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ABC (Musiknotation)

ABC bzw. ABC-Notation (engl. abc notation) ist ein nichtkommerzieller, offener Standard zur Notation von Musik in Textform (ASCII).

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Merkmale
  2. 2. Einsatzbereich und Entwicklung
  3. 3. Wichtige Versionsdaten
  4. 4. Beispiel einer ABC-Datei
  5. 5. Unterstützende Programme

Zweck und Merkmale

ABC beziehungsweise ABC-Notation (englisch abc notation) ist ein nichtkommerzieller, offener Standard für Musiknotation in Textform. Die Dateien bestehen aus ASCII-Text, tragen gewöhnlich die Endung .abc und dienen sowohl als Eingabe- und Auszeichnungssprache in Musiksoftware als auch als Speicherformat für digitale Notendateien.

Entwickelt wurde die Notation von Chris Walshaw u. a.; die Erstveröffentlichung erfolgte 1991. Steve Allen registrierte ABC als MIME-Type. Anders als vergleichbare Standards wie LilyPond oder MusicXML ist ABC syntaktisch einfach lesbar: Menschen können den Text bereits ohne Umwandlung vergleichsweise gut als Notenschrift deuten. Unterstützende Notensatzprogramme, Sequenzer und Audio-Player können ABC-Textdateien einlesen.

Einsatzbereich und Entwicklung

Chris Walshaw, ein englischer Mathematiker und Musiker, veröffentlichte ABC zunächst vor allem zur Notation traditioneller einstimmiger Melodien aus Westeuropa. Seit 1991 wurden die Möglichkeiten erweitert, sodass ABC auch für komplexere klassische Kompositionen verwendet wurde.

Anfang 2006 galt Version 1.6 als gültiger Standard; Version 1.7.6 und 2.0 waren Entwürfe. Einige Programme verwendeten bereits Erweiterungen des Standards. Henrik Norbeck erstellte außerdem eine Fassung des Standards im BNF-Format; BNF ist eine formale Schreibweise zur Beschreibung der Grammatik einer Sprache.

Am 21. Dezember 2011 erschien die offizielle Version 2.1. Sie wird deutlich breiter von Software unterstützt als frühere Entwürfe und Insellösungen. Seit Februar 2013 wird an Version 2.2 gearbeitet. Eine von Guido Gonzato weiterentwickelte Variante heißt ABC 2 und wurde früher informell auch ABC Plus genannt.

Wichtige Versionsdaten

Die Tabelle des Artikels nennt drei zentrale Veröffentlichungen:

  • Version 1.0: 1991, Erstveröffentlichung.
  • Version 1.6: 2006, erhebliche Ausweitung.
  • Version 2.1: 2011, als aktuelle Version bezeichnet.

Beispiel einer ABC-Datei

Das Beispiel transkribiert ein Stück aus einer fränkischen Musikantenhandschrift von 1784. Die Kopfdaten werden zeilenweise mit Kennbuchstaben angegeben: X:1 kennzeichnet den Eintrag, T:Ohne Titel den Titel, C:Aufgezeichnet 1784 die Angabe zur Aufzeichnung, A:Seibis nahe Lichtenberg in Oberfranken den Ort und S: die Handschrift mit der Bezeichnung „Heinrich Nicol Philipp zu Seibis den 30 Junius 1784“.

Die musikalischen Angaben lauten M:4/4 für den Takt, L:1/4 für die Grundlänge und K:D für die Tonart. Danach folgt die Melodie als Zeichenfolge, etwa „dd d2 | ee e2 | fg ad | cB cA“. Senkrechte Striche gliedern Takte; im Beispiel markieren „:|“ und „|:“ wiederholte Abschnitte. Der gleiche ASCII-Text kann als gewöhnliche Notenschrift dargestellt und auch wiedergegeben werden.

Unterstützende Programme

ABC wird von unterschiedlichen textbasierten Editoren, Webanwendungen, Konvertern und Notensatzwerkzeugen unterstützt. Beispiele sind ABC Explorer, EasyABC, abcjs mit einem in JavaScript geschriebenen Notenrenderer sowie abcm2ps, das aus ABC-Dateien eine Partitur im PostScript-Format erstellt.

abcMIDI konvertiert ABC in MIDI und von MIDI nach ABC und ist für GNU/Linux und Windows verfügbar. abctab2ps erweitert ABC um spanische, französische und deutsche Lauten- und Gitarrentabulatur. Weitere genannte Anwendungen sind ABassC für PalmOS und PocketPC, ABC Convert-A-Matic, Five Line Skink, CodiMD und HackMD, Zap's abc für Android sowie Zupfnoter zur Erstellung von Unterlegnoten für Tischharfen aus ABC.

Lernvideos zu ABC (Musiknotation)

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