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die Bergpredigt (Religion Lernvideo)
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Transkriptautomatisch erstellt · 90 Zeilen
- Willkommen zu unserem Lernvideo zum Thema Bergbredig. Die Bergpredig übrigens mal kleiner Hinweis schon an diesem Rande steht im Matthäusevangelium
- dort in den Kapiteln 5 bis 7. Die Bergpredig ist einer der zentralen Texte der Christenheit, also einer der wichtigsten
- Texte, die wir haben. Und das Christentum wird auch immer wieder gerne eben auch in der Bergpredigt gemessen. Nehmen wir mal Mahatmaganti,
- der da sagt, wenn da nur die Bergpredigt und meine eigenen Interpretation dazu wären, würde ich nicht zögern zu sagen: "Oh ja, ich bin ein Christ."
- Also hier wird auch von einem Außenstehen in die Bergpredigt als ein sehr wichtiges Werk betrachtet. Maandi war vor allem von der Ethik fasziniert,
- von dem gewaltlosen Ethik, die hier betont wird, die natürlich auch seinem eigenen Handeln entsprochen hat. Auf der anderen Seite wird auch die
- Bergprä sehr negativ gesehen. Otto von Bismarck oder auch Helmut Schmidt beide sagten mit der Bergprätigt kann man keine Politik machen. Und genau in
- diesen zwei Extremen bewegen wir uns ständig, wenn wir uns mit den Inhalten und den Aussagen der Bergpredigt genauer auseinandersetzen. Um das Ganze besser
- auch einordnen zu können, schauen wir uns mal ein bisschen an, wie das Matthäusevangelium selbst konzipiert worden ist. Der Verfasser ist ein
- unbekannter Christ. Er wurde zwar dem Apostel Matthäus zugeordnet, dem der früher ein Zöllner gewesen ist. Das ist allerdings nur eine Vermutung der Kirche
- des zweiten Jahrhunderts nach Christus. Also hier haben wir einen Hinweis von Papiers, aber man kann nicht davon ausgehen, dass diese beiden Personen
- identisch sind. Die Sprache und die Nähe zur Septuaginda lässt einen Judenchristen vermuten. Judenchristen heißt, dass er bevor er
- Christ geworden ist eben Jude war. Zum Unterschied eben zu den Heiden Christen, die in der Regel andere Kulte angebetet haben, bevor sie zum Christentum
- gewechselt sind. Zwischen Heidenchristen und Judenchristen gab es schon sehr früh in der Urkirche Auseinandersetzungen
- bezüglich äh dessen, ob man sich auch beschneiden lassen müsse oder ob man sich an die Essensgebote der Juden halten
- müsse. Die ursprüngliche Sprache, nun gehen wir mal von der zwei Quellentheorie aus, dann ist die Ursprungssprache griechisch und nicht
- aramisch, wie es Papiers vermutet hatte. Wo ist das Ganze entstanden? vermutlich in Syrien. Man kann im Evangelium ein zwei Hinweise dazu entdecken, die
- entsprechend auf Syrien verweisen. Und wann wurde es geschrieben? Traditionell im Zeitraum von 80 bis 90 nach Christus, aber auf
- jeden Fall nach der Zerstörung Jerusalems. Wer sind die Adressaten? Da gibt's natürlich innerhalb der Exegeten immer wieder auch Diskussionen, aber wir
- können davon ausgehen, dass die Adressaten überwiegend Judenchristen gewesen sind, so wie der Autor selbst. Und diese Judenchristen befanden sich zu
