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Physiker
Physiker arbeiten nicht selten in Berufsfeldern, die dem eigentlichen Physikstudium fremd sind (vgl. z. B. diese Liste bekannter Physiker in anderen …
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Definition und zentrale Arbeitsweise
Physiker beziehungsweise Physikerinnen sind Personen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Physik befassen. Physik untersucht Naturvorgänge und beschreibt sie mit wissenschaftlichen Methoden.
Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung und Arbeit ist die mathematische Modellierung. Dabei werden physikalische Vorgänge mit mathematischen Modellen beschrieben. Physiker prüfen anschließend, ob diese Modelle mit Beobachtungen und Experimenten übereinstimmen. Die Fähigkeit zur mathematischen Modellierung und Überprüfbarkeit kann auch in anderen Bereichen der Technik und der Naturwissenschaften eingesetzt werden.
Ausbildung
An deutschen und Schweizer Universitäten wurden die früheren Diplom-Studiengänge im Fach Physik im Laufe des Bologna-Prozesses durch Bachelor- und Master-Studiengänge ersetzt. Ein Bachelorstudium vermittelt üblicherweise Grundlagen der experimentellen und der theoretischen Physik sowie der Mathematik. Mathematik ist auch im späteren Beruf ein unverzichtbares Werkzeug.
Neben den Fachstudiengängen Physik gibt es Bachelor- und Masterstudiengänge mit einem Schwerpunkt auf Physik, zum Beispiel zum Physikingenieur, sowie Lehramtsstudiengänge.
Die Regelstudienzeit eines Bachelorstudiengangs beträgt 6 Semester, ein Masterstudiengang ist auf 4 Semester angelegt. Die durchschnittliche tatsächliche Studiendauer liegt jedoch bei etwa 7,7 Semestern im Bachelor und 5,6 Semestern im Master. Ein Teil der Physiker bleibt nach Studium und Promotion in der universitären Forschung und Lehre und spezialisiert sich dort in der Regel auf ein Fachgebiet.
Berufsfelder und Spezialisierungen
Physiker arbeiten in der Grundlagen- und Industrieforschung, in Entwicklung und Produktion sowie in Beratung, Organisation und Verwaltung. Weitere Tätigkeitsfelder sind Marketing, öffentlicher Dienst und die Lehre an Schulen und Hochschulen. Je nach Aufgabe nutzen sie Methoden der theoretischen, experimentellen oder angewandten Physik.
In der universitären Forschung und Lehre sind unter anderem folgende Spezialisierungen möglich: Kern- und Elementarteilchenphysik, Reaktorphysik, Atom-, Hochenergie- und Molekularphysik, Clusterphysik, Festkörperphysik, Hydrodynamik, Aerodynamik, Thermodynamik, Optik und Laserphysik, Akustik, Elektrodynamik, Plasmaphysik, Tieftemperaturphysik, Astrophysik, extraterrestrische Physik, Biophysik, Atmosphärenphysik und Ozeanographie.
Viele Physiker arbeiten in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen fast aller Branchen. Beispiele sind Maschinen- und Fahrzeugbau, Rundfunk- und Nachrichtentechnik, Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Energieerzeugung und Energieverteilung sowie die chemische Industrie. Physiker mit Lehramtsstudium arbeiten in der Regel als Lehrer an Schulen. Etwa 25 % der rund 6.500 deutschen Patentanwälte haben ursprünglich Physik studiert und anschließend eine juristische Zusatzausbildung absolviert.
Arbeitsmarkt und übertragbare Fähigkeiten
Die Arbeitsmarktsituation wurde in einer im Februar 2010 veröffentlichten Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft untersucht. Nach Daten des Mikrozensus lag die Erwerbslosenquote der bis 65 Jahre alten Personen im erwerbsfähigen Alter, die ein Physikstudium an einer Universität oder Fachhochschule abgeschlossen hatten, im Jahr 2007 bei 4,5 %. Sie war damit höher als die durchschnittliche Erwerbslosigkeit von Akademikern mit 3,9 %, aber niedriger als die Erwerbslosenquote der Gesamtbevölkerung mit 8,6 %.
Für 2011 gab die Bundesagentur für Arbeit eine Arbeitslosenquote von 5,8 % für Physiker und Mathematiker an. Diese Zahl ist nur eingeschränkt vergleichbar, weil dort Physiker, Statistiker und Mathematiker gemeinsam betrachtet werden und Arbeitssuchende nach dem gewünschten Zielberuf erfasst werden. Physiker, die beispielsweise eine Stelle im IT-Bereich suchten, erscheinen deshalb nicht in dieser Gruppe. Außerdem beziehen sich die Statistiken auf unterschiedliche Grundgesamtheiten und unterscheiden zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen. Laut der DPG-Arbeitsmarktstudie erfasste die Bundesagentur nur etwa ein Viertel der Menschen mit einem Physikabschluss.
Ende 2014 waren in Deutschland etwa 14.800 Personen als Physiker beschäftigt, darunter 2.600 Frauen. 2013 lag die Arbeitslosenquote für Physiker, Mathematiker und Statistiker bei 2,6 %. Seit 2014 sank die Zahl der offenen Stellen stark, besonders an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Bei Berufsanfängern, deren Zahl bis etwa 2018 noch zunahm, stieg auch die Arbeitslosigkeit. 2015 waren etwa 1.800 Physiker arbeitslos gemeldet, gegenüber etwa 800 im Jahr 2008.
Physiker arbeiten nicht selten außerhalb klassischer physikalischer Berufsfelder, etwa bei Banken oder Versicherungen. Besonders Physiker aus Geophysik und Meteorologie sind in der Informatik tätig, zum Beispiel bei der Programmierung von Modellen komplexer Systeme. Die im Studium erworbenen Kenntnisse der mathematischen Modellierung und der Überprüfung von Modellen sind daher in vielen technischen, naturwissenschaftlichen und weiteren Bereichen nutzbar.
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