Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Apposition

Als Apposition (von lateinisch appositio „das Hinsetzen, der Zusatz“) oder Beisatz wird in der deutschen Grammatik ein Untertyp von Attributen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundformen
  2. 2. Lockere Appositionen
  3. 3. Kasus bei lockeren Appositionen
  4. 4. Enge Appositionen und Doppelkern

Begriff und Grundformen

Eine Apposition (auch Beisatz) ist in der deutschen Grammatik ein Untertyp des Attributs, also eine Beifügung zu einem Substantiv oder Pronomen. Sie besteht selbst aus einem Substantiv oder einer Substantivgruppe, meist ohne Verbindungselemente wie Präpositionen. Sie bestimmt den Bezug des anderen Substantivs näher und kann gegebenenfalls an dessen Stelle treten.

Man unterscheidet vor allem lockere und enge Appositionen. Beispiel für eine lockere Apposition: „Peter Müller, der technische Leiter des Betriebs, hat das unterschrieben.“ Eine enge Apposition ist etwa „die Universität Hamburg“. Apposition darf nicht mit Adposition verwechselt werden; Adposition ist der Oberbegriff zu Präpositionen und ähnlichen Wörtern.

Lockere Appositionen

Lockere Appositionen sind vom Bezugswort durch Komma und in der Aussprache durch Intonation abgesetzt, ähnlich wie eine Parenthese: „Julian, der Bruder von Christian, fährt gerne mit der Bahn.“ Sie klären jedoch stets den Bezug auf ein bestimmtes Individuum; allgemeine eingeschobene Erläuterungen sind keine Appositionen.

Im strengen Sinn zählen locker hinzugefügte Adjektive oder adjektivische Partizipien nicht dazu, zum Beispiel „der Boden, vom Regen schon ganz aufgeweicht, ...“. Adjektive und Relativsätze heißen manchmal dennoch appositiv, wenn sie im Gegensatz zu einer restriktiven, also einschränkenden, Bedeutung stehen.

Zusätze mit „namentlich“, „besonders“ oder „das heißt“ werden manchmal als Appositionen eingeordnet, etwa: „Die Preise der wichtigsten Güter, namentlich der Lebensmittel, wurden überprüft.“

Kasus bei lockeren Appositionen

Oft stimmt der Kasus der lockeren Apposition mit dem Kasus ihres Bezugswortes überein; dies heißt Kasuskongruenz. Beispiele sind der Nominativ in „Julian, der Bruder von Christian“ und der Genitiv in „des Rheins, eines der symbolträchtigsten Flüsse Europas“.

Bei artikellosen Appositionen ist ein nicht übereinstimmender Nominativ standardsprachlich korrekt: „Die Fotografien des jungen Mannes, Künstler aus Indien, ...“. Zur Vermeidung von Missverständnissen kann die artikellose Apposition aber denselben Kasus erhalten: „Der Bruder des jungen Mannes, Künstler aus Indien“ bedeutet, dass der Bruder Künstler ist; „..., Künstlers aus Indien“ bedeutet, dass der junge Mann Künstler ist.

Steht ein Artikel oder Artikelwort bei der Apposition, ist Kasuskongruenz erforderlich: „..., eines Künstlers aus Indien“. Ein inkongruenter Dativ, etwa „Die Fotografien des jungen Mannes, einem Künstler aus Indien“, kommt häufig vor, gilt standardsprachlich aber als unerwünscht.

Enge Appositionen und Doppelkern

Enge Appositionen werden nicht vom Bezugswort abgesetzt. Bei ihnen ist häufig schwer zu entscheiden, welcher Teil Apposition und welcher der Kern der Substantivgruppe ist. In Anreden gilt der Zusatz zum Namen als Apposition: „Herr Kilian“, „Professor Müller“, „Onkel Emil“. Bei Herrschernamen wie „Königin Elisabeth die Zweite“ ist die Einordnung in den Quellen unterschiedlich.

Namensnennungen bei Gegenständen sind enge Appositionen, zum Beispiel „die Stadt Bonn“, „die Insel Rügen“ und „die Autobahnausfahrt Karlsruhe-Nord“. Ebenso können Zitate bestimmen: „die Zahl Dreizehn“, „der Begriff Apposition“, „Tolstojs Roman »Krieg und Frieden«“. Solche besonders engen Verbindungen können als zusammengesetzter Kern beziehungsweise Juxtaposition bezeichnet werden.

Partitiv-Konstruktionen sind vor allem Maßangaben wie „ein Liter Wasser“, „eine Tasse Kaffee“, „eine erstaunliche Anzahl von neuen Ideen“ oder „eine Million verkaufte(r) Schallplatten“. Sie können einen Doppelkern haben. Das zeigt die Kasusangleichung in „für eine Tasse heißen Tee“ und „mit einer Tasse heißem Tee“ sowie das Beispiel „eine heiße Tasse Tee“: Das Adjektiv kann sich auf beide Nomina, besonders aber auf „Tee“, beziehen. Mit Genitivattribut wird die Hierarchie klarer: „eine Tasse heißen Tees“.

„Ein Teller Gebäck“ ist partitiv, während „ein Teller mit Gebäck“ ein Präpositionalattribut enthält. Verbindungen aus Pronomen und Adjektiv wie „du Ärmster!“ oder „jemand Unbekannter“ werden manchmal als Apposition eines substantivierten Adjektivs zum Pronomen analysiert.

Lernvideos zu Apposition

Weiterlesen

Attribut (Grammatik) Attribut, deutsch auch Beifügung oder Satzgliedteil, ist ein Begriff aus der Grammatik und bezeichnet im engen Sinn einen Ausdruck, der von einem Substantiv … Substantiv Das Substantiv, deutsch auch Hauptwort, Nennwort, Namenwort, Dingwort oder Gegenstandwort, ist eine Wortart. · Das Substantiv bildet zusammen mit dem Verb die … Pronomen Artikel = Begleiter“ & „Pronomen stehen für Nomen (das Kind – es, Monas Tasche – ihre Tasche …).“ ↑ Pons (Peter Hoffmann, Volker Losch): Gewusst wie … Parenthese Parenthesen können einzelne Wörter sein oder ihrerseits auch vollständige Sätze. Eine Parenthese, die ein ganzer Satz ist, wird in der deutschen Grammatik auch … Relativsatz Der Relativsatz (von lateinisch relativus „sich beziehend auf etwas, bezüglich“) ist in der Grammatik eine besondere Art von Nebensatz und dient in der … Kongruenz (Grammatik) So stimmen in einem deutschen Satz Subjekt und Verb in den Merkmalen Person und Numerus überein. Beispiel: In dem Satz „Die Kinder im Saal lachten“ kongruieren … Nominativ Fall oder Wer-Fall genannt. Im Sprachvergleich erscheint der Nominativ meist als Teil eines Kasussystems, das man auch Nominativ-Akkusativ-System nennt und … Dativ Für den Dativ wird im Deutschen die Frage Wem? benutzt, er heißt in der deutschen Schulgrammatik daher auch Wem-Fall. Beispiel: Ich gebe der Frau einen … Adjektiv Ein Adjektiv oder Eigenschaftswort ist ein Wort, das ohne weiteres ein Substantiv modifizieren, d. h. als Attribut fungieren kann, unbeschadet der … Substantivierung ... Endung -es (jemand ... Substantive, die sich auf die vom Adjektiv repräsentierte Eigenschaft selbst beziehen, werden auch Adjektivabstrakta genannt.