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Übersichtskarte

In einigen Geowissenschaften wie Geologie oder Hydrologie oder bei Navigations- und Luftfahrtkarten sind auch noch Maßstäbe bis 1:2 Millionen gebräuchlich, wo …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zweck
  2. 2. Amtliche Karten und internationale Kartenwerke
  3. 3. Geologische Übersichtskarten
  4. 4. Historische Entwicklung
  5. 5. Spezialkarten und touristische Übersichten

Begriff und Zweck

Übersichtskarten sind kleinmaßstäbige topografische Karten, die größere Gebiete zusammenfassend darstellen. Sie zeigen vor allem Siedlungen, Verkehrsverbindungen und die Topografie, also die Formen und Höhenverhältnisse des Geländes. Dadurch ermöglichen sie eine schnelle räumliche Orientierung und dienen je nach Ausführung unter anderem der Planung, Navigation, Forschung oder Information.

Der Maßstab liegt meist zwischen 1:200.000 und 1:1 Million. Bei 1:500.000 entspricht beispielsweise 1 cm auf der Karte 5 km in der Wirklichkeit. In diesem Maßstabsbereich bleiben die wichtigsten Geländeformen erkennbar. In Geologie und Hydrologie sowie bei Navigations- und Luftfahrtkarten sind auch Maßstäbe bis 1:2 Millionen üblich. Bei solchen Karten muss die Topografie stark generalisiert werden: Einzelheiten werden vereinfacht, zusammengefasst oder weggelassen, damit die wesentlichen Strukturen lesbar bleiben.

Amtliche Karten und internationale Kartenwerke

Staatliche Übersichtskarten besitzen häufig den Maßstab 1:500.000. Beispiele sind Karten deutscher Bundesländer und die Österreichische Karte ÖK 500. Auch die gebräuchlichsten Luftfahrtkarten, darunter die ICAO-Karte, verwenden den Maßstab 1:500.000.

Für weltweite Darstellungen existieren Kartenwerke im Maßstab 1:1 Million. Dazu gehören die Internationale Weltkarte (IWK) und die Operational Navigation Chart (ONC). Ein Beispiel für eine noch kleinmaßstäbigere Darstellung ist die Weltkarte 1:2,5 Millionen. Je kleiner der Maßstab ist, desto größer ist das dargestellte Gebiet und desto weniger Einzelheiten können gezeigt werden.

Geologische Übersichtskarten

Geologische Karten für die Feldarbeit haben gewöhnlich den detaillierten Maßstab 1:50.000. Für großräumige Überblicks- und Planungsaufgaben werden dagegen geologische Übersichtskarten benötigt. Sie stellen insbesondere Tektonik, also den Aufbau und die Bewegung der Erdkruste, sowie die Verteilung verschiedener Gesteinsarten zusammenfassend dar.

Viele Bundesländer in Deutschland und Österreich sowie Regionen etwa in Italien oder Frankreich veröffentlichen solche Karten in Maßstäben von 1:200.000 bis 1:500.000. Für ganze Staaten oder größere Regionen sind auch Maßstäbe von 1:1 Million bis 1:2 Millionen gebräuchlich. Die erste geologische Übersichtskarte veröffentlichte William Smith 1815; sie zeigte die Gesteine Großbritanniens.

Historische Entwicklung

Zu den frühesten Übersichtsdarstellungen gehört die Tabula Peutingeriana, eine nicht maßstäbliche Straßenkarte des spätrömischen Reichs. Ab dem 7. Jahrhundert wurden große Teile der Kontinente in sogenannten mappae mundi, also Welt- oder Radkarten, abgebildet. Mittelalterliche Portolankarten erfassten die Küsten des Mittelmeers bereits genauer, zeigten das Landesinnere aber kaum.

Bis zum 17. Jahrhundert waren Übersichtskarten selten und häufig weder flächen- noch winkeltreu, was unter anderem Johannes Kepler kritisierte. Genauere Ausnahmen waren die Karten norddeutscher Flachgebiete von Tilemann Stella (1525–1589) und die thüringische Landtafel von Adolar Erich um 1650.

Erst im 18. Jahrhundert führte die Militärgeografie zu maßhaltigeren und detailreicheren Geländedarstellungen. Für Gebirgsräume war der Atlas Tyrolensis von Peter Anich (1723–1766) lange besonders bedeutend. Sein Originalmaßstab von 1:103.800 bot einen für die damalige Zeit außergewöhnlichen Detailreichtum. Die Zusammenschau seiner 20 Blätter im Maßstab 1:545.000 entspricht praktisch einer Übersichtskarte im heutigen Sinn.

Eine weitere wichtige Entwicklung begann um 1870 mit systematischen Landesaufnahmen in Frankreich und Mitteleuropa, darunter die Franzisco-Josephinische Landesaufnahme in Österreich-Ungarn. Auf ihrer Grundlage entstanden Generalkarten in den Maßstäben 1:144.000 und 1:200.000. Diese nutzten noch Schraffuren zur Geländedarstellung, erfüllten geometrisch aber bereits heutige Ansprüche. Gleichzeitig entwickelte die Atlaskartografie physische Karten zur zusammenfassenden Darstellung sehr großer Räume.

Spezialkarten und touristische Übersichten

In einigen Fachgebieten bezeichnet Übersichtskarte auch eine schematische Darstellung, die vor allem die geografische Lage bestimmter Objekte verdeutlicht. Solche Karten können beispielsweise touristische Ziele, den Verlauf militärischer Operationen oder Standorte von Dienstleistungs- und Industriebetrieben zeigen. Ihr Maßstab kann je nach Größe des dargestellten Gebietes deutlich außerhalb des sonst üblichen Bereichs liegen.

Ein besonderer Typ aus dem Vermessungswesen ist die Festpunktübersicht. Sie verzeichnet alle Festpunkte eines Bezirks, also dauerhaft gekennzeichnete und genau vermessene Bezugspunkte. Wegen der erforderlichen Detailtreue verwendet sie vergleichsweise große Maßstäbe zwischen 1:10.000 und 1:50.000.

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