- dieser Zeit auch in der Auseinandersetzung zur jüdischen Gemeinde. Da wurde Synagoge und Gemeinde inzwischen komplett getrennt und es gab
- auch teilweise Verfolgungen von Christen durch jüdische Synagogen oder Synagogen Vorsteher, die eben nicht mehr wollten, dass man gemeinsam Gottesdienste
- feiert. Das spiegelt sich dann teilweise auch in einzelnen Aussagen gegenüber den Juden wieder. Das Matthäusevangelium hat ganz viele
- Sprüche Jesu in großen Reden zusammengefasst und zwar in überwiegend fünf Reden. Die erste Sammlung, die wir haben, die richtet sich an die Jünger
- und an das Volk, ist die Bergpredigt im Matthäus 5 bis 7. Dann haben wir die sogenannte Aussendungsrede. Das heißt, da geht's um das Thema Mission,
- Missionspraxis, die sich hier überwiegend an die 12 Jünger richtet. Dann gibt es eine Gleichnissrede, wo Matthäus einige Gleichnisse
- zusammengefasst hat. Da werden Jünger und das Volk getrennt angesprochen. Es gibt eine Gemeinderede in Matthäus 18. Hier beschäftigt sich
- Matthäus vor allem mit innergemeindlichen Problemen und eine Endzeitrede oder Wehrrede in Matthäus 23 oder 24 folgende, da haben wir ja
- bereits das eine oder andere Gleichnis auch schon kennengelernt. Hier sind die Gegner, kann man sagen, die Pharisäer, also die jüdische Synagoge, die sich in
- Konkurrenz zu den Jüngern befunden hat, also zu der christlichen Gemeinde. Die Bergpredigt besteht aus zwei Elementen Zuspruch und
- Anspruch. Ganz klar ist zunächst einmal zu sagen, Jesus hat sicherlich einige von diesen Worten geredet, aber diese Rede wurde in dieser Form nicht von
- Jesus gehalten. Wir haben relativ viele Worte, die aus der Lockienquelle stammen. Also, wir haben einige Parallelen auch im Lukasevangelium. Die
- Bergpredigt gibt's als Feldrede in abgespeckter Form dann im Lukasevangelium. Die theologische Konzeption wurde selbst von dem
- Schreiber von Matthäus selbst verfasst. Interessanterweise beginnt die Einleitung eben nicht mit Forderungen, sondern mit den Seligpreisungen.
- Deswegen Zuspruch. Das heißt, es wird erstmal gesagt, was man erhält im Reich Gottes, bevor man entsprechend Forderungen
- stellt. Und angesprochen sind hier vor allem die Jünger, sprich die Gemeinde. Wie ist die Bergpredigt aufgebaut? Es startet erstmal mit den
- Seligpreisungen und ein zwei Hinweisen, wie die Gemeinde zu verstehen ist, eben als das Salz der Erde oder als das Licht der Welt. Das ist der Zuspruch, das ist
- der Einstieg für die Bergedigt. Dann kommt die Jesu Stellung zum Gesetz und auch die Antitthesen, die sechs berühmten Antitthesen zum Thema
- Töten, Ehebruch, Ehescheidung, Eid, Vergeltung und Feindesliebe. Hier kann man den Begriff der besseren Gerechtigkeit benutzen.
- Also, wie hat man sich zu verhalten? Ganz wichtig ist, die Antittithesen werden formuliert zum Alten Testament hin. Wir schauen uns jetzt nachher auch
- anhand eines Beispiels mal genauer an, aber Jesus wollte auf jeden Fall die das Alte Testament nicht aufheben, sondern wollte es steigern an dieser Stelle.
