende Anstellung. Für die Chemisch-Technische Reichsanstalt stellte er Sprengstoffe her. Bei einer Probesprengung am 19. Mai 1944 detonierte wegen einer chemischen Verunreinigung ein Initialsprengstoff unerwartet. Heim verlor beide Hände, erlitt schwere Gehörschädigungen und erblindete nahezu vollständig. Operationen konnten sein Sehvermögen nur teilweise wiederherstellen; er sah später schemenhaft und teilweise in falschen Farben.
Während der letzten Kriegsmonate wurde Heim evakuiert. Mit seiner Schwester Norgard gelangte er nach einer mehrwöchigen Fahrt am 16. April 1945 nach Pilsen und floh anschließend nach Bayern. Am 15. Dezember 1945 erhielt er durch eine Krukenberg-Operation am rechten Arm wieder eine begrenzte Greiffähigkeit. Im Frühjahr 1946 verbesserten weitere Operationen die Funktion beider Arme. Am 12. April 1946 kam Heim nach Northeim.
Am 4. November 1946 begann er in Göttingen ein Chemiestudium, das er im Wintersemester 1948 wegen seiner Behinderung und der nicht durchführbaren Praktika abbrach. Danach studierte er theoretische Physik. Mit Unterstützung seiner Eltern und seiner Verlobten bestand er am 8. Dezember 1949 die Vordiplomprüfung mit der Note „befriedigend“. Am 24. Oktober 1950 heiratete er Gerda Hildegard Elisabeth Heim, geborene Straube; die kirchliche Trauung folgte am 25. Oktober. Sein Vater Heinrich Heim kehrte Ende 1948, nach anderen Quellen Ende Juli 1948, aus der Kriegsgefangenschaft zurück und schrieb später Heims Notizen und Theorien auf. Am 17. Februar 1954 bestand Heim die mündliche Diplomprüfung mit „gut“. 1956 erhielt er bei Carl Friedrich von Weizsäcker und Richard Becker sein Physik-Diplom. Seine Diplomarbeit behandelte physikalische Prozesse im Filamentensystem des Krebsnebels, der Supernova 1054.
Dynamische Kontrabarie und gescheiterte Experimente
Heim entwickelte ab Herbst 1949 Hypothesen über einen neuartigen Raumfahrtantrieb. Analog zum Magnetfeld einer bewegten elektrischen Ladung nahm er an, dass eine bewegte Masse ein gravitomagnetisches Feld erzeugt, das er „Mesofeld“ nannte. Außerdem vermutete er, das Gravitationsfeld selbst besitze eine geringe „Feldmasse“ und könne dadurch zusätzliche Schwerkraft erzeugen. Elektromagnetische Strahlung sollte sich nach seiner Vorstellung in eine Kraftwirkung gegen die Schwerkraft umwandeln lassen. Dieses hypothetische Prinzip nannte er „dynamische Kontrabarie“.
Am 5. September 1952 stellte Heim auf einer Sitzung der International Astronautical Federation in Stuttgart seine Theorie, die Mesofeldtheorie und angebliche Berechnungen für einen Marsflug vor. Er behauptete, sein Raumschiff könne sich im Weltraum, in der Atmosphäre und im Wasser bewegen, völlig lautlos sein und im Inneren keine spürbare Beschleunigungskraft erzeugen. Weitere Vorträge folgten am 27. Mai 1953 in München und im August 1953 beim vierten IAF-Kongress in Zürich. Die Vorträge lösten öffentliches Interesse und Presseberichte aus, obwohl Heim seine Herleitungen nicht verständlich darstellte und Bitten um eine ausführliche Begründung ablehnte.
Heim wollte elektromagnetische Zentimeterwellen mit einer Versuchsanordnung namens „Kontrabator“ absorbieren, in Gravitationswellen umwandeln und dadurch die Gravitation beeinflussen. Nachdem das Verteidigungsministerium eine Finanzierung wegen Heims fehlender Bereitschaft zur Offenlegung der Theorie ablehnte, baute seine Familie die Apparatur über etwa zwei Jahre nach seinen Anweisungen. Statt eines Magnetrons sollten Funkenstrecken einer Tesla-Spule Mikrowellen erzeugen. Ein aufgehängter Probekörper sollte dadurch in Schwingung geraten. Eine Versuchsreihe mit 800 Experimenten verlief negativ; Heim konnte den kontrabarischen Effekt nie nachweisen.
1958 gründeten Helmut Göckel und Heim trotz einer abgelehnten staatlichen Förderung das „Forschungsinstitut für dynamische Kontrabarie und Astronautik e. V.“ in Northeim. Nach einem Zerwürfnis mit Göckel wurde dieser Verein am 4. April 1964 durch das „Deutsche Forschungsinstitut für Kraftfeldphysik und Allgemeine Kosmologie e. V.“ ersetzt. Heim war Vorsitzender. Die Unterstützung durch Firmen und Privatpersonen wurde jedoch zunehmend unsicher; bis 1972 stellten auch bisherige Geldgeber ihre Förderung ein.
