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Antibiose
Das menschliche Immunsystem wirkt antibiotisch gegenüber Bakterien, weil es pathogene Bakterien abtötet. Auch werden bestimmte Chemotherapeutika in der Medizin …
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Begriff und Bedeutung
Antibiose bezeichnet eine interspezifische Beziehung, also eine Beziehung zwischen Individuen oder Gruppen verschiedener Arten, die für einen Beteiligten Nachteile mit sich bringt und dessen Wachstum hemmt oder ihn abtötet. Sie kann auf der Ebene der Verhaltensbiologie oder auf molekularer Ebene beschrieben werden.
Antibiose wirkt gezielt als Abwehrmechanismus oder zur Ausschaltung von Konkurrenz. Sie kann aber auch indirekt durch veränderte Umweltbedingungen entstehen, beispielsweise durch Nahrungsmangel. Das menschliche Immunsystem wirkt gegenüber Bakterien antibiotisch, wenn es krankheitserregende Bakterien abtötet.
Antibiose in Ökologie und Verhaltensbiologie
Traditionell wurden unter Antibiose in der Verhaltensbiologie und Ökologie verschiedene Beziehungen verstanden:
- Interferenz, also eine Beeinträchtigung anderer Organismen;
- Parasitismus, bei dem ein Organismus auf Kosten eines anderen lebt;
- Räuber-Beute-Beziehungen, bei denen ein Organismus einen anderen fängt und tötet.
Heute werden diese Beziehungen nicht in jedem Fall als grundsätzlich „gegen das Leben“ gerichtet betrachtet. Sie sind ebenso wie Symbiose, Parabiose und Probiose Bestandteile des komplexen Zusammenwirkens einer Biozönose, also einer Lebensgemeinschaft. Ob eine Beziehung als antibiotisch gilt, hängt daher auch davon ab, ob sie tatsächlich das Wachstum hemmt oder zur Abtötung eines Beteiligten führt.
Antibiose durch Stoffwechselprodukte und Ausscheidungen
Häufig bezeichnet Antibiose die Wachstumshemmung oder Abtötung von Mikroorganismen durch Stoffwechselprodukte anderer Bakterien, Pilze oder teilweise auch höherer Pflanzen. Diese Stoffe können als Schutzmechanismus oder zur Abwehr von Parasiten, Bakterien und Viren dienen.
Ein typisches Beispiel sind Pilze, die synthetisierte Antibiotika bilden. Diese Antibiotika schränken das Wachstum von Bakterien ein. Im weiteren Sinn zählen auch zahlreiche Ausscheidungen von Pflanzen und Tieren zur Antibiose, wenn sie das Wachstum anderer Organismen in ihrer Umwelt hemmen.
Medizinische und weitere Beispiele
In der Medizin werden bestimmte Chemotherapeutika zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. In der medizinischen Umgangssprache wird auch diese Behandlung als Antibiose bezeichnet.
Antibiose kann außerdem dem Schutz der eigenen Körperoberfläche dienen. Manche Organismen schützen ihre Außenhaut auf diese Weise vor Verunreinigungen. Im Meerwasser betrifft dies unter anderem Schwämme, Seescheiden, Seewalzen, Weichkorallen und Gorgonien.