- Dann gibt es verschiedene Weisungen zur Fräummigkeit und zum Gebet und im Verhalten untereinander. Hier ist unter anderem auch das Vater unser zu finden
- und auch die goldene Regel. Die goldene Regel heißt: Verhalte dich so, wie du möchtest, dass sich andere dir gegenüber verhalten. Also kann man das
- differenzieren mit dem Verhältnis zu Gott, das Zentrum eben des Vater unser und das Verhältnis zur Welt. Und das Ziel ist hier die goldene Regel. Sehr
- viele Exegeten gehen davon aus, dass das Vater unser sogar das zentrale Element der gesamten Bergpredigt gewesen ist. Und am Ende kommt eine ganze Reihe
- an Mahnworte und Warnungen vor ihrern. Hier wird betont, dass eben die Bergpredigt oder auch der christliche Weg der einzig richtige ist. Und hier
- sehen wir auch eine Klammer, die hier Matthäus gezogen hat, eben vom Zuspruch eben auch zum Anspruch an die Gemeinde, den Warren Weg auch
- beizubehalten. Wir schauen uns mal eine der Antithesen mal genauer an, weil natürlich die Antittithesen oft das sind, was vor allem diskutiert
- wird. Hier speziell die Auseinandersetzung mit der sogenannten Talionsformel. Das heißt, wir sprechen hier vom
- Vergelten. Die Talionsform lautet, ihr habt aber gehört, dass gesagt ist Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die sogenannte Taliensformel ist
- eine der ersten festgelegten Gesetze, die wir haben, die weit über das Alter des Alten Testaments hinausgeht. Also, das kennen wir schon von einigen anderen
- Religionen. Es diente in erster Linie dazu, die Blutrache eben mit dieser Talonsformel zu ersetzen. Und hier kommt jetzt der
- Gegenspruch Jesu. Er sagt, ihr habt gehört, das gesagt ist Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr nicht wieder streben sollt dem Übel,
- sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dann bietet die andere auch da. Die weiteren Sprüche, die wir dazu haben, gehen alle in die
- gleiche Richtung. Und die Aussage ist natürlich schon relativ stark, die wir haben, also relativ hart, weil im Prinzip gesagt wird, dass man sich
- rechtlich auch nicht mehr wehren soll oder sich nicht mehr wehren darf. Es gibt daher auch eine ganze Reihe an kritischen Äußerungen, die wir zunächst
- einmal haben. Es gibt politische Einwende, die wir haben. Es gibt einen jüdischen Einwand, also aus dem Judentum, die diese Antitthesen als
- deutlich zu streng ansieht. Und es gibt auch einen moralischen Einwand, dass das Ganze eben nur eine Heuchelei sei, weil es eben nicht umgesetzt werden kann.
- Der politische Einwand, wir haben das schon mit Otto von Bismarch gehört, es sei eben politisch nicht umsetzbar, aber auch Max Weber kritisiert die
- Bergpredigt. Er sagt, die Bergpredigt ist eine gereine Gesinnungsethik. Sie kann keine Verantwortung übernehmen. Das heißt, in der Verantwortungsethik kann
- es durchaus mal passieren, dass man auch über gewisse Normen hinweg schauen muss, sich hinwegsetzen muss, weil wir ein Dilemma haben und eine Gesinnungsethik
- achtet nur darauf, dass ich mich richtig verhalte, aber nicht was für eine Wirkung das hat. Und Max Weber sagt z.B., Ich muss auch immer über die
- Folgen nachdenken und das Ganze entsprechend verantworten. Jüdcher Einwand, dass das Ganze viel zu streng ist, haben wir
- schon bereits sehr früh der Jude Trüfon. Da gibt's von Justinus ein entsprechendes Werk einem frühen Kirchenvater, der sagt, die Gebote in
- der Form, wie sie da formuliert sind, sind eben nicht erfüllbar. Und mit der Feindesliebe, die wir haben, also mit einer weiteren Antitthese und
- Sigmund Freund z.B. sagt, dass die Feindesliebe, die erwartet wird, letztlich sogar eher zu Hass führt, weil ich meine Aggression unterdrücke und
- diese Aggression dann irgendwie an einer anderen Stelle wieder hinauskommen. Auch er sieht die Bergpredigt sehr, sehr kritisch. Und jetzt kommen wir zum
- moralischen Einwand. Es wird hier als Heuchelei betrachtet. Friedrich Nietzsche Nietzche werden wir uns noch ein bisschen genauer anschauen, wenn wir
- uns mit den Atheisten auseinandersetzen, sagt, dass die Feindesliebe, die hier gepredigt wird, eigentlich nur Schwäche ist. In
- Wirklichkeit ist der Mensch, soll der Mensch Egoist sein. Er soll ein Krieger sein und der Übermensch wird diese Schwäche
- überwinden. Oder Fodor Dostojewski, den wir haben, der sagt, die Feindesliebe steht im klaren Widerspruch zum Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit, die
- man erlangen muss, wenn jemand sich z.B. schlecht verhält, dass er auch entsprechend seine Strafe bekommt. Also hier sagt er, wird der
- Gerechtigkeitssinn der Menschen entsprechend verletzt. Es stellt sich natürlich die Frage, wie kann man die Bergbrädig jetzt umsetzen? Die
- Forderungen, die wir gesehen haben, sind natürlich sehr hart. Wir werden uns auch die gesamte Bergbredicht darauf hingehend etwas genauer anschauen.
