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Allgemein-geographische Karte

Diese mehrfarbig gestaltete Schüler- oder Frontalkarte (auch als Globusaufdruck) enthält außer den Umrissen der Festländer, Inseln und Meere, dem Gewässernetz …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufbau und Aussage
  2. 2. Relief und Kartenbezeichnungen
  3. 3. Unterschiedliche Benennungen
  4. 4. Hervorhebung der Heimatregion
  5. 5. Bedeutung für Orientierung und Unterricht

Aufbau und Aussage

Die allgemein-geographische Karte ist der einzige Kartentyp im Schulunterricht, der eine relativ komplexe und vielseitige geographische Aussage über eine dargestellte Region vermittelt. Sie ist meist mehrfarbig gestaltet und wird als Schüler- oder Frontalkarte sowie auch als Globusaufdruck verwendet.

Sie verbindet physisch-geographische Landschaftselemente mit Elementen der anthropogenen Sphäre, also von Menschen geprägten Strukturen. Dargestellt werden Umrisse von Festländern, Inseln und Meeren, das Gewässernetz und das Relief. Hinzu kommen administrative oder staatliche Grenzen, Siedlungen und Verkehrswege sowie Namen von Staaten, Landschaften, Flüssen, Seen und Orten.

Relief und Kartenbezeichnungen

Das wichtigste Kennzeichen ist das Relief, also die Form und Höhenunterschiede der Erdoberfläche. Es wird durch hypsometrische Farbflächen, also Farben für verschiedene Höhenlagen, und durch Geländeschummerung dargestellt. Deshalb werden diese Karten oft als „physische“ Karten bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch unkorrekt und weniger zutreffend, weil die Karten auch anthropogene Elemente enthalten.

Ursprünglich legte Emil von Sydow sie Mitte des 19. Jahrhunderts als oro-hydrographische Karten mit Regionalfarben an. Damals dominierten in der Schulkartografie politische Staaten-Karten sowie Karten, die vor allem Relief und Hydrografie, also Gewässer, abbildeten. Weitere vorkommende Untertitel sind „Höhenschichtenkarte“ und „Physische Übersichtskarte“.

Unterschiedliche Benennungen

Schulbuchverlage verwenden für diesen Kartentyp unterschiedliche, teils traditionsgebundene Bezeichnungen. Im Heimatatlas Mecklenburg-Vorpommern – Neubearbeitung des Gemeinschaftsverlags Cornelsen/Volk und Wissen (Berlin 2009 ff.) heißt er „Physische Karte“. Der KombiAtlas Alexander von Klett-Perthes (Gotha 2003 ff.) verwendet „Höhenschichtenkarte“.

Der Harms Weltatlas des Verlags Schroedel (Hannover 2001 ff.) nennt ihn „Übersichtskarte“; die Ausgabe des Verlags Schroedel im Bildungshaus Schulbuchverlage (Braunschweig 2008 ff.) verwendet „Physische Übersichtskarte“. Im Universalatlas Diercke Drei von Westermann (Braunschweig 2001 ff.) lautet die Bezeichnung ebenfalls „Physische Übersichtskarte“, meist in der Form „Regionalname – physisch“.

Hervorhebung der Heimatregion

Beim 2011 mitunter anzutreffenden „Inselkartenprinzip“ wird die Heimatregion auf dem Kartenblatt normal allgemein-geographisch dargestellt. Das benachbarte Umland erscheint dagegen im mehrfarbigen Druck stark gedämpft oder blass. Dadurch sollen die Grenzen und Umrisse der Heimatregion leichter erkannt werden.

Bedeutung für Orientierung und Unterricht

Durch die gemeinsame Darstellung markanter physisch- und anthropogeographischer Strukturen ist die allgemein-geographische Karte eine wichtige Grundlage für die Orientierung im geografischen Raum und eine Informationsquelle zur Raumerfassung. Sie ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine vielseitige Raumbeschreibung, die allgemein-geographische Aussage.

Der Kartentyp wurde grundsätzlich für den Schulunterricht entwickelt. Er dient dort als topografische Grund- oder Übersichtskarte und als Standardkarte für den Geographieunterricht sowie für andere Fächer. Zusammen mit dem Globus hilft er Schülerinnen und Schülern, „Georaumvorstellungen“ und ein „topografisches Weltbild“ („mental maps“) zu entwickeln. Dies kann dazu führen, dass Menschen auch später bei räumlichen Überlegungen „in Karten denken“, etwa wenn ein deutscher Urlauber meint, er fahre nach Finnland „hoch“ oder nach Italien „runter“.

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