Konjunkturzyklen einfach erklärt (explainity® Erklärvideo) explainity ® Erklärvideos https://www.youtube.com/watch?v=swuRWQgXm8g Transkript (automatisch erstellt) 0:10 Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes verläuft in wellenförmigen Bewegungen. 0:15 Häufig hört man Begriffe wie Konjunktur, Konjunkturzyklus oder Rezession. 0:20 Doch was bedeuten sie eigentlich und wodurch wird das Auf und Ab der Wirtschaft beeinflusst? 0:25 Die wichtigsten Einflussgrößen sind Privathaushalte, Unternehmen und Staat. 0:31 Wenn Unternehmen wegen starker Nachfrage nach ihren Waren die Produktion hochfahren, erhalten dadurch mehr Menschen Arbeit 0:39 und das Einkommen der privaten Haushalte steigt. Die Menschen haben also mehr Geld zur Verfügung, 0:45 das sie für Einkäufe und Anschaffungen ausgeben können. Daran verdienen wieder Andere Geld, 0:51 die ihrerseits Waren einkaufen. Wenn mehr Dinge gekauft werden, muss die Industrie mehr produzieren 0:57 und der Kreislauf beginnt von vorn. Da sich diese Entwicklung von selbst verstärkt, 1:02 gibt es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser Vorgang wird auch Expansion genannt. 1:08 Irgendwann jedoch sind die Produktionsanlagen der Unternehmen voll ausgelastet. 1:13 Um noch mehr Waren herstellen zu können, müssen sie in neue Anlagen investieren. 1:18 Die Kosten dafür geben Sie an die Käufer weiter. Also werden die einzelnen Waren teurer, 1:24 bis sich nur noch wenige Menschen die Produkte leisten können. Nun wirkt der Kreislauf in die andere Richtung. 1:31 Die Menschen kaufen nicht mehr so viele Waren ein und die Produktion ist nicht mehr ausgelastet. 1:37 Deshalb werden weniger Arbeitskräfte gebraucht und es kommt zu Entlassungen. 1:42 Den Menschen fehlt nun erst recht das Geld. Auf diese Weise verstärkt sich auch ein wirtschaftlicher Abschwung selbst. 1:49 Man spricht in diesem Fall von einer Rezession. Diese Schwankungen in der Geschwindigkeit 1:55 der wirtschaftlichen Entwicklung werden als Konjunktur bezeichnet. 1:59 Der Konjunkturzyklus aus Auf- und Abschwung wiederholt sich mal schneller und mal langsamer, 2:05 in etwa alle 4 bis 11 Jahre. Doch was hat der Staat damit zu tun? 2:10 Um den Wohlstand ihrer Bürger zu erhalten und zu vermehren, verfolgt die Bundesrepublik Deutschland z.B. 4 wirtschaftspolitische Ziele, 2:19 die im sogenannten Wachstums- und Stabilitätsgesetz festgelegt sind und als „magisches Viereck“ bezeichnet werden. 2:26 Diese sind ein angemessenes Wirtschaftswachstum, stabile Preise, das Gleichgewicht von Importen und Exporten 2:34 sowie eine niedrige Arbeitslosigkeit. Um sie zu erreichen ist es wichtig, 2:39 den Ausschlag der Konjunkturzyklen möglichst klein zu halten. Dafür ergreift der Staat konjunkturpolitische Maßnahmen. 2:47 Wenn sich eine Rezession abzeichnet, werden bspw. Steuern gesenkt oder die Ausgaben der öffentlichen Hand erhöht. 2:55 So haben Menschen und Unternehmen mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung und der Abschwung wird gebremst. 3:01 Auch Subventionen können einen Anreiz schaffen, in Krisenzeiten Geld auszugeben. 3:07 Deshalb zahlte der deutsche Staat im Jahr 2009 jedem, der ein neues Auto kaufte 3:13 und gleichzeitig ein altes Auto verschrottete eine „Abwrackprämie“ von 2.500€. 3:20 Im Gegensatz dazu soll der Staat während eines wirtschaftlichen Aufschwungs 3:25 z.B. die Steuern und Abgaben erhöhen, um die Konjunktur zu dämpfen und den Konjunkturausschlag zu mindern. 3:32 Das Geld, das er dabei einnimmt, soll er beiseitelegen. um in einem folgenden Abschwung 3:37 genügend „Erspartes“ für zusätzliche Ausgaben zur Verfügung zu haben. Weil das aber häufig nicht ausreicht 3:46 machen Staaten Schulden, um die Konjunktur anzuregen. Hierin sehen viele Experten jedoch nicht nur Vorteile, 3:52 sondern auch große Gefahren: Oftmals zahlt der Staat im Aufschwung seine Schulden 3:58 nicht komplett zurück, auch wenn er wieder mehr Geld einnimmt. Dadurch steigt die Staatsverschuldung über die Jahre immer mehr an. 4:05 Wenn ein Staat bereits Schulden hat, bekommt er neue Kredite nur mit höheren Zinsen 4:10 und kann seine Schulden eventuell erst recht nicht zurückzahlen. Zu der Frage, wie sich Staaten in Bezug auf die Wirtschaft verhalten sollen, 4:18 gibt es im Großen und Ganzen 2 verschiedene Ansichten: Der Fiskalismus, 4:23 dessen Hauptvertreter John Maynard Keynes war, geht davon aus, dass der Staat aktiv 4:28 in das wirtschaftliche System eingreifen muss, um die Instabilität marktwirtschaftlicher Systeme auszugleichen. 4:35 Im Gegensatz dazu meinen die Anhänger des Monetarismus nach Milton Friedman, 4:40 der Staat sollte nicht in den Wirtschaftsprozess eingreifen, da er damit die wirtschaftliche Entwicklung stört 4:46 und dadurch zusätzliche Probleme schafft. Welche konjunkturpolitischen Werkzeuge die richtigen sind 4:52 wird unterschiedlich bewertet.