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Arktis und Antarktis, die Welt der Polargebiete | Mit offenen Karten | ARTE
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Transkriptautomatisch erstellt · 73 Zeilen
- [musik] [musik]
- [musik] Herzlich willkommen. Heute nehmen wir sie mit in zweiander gegenüberliegende
- Regionen der Erde. Zunächst einmal ins Nordpolarmeer in die Arktis mit Wasser, Gletschern und Packeis, soweit das Auge reicht und dann auf die andere Seite der
- Erde in die Antarktis rund um den Südpol. Dort sieht es ganz ähnlich aus, Meer, Gletscher und Packeis. Aber wir wollten die beiden Regionen
- rund um den Nordpol und den Südpol ein wenig genauer miteinander vergleichen. Denn abgesehen von gemeinsamen Eigenschaften und Herausforderungen,
- globale Erwärmung und geopolitische Interessen, sind sie sehr unterschiedlich in sozialer, wirtschaftlicher und juristischer
- Hinsicht. Der grundlegende geographische Unterschied ist natürlich, dass die Arktis ein von Kontinenten umgebenes
- Meer und die Antaris ein vom mehr umgebener Kontinent ist. Als Arktis bezeichnet man das Gebiet jenseits des nördlichen Polarkreises,
- das heißt 66° nördlicher Breite. Dazu gehören die nördlichen Ausläufer Amerikas, Europas und Asiens sowie im Zentrum das Nordpolarmeer. Das ist zum
- größten Teil von Packeis bedeckt, dessen Ausdehnung je nach Jahreszeit zu und abnimmt. Nordpolame, auch arktischer Ozean genannt ist, der kleinste Ozean
- der Erde und es verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Unter den zahlreichen Anreinerstaaten nimmt Russland über die Hälfte der
- arktischen Landfläche ein. Dadurch kommt ihm in der Region eine erhebliche Bedeutung zu. In der Arktis ist es sehr kalt. Im
- Sommer durchschnittlich +10°, im Winter -30° mit Temperaturen bis zu -67° im russischen Vierchojansk.
- Auf der gegenüberliegenden Seite der Erde liegt die Antaris. Dort befindet sich 1200 km von Argentinien entfernt zwischen dem
- Pazifischen, dem Atlantischen und dem Indischen Ozean der Kontinent Antarkläche von 14 Millionen Quadratkm.
- Dieser wird von einer bis zu 4 km dicken Eiskappe bedeckt und von bis zu 5000 m hohen Gebirgsketten durchzogen. Dort ist es noch kälter als in der Arktis.
- durchschnittlich -20° im Sommer, -50° im Winter und bis zu -90° auf dem Dome A im Jahr 2010. Wie in der Arktis gefriert das
- Meerwasser ab Winterbeginn im März, April zu Packeis, das bis zu 800 km ins Meer hineinreicht. Soweit zur geographischen
- Beschaffenheit. Ein Ozean im Norden, ein Kontinent im Süden. Beiden gemeinsam sind sehr niedrige Temperaturen und Packeis, dessen Fläche je nach
- Jahreszeit zu und abnimmt. Trotz der extrem rauen Lebensbedingungen sind beide Polargebiete besiedelt, aber auf sehr unterschiedliche Weise. In den
- Randgebieten der Arktis leben indigene Völker, Inuit, Ewenken, Dolganen, Nensen und Samen. Sie sind inzwischen in der Minderheit, denn die strategischen,
- logistischen und bergbaulichen Interessen der Region begünstigten den Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen und die Entstehung von Städten wie Nuk,
- Kirüa, Murmansk und Norelsk, einem ehemaligen Straflager und inzwischen der nördlichsten Großstadt der Welt. In der Antarktis ist das ganz anders. In
- weniger als hundert Stationen führen Forscherinnen und Forscher wissenschaftliche Studien durch. Sie sind schwer zugänglich und es gibt
- keine Möglichkeit, sich Nahrungsmittel zu beschaffen. Der Kontinent ist also praktisch unbewohnbar. Wenn also doch Menschen unter extremen
- Bedingungen in den Polargebieten leben, dann natürlich, weil diese Ressourcen bergen und diese Ressourcen wecken immer mehr Begehrlichkeiten.
- An erster Stelle stehen die unterschiedlichen Meerestierarten. Der Fischfang, von dem große Teile der indigenen Volksgruppen in der Arktis
- leben, hat sich seit Ende des 20. Jahrhunderts erheblich ausgeweitet und sogenannte Fabrikschiffe bedrohen die Bestände, z.B. die des Kabeliaus.
- In der Antaris sind die in der Fischzucht verwendeten Grillschwärme von Überfischung bedroht, was dort die gesamte Marine Nahrungskette gefährdet.
- Die Polargebiete sind aber auch reich an energetischen und nichtenergetischen Rohstoffen Diamanten, Kupfer, Nickel, Kohle, Eisen, Gold, seltene Erden,
- Erdöl, Erdgas und Uran. Ihr Abbau führt zu zahlreichen Umweltproblemen in der Arktis, ist aber in der Antarktis verboten,
- denn auf dem antarischen Kontinent und im Südpolarmeer ruhen alle Gebietsansprüche. Verwaltet wird die Antarktis durch die
- Unterzeichnerstaaten des Antarktis Vertrags und 1991 unterzeichneten fast alle Länder der
- Welt das Madrider Protokoll, dem zufolge die Region als ein dem Frieden und der Wissenschaft gewidmetes Schutzgebiet ohne bergbauliche Ausbeutung oder
- militärische Nutzung ist. Allerdings könnten Länder wie China und Russland, deren Forschungspersonal in der Antarktis sehr aktiv ist, diesen
- Schutz eines Tages in Frage stellen. Zum Fischfang und den Boden schätzen kommt etwas hinzu, das für manche ebenfalls als eine wertvolle Ressource gilt.
- Süßwasser. Die Arktis birgt 10% der weltweiten Süßwasservorräte. Die Antarctis 80%. Dazu kommen die Einnahmen aus dem
- Tourismus. 10 Millionen Besucher in der Arktis und gut 100.000 in der Antarktis waren es 2022. Der Tourismus ist zwar eine
- Einnahmequelle, aber auch eine Bedrohung für das präre ökologische Gleichgewicht. Ein letzter Aspekt ist die logistische Bedeutung der Arktis. Die beiden
- Seewege, die es dort gibt, sind mehr und mehr befahrbar, denn durch die globale Erwärmung geht das Packeis immer weiter zurück. Aber die Schiffahrt ist dort
- weiterhin gefährlich, auch für Eisbrecher. Trotzdem nahm Peking die Nordostpassage in sein Seidenstraßenprojekt auf. Aber
- auch für die sogenannte transpolare Route interessiert man sich in China. Durch sie würde sich der Weg für Güter von Shanghai nach Europa um vierzig
- verkürzen und man würde die Piraten und die Engpässe auf dem Weg durch die Straße von Malaka vermeiden. Doch das Projekt macht wenig Fortschritte und
- steckt noch im Forschungsstadium. Nach der Vorstellung der Polargebiete, ihrer Ressourcen und der Begehrlichkeiten, die sie wecken,
- blicken wir nun auf die geopolitischen Rivalitäten in diesen untypischen Regionen. Im kalten Krieg war die Arktis für die Sowjetunion und die USA von
- großem Interesse. Nach dem Wegfall des eisernen Vorhangs kaum noch. Seit den 2000er Jahren ändert sich das vor allem seit Russlands Überfall auf die Ukraine.
- Russland baut dort seine Stützpunkte aus. In Severomors sind zwei Drittel seiner strategischen U-Boote stationiert und es führt große Manöver durch. Auch
- die NATOänder führen seit 2006 alle zwei Jahre Manöver namens Cold Response durch. 2022 nahmen 30.000 Soldatinnen und Soldaten daran teil. Russlands
- Überfall auf die Ukraine veranlasste übrigens Finnland, der NATO beizutreten und Schweden dürfte ihm bald folgen. Ganz anders ist die Lage in der
- Antarctis, denn ihr internationaler Status verbietet jegliche Präsenz von Militär und Atomwaffen. Nur die friedliche Nutzung ist erlaubt.
- Da aber die Länder, die mit der Verwaltung der Antarktis beauftragt sind, nicht wirklich in der Lage sind, diese Grundsätze durchzusetzen, ist es
- schwer Staaten wie China davon abzuhalten, dort Geräte zur Überwachung von Satelliten und Hochleistungsteleskop mit militärischen Anwendungen in Betrieb
- zu nehmen. Durch diese lässt sich unter anderem die Präzision von Raketenflugbahnen erhöhen. Die Haltung Chinas, seine Annäherung an
- Russland und die regionalen Ambitionen von Ländern wie Australien könnten den Schutz der antarischen Ökosysteme in Frage stellen. Aber das Madrider
- Protokoll beinhaltet rechtliche Bestimmungen, die eine Militarisierung und eine uneingeschränkte Nutzung verhindern. Das gilt auch für den Fall
- von Neuverhandlungen. Während die Polargebiete aufgrund ihrer Ressourcen und ihrer strategischen Bedeutung Begehrlichkeiten wecken, sind
- sie darüber hinaus der globalen Erwärmung ausgesetzt, deren Ausmaß dort noch schwerwegender ist als in anderen Regionen.
- Denn die Arktis erwärmt sich fast viermal so schnell wie der weltweite Durchschnitt, um 0,7° pro Jahrzehnt gegenüber 0,2°.
- Diese schnelle Erwärmung hat zahlreiche Folgen. Zunächst einmal schmelzen die Gletscher, von denen manche wie der Okoküttel bereits verschwunden sind.
- Insgesamt ist der grönländische Eisschild seit 2002 bereits um 4700 Milliarden Tonnen zurückgegangen. Durch die globale Erwärmung könnte das
- Packeis ab dem Jahr 2035 im Sommer ganz verschwinden. Außerdem tauen die Permafrostböten auf. Dadurch werden große Mengen an Methan freigesetzt, was
- in erheblichem Maße zum Treibhauseffekt und dadurch zur globalen Erwärmung beiträgt. In der Antarktis sieht es ähnlich aus. Dort ist der Eisschild seit
- 2002 um 2700 Milliarden Tonnen zurückgegangen und die Ausdehnung des Packeises war sowohl im Sommer als auch im Winter noch nie so gering wie 2023.
- Die Gletscherschmelze in den Polargebieten könnte dramatische Folgen haben, denn sie führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels.
- Schätzungen zufolge könnte dieser bei einem vollständigen Schmelzen des grönländischen Eisschildes um 3 bis 6 m steigen. Beim Schmelzen der Gletscher in
- der West Antarktis um 10 bis 12 m. Bei solch einem Anstieg um insgesamt 13 bis 18 m könnten pessimistischen Prognosen zufolge der größte Teil der großen
- Ballungsgebiete bis zum Jahr 2300 überschwemmt werden. Soweit zu unserer Reise in die Polargebiete.
- Übrigens fand im November 2023 auf Initiative Frankreichs in Paris das erste Gipfeltreffen zu Gletschern und Polargebieten statt unter dem Vorsitz
- Frankreichs und Norwegens. Dort tauschten sich Vertreter aus Wissenschaft und Politik aus etwa 40 Ländern aus. Eine Milliarde Euro sollen
- in die Polarforschung fließen. Die Klimadiplomatie steht erst am Anfang. Zum heutigen Thema empfehlen wir der Kampf um den Nordpol. Ein Buch von
- Michael Paul über die Arktis, den Klimawandel und die Rivalität der Großmächte und in französischer Sprache den Atlas Depol von Erik Canobio ein
- Buch über die ungewisse Zukunft der Polarregionen. Damit endet unsere heutige Ausgabe. Wir sehen uns nächste Woche wieder am
- gleichen Ort und zur gleichen Zeit. Bis dahin finden Sie uns auf arte.tv und in den sozialen Netzwerken. Bis bald. [musik]
Zum Nachlesen
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ArktisDie Arktis, auch Nordpolargebiet und Nordpolgebiet, bezeichnet die Region um den Nordpol und damit eines der beiden Polargebiete. Zur Arktis zählen die …
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