- Zunächst einmal die Interimsethik. Das heißt, wir haben z.B. Albert Schweizer diese These, dass die Bergpredig nur für den direkten Übergang
- zum Reich Gottes gedacht gewesen ist, also letztlich nur für Jesus und seine Jünger umzusetzen gewesen ist. Im normalen Leben kann man das eben nicht.
- Im Mittelalter gab es die These, dass die Bergpredig etwas nur für Heilige oder eben für den Klerus ist. Der große Teil der Christenheit soll sich an die
- zehn Gebote halten. Ein typische luther Ansatz der lutherischen Orthodoxie vor allem sagt, die Werkprätig ist einfach nur dafür da,
- dass man die Sünde der Menschen aufzeigt. Der Mensch soll da erkennen, dass er selbst aus eigener Kraft gerecht werden kann. Allein der Glaube wird mich
- letztlich retten und die Bergprä ist für mich nur ein Indikator, um zu erkennen, dass ich ein sündiger Mensch bin. Dann gibt es noch die Trennung von Beruf und
- Privat. Eine Variante von Martin Luther ist hier die zweireiche Lehre. der unterscheidet sich in dem weltlichen Reich, wo auch
- andere Gesetze gelten und dem göttlichen Reich und im weltlichen Reich kann man sich eben nicht an die Bergpredig halten, sondern wirklich nur innerhalb
- der Gemeinde. Die Schwierigkeit ist, das wurde teilweise dann auch dahingehend missbraucht, dass man berufliches und privates komplett voneinander getrennt
- hat und sich auch komplett unterschiedlich verhält. Das ist natürlich so bei Martin Luther nicht gedacht.
- Mir persönlich am sympathischsten ist die letzte Variante, die sagt, die Bergpredigt ist das Leidziel und entscheidend ist der Weg, wie wir uns
- dorthin bewegen, dass wir dieses Leidziel immer vor unserem geistigen Auge haben. Denn im normalen Leben im haben wir immer wieder mal das Problem,
- dass wir Dilemma haben, dass wir uns zwischen zwei Dingen entscheiden müssen, die dann durchaus für den einen oder anderen eine sehr schlechte Wirkung hat
- und ein gewisser gesunder Egoismus ist ja für das eigene Überleben sehr sinnvoll, aber dass man die Bergprätig trotz allem immer wieder als Leidziel
- nimmt und immer wieder die Frage stellt, wenn ich eine Entscheidung treffe und ich auch gewisse Normen verletze, ist es noch vertretbar oder ist es eben nicht
- vertretbar? Vielen Dank für das Zuhören und Zuschauen.
Zum Nachlesen
BergpredigtDie Bergpredigt (lateinisch oratio montana; auch Bergrede) ist ein Textabschnitt des Matthäusevangeliums (Mt 5,1–7,29 EU) im Neuen Testament, …
PredigtAuf Englisch und Französisch heißt Predigt sermon (von lat. sermo: Wechselrede, Gespräch; Vortrag). Im Deutschen ist der Sermon nur sprichwörtlich.
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