Metronentheorie und Massenformel
Ab 1958 entwickelte Heim die „Metronentheorie“. Sie nimmt an, dass es eine physikalisch kleinstmögliche Fläche τ gibt, das „Metron“, sodass der Raum nicht beliebig teilbar ist. Die Theorie ähnelt der Differenzenrechnung, verwendet aber den Differenzenoperator eth φ(n) = φ(n) − φ(n−1). Eine „metronische Funktion“ φ(n) darf nur ganzzahlige Argumente besitzen. Einen Operator wie eth, der auf metronische Funktionen wirkt, nannte Heim „Selektor“.
Heim übertrug diese Methoden auf die Tensoranalysis und die Riemannsche Geometrie. Letztere bildet auch eine mathematische Grundlage der Allgemeinen Relativitätstheorie; bei Heim arbeitete sie jedoch mit komplexwertigen Tensoren und in sechs Dimensionen. Die Methode wurde 1980 erstmals in seinem Buch „Elementarstrukturen der Materie“ veröffentlicht und fand außerhalb seiner Bücher keine Anwendung. In späteren Darstellungen wurde die Theorie auf insgesamt zwölf Dimensionen erweitert.
1963 behauptete Heim erstmals, aus seinen Gleichungen die Massen und Ladungen von Elektron und Proton sowie den Wert der Feinstrukturkonstante berechnen zu können. Seine Massenformel wurde 1982 am Deutschen Elektronen-Synchrotron mit damals bekannten Teilchenmassen verglichen. Es gab Übereinstimmungen, aber die Formel lieferte mehr Massen als bekannte Teilchen. Eine zunächst verwendete Matrix enthielt 36 Parameter unklarer Herkunft; Heim erklärte später, diese Werte seien heuristisch ermittelt und nicht ausdrücklich hergeleitet worden.
Eine überarbeitete Fassung stellte Heim 1989 der Firma MBB vor. Sie ergab korrekte Werte für acht verschiedene Elementarteilchen, während einige weitere Werte außerhalb der damaligen Toleranzen lagen. Die Formel enthielt keine Matrix mit 36 Parametern mehr, aber neben mathematischen Konstanten die Planck-Konstante, die Lichtgeschwindigkeit, die Gravitationskonstante und zahlreiche nicht herleitbare „Quantenzahlen“. Sie sagte außerdem die Masse eines „neutralen Elektrons“ voraus; die Masse des zu Heims Lebzeiten noch unbekannten Tauons fehlte.
Veröffentlichungen, Parapsychologie und letzte Jahre
Ab 1965 geriet Heim nach dem Tod seines Vaters im Dezember 1964 in eine mehrjährige Depression. Er arbeitete zeitweise an Überlegungen zu Benzinmotoren, einem neuartigen EEG und einem Verfahren zur möglichen Erkennung von Krebs anhand elektrophysiologischer Veränderungen. Firmen lehnten diese Projekte als spekulativ und wissenschaftlich unhaltbar ab.
Nach 1964 beschäftigte sich Heim zunehmend mit Tonbandstimmen und anderen parapsychologischen Themen. Er stand unter anderem mit Hans Bender, Konstantin Raudive und Friedrich Jürgenson in Kontakt. In Vorträgen und späteren Veröffentlichungen behandelte er menschliche Logik, Evolution, erfülltes Leben, das Leib-Seele-Problem und ein mögliches Leben nach dem Tod. In seiner Theorie sollte das Bewusstsein nicht vom Gehirn erzeugt werden, sondern über Informationskanäle, die „Syntropoden“, mit einer Seele beziehungsweise einem „Telezentrum“ verbunden sein, die sich nach dem Tod vom Körper löse. Außerdem spekulierte er über Telekinese, Hellsehen und Spukphänomene.
Ab 1972 bemühte sich Heim um Veröffentlichungen. Beiträge wurden unter anderem von den Annalen der Physik, Physical Review D, Il Nuovo Cimento und dem CERN nicht aufgenommen oder nicht weiterverfolgt. 1977 erschien jedoch ein Beitrag zur einheitlichen Beschreibung der Elementarteilchen in der Zeitschrift für Naturforschung. 1980 veröffentlichte der Resch-Verlag „Elementarstrukturen der Materie“. Das Werk verband Feldmasse, Metronentheorie, kosmologische Hypothesen und Teile der Massenformel. Vor der Drucklegung wurden Rechenfehler festgestellt; unter anderem ergab ein falscher Ausdruck für den Laplace-Operator in Kugelkoordinaten die Behauptung, Gravitationswellen breiteten sich mit Überlichtgeschwindigkeit aus. Eine fachliche Durchsicht lehnte Heim ab, und das Buch wurde von der physikalischen Fachwelt wenig beachtet.
Politisch kritisierte Heim Wirtschaftswachstum, Konsum und profitorientierte Technologien. Er solidarisierten sich mit grüner Politik und gründete um 1978 in Northeim eine Bürgerinitiative gegen den Abriss von Häusern zugunsten einer Bundesstraße.
Ab Sommer 1996 erkrankte Heim schwer. Nach der Diagnose eines kolorektalen Karzinoms erlitt er eine Pankreatitis, einen Schlaganfall und im Februar 2000 eine Hirnblutung. Er starb nach langer Krankheit in der Nacht auf den 14. Januar 2001 und wurde am 19. Januar 2001 in Northeim beigesetzt. Seine späteren physikalischen und paranormalen Theorien wurden in einem posthum im Internet veröffentlichten zweibändigen Werk zusammengeführt.