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die Bergpredigt (Religion Lernvideo)

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Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Willkommen zu unserem Lernvideo zum Thema Bergbredig. Die Bergpredig übrigens mal kleiner Hinweis schon an diesem Rande steht im Matthäusevangelium
  2. dort in den Kapiteln 5 bis 7. Die Bergpredig ist einer der zentralen Texte der Christenheit, also einer der wichtigsten
  3. Texte, die wir haben. Und das Christentum wird auch immer wieder gerne eben auch in der Bergpredigt gemessen. Nehmen wir mal Mahatmaganti,
  4. der da sagt, wenn da nur die Bergpredigt und meine eigenen Interpretation dazu wären, würde ich nicht zögern zu sagen: "Oh ja, ich bin ein Christ."
  5. Also hier wird auch von einem Außenstehen in die Bergpredigt als ein sehr wichtiges Werk betrachtet. Maandi war vor allem von der Ethik fasziniert,
  6. von dem gewaltlosen Ethik, die hier betont wird, die natürlich auch seinem eigenen Handeln entsprochen hat. Auf der anderen Seite wird auch die
  7. Bergprä sehr negativ gesehen. Otto von Bismarck oder auch Helmut Schmidt beide sagten mit der Bergprätigt kann man keine Politik machen. Und genau in
  8. diesen zwei Extremen bewegen wir uns ständig, wenn wir uns mit den Inhalten und den Aussagen der Bergpredigt genauer auseinandersetzen. Um das Ganze besser
  9. auch einordnen zu können, schauen wir uns mal ein bisschen an, wie das Matthäusevangelium selbst konzipiert worden ist. Der Verfasser ist ein
  10. unbekannter Christ. Er wurde zwar dem Apostel Matthäus zugeordnet, dem der früher ein Zöllner gewesen ist. Das ist allerdings nur eine Vermutung der Kirche
  11. des zweiten Jahrhunderts nach Christus. Also hier haben wir einen Hinweis von Papiers, aber man kann nicht davon ausgehen, dass diese beiden Personen
  12. identisch sind. Die Sprache und die Nähe zur Septuaginda lässt einen Judenchristen vermuten. Judenchristen heißt, dass er bevor er
  13. Christ geworden ist eben Jude war. Zum Unterschied eben zu den Heiden Christen, die in der Regel andere Kulte angebetet haben, bevor sie zum Christentum
  14. gewechselt sind. Zwischen Heidenchristen und Judenchristen gab es schon sehr früh in der Urkirche Auseinandersetzungen
  15. bezüglich äh dessen, ob man sich auch beschneiden lassen müsse oder ob man sich an die Essensgebote der Juden halten
  16. müsse. Die ursprüngliche Sprache, nun gehen wir mal von der zwei Quellentheorie aus, dann ist die Ursprungssprache griechisch und nicht
  17. aramisch, wie es Papiers vermutet hatte. Wo ist das Ganze entstanden? vermutlich in Syrien. Man kann im Evangelium ein zwei Hinweise dazu entdecken, die
  18. entsprechend auf Syrien verweisen. Und wann wurde es geschrieben? Traditionell im Zeitraum von 80 bis 90 nach Christus, aber auf
  19. jeden Fall nach der Zerstörung Jerusalems. Wer sind die Adressaten? Da gibt's natürlich innerhalb der Exegeten immer wieder auch Diskussionen, aber wir
  20. können davon ausgehen, dass die Adressaten überwiegend Judenchristen gewesen sind, so wie der Autor selbst. Und diese Judenchristen befanden sich zu
