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1080
Heiliges Römisches Reich und Investiturstreit · 15. Oktober: Die Schlacht bei Hohenmölsen verliert König Heinrich IV. gegen Otto von Northeim; der König flieht.
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Jahr 1080 im Überblick
Das Jahr 1080 ist besonders durch den Investiturstreit im Heiligen Römischen Reich geprägt: König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. kämpften um politische und kirchliche Autorität. Heinrich wurde erneut exkommuniziert, während Gregor seinen Gegner Rudolf von Rheinfelden als rechtmäßigen deutschen König anerkannte. Heinrichs Seite setzte daraufhin Wibert von Ravenna als Gegenpapst Clemens III. ein.
In anderen Kalendern entsprach 1080 unter anderem 472/473 im islamischen Kalender, 4840/41 im jüdischen Kalender und 1623/24 in der südlichen buddhistischen Zeitrechnung.
Investiturstreit und Reichspolitik
Am 27. Januar trafen die Ritterheere Heinrichs IV. und Rudolfs von Rheinfelden in der Schlacht bei Flarchheim aufeinander. Wegen eines heftigen Schneesturms und großer Kälte gab es keinen eindeutigen Sieger.
Am 7. März verhängte Papst Gregor VII. auf einer Fastensynode in Rom zum zweiten Mal Kirchenbann und Exkommunikation über Heinrich IV. Zugleich erkannte er Rudolf von Rheinfelden offiziell als rechtmäßigen deutschen König an.
Am 25. Juni erklärte eine von Heinrich IV. einberufene Synode deutscher und oberitalienischer Bischöfe in Brixen Gregor VII. für abgesetzt. Erzbischof Wibert von Ravenna wurde als Clemens III. zum Gegenpapst designiert.
In der Schlacht bei Hohenmölsen verlor Heinrich IV. am 15. Oktober gegen Otto von Northeim und floh. Rudolf von Rheinfelden starb jedoch am folgenden Tag an den Verwundungen, die ihm in der Schlacht zugefügt worden waren.
Ereignisse in Europa und Vorderasien
Im Byzantinischen Reich kehrte der nach Kos verbannte General Nikephoros Melissenos nach Kleinasien zurück. Er gewann lokale Unterstützung und warb zahlreiche türkische Stammeskrieger als Söldner an. Städte im westlichen und zentralen Kleinasien ließen türkische Garnisonen zu. Kaiser Nikephoros III. konnte Alexios Komnenos nicht zu einem Feldzug gegen Melissenos bewegen.
Am 17. April wurde Knut IV. nach dem Tod seines Bruders Harald Hen König von Dänemark. König Wilhelm I. von England begann den Bau von Colchester Castle. Das Fürstentum Kleinarmenien wurde unter Ruben, Herr vom Berge, vom Byzantinischen Reich unabhängig; im Jemen kamen die Zurayiden an die Macht.
Erstmals urkundlich erwähnt wurden Beutelsbach, Cressier, Härkingen, Iffeldorf, Münchenwiler, Neckarkatzenbach, Pulkau und Thalebra. Um 1080 wurde Hof als Bauernsiedlung Rekkenze gegründet.
Religion sowie wichtige Lebensdaten
Im tibetischen Buddhismus wurde das Sekhar-Guthog-Kloster gegründet, ein Kloster der Kagyü-Schultraditionen im Kreis Lhozhag. Im Bistum Skálholt auf Island wurde am 5. Juni die erste Kathedrale geweiht. Nach dem Tod Egilberts am 1. Dezember wurde Reinward Bischof von Minden.
Zu den Geborenen ohne genaues Datum zählen Cellach Mac Aodh, David I. von Schottland, Edith von Schottland und Theresia von León. Um 1080 wurden unter anderem Norbert von Xanten, Otto I. von Salm, Heinrich Zdik, William de Ste Barbe und Aubrey II. de Vere geboren.
Zu den Verstorbenen gehören Amadeus II. von Savoyen (26. Januar), Harald Hen (17. April), William Walcher (14. Mai), Ísleifur Gissurarson (5. Juli), Wernher (3. August), Rudolf von Rheinfelden (15. Oktober) und Egilbert (1. Dezember). Ohne genaues Todesdatum starben Adalbert II. und Gottfried I.; Ludwig der Bärtige starb nach unterschiedlichen Angaben 1056 oder 1080.