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Beethoven-Gymnasium (Berlin)

Seit 2004 gibt es im siebten und achten Jahrgang auch verstärkten Englisch- sowie Mathematikunterricht. Somit hat jede der fünf Klassen im siebten und …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Geschichte der Schule
  3. 3. Gebäude und Ausstattung
  4. 4. Bildungsweg und Unterricht
  5. 5. Musik, Kunst, Theater und Aktivitäten
  6. 6. Projekte und bekannte Personen

Überblick und Bedeutung

Das Beethoven-Gymnasium ist ein Gymnasium im Berliner Ortsteil Lankwitz und nach dem Musiker Ludwig van Beethoven benannt. Es ist das einzige Gymnasium in diesem Ortsteil. Die Schule wurde 1908 gegründet, trägt die Schulnummer 06Y06 und befindet sich in der Barbarastraße 9 in 12249 Berlin. Träger ist das Land Berlin. Für das Schuljahr 2021/2022 werden 891 Schülerinnen und Schüler genannt; außerdem 76 Lehrkräfte, eine Referendarin bzw. ein Referendar und eine Fremdsprachenassistenz. Die Schulleiterin ist Gunilla Neukirchen.

Zum Schulgelände gehören ein denkmalgeschütztes vierflügeliges Hauptgebäude mit Innenhof, ein Außenhof mit Schulgarten, ein Sportplatz und eine Turnhalle als Nebengebäude. Die Schule verbindet einen allgemein gymnasialen Bildungsweg mit besonderen Profilen in Musik, Französisch, Englisch und Mathematik. Besonders wichtig für das Profil sind der musische Schwerpunkt, der bilinguale Unterricht in der französischbetonten Klasse und die vielen Arbeitsgemeinschaften, Austauschprogramme und Projekte.

Geschichte der Schule

Die Vorgeschichte begann 1905, als 16 Lankwitzer Bürger um die Errichtung einer Interessentenschule für Mädchen in der damaligen Gemeinde Lankwitz baten. Zu Ostern 1908 wurde die Schule mit Genehmigung der Königlich Preußischen Regierung als neunstufige Höhere Mädchenschule eröffnet. Sie befand sich zunächst in der Seydlitzstraße im Gebäude der 2. Gemeindeschule; 38 Mädchen traten ein. 1910 wurde sie bei 130 Schülerinnen und 10 Lehrkräften in ein zehnstufiges Lyzeum umgewandelt. Die Schülerinnen konnten nach der zehnten Klasse einen Realschulabschluss erreichen.

Der erste Bürgermeister von Lankwitz, Rudolf Beyendorff, setzte sich für ein eigenes Schulgebäude ein. 1912 fand dafür ein Architekturwettbewerb statt. Das Preisgericht bevorzugte den Entwurf der Berliner Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann. Für das 1913–1914 ausgeführte heutige Hauptgebäude mit angrenzender Gemeindefesthalle wird jedoch Fritz Freymüller, der Lankwitzer Gemeindebaurat, als Entwurfsurheber genannt. Wegen des Ersten Weltkriegs konnte das Gebäude erst 1918 fertiggestellt und von 285 Schülerinnen bezogen werden. Heute steht es unter Denkmalschutz.

1926 wurde dem Lyzeum auf Initiative des Hausfrauenvereins Berlin-Lankwitz eine einjährige Frauenschule mit Kindergarten angegliedert. Sie sollte der gründlichen „Berufsausbildung der Hausfrau und Mutter und Durchgeistigung ihrer gesamten Tätigkeit“ dienen und wurde 1937 zu einer dreijährigen Frauenoberschule erweitert. In den 1930er Jahren, spätestens 1935, hieß die Schule Auguste-Sprengel-Schule; dieser Name blieb bis 1948. 1939 fand die erste Abiturprüfung in der vollwertigen Oberschule für Mädchen mit hauswirtschaftlichem Zweig statt.

In der Lankwitzer Bombennacht im August 1943 wurde das Schulgebäude schwer beschädigt. 1945 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. 1948 erhielt die Schule den Namen 8. Oberschule Wissenschaftlicher Zweig. Ab 1950 wurden auch Jungen unterrichtet. 1954 wurde die wiederaufgebaute Turnhalle eingeweiht; im selben Jahr wurde die neusprachlich-mathematisch-naturwissenschaftliche Schule mit 356 Schülern in Beethoven-Oberschule umbenannt. 1959 wurde die wiedererrichtete Aula eingeweiht. Da sich die Schülerzahl seit 1954 verdoppelt hatte, wurde 1974 eine Erweiterung beschlossen. Von 1976 bis 1984 nutzte die Schule eine Filiale an der Dessauer Straße als Ausweichquartier, weil die Schülerzahl auf über 1000 stieg.

Im Jahr 2000 änderte die Schule ihr Profil: In je einer Klasse des siebten und achten Jahrgangs gab es nun verstärkten Musik- oder Französischunterricht; ab Klasse 9 folgte im französischen Profil zweisprachiger Unterricht. Seit 2004 gibt es zusätzlich verstärkten Englisch- und Mathematikunterricht. Damit hat jede der fünf Klassen in Jahrgang 7 und 8 ein besonderes Profil. Ab 2016 wurde das Gebäude grundsaniert. 2020 wurde mit dem Südflügel der erste Bauabschnitt fertiggestellt. Die Gesamtbaukosten sollen laut Stand 2020 bei über 34 Millionen Euro liegen.

Gebäude und Ausstattung

Das Hauptgebäude hat seine Schauseite zur Dillgesstraße und ist besonders am Säuleneingang erkennbar. Dieser Teil war ursprünglich die Lankwitzer Gemeindefesthalle. In diesem Gebäudeflügel liegen die alte Turnhalle, das Foyer, die Aula und einer der Musiksäle. Gegenüber befindet sich der hofseitige Haupteingang mit einem Turm, der ursprünglich der Sternenbeobachtung diente.

Der Innenhof ist nahezu quadratisch und heute auf allen Seiten vom Schulgebäude umgeben. Ursprünglich bestand die vierte Seite aus einem Säulengang. Dieser wurde 1978 bei der Gebäudeerweiterung durch einen Neubauflügel ersetzt. In diesem neuen Flügel entstanden Klassenräume, Chemie-Fachräume, das 1989 eröffnete Schulcafé, das Sprachlabor und Teile der Lehrerzimmer. Von 2009 bis 2010 wurde das Schulcafé erweitert: Es nutzte das benachbarte Sprachlabor mit, erhielt einen neuen Anbau in den Innenhof und wurde mit einer Küche zu einer Cafeteria umgebaut. Dies sollte die Essensversorgung im Rahmen einer Ganztagsschule ermöglichen.

Im Hauptgebäude befinden sich außerdem das Büro des Hausmeisters, das Sekretariat, die Zimmer der Schulleiterin, der stellvertretenden Schulleiterin und der pädagogischen Koordinatoren, die Lehrerzimmer sowie Klassen- und Fachräume. Die Aula wird für viele Schulveranstaltungen genutzt, darunter die halbjährlichen Hausmusikabende, also Sommer- und Wintermusikabend. Auch Aufführungen im Fach Darstellendes Spiel, Veranstaltungen der Musical-Arbeitsgemeinschaft, der Bigband The Frogs und des Orchesters sowie die Einschulungen der neuen 7. Klassen finden dort statt. Die musikalischen und schauspielerischen Veranstaltungen sind in der Regel öffentlich.

Zur Schule gehören zwei Turnhallen. Die alte Turnhalle befindet sich seit Beginn im Hauptgebäude. Ende der 1970er Jahre reichte ihre Kapazität für rund 1000 Schülerinnen und Schüler in teilweise sechs Zügen nicht mehr aus. 1979 wurde deshalb die neue Turnhalle fertiggestellt. Heute finden dort die meisten Sportkurse statt. Beide Turnhallen werden auch von verschiedenen Sportvereinen als Übungsstätten genutzt.

Bildungsweg und Unterricht

Das Beethoven-Gymnasium beginnt mit der 7. Klasse. Nach Berliner Standard endet der Bildungsgang mit der Möglichkeit, das Abitur in der 12. Klasse zu erwerben; bis 2012 war dies in der 13. Klasse möglich. Seit 2000 gibt es eine musikbetonte und eine französischbetonte 7. Klasse. Schülerinnen und Schüler dieser Klassen haben wöchentlich eine Stunde mehr Musik- oder Französischunterricht. 2004 erhielten auch die beiden anderen 7. Klassen eine Betonung, nämlich Englisch und Mathematik. 2011 wurde wegen hoher Nachfrage und frei werdender Kapazitäten durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre ein fünfter Zug mit eigenem Profil begonnen. Seitdem hat jede 7. Klasse eine besondere Betonung.

Der Bildungsweg wird zweizügig beschrieben. Die Englisch- und die Mathematikklasse haben Englisch als erste Fremdsprache und Französisch als zweite Fremdsprache. Die Musikklasse ist in erste Fremdsprache Englisch und erste Fremdsprache Französisch aufgeteilt. Die französischbetonte Klasse hat Französisch als erste Fremdsprache und Englisch als zweite Fremdsprache. Beide Gruppen der französischbetonten Klasse beginnen in der 8. Klasse mit bilingualem Erdkundeunterricht. Bilingual bedeutet hier, dass ein Sachfach in zwei Sprachen beziehungsweise in einer Fremdsprache unterrichtet wird.

Neben den üblichen Fächern hat jede 7. Klasse ihre besondere Betonung. Außerdem gibt es in jeder 7. Klasse eine Stunde Soziales Lernen. Diese Stunde soll Ängste und Spannungen abbauen und ein konstruktives Klassen- und Lernklima fördern. In der 8. Klasse wird eine Stunde Informationstechnische Grundbildung, kurz ITG, unterrichtet. Ab Jahrgang 9 gibt es Wahlpflichtunterricht, also Fächer, aus denen Schülerinnen und Schüler innerhalb bestimmter Vorgaben wählen können. Religion wird ebenfalls angeboten.

Ab der 8. Klasse können Schülerinnen und Schüler Latein oder Spanisch als dritte Fremdsprache im Wahlpflichtbereich wählen. Wer Latein belegt, kann nach dem Abitur das Latinum erlangen. Ab der 9. Klasse werden außerdem Naturwissenschaften, also Biologie, Chemie und Physik, sowie Mathematik, Kunst und Musik als Wahlpflichtfächer angeboten, sofern nicht schon Spanisch oder Latein im vorherigen Jahr gewählt wurde. In der Sekundarstufe II kommen Philosophie, Informatik und Darstellendes Spiel als zusätzliche Unterrichtsfächer hinzu. Außerdem gibt es einen Englisch-Grundkurs, der weniger literaturorientiert ist und natur- und wirtschaftswissenschaftliche Themen behandelt, zum Beispiel Gen-Food. Eine Besonderheit ist, dass Musik als Leistungskurs gewählt werden kann.

Musik, Kunst, Theater und Aktivitäten

Obwohl das Beethoven-Gymnasium kein spezielles Musik-Gymnasium ist, hat es einen musischen Schwerpunkt. Dazu gehören die Musikbetonung ab Klasse 7, das Wahlpflichtfach Musik, der Profilkurs Musik und der Leistungskurs Musik in der gymnasialen Oberstufe. Es gibt viele musikalische Arbeitsgemeinschaften: den Chor der 7. Klassen, den Chor der 8. Klassen, den Großen Chor, den Oberstufenchor, das Mittelstufenorchester, das Sinfonieorchester und die Bigband The Frogs. Alle zwei Jahre findet eine Musikreise der Chöre und Orchester nach Pottenstein statt. Die Ergebnisse werden in Konzerten in Pottenstein und in zwei Konzerten in Berlin vorgestellt: einem weltlichen Konzert in der Aula und einem geistlichen Konzert in der nahe gelegenen Dreifaltigkeitskirche.

Kunst wird ab Klasse 9 als Wahlpflichtfach angeboten. In der Sekundarstufe II kann Kunst als Profilkurs und als Leistungskurs gewählt werden. Arbeiten der Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig ausgestellt. Darstellendes Spiel, also Schultheater, kann mit Beginn der zweiten Sekundarstufe als Unterrichtsfach gewählt werden. Seit 2008 kann es als 4. Prüfungsfach in das Abitur eingebracht werden.