  21. dieser Zeit auch in der Auseinandersetzung zur jüdischen Gemeinde. Da wurde Synagoge und Gemeinde inzwischen komplett getrennt und es gab
  22. auch teilweise Verfolgungen von Christen durch jüdische Synagogen oder Synagogen Vorsteher, die eben nicht mehr wollten, dass man gemeinsam Gottesdienste
  23. feiert. Das spiegelt sich dann teilweise auch in einzelnen Aussagen gegenüber den Juden wieder. Das Matthäusevangelium hat ganz viele
  24. Sprüche Jesu in großen Reden zusammengefasst und zwar in überwiegend fünf Reden. Die erste Sammlung, die wir haben, die richtet sich an die Jünger
  25. und an das Volk, ist die Bergpredigt im Matthäus 5 bis 7. Dann haben wir die sogenannte Aussendungsrede. Das heißt, da geht's um das Thema Mission,
  26. Missionspraxis, die sich hier überwiegend an die 12 Jünger richtet. Dann gibt es eine Gleichnissrede, wo Matthäus einige Gleichnisse
  27. zusammengefasst hat. Da werden Jünger und das Volk getrennt angesprochen. Es gibt eine Gemeinderede in Matthäus 18. Hier beschäftigt sich
  28. Matthäus vor allem mit innergemeindlichen Problemen und eine Endzeitrede oder Wehrrede in Matthäus 23 oder 24 folgende, da haben wir ja
  29. bereits das eine oder andere Gleichnis auch schon kennengelernt. Hier sind die Gegner, kann man sagen, die Pharisäer, also die jüdische Synagoge, die sich in
  30. Konkurrenz zu den Jüngern befunden hat, also zu der christlichen Gemeinde. Die Bergpredigt besteht aus zwei Elementen Zuspruch und
  31. Anspruch. Ganz klar ist zunächst einmal zu sagen, Jesus hat sicherlich einige von diesen Worten geredet, aber diese Rede wurde in dieser Form nicht von
  32. Jesus gehalten. Wir haben relativ viele Worte, die aus der Lockienquelle stammen. Also, wir haben einige Parallelen auch im Lukasevangelium. Die
  33. Bergpredigt gibt's als Feldrede in abgespeckter Form dann im Lukasevangelium. Die theologische Konzeption wurde selbst von dem
  34. Schreiber von Matthäus selbst verfasst. Interessanterweise beginnt die Einleitung eben nicht mit Forderungen, sondern mit den Seligpreisungen.
  35. Deswegen Zuspruch. Das heißt, es wird erstmal gesagt, was man erhält im Reich Gottes, bevor man entsprechend Forderungen
  36. stellt. Und angesprochen sind hier vor allem die Jünger, sprich die Gemeinde. Wie ist die Bergpredigt aufgebaut? Es startet erstmal mit den
  37. Seligpreisungen und ein zwei Hinweisen, wie die Gemeinde zu verstehen ist, eben als das Salz der Erde oder als das Licht der Welt. Das ist der Zuspruch, das ist
  38. der Einstieg für die Bergedigt. Dann kommt die Jesu Stellung zum Gesetz und auch die Antitthesen, die sechs berühmten Antitthesen zum Thema
  39. Töten, Ehebruch, Ehescheidung, Eid, Vergeltung und Feindesliebe. Hier kann man den Begriff der besseren Gerechtigkeit benutzen.
  40. Also, wie hat man sich zu verhalten? Ganz wichtig ist, die Antittithesen werden formuliert zum Alten Testament hin. Wir schauen uns jetzt nachher auch
  41. anhand eines Beispiels mal genauer an, aber Jesus wollte auf jeden Fall die das Alte Testament nicht aufheben, sondern wollte es steigern an dieser Stelle.
