Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Antibiose

Das menschliche Immunsystem wirkt antibiotisch gegenüber Bakterien, weil es pathogene Bakterien abtötet. Auch werden bestimmte Chemotherapeutika in der Medizin …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Antibiose in Ökologie und Verhaltensbiologie
  3. 3. Antibiose durch Stoffwechselprodukte und Ausscheidungen
  4. 4. Medizinische und weitere Beispiele

Begriff und Bedeutung

Antibiose bezeichnet eine interspezifische Beziehung, also eine Beziehung zwischen Individuen oder Gruppen verschiedener Arten, die für einen Beteiligten Nachteile mit sich bringt und dessen Wachstum hemmt oder ihn abtötet. Sie kann auf der Ebene der Verhaltensbiologie oder auf molekularer Ebene beschrieben werden.

Antibiose wirkt gezielt als Abwehrmechanismus oder zur Ausschaltung von Konkurrenz. Sie kann aber auch indirekt durch veränderte Umweltbedingungen entstehen, beispielsweise durch Nahrungsmangel. Das menschliche Immunsystem wirkt gegenüber Bakterien antibiotisch, wenn es krankheitserregende Bakterien abtötet.

Antibiose in Ökologie und Verhaltensbiologie

Traditionell wurden unter Antibiose in der Verhaltensbiologie und Ökologie verschiedene Beziehungen verstanden:

  • Interferenz, also eine Beeinträchtigung anderer Organismen;
  • Parasitismus, bei dem ein Organismus auf Kosten eines anderen lebt;
  • Räuber-Beute-Beziehungen, bei denen ein Organismus einen anderen fängt und tötet.

Heute werden diese Beziehungen nicht in jedem Fall als grundsätzlich „gegen das Leben“ gerichtet betrachtet. Sie sind ebenso wie Symbiose, Parabiose und Probiose Bestandteile des komplexen Zusammenwirkens einer Biozönose, also einer Lebensgemeinschaft. Ob eine Beziehung als antibiotisch gilt, hängt daher auch davon ab, ob sie tatsächlich das Wachstum hemmt oder zur Abtötung eines Beteiligten führt.

Antibiose durch Stoffwechselprodukte und Ausscheidungen

Häufig bezeichnet Antibiose die Wachstumshemmung oder Abtötung von Mikroorganismen durch Stoffwechselprodukte anderer Bakterien, Pilze oder teilweise auch höherer Pflanzen. Diese Stoffe können als Schutzmechanismus oder zur Abwehr von Parasiten, Bakterien und Viren dienen.

Ein typisches Beispiel sind Pilze, die synthetisierte Antibiotika bilden. Diese Antibiotika schränken das Wachstum von Bakterien ein. Im weiteren Sinn zählen auch zahlreiche Ausscheidungen von Pflanzen und Tieren zur Antibiose, wenn sie das Wachstum anderer Organismen in ihrer Umwelt hemmen.

Medizinische und weitere Beispiele

In der Medizin werden bestimmte Chemotherapeutika zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. In der medizinischen Umgangssprache wird auch diese Behandlung als Antibiose bezeichnet.

Antibiose kann außerdem dem Schutz der eigenen Körperoberfläche dienen. Manche Organismen schützen ihre Außenhaut auf diese Weise vor Verunreinigungen. Im Meerwasser betrifft dies unter anderem Schwämme, Seescheiden, Seewalzen, Weichkorallen und Gorgonien.

Weiterlesen

Antibiotikum Im allgemeinen Sprachgebrauch bezieht sich die Bezeichnung Antibiotika meistens auf Arzneistoffe oder Arzneimittel zur Behandlung bakterieller … Art (Biologie) Jede biologische Art ist ein Resultat der Artbildung. Bislang gelang keine allgemeine Definition der Art, welche die theoretischen und praktischen Anforderungen … Verhaltensbiologie Die Verhaltensbiologie ist eine Teildisziplin der Biologie, die sich mit dem Verhalten von Tieren und Menschen beschäftigt. Es wird erforscht wie angeborene … Immunsystem Die Immunabwehr ist ein komplexes System bei höher entwickelten Lebewesen, in dem verschiedene Organe, Zelltypen und Moleküle interagieren. Es verhindert bei … Bakterien Bakterien bewegen sich meist frei im Flüssigmedium schwimmend durch Flagellen, auch als Geißeln bezeichnet, die anders als die Geißeln der Eukaryoten (z. B. Ökologie Ökologie. Wissenschaft des Zusammenwirkens lebendiger Organismen mit sich und der Umwelt. Artikel · Diskussion. Parasitismus Parasitismus (von altgriechisch παρά ‚neben', und σιτεῖσθαι ‚essen'), veraltet auch Schmarotzertum, bezeichnet den Ressourcengewinn von kleinen Lebewesen … Räuber-Beute-Beziehung Es handelt sich um ein vereinfachendes Modell eines Ausschnitts der Nahrungsnetze, die im biologischen Fachgebiet Ökologie analysiert werden. Räuber-Beute- … Symbiose Dieser Artikel behandelt die Symbiose in der Biologie, weitere Bedeutungen unter Symbiose (Begriffsklärung). ... Parasitismus, in die Biologie einzuführen. In … Biozönose Biozönose und Biotop bilden zusammen das Ökosystem. Die Lebewesen einer solchen Lebensgemeinschaft stehen untereinander in zahlreichen Wechselbeziehungen … Mikroorganismus Ein Mikroorganismus, auch Mikrobe genannt, ist ein mikroskopisch kleines Lebewesen (Organismus), das als Einzelwesen nicht mit bloßem Auge erkennbar ist. Pilze Die Pilze (Fungi) sind ein Reich eukaryotischer Lebewesen. Sie sind wie die Pflanzen (Plantae), zu denen sie lange gerechnet wurden, sesshaft, können jedoch …