Die Schule hat Partnerschaften mit Schulen in Frankreich, genauer in Paris und Dijon, sowie in Schweden. In der 10. Klasse findet dazu ein Austausch statt. Für die Englisch-Klasse gibt es zeitgleich einen Austausch nach London oder Amersham. Außerdem besteht eine Partnerschaft mit einer Schule in Israel; dieser Austausch ruht zur Zeit wegen der politischen Unruhen in Israel. Zusätzlich absolvieren die 10. Klassen jedes Jahr in den letzten Wochen vor den Sommerferien ein dreiwöchiges Betriebspraktikum.

Das Angebot an Arbeitsgemeinschaften und Kursen ist breit. Genannt werden unter anderem Musical, Vororchester 1 und 2, Orchester, Big Band, Theatertechnik, Künstlerisches Gestalten, Journalistik mit Schülerzeitung, Mediation, Naturwissenschaften, Garten beziehungsweise Schulgarten, Englisch mit Debating-Club und Vorbereitung auf den Cambridge Test, Business Englisch, DELF, Italienisch in der Oberstufe, Basketball, Einradfahren, Fußball getrennt für Jungen und Mädchen, Rudern, Schach, Selbstverteidigung, Volleyball, Afrika, Verbraucherschutz und Erste Hilfe. Die Schule arbeitet außerdem mit Sportvereinen zusammen, nämlich dem Steglitzer Sport Club Südwest 1947 e. V. Berlin und Basketball Berlin Süd e. V. Neben dem normalen Sportunterricht sind die Turnhallen in den Pausen für Pausensport geöffnet.

Projekte und bekannte Personen

Das Beethoven-Gymnasium nimmt am Projekt Pädagogische Schulentwicklung teil. Dabei geht es darum, Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, selbständig und eigenverantwortlich allein und in Gruppen zu arbeiten. Außerdem beteiligt sich die Schule an einem Bund-Länder-Projekt für nachhaltiges Lernen, das wissenschaftlich von der Freien Universität begleitet wird. Die 11. Klassen gestalten in diesem Rahmen das Projekt Nachhaltige Stadtentwicklung. Laut Artikel versucht die Schule mit solchen Aktivitäten, auf die Ergebnisse der PISA-Studie zu reagieren.

Weitere Projekte betreffen Kunst und Theater. Während Projekttagen besuchte die Tanzgruppe The Young Americans die Schule für einen dreitägigen Workshop in Tanz, Gesang und Improvisation. Die Schule ist auch in das TuSch-Projekt, also Theater und Schule, einbezogen. Dieses Projekt wird von der JugendKulturService GmbH in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport durchgeführt; Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister Berlins. Das Beethoven-Gymnasium arbeitet dabei mit der Schaubühne am Lehniner Platz und dem Theater des Westens zusammen. Außerdem wirkt die Schule mit Großem Chor, Oberstufenchor und Orchester am Weihnachtsmusizieren Steglitzer Schulen in der Matthäuskirche mit. Diese Veranstaltung wird als älteste ihrer Art in Berlin beschrieben.

Der Artikel nennt auch ehemalige Lehrerinnen und Lehrer sowie ehemalige Schülerinnen und Schüler. Zu den ehemaligen Lehrkräften gehören Reinhart Behr, Elisabeth Schmitz und Lorenz Weinrich. Für Elisabeth Schmitz, die als Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus genannt wird, befindet sich eine Berliner Gedenktafel am Gebäude in der Barbarastraße. Unter den ehemaligen Schülerinnen und Schülern werden Personen aus Politik, Wissenschaft, Musik, Sport, Schauspiel und Journalismus aufgeführt, darunter Hartmut Ebbing, Isabel Mundry, Hajo Seppelt, Bénédicte Savoy, Barnaby Metschurat, Marko Pešić, Mithat Demirel, Kevin Kühnert, die Band Von Wegen Lisbeth und die Rapperin Ikkimel.

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