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Verantwortungsethik (Religion Lernvideo)

Lernvideos und Vorträge14:57 4.246 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 95 Zeilen
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  1. willkommen zu unserem Lernvideo zum Thema Verantwortungsethik die Verantwortungsethik spielt der modernen
  2. evangelischen Theologie eine sehr große Rolle als Begründer ist hier vor allem Max Weber zu nennen der ist allerdings kein Theologe sondern ein Soziologe er
  3. hat in einem Vortrag Politik als Beruf 1919 einige sehr wichtige Sätze formuliert die ich jetzt Vorlesen werde wir müssen uns klar machen dass alles
  4. ethisch orientierte Handeln unter zwei vinander grundverschiedenen unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann es kann
  5. gesinnungsethisch oder verantwortungsethisch orientiert sein nicht dass Gesinnungsethik mit Verantwortungslosigkeit und
  6. Verantwortungsethik mit gesinnungslosigkeit identisch wäre davon ist natürlich keine Rede aber es ist ein abgrundtiefer Gegensatz ob man unter der
  7. gesinnungsethischen Maxime handelt religiös geredet der Christ tut Recht und stellt den Erfolg an Heim oder unter der
  8. verantwortungsischen dass man für die voraussehbaren Folgen seines Handelns aufzukommen hat Max Weber unterscheidet also
  9. zwischen der Gesinnungsethik auf der einen Seite das setzt er mit dem Christentum gleich und der Verantwortungsethik auf der anderen
  10. Seite der Christ der sich an der ziehungsethik orientiert sein Ziel ist es sich richtig zu verhalten er bedenkt laut Max Weber aber nicht den möglichen
  11. Erfolg seines Handelns in der Verantwortungsethik sieht das gan anders aus man muss eben für die Folgen seines Handelns aufkommen das heißt man muss
  12. als Politiker unter anderem auch dafür Rechenschaft ablegen durch Dietrich bonnhöfer ist die Verantwortungsethik dann auch Teil der
  13. evangelischen Theologie geworden er greift nämlich auf Max Weber zurück interessant ist dass er die Perspektive von Max Weber erweitet gut zu erkennen
  14. ist es hier mit diesen Satz dieses Leben als Antwort auf das Leben Jesu Christi nennen wir Verantwortung für bonnhöfer ist der christologischeer Aspekt eine
  15. besonders wichtiger Aspekt er spricht von einer doppelten Verantwortlichkeit einer Verantwortlichkeit vor Gott aber auch vor den Menschen und eine
  16. Verantwortlichkeit für Gott und für die Menschen das Leben an sich sieht er als das Gute an das heißt das ist das was es zu
  17. erhalten gilt und in diesem Moment wird auch deutlich dass wenn er wie er das ja gemacht hat sich an einem Widerstand beteiligt der als Ziel hat eben Hitler
  18. zu töten dass er auch bereit sein muss im gewissen Maße eine Schuld zu übernehmen er sagt in der Nachfolge Christi ist die Gefahr einfach da in
  19. Verantwortlichen halten für andere eben schuldig zu werden das ist das was er unter Schuldübernahme versteht trotzdem spricht er auch
  20. gleichzeitig von der Freiheit des Gewissens das heißt in diesem Fall wird der verantwortliche laut dietrichbornhöfer
  21. sündlos schuldig das hängt damit zusammen dass natürlich in klassischen Dilemmasituation und die haben wir natürlich im Widerstand verschiedene
  22. Normen gegeneinander stehen man kann es z.B gut deutlich machen an dem Sabbatgebot dass Jesus z.B uminterpretiert im Kontrast zum
  23. Liebesgebot dass er sagt eine Heilung eines Blinden an einem Sabbat ist durchaus legitim weil natürlich die Liebe zum Nächsten einen höheren Wert
  24. hat als eben das Sabbatgebot einzuhalten und hier spricht dirichbrnhöfer von der Freiheit des Gewissens Freiheit und Verantwortung
  25. sieht er als korrespondierende Begriffe er sagt das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freise sein für etwas indem ich eben für etwas auch
  26. Verantwortung übernehme eduward töt hat auf der Grundlage von eben dietrichbornhöfers Ethik ein Stufenmodell entwickelt nachdem wir zu
  27. einer ethischen Entscheidung kommen können dieses Stufenmodell ist die Grundlage für die ethischen Entscheidungen die auch in unserem Kurs
  28. zu treffen sind also da habe ich bei den Studienarbeiten die Erwartung dass wirklich auch diese Schritte entsprechend durchgegangen werden wir
  29. fangen an mit der problemfeststellung dann der Situationsanalyse dann den dritten Schritt die
  30. Verhaltensalternativen im vierten Schritt findet eine normprüfung statt im fünften Schritt die Entscheidung selbst der urteilsentscheid und im sechsten
  31. Schritt der normalerweise auch einen zeitlichen Abstand hat der Rückblick und noch die Überprüfung der jeweiligen ethischen
  32. Urteilsfindung wir schauen uns mal Schritt 1 und schritt 2 genauer an Schritt 1 hier geht's um die problemfeststellung zunächst ist es
  33. einmal wichtig dass wir versuchen das Ganze rational zu klären also vor allem die Gefühlslage entsprechend rauszulassen hilfreiche Fragen sind hier
  34. zunächst einmal was ist denn überhaupt das Problem wer ist denn daran beteiligt welche Bedürfnisse spielen mit herein so gibt es z.B zu der Fragestellung ob man
  35. bei gen technisch veränderten Gemüse auf den Etiketten das entsprechend anzuzeigen hat also auf dosenetiketten da muss man sich zunächst
  36. einmal fragen was ist denn eigentlich das Problem das heißt das Problem dass natürlich gentechnisches veränderte gemüß nicht unbedingt jeder essen möchte
  37. wer ist daran beteiligt z nur einem natürlich die Industrie auf der einen Seite auf der anderen Seite natürlich auch der Konsument und welche
  38. Bedürfnisse spielen mit herein tatsächlich auch die Frage ob man vielleicht auch aus religiösen Gründen z.B ein Problem damit hat gentechnisch
  39. veränderte nahrungz sich zu nehmen auch die Ängste die dahinter stecken man weil man sich teilweise über die Folgen gar nicht so bewusst ist die damit
  40. hineinspielen könnten der zweite Schritt ist die Situationsanalyse selbst hier ist zunächst einmal zu klären was für
  41. persönliche Zusammenhänge sind zu sehen welche gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Zusammenhänge gibt es also gibt es Wirtschaftsfaktoren die
  42. wichtig sind gibt es politische Motivation um das Ganze entsