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Archon (Athen)
Archon (Athen) Historisches. Durch die Reform der attischen Demokratie unter Kleisthenes von (508/507 v. Chr.) erhielt auch die zweite Klasse Zugang.
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Was war ein Archon?
Archon (griechisch árchōn, „Herrschender“, Plural: Archonten) war im antiken Athen die Bezeichnung für einen hohen Beamten. Das Amt ist auch in anderen griechischen Städten (Poleis) und in Städten mit griechischer Verwaltung belegt. Nach heute vorherrschender Meinung entstand das Archontat im 7. Jahrhundert v. Chr.
Archonten auf Lebenszeit
Im 4. Jahrhundert glaubten die Athener, das Archontat sei bereits im 11. Jahrhundert v. Chr. entstanden. Demnach war Archon ursprünglich der Titel des höchsten Beamten, der auf Lebenszeit gewählt wurde und seit dem Tod von Kodros, dem letzten König von Attika aus dem Geschlecht der Melanthiden, an der Spitze des Staates stand. Als Grund, das Königsamt nicht wieder zu besetzen, galt die Prophezeiung, Attika könne den Krieg gegen die Peloponnesier nur gewinnen, wenn Kodros im Kampf sterbe; niemand wurde als würdig angesehen, ihm zu folgen. Dies bedeutete den Verlust der absoluten Befehlsgewalt des Herrschers. Diese Überlieferung gilt heute als Mythos.
Archonten mit zehnjähriger Amtszeit
Nach dem Tod des Alkmeon von Attika, des 13. Archonten auf Lebenszeit (752/1 v. Chr.), soll die Amtszeit auf zehn Jahre begrenzt worden sein – laut der späteren Tradition ein Schritt weg von der Alleinherrschaft hin zur Demokratie. Es gab dieser Tradition zufolge sieben Archonten mit zehnjähriger Amtszeit. Auch diese gelten heute als fiktiv.
Archonten mit einjähriger Amtszeit
Im Jahr 682 v. Chr. wurde die Amtszeit auf ein Jahr herabgesetzt. Da mit diesem Jahr die athenische Archontenliste beginnt, nehmen viele Forscher an, dass das Amt damals tatsächlich begründet wurde; einige halten einen späteren Zeitpunkt für möglich.
Das Kollegium der neun Archonten
An die Stelle des einzelnen Archons trat ein Kollegium aus zuletzt neun Mitgliedern (synarchontes) mit verschiedenen Aufgaben: Der Archon eponymos leitete allgemein die Geschäfte, und das Jahr wurde nach ihm benannt. Der Archon basileus war oberster sakraler Kultbeamter, der Archon polemarchos oberster Feldherr. Sechs Thesmotheten setzten und interpretierten das Recht. Nach Ablauf ihres Amtsjahres wurden die Archonten Mitglieder des Adelsrates (Areopag).
Entwicklung in der Demokratie
In Solons Ordnung blieb das Archontat das höchste Exekutivgremium. Laut Aristoteles wurden die Archonten um 594/593 v. Chr. ausgelost aus je zehn Personen, die die vier Phylen nominierten; zugangsberechtigt war nur die erste von vier Einkommensklassen. Unter Kleisthenes (508/507 v. Chr.) erhielt auch die zweite Klasse Zugang, doch die Archonten verloren an Bedeutung und wurden nun von der Volksversammlung (Ekklesia) gewählt. Seit dem Archontat des Themistokles (487/486 v. Chr.) wurden sie wieder per Los bestimmt; unter Perikles, etwa 30 Jahre später, wurde das Amt auch der dritten (möglicherweise der vierten) Einkommensklasse geöffnet. Das verhinderte Kämpfe um das Amt, nahm ihm aber seine politische Bedeutung, die auf die zehn gewählten Militärbefehlshaber (Strategen) überging. Durch den erweiterten Zugang wurde auch der Areopag, in den Archonten automatisch aufrückten, demokratisiert.