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Argument der Willensfreiheit
Dieser Artikel behandelt die Begründung eines Arguments durch Willensfreiheit. Für das Argument der Willensfreiheit in der Religion siehe Allmachtsparadoxon.
Inhalt6 Abschnitte
Was ist das Argument der Willensfreiheit?
Das Argument der Willensfreiheit (lateinisch argumentum ad liberum arbitrium, englisch argument from free will) ist ein rhetorisches Argument, bei dem auf den freien Willen verwiesen wird. Die Frage, ob es einen freien Willen gibt, wird bis heute diskutiert und ist nicht abschließend geklärt. Das Konzept der Willensfreiheit wird von der modernen Neurophysiologie teilweise abgelehnt, insbesondere aufgrund des Libet-Experiments.
Einwände gegen die Willensfreiheit
Gegen die Willensfreiheit gibt es im Wesentlichen zwei Einwände:
Determinismus-Einwand
- Der Determinismus-Einwand: Wenn vollständiger Determinismus gilt (also alle Ereignisse eindeutig durch frühere Ursachen bestimmt sind), gibt es keine Willensfreiheit.
Zufalls-Einwand
- Der Zufalls-Einwand: Wenn kein Determinismus besteht und stattdessen stochastische (zufallsabhängige) Prozesse vorherrschen, gibt es ebenfalls keine Willensfreiheit, weil die Entscheidung dann zufällig erfolgt. Zusammengefasst: Egal ob Determinismus oder Zufall – in beiden Fällen bleibt kein Raum für einen freien Willen.
Quantenphysik und weitere Argumente
Als Beleg für Willensfreiheit wird oft auf quantenphysikalische Effekte verwiesen. Das ist laut Artikel jedoch ein Scheinbeweis: Neben stochastischen Interpretationen der Quantenphysik existiert mit der De-Broglie-Bohm-Theorie auch eine deterministische Interpretation. Aus quantenphysikalischer Sicht sind die beiden Einwände (Determinismus und Zufall) daher zueinander äquivalent. Zudem kann das menschliche Gehirn als klassisches System betrachtet werden; Hypothesen, dass es sich um ein Quantensystem handelt, sind unbewiesen oder widerlegt. Weitere Argumente für Willensfreiheit stammen aus religiösen oder liberalen moralischen Überzeugungen sowie aus der Kontrollillusion, mit der die Eigenverantwortung aufrechterhalten werden soll. Diese Vorstellungen sind mangels physikalischer Basis unbelegt.
Auswirkung im Strafrecht
Argumente der Willensfreiheit kommen trotz fehlender wissenschaftlicher Grundlage vor allem in der Rechtsprechung vor. Hirnforscher plädieren deshalb dafür, die entsprechende Rechtsprechung durch ein wissenschaftlich fundiertes Strafrecht zu ersetzen, das nicht auf Schuld und Strafe basiert, sondern auf Gefährlichkeit und Prävention.