  42. Dann gibt es verschiedene Weisungen zur Fräummigkeit und zum Gebet und im Verhalten untereinander. Hier ist unter anderem auch das Vater unser zu finden
  43. und auch die goldene Regel. Die goldene Regel heißt: Verhalte dich so, wie du möchtest, dass sich andere dir gegenüber verhalten. Also kann man das
  44. differenzieren mit dem Verhältnis zu Gott, das Zentrum eben des Vater unser und das Verhältnis zur Welt. Und das Ziel ist hier die goldene Regel. Sehr
  45. viele Exegeten gehen davon aus, dass das Vater unser sogar das zentrale Element der gesamten Bergpredigt gewesen ist. Und am Ende kommt eine ganze Reihe
  46. an Mahnworte und Warnungen vor ihrern. Hier wird betont, dass eben die Bergpredigt oder auch der christliche Weg der einzig richtige ist. Und hier
  47. sehen wir auch eine Klammer, die hier Matthäus gezogen hat, eben vom Zuspruch eben auch zum Anspruch an die Gemeinde, den Warren Weg auch
  48. beizubehalten. Wir schauen uns mal eine der Antithesen mal genauer an, weil natürlich die Antittithesen oft das sind, was vor allem diskutiert
  49. wird. Hier speziell die Auseinandersetzung mit der sogenannten Talionsformel. Das heißt, wir sprechen hier vom
  50. Vergelten. Die Talionsform lautet, ihr habt aber gehört, dass gesagt ist Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die sogenannte Taliensformel ist
  51. eine der ersten festgelegten Gesetze, die wir haben, die weit über das Alter des Alten Testaments hinausgeht. Also, das kennen wir schon von einigen anderen
  52. Religionen. Es diente in erster Linie dazu, die Blutrache eben mit dieser Talonsformel zu ersetzen. Und hier kommt jetzt der
  53. Gegenspruch Jesu. Er sagt, ihr habt gehört, das gesagt ist Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr nicht wieder streben sollt dem Übel,
  54. sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dann bietet die andere auch da. Die weiteren Sprüche, die wir dazu haben, gehen alle in die
  55. gleiche Richtung. Und die Aussage ist natürlich schon relativ stark, die wir haben, also relativ hart, weil im Prinzip gesagt wird, dass man sich
  56. rechtlich auch nicht mehr wehren soll oder sich nicht mehr wehren darf. Es gibt daher auch eine ganze Reihe an kritischen Äußerungen, die wir zunächst
  57. einmal haben. Es gibt politische Einwende, die wir haben. Es gibt einen jüdischen Einwand, also aus dem Judentum, die diese Antitthesen als
  58. deutlich zu streng ansieht. Und es gibt auch einen moralischen Einwand, dass das Ganze eben nur eine Heuchelei sei, weil es eben nicht umgesetzt werden kann.
  59. Der politische Einwand, wir haben das schon mit Otto von Bismarch gehört, es sei eben politisch nicht umsetzbar, aber auch Max Weber kritisiert die
  60. Bergpredigt. Er sagt, die Bergpredigt ist eine gereine Gesinnungsethik. Sie kann keine Verantwortung übernehmen. Das heißt, in der Verantwortungsethik kann
  61. es durchaus mal passieren, dass man auch über gewisse Normen hinweg schauen muss, sich hinwegsetzen muss, weil wir ein Dilemma haben und eine Gesinnungsethik
  62. achtet nur darauf, dass ich mich richtig verhalte, aber nicht was für eine Wirkung das hat. Und Max Weber sagt z.B., Ich muss auch immer über die
  63. Folgen nachdenken und das Ganze entsprechend verantworten. Jüdcher Einwand, dass das Ganze viel zu streng ist, haben wir
  64. schon bereits sehr früh der Jude Trüfon. Da gibt's von Justinus ein entsprechendes Werk einem frühen Kirchenvater, der sagt, die Gebote in
  65. der Form, wie sie da formuliert sind, sind eben nicht erfüllbar. Und mit der Feindesliebe, die wir haben, also mit einer weiteren Antitthese und
