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Akkusativsprache
Akkusativsprachen verwenden dieselbe grammatische Markierung (vor allem Kasus) für das Subjekt von transitiven Verben (typischerweise das Agens-Argument) und …
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Grundprinzip der Akkusativsprache
Eine Akkusativsprache, auch Nominativ-Akkusativ-Sprache, ist in der Sprachtypologie ein Typ zur Einteilung von Satzgliedern. Sie ist aus den meisten europäischen Sprachen, darunter dem Deutschen, vertraut.
Das Subjekt eines transitiven Verbs und das Subjekt eines intransitiven Verbs erhalten dieselbe grammatische Markierung, vor allem denselben Kasus: den Nominativ. Ein transitives Verb kann ein direktes Objekt haben; dieses trägt typischerweise die Rolle des Patiens, also dessen, worauf eine Handlung gerichtet ist. Dafür wird ein besonderer Kasus verwendet: der Akkusativ. Das Subjekt eines transitiven Satzes ist typischerweise das Agens-Argument, also der Handelnde.
Der Nominativ bleibt dabei tendenziell unmarkiert, also endungslos, während der Akkusativ gesondert markiert wird. Im strikten Sinn heißen nur Sprachen Akkusativsprachen, in denen der Akkusativ als besonderer Kasus markiert wird. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff auch Sprachen, die Ergänzungen durch Wortstellung oder Personalaffixe am Verb markieren, aber dieselbe Unterteilung vornehmen.
Dem steht besonders die Ergativsprache gegenüber. Sie verfährt im Idealfall spiegelbildlich: Nur das Subjekt eines transitiven Satzes erhält einen speziell markierten Kasus, während die übrigen Positionen unmarkiert sind.
Schema, Beispiel und Verbreitung
Im Schema steht bei transitiven Sätzen das Subjekt im Nominativ und das Objekt im Akkusativ. Bei intransitiven Sätzen steht das Subjekt ebenfalls im Nominativ; ein Objekt gibt es dort nicht.
Latein ist ein Beispiel. Anders als im Deutschen werden dort meist sowohl Akkusativ als auch Nominativ mit einer Endung markiert: „Domin-us veni-t.“ bedeutet „Der Herr kommt.“; „Domin-us serv-um audi-t.“ bedeutet „Der Herr hört den Sklaven.“ Dabei steht „Domin-us“ für Herr-nom.sg, „serv-um“ für Sklave-akk.sg, „veni-t“ für kommen-präs.3sg und „audi-t“ für hören-präs.3sg.
In Europa ohne den Kaukasus werden fast alle Sprachen als Akkusativsprachen eingestuft; eine Ausnahme ist die baskische Sprache. Die meisten indoeuropäischen Sprachen, etwa Deutsch, Latein und Griechisch, gehören ebenfalls dazu, während Hindi und Marathi Ausnahmen sind. Weltweit ist dieser Typ häufig, beispielsweise in uralischen Sprachen wie Finnisch und Ungarisch, in Turksprachen wie Türkisch sowie im Japanischen.