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École normale supérieure (Paris)
Sie ist eine der angesehensten Grandes écoles in Frankreich und zählt zu den besten Universitäten Europas; wird das Augenmerk in internationalen Rankings auf …
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Überblick und Bedeutung
Die École normale supérieure de Paris, auch ENS Paris, ENS Rue d’Ulm oder ENS Ulm genannt, ist eine staatliche Hochschule in der Rue d’Ulm im Pariser Quartier Latin. Sie gehört zur PSL Universität und zählt zu den angesehensten Grandes écoles Frankreichs. Grandes écoles sind besonders selektive Hochschulen außerhalb des üblichen Universitätswegs. Die ENS gilt als eine der besten Universitäten Europas und wird bei Rankings für Universitäten mit weniger als 5000 Studenten als zweitbeste Universität der Welt hinter dem California Institute of Technology genannt.
Die Hochschule wurde 1794 gegründet. Im Artikel werden 2400 Studierende, 800 Professoren beziehungsweise enseignants-chercheurs, ein Jahresetat von 102 M€ für 2010 und Frédéric Worms als Rektor genannt. Ihre besondere Bedeutung liegt vor allem in der Ausbildung für Forschung und Lehre sowie in ihrer sehr selektiven Aufnahme. Viele Absolventinnen und Absolventen wurden später bedeutende Wissenschaftler, Intellektuelle oder Politiker.
Entwicklung der Hochschule
Die ENS wurde 1794 während der Französischen Revolution gegründet. Ihr ursprüngliches Hauptziel war die Ausbildung für Forschung und Lehre an Gymnasien und Universitäten. Nach einer späteren Schließung wurde sie 1808 von Napoleon I. als pensionnat normal wiedererrichtet. 1826 wurde sie neu gegründet und nahm 1830 den Namen École normale an.
Als 1845 eigene Institute für die Ausbildung von Grundschullehrern entstanden, die écoles normales, wurde zur Unterscheidung das Wort supérieure hinzugefügt. Daraus entstand der heutige Name École normale supérieure. Seit 1936 ist die Einrichtung als Hochschule anerkannt.
Neben der ENS Paris entstanden weitere Écoles normales supérieures: die ENS Lyon im Jahr 1880 und die ENS Cachan im Jahr 1912, die heute École normale supérieure Paris-Saclay heißt. Als Teil der Université de recherche Paris Sciences et Lettres, zu der unter anderem die École des hautes études en sciences sociales und das Collège de France gehören, wird die ENS Paris zudem zur besten Universität Frankreichs gerechnet.
Aufnahme und Studienmodell
Die Aufnahme in die ENS erfolgt nicht direkt nach dem Abitur, dem Baccalauréat. Bewerberinnen und Bewerber müssen ein Auswahlverfahren bestehen, den Concours. Dieser ist als Wettbewerb organisiert. In der Regel besuchen Interessierte vorher zwei zusätzliche Schuljahre in Vorbereitungsklassen, den Classes préparatoires, die an besonders renommierten Lycées eingerichtet sind.
Jedes Jahr werden aus ungefähr 6.000 Bewerbern die 100 besten Naturwissenschaftler und die 100 besten Geisteswissenschaftler ausgewählt und aufgenommen. Alle anderen werden abgelehnt. Mit der Aufnahme erhalten die Studierenden, die élèves normaliens genannt werden, einen beamtenähnlichen Status mit Gehalt. Wenn sie bei den Abschlussprüfungen nicht scheitern, haben sie eine Anwartschaft auf lebenslange Beschäftigung im Staatsdienst, etwa als höhere Beamte, in wissenschaftlichen Instituten oder als Universitätsdozenten. Viele Ehemalige wechseln aber auch in gut bezahlte Positionen in der Privatwirtschaft.
Der Artikel betont außerdem, dass ein großer Teil der Studierenden aus einem bildungsbürgerlichen Milieu stammt. Dieses Umfeld zielt oft früh darauf, Kinder auf Gymnasien zu schicken, deren Absolventen gute Chancen haben, in die wichtigen Vorbereitungsklassen aufgenommen zu werden.
Ablauf des Studiums
Im Unterschied zu vielen anderen Grandes écoles ist die ENS im Kern ein Internat. Nach der Aufnahme beginnen die Studierenden einen Studiengang ihrer Wahl an einer der Pariser Universitäten. Zusätzlich werden sie durch wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen an der ENS, Praktika an Forschungseinrichtungen, Auslandsaufenthalte und weitere Angebote gefördert.
Erst seit den 1970er Jahren gibt es in den Naturwissenschaften Studiengänge, die hauptsächlich an der ENS selbst stattfinden. Diese werden im Artikel als magistère interuniversitaire bezeichnet. Nach einem verkürzten Grundstudium und einem Auslandsaufenthalt können Studierende Module aus Vorlesungen verschiedener DEA-Programme anderer Pariser Universitäten belegen, um die Maîtrise zu erreichen.
Infolge des Bologna-Prozesses erhalten Absolventinnen und Absolventen zusammen mit dem Diplom der ENS einen Master. Dieser Master wird gemeinsam mit einer Pariser Universität verliehen und ist international anerkannt.
Internationale Zusammenarbeit und Rankings
Die ENS Paris unterhält zahlreiche internationale Partnerabkommen mit bekannten Universitäten. Besonders hervorgehoben wird die Scuola Normale Superiore di Pisa. Diese wurde 1810 zunächst als Nebenzweig von Napoléon Bonaparte gegründet und wurde später unabhängig. Seit 1988 besteht zwischen Pisa und Paris ein enges Partnerabkommen, bei dem jeweils die Hälfte einer Jahrgangsklasse ein Jahr in Pisa beziehungsweise in Paris verbringt.
Weitere Partnerschaftsabkommen bestehen mit den Universitäten Peking, Berlin (FU), Cambridge, Oxford, Edinburgh, Dublin (Trinity College), ETH Zürich, Genf, McGill-Montréal, Berkeley, Columbia, Cornell, Harvard, Princeton, Stanford, Tulane und Yale.
In internationalen Rankings wird die ENS meist zu den besten hundert Hochschulen der Welt gezählt und gilt zugleich als beste Universität Frankreichs. Genannt werden für 2017 Rang 54 im Times Higher Education Ranking, Rang 72 im Academic Ranking of World Universities und Rang 23 in den QS World University Rankings.
Bekannte Personen
Die ENS ist mit vielen bekannten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern, Intellektuellen und Politikern verbunden. Insgesamt zählt die Universität laut Artikel 13 Nobelpreisträger, darunter acht im Fach Physik, elf Träger der Fields-Medaille und die Hälfte aller Empfänger der Verdienstmedaille des Centre national de la recherche scientifique. Außerdem werden mehrere hundert Mitglieder des Institut de France sowie zahlreiche Politiker und Staatspräsidenten als Alumni genannt.
Zu den ehemaligen Studierenden der ENS Rue d’Ulm und der früheren École normale supérieure de jeunes filles in Sèvres, die 1985 fusioniert wurden, gehören unter anderem Louis Pasteur, Léon Blum, Jean-Paul Sartre, Raymond Aron, Simone Weil, Yvonne Choquet-Bruhat und Cédric Villani. Weitere im Artikel genannte Beispiele sind Henri Bergson, Nobelpreisträger 1927, Romain Rolland, Nobelpreisträger 1915, Georges Pompidou, später Staatspräsident, Pierre Bourdieu, Michel Foucault, Jacques Derrida, Claude Cohen-Tannoudji, Albert Fert sowie mehrere Fieldsmedaillisten wie Laurent Schwartz, René Thom, Jean-Pierre Serre, Alain Connes, Laurent Lafforgue, Wendelin Werner, Ngô Bảo Châu und Cédric Villani.
Als bekannter Lehrer wird Eduard Heinrich Adler-Mesnard genannt, ein deutscher Sprachlehrer, der von 1807 bis 1868 lebte.