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-ung

Das Suffix -ung entwickelte sich in der deutschen Hochsprache als universelles Mittel zur Substantivierung von Verben. Im Verlauf der Geschichte wurde es …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Bildung
  2. 2. -ung bei Fachwörtern und Stil
  3. 3. Bedeutungsunterschiede und feste Begriffe
  4. 4. Übersetzungen und problematische Bildungen

Bedeutung und Bildung

Die Endung -ung ist ein häufiges deutsches Suffix, also eine Wortendung zur Wortbildung. In der deutschen Hochsprache entwickelte sie sich zu einem allgemeinen Mittel, Verben in Substantive umzuwandeln: Aus einer Tätigkeit kann so ein Dingwort oder ein Begriff entstehen. Im Lauf der Zeit wurden manche dieser Wörter zu eigenständigen festen Substantiven, bei denen der Bezug zur ursprünglichen Tätigkeit nicht mehr unmittelbar erkennbar ist.

Beim Schreibenlernen können solche Substantive schwierig sein. Weil sie oft von Verben abgeleitet sind, werden sie leicht kleingeschrieben; als Substantive müssen sie jedoch großgeschrieben werden.

-ung bei Fachwörtern und Stil

-ung kann als deutsches Gegenstück zur lateinischen Endung -tion verwendet werden, wenn fremdsprachige, häufig griechisch- oder lateinischstämmige Fachbegriffe übersetzt werden. Dabei hat die Endung ausdrücklich einen kontinuativen Aspekt: Sie bezeichnet also Handlungen, die sich im Verlauf befinden.

Der Artikel nennt die Auffassung von Sprachpflegern, dass es schlechter Stil sei, nicht jedes Verb allgemein mit -ung zu substantivieren. Besonders viele solche Bildungen hintereinander werden als „Ung-en“ oder Nominalstil bezeichnet. Sie können spröde und ungenau wirken. Statt „Die Durchführung der Aufführung des Stückes erfolgte durch die Schüler“ ist die Formulierung „Die Schüler führten das Stück auf“ direkter.

Bedeutungsunterschiede und feste Begriffe

Die Wörter mit -ung können je nach Bedeutung anders verwendet werden. „Erhebung“ leitet sich in den üblichen Bedeutungen „Berg“, „Aufstand“ und „Datenerfassung“ von „erheben“ ab. „Das Erheben“ ist in diesen Bedeutungen ungewöhnlich. Geht es dagegen um das Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Haltung, wird „das Erheben“ bevorzugt; „Erhebung“ passt dort nicht.

„Umgehung“ und „Umfahrung“ können feste Begriffe für Straßen mit bestimmtem Verlauf sein. Sie stehen dann verkürzt für „Umgehungsstraße“ beziehungsweise „Umfahrungsstraße“ und bezeichnen eine Sache, nicht eine Tätigkeit.

Übersetzungen und problematische Bildungen

Fachwörter können mit -ung ins Deutsche übertragen werden: „Elongation“ als Momentanwert einer physikalischen Schwingung wird meist mit „Auslenkung“ übersetzt, „Annotation“ mit „Anmerkung“.

Bei Fremdwörtern der Alltagssprache kann eine -ung-Form vereinfachen oder verdeutlichen; nach dem Artikel kann sie sich aber aus sprachästhetischen Gründen auch verbieten. Genannt werden „Differenzierung“ statt „Differentiation“, „Dekorierung“ statt „Dekoration“ sowie „Transportierung“ statt „Transport“. „Transportierung“ verlängert ein Wort, ohne seine Bedeutung zu ändern.

Als im allgemeinen Sprachgebrauch übliche, von Grammatikern aber wenig geschätzte Bildungen nennt der Artikel unter anderem „Verbeamtung“, „Schaffung“ statt „das Schaffen“, „Beschließung“ statt „der Beschluss“ und „Einbehaltung“ statt „der Einbehalt“. Weitere Beispiele sind „Übergehung“, „Unkenntlichmachung“, „Vergemeinschaftung“, „Freimachung“ und „Hinzuziehung“.

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