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Ökologischer Handabdruck
Während der Fußabdruck bereits als Indikator dafür verwendet wird, um beispielsweise anzugeben, welche Mengen an natürlichen Ressourcen (Frischwasser, …
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Bedeutung und Grundidee
Der ökologische Handabdruck ist eine Metapher aus der Bildung für nachhaltige Entwicklung und zunehmend auch aus der ökologisch orientierten Betriebswirtschaftslehre. Er ergänzt den ökologischen Fußabdruck, zu dem der CO₂-Fußabdruck gehört.
Der ökologische Fußabdruck beschreibt die negativen Umweltwirkungen beziehungsweise den Ressourcenverbrauch eines Individuums, einer Organisation oder eines Landes, etwa durch die Nutzung von Frischwasser und landwirtschaftlicher Fläche oder durch den Ausstoß von Klimagasen. Der Handabdruck richtet den Blick dagegen auf die positiven ökologischen Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere.
Wirkungsweise und Ziel
Einzelpersonen und Organisationen können nicht nur ihren eigenen ökologischen Fußabdruck verringern, sondern auch die Fußabdrücke anderer reduzieren. Dies kann direkt geschehen oder indirekt, indem sie an gesellschaftlichen Veränderungen mitwirken.
Der Handabdruck soll den gesellschaftlichen Mehrwert beziehungsweise positive Nachhaltigkeitswirkungen erfassen, messen und bewerten. Dabei werden neben ökologischen auch soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Besonders wichtig sind Handlungen, die „Strukturen, Regeln, Rahmenbedingungen oder Gesetze[]“ verändern und dadurch Nachhaltigkeit dauerhaft und für viele Menschen verankern.
Entwicklung des Konzepts
Das Symbol des Handabdrucks, englisch „hand print“, wurde 2007 vom indischen Centre for Environment Education (CEE) entwickelt. In den 2010er-Jahren griff die deutsche Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch das Konzept auf. Sie bezeichnet damit Handlungen und Handlungsideen für mehr Nachhaltigkeit, deren Wirkung über die eigene Umweltbilanz hinausgeht.
Bereits 2010 stellte das Umweltbundesamt in der Broschüre „Klimaneutral leben“ die „CO₂eq-Vermeidung bei anderen“ als Ergänzung zum CO₂-Fußabdruck vor. CO₂eq steht für CO₂-Äquivalente, mit denen die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase vergleichbar gemacht wird. Im CO₂-Rechner des Umweltbundesamtes gibt es ebenfalls die Kategorie „Vermeidungen bei anderen“ für einzelne Maßnahmen des Handabdrucks, deren Wirkung sich zahlenmäßig bestimmen lässt.
Typische Handlungsmöglichkeiten
Ein positiver Handabdruck kann durch privates, berufliches, gesellschaftliches oder politisches Engagement entstehen. Beispiele aus dem Artikel sind:
- eine ethische, „grüne“ Bank wählen,
- Geldanlagen sozial und ökologisch nachhaltig strukturieren,
- eine Petition starten,
- sich beim Arbeitgeber für mehr Nachhaltigkeit im Büro einsetzen,
- gemeinsam mit anderen Müll sammeln,
- einen Leserbrief schreiben,
- für nachhaltige Zwecke spenden.
Diese Maßnahmen unterscheiden sich in ihrer Reichweite: Manche wirken unmittelbar, andere zielen auf dauerhafte Veränderungen in Organisationen oder in der Gesellschaft.
Einfluss des sozioökonomischen Status
Menschen mit hohem sozioökonomischem Status – also beispielsweise mit hohem Einkommen, Vermögen oder sozialem Status – haben besonders großen Einfluss. Das gilt sowohl für die Verringerung ihres eigenen CO₂-Fußabdrucks als auch für ihren Handabdruck. Ihr Handlungspotenzial für positive gesellschaftliche Veränderungen entsteht unter anderem durch Investitionen, organisatorische Entscheidungen sowie ihre Möglichkeiten als Akteure des sozialen und politischen Wandels.