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Arktis

Die Arktis, auch Nordpolargebiet und Nordpolgebiet, bezeichnet die Region um den Nordpol und damit eines der beiden Polargebiete. Zur Arktis zählen die …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ist die Arktis?
  2. 2. Hocharktis und Klimabedingungen
  3. 3. Erdgeschichte der Arktis
  4. 4. Tiere und Pflanzen
  5. 5. Auswahl arktischer Arten
  6. 6. Wetter und Polarwirbel

Was ist die Arktis?

Die Arktis (auch Nordpolargebiet oder Nordpolgebiet) ist die Region um den Nordpol und damit eines der beiden Polargebiete. Sie umfasst die nördliche Polkappe, das im Winter großteils vereiste Nordpolarmeer und die nördlichen Ausläufer der Kontinente Nordamerika, Asien und Europa. Die genaue Abgrenzung ist je nach Fachrichtung unterschiedlich; oft werden meteorologische bzw. klimatologische Kriterien herangezogen. Früher wurde die Arktis schlicht als „Region nördlich des Nordpolarkreises“ (66° 34′ nördliche Breite) definiert; heute oft über die Juli-Isotherme von 10 °C oder die Baumgrenze. In den Sozialwissenschaften nutzt man politische und sozialökonomische Abgrenzungen, z. B. die Definition des Arctic Human Development Report des Arktischen Rats. Der größte Unterschied zur Antarktis: Die Arktis ist im Wesentlichen ein Meer, das von Kontinentalstaaten umgeben ist, während die Antarktis eine von Meer umschlossene Landmasse ist.

Hocharktis und Klimabedingungen

Der nördlichste Teil der Arktis wird gelegentlich als „Hocharktis“ bezeichnet; der Begriff ist nicht klar definiert. Oft werden darunter verstanden: der Arktische Ozean, der kanadisch-arktische Archipel, die Nordhälfte Grönlands, Spitzbergen und die nördlichen Inseln Russlands (z. B. Franz-Joseph-Land und Nowaja Semlja). Klimatologen meinen damit die dauerhaft eisbedeckten oder fast vegetationslosen hochpolaren Klimate im Gegensatz zu den subarktischen Tundrenklimaten. Durch die Verteilung warmer und kalter Meeresströmungen gibt es regionale Unterschiede: Nordskandinavien und das Europäische Nordmeer sind wegen des Golfstroms nicht hocharktisch, während die Beaufortsee auf gleicher Breite der Hocharktis zugerechnet wird. Die globale Erwärmung verschiebt die Grenze der Hocharktis langsam nach Norden. Im Zentrum der Arktis liegt der Arktische Ozean; am geografischen Nordpol ist das Eis vier Meter dick, der Ozean 4261 Meter tief. Prognosen zufolge könnte der Ozean bereits 2030 im Sommer eisfrei sein. Typisches Landschaftsphänomen in südlicheren Arktisgebieten sind Pingos – runde Hügel, die durch Eislinsen entstehen.

Erdgeschichte der Arktis

Aus Fossilfunden (z. B. der Margaret-Formation der Ellesmere-Insel, ein mumifizierter Wald auf der Axel-Heiberg-Insel) geht hervor, dass es in der Arktis im unteren bis mittleren Eozän vor 40 bis 50 Millionen Jahren warm-gemäßigte Temperaturen gab und bis zu 50 Meter hohe Mammutbäume wuchsen. Das Nordpolarmeer hatte zeitweise sogar subtropische Wassertemperaturen. Reste von Süßwasserpflanzen in Bohrkernen deuten darauf hin, dass das Nordpolarmeer vor mehr als 40 Millionen Jahren möglicherweise ein fast abgeschlossenes Binnenmeer mit salzarmer oberer Wasserschicht war. Zu Beginn des Oligozäns vor etwa 33 Millionen Jahren kühlte die Erde ab und Eiskappen bildeten sich an den Polen; die Vereisung erreichte die Antarktis vor 25 und Grönland vor 6 Millionen Jahren. Vor 6000–7000 Jahren war die Arktis womöglich periodisch eisfrei.

Tiere und Pflanzen

Die extremen Umweltbedingungen (Temperaturunterschiede, Permafrost, wechselnde Sonneneinstrahlung, Schneestürme) begrenzen das Land, auf dem Pflanzen wachsen können, auf nur 5 % der Arktisfläche. Die wichtigsten Vegetationszonen am Rand der Arktis sind die Tundra (baumlose Kältesteppen) und die Waldtundra. Die Arktis beherbergt rund 5.900 Pflanzenarten, darunter über 2.200 Gefäßpflanzen. An Säuger- und Fischarten ist sie arm, bei den Vogelarten dagegen artenreich, auch weil viele Zugvögel zum Brüten kommen. In den arktisch geprägten Regionen leben schätzungsweise rund 1000 Insektenarten (besonders Stech- und Kriebelmücken, Hummeln, Schmetterlinge) sowie viele Spinnenarten. In der Hocharktis fehlt Landvegetation fast völlig (Polarwüste); dort gibt es nur wenige Landsäuger, darunter den Eisbär, der sich hauptsächlich aus dem Meer ernährt. Die Meeresfauna ist verhältnismäßig artenreich.

Auswahl arktischer Arten

Typische arktische Tierarten (aus dem Artikel): Säugetiere wie Eisbären, Lemminge, Moschusochsen, Polarfuchs, Polarhase, Polarwolf, Rentiere, Robben (Ringel- und Bartrobben, Seehunde, Walrosse), Vielfraße, Wale (Grönlandwale, Weißwale, Narwale) und Ziesel. Fische: Arktische Äsche, Grönlandhai, Neunstachliger Stichling, Polardorsch, Seeforelle, Seehase (Cyclopterus lumpus), Seesaibling, Weißlachs. Vögel: z. B. Dickschnabellumme, Eiderente und andere Enten, Eissturmvogel, Falken (Gerfalke, Wanderfalke), Gänse (Kanada-, Ringel-, Schneegans), Gryllteiste, Küstenseeschwalbe, diverse Möwen und Raubmöwen, Raufußbussard, Schneeammer, Schneeeule, Schneehuhn, Steinadler, Seetaucher und Tundraschwan.

Wetter und Polarwirbel

Über dem Nordpol bildet sich im Polarwinter einer der beiden terrestrischen Polarwirbel, der der Arktischen Oszillation unterliegt; ihre Ausprägung wird mit dem „AO-Index“ beschrieben.

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