  66. Sigmund Freund z.B. sagt, dass die Feindesliebe, die erwartet wird, letztlich sogar eher zu Hass führt, weil ich meine Aggression unterdrücke und
  67. diese Aggression dann irgendwie an einer anderen Stelle wieder hinauskommen. Auch er sieht die Bergpredigt sehr, sehr kritisch. Und jetzt kommen wir zum
  68. moralischen Einwand. Es wird hier als Heuchelei betrachtet. Friedrich Nietzsche Nietzche werden wir uns noch ein bisschen genauer anschauen, wenn wir
  69. uns mit den Atheisten auseinandersetzen, sagt, dass die Feindesliebe, die hier gepredigt wird, eigentlich nur Schwäche ist. In
  70. Wirklichkeit ist der Mensch, soll der Mensch Egoist sein. Er soll ein Krieger sein und der Übermensch wird diese Schwäche
  71. überwinden. Oder Fodor Dostojewski, den wir haben, der sagt, die Feindesliebe steht im klaren Widerspruch zum Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit, die
  72. man erlangen muss, wenn jemand sich z.B. schlecht verhält, dass er auch entsprechend seine Strafe bekommt. Also hier sagt er, wird der
  73. Gerechtigkeitssinn der Menschen entsprechend verletzt. Es stellt sich natürlich die Frage, wie kann man die Bergbrädig jetzt umsetzen? Die
  74. Forderungen, die wir gesehen haben, sind natürlich sehr hart. Wir werden uns auch die gesamte Bergbredicht darauf hingehend etwas genauer anschauen.
  75. Zunächst einmal die Interimsethik. Das heißt, wir haben z.B. Albert Schweizer diese These, dass die Bergpredig nur für den direkten Übergang
  76. zum Reich Gottes gedacht gewesen ist, also letztlich nur für Jesus und seine Jünger umzusetzen gewesen ist. Im normalen Leben kann man das eben nicht.
  77. Im Mittelalter gab es die These, dass die Bergpredig etwas nur für Heilige oder eben für den Klerus ist. Der große Teil der Christenheit soll sich an die
  78. zehn Gebote halten. Ein typische luther Ansatz der lutherischen Orthodoxie vor allem sagt, die Werkprätig ist einfach nur dafür da,
  79. dass man die Sünde der Menschen aufzeigt. Der Mensch soll da erkennen, dass er selbst aus eigener Kraft gerecht werden kann. Allein der Glaube wird mich
  80. letztlich retten und die Bergprä ist für mich nur ein Indikator, um zu erkennen, dass ich ein sündiger Mensch bin. Dann gibt es noch die Trennung von Beruf und
  81. Privat. Eine Variante von Martin Luther ist hier die zweireiche Lehre. der unterscheidet sich in dem weltlichen Reich, wo auch
  82. andere Gesetze gelten und dem göttlichen Reich und im weltlichen Reich kann man sich eben nicht an die Bergpredig halten, sondern wirklich nur innerhalb
  83. der Gemeinde. Die Schwierigkeit ist, das wurde teilweise dann auch dahingehend missbraucht, dass man berufliches und privates komplett voneinander getrennt
  84. hat und sich auch komplett unterschiedlich verhält. Das ist natürlich so bei Martin Luther nicht gedacht.
  85. Mir persönlich am sympathischsten ist die letzte Variante, die sagt, die Bergpredigt ist das Leidziel und entscheidend ist der Weg, wie wir uns
  86. dorthin bewegen, dass wir dieses Leidziel immer vor unserem geistigen Auge haben. Denn im normalen Leben im haben wir immer wieder mal das Problem,
  87. dass wir Dilemma haben, dass wir uns zwischen zwei Dingen entscheiden müssen, die dann durchaus für den einen oder anderen eine sehr schlechte Wirkung hat
  88. und ein gewisser gesunder Egoismus ist ja für das eigene Überleben sehr sinnvoll, aber dass man die Bergprätig trotz allem immer wieder als Leidziel
  89. nimmt und immer wieder die Frage stellt, wenn ich eine Entscheidung treffe und ich auch gewisse Normen verletze, ist es noch vertretbar oder ist es eben nicht
  90. vertretbar? Vielen Dank für das Zuhören und Zuschauen.

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