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Auflösung (Musik)
Für die Auflösung von Tonalterationen siehe Auflösungszeichen. Auflösung bezeichnet in Harmonielehre und Kontrapunkt sowohl das Weiterführen einer Dissonanz …
Geltungsbereich des Prinzips
Da Auflösung in der Regel als Entspannung empfunden wird, lässt sich der Begriff nur sinnvoll auf Musik anwenden, deren Fortschreitungsprinzip auf dem Wechsel von Spannung (Dissonanz bzw. Dominante) und Entspannung (Konsonanz bzw. Tonika) beruht, also einen gewissen Zwang zur Auflösung von Spannungen enthält.
Für die europäische Musik gilt dies von der Entstehung der Dur-Moll-Tonalität im ausgehenden 15. Jahrhundert bis zu deren Auflösung im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
Die mittelalterliche Mehrstimmigkeit kennt Auflösung in diesem Sinne noch nicht, da sie im Wesentlichen auf der Führung der Stimmen zwischen perfekten Klängen beruht, deren Abfolge vom Cantus prius factus (der vorgegebenen Stimme) geregelt wird.
Die Neue Musik kennt die Auflösung dagegen nicht mehr, weil für sie zwischen Intervallen oder Klängen nur noch graduelle, keine prinzipiellen Unterschiede bestehen. Da die Einteilung der Klänge in dissonant und konsonant an Bedeutung verloren hat, wird der Zwang zur Auflösung hinfällig.