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Adolphe Adam
Viel Erfolg hatte sein melodienreiches, geistvoll instrumentiertes Ballett Giselle. ... : Die Musik – 1000 Jahre illustrierte Musikgeschichte . Unipart-Verlag …
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Bedeutung und bekannteste Werke
Adolphe Charles Adam (* 24. Juli 1803 in Paris; † 3. Mai 1856 ebenda) war ein französischer Opern- und Ballettkomponist. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Opéra comique Der Postillon von Lonjumeau, das Ballett Giselle und das französische Weihnachtslied Minuit, chrétiens. Insgesamt komponierte er 53 Opern und Ballette.
Seine Musik entstand vor allem für die Bühne: für Opern, Vaudevilles, Operetten, Ballette und Schauspielmusik. Als Vaudeville bezeichnet der Artikel eine Bühnenform, für die Adam unter anderem Arietten, also kurze gesangliche Stücke, schrieb. Viele seiner erfolgreichen Opern gehören zum leichten komischen Genre oder zur Opéra comique, einer französischen Operngattung.
Ausbildung und beruflicher Weg
Adam war Sohn des Komponisten, Klaviervirtuosen und Conservatoire-Professors Louis Adam. Zunächst war er dessen Schüler. Obwohl sein Vater eine Musikerlaufbahn ablehnte, studierte Adolphe Adam am Pariser Konservatorium bei Anton Reicha und kurzzeitig bei François-Adrien Boieldieu.
Er begann als Komponist mit Fantasien und Variationen über Opernmelodien. Nach dem Studium leitete er eine Operntruppe und hatte als Klaviervirtuose Erfolge. Mit 26 Jahren schrieb er seinen ersten Einakter Pierre et Catherine; in knapp zwei Jahren folgten fünf weitere, meist an der Opera buffa orientierte Opern. 1836 brachte ihm Der Postillon von Lonjumeau allgemeinen Beifall.
1844 wurde Adam Mitglied der Académie des Beaux-Arts. 1847 gründete er in Paris ein drittes lyrisches Theater. Es war zunächst erfolgreich, ging aber infolge der Februarrevolution 1848 zugrunde; Adam verlor dabei sein Vermögen. Von 1849 bis zu seinem Tod lehrte er als Kompositionslehrer am Pariser Konservatorium und trat dort die Nachfolge seines Vaters an. Laut Augsburger Tagblatt vom 8. Mai 1856 starb er in seinem Bett an einem „Blutschlag“, vermutlich einem Schlaganfall.
Ballette und Bühnenmusik
Besonders erfolgreich war Giselle ou Les Willis, deutsch Giselle. Das Ballet-pantomime in 2 Akten beruht auf einem Libretto von Théophile Gautier und Jules Henri Vernoy de Saint-Georges nach Heinrich Heine; die Choreographie schufen Jean Coralli und Jules Perrot. Die Uraufführung war am 28. Juni 1841 an der Pariser Opéra, 1843 folgte Berlin. Der Artikel hebt das Werk als melodienreich und geistvoll instrumentiert hervor.
Zu Adams weiteren Balletten zählen La fille du Danube (21. September 1836, Paris), La jolie fille de Gand (22. Juni 1842, Paris), Le diable à quatre (11. August 1845, Paris), La Filleule des fées (8. Oktober 1849, Paris) und Le Corsaire. Le Corsaire ist ein Ballet-pantomime in 3 Akten, 5 Bildern und Epilog nach Lord Byrons The Corsair; es wurde am 23. Januar 1856 an der Pariser Opéra uraufgeführt.
Er komponierte außerdem Schauspielmusik, etwa für Guillaume Tell, ein Drama in 5 Akten nach Friedrich Schiller, uraufgeführt am 16. Juni 1828 im Théâtre du Vaudeville in Paris. Weitere genannte Bühnenmusiken sind Isaura (1829) und La Faridondaine, zusammen mit Louis Adolphe de Groot (1852).
Opern und Vaudevilles
Adam schrieb seit 1824 zahlreiche Vaudevilles, Operetten und Opéras comiques. Frühe Werke sind La baiser au porteur (9. Juni 1824), die Operette Le mal du pays ou La bâtelière de Brientz (28. Dezember 1827) und Pierre et Catherine, eine Opéra comique in 1 Akt, uraufgeführt im September 1829 an der Opéra-Comique in Paris.
Der Postillon von Lonjumeau ist eine Opéra comique in 3 Akten mit einer Dauer von 120 Minuten. Das Libretto stammt von Adolphe de Leuven und Léon-Lévy Brunswick. Die Uraufführung fand am 13. Oktober 1836 an der Opéra-Comique in Paris statt; 1837 folgten Aufführungen in London und Berlin. Zu den weiteren wichtigen komischen Opern gehören Le chalet (1834), Le brasseur de Preston (31. Oktober 1838), La rose de Péronne (1840), Le roi d’Yvetôt (1842), Giralda ou La nouvelle Psyché (1850), La poupée de Nuremberg (1852) und Si j’étais roi (1852).
Aus Motiven von Le brasseur de Preston arrangierte Carl Zulehner (1805–1847) den Mainzer Narrhallamarsch. Das Werk lieferte außerdem den Marsch AM II 113. Adams späteste im Artikel aufgeführte Opern sind Falstaff (18. Januar 1856), Mam’zelle Geneviève (23. März 1856) und Les pantins de Violette (29. April 1856). Le dernier bal wurde nicht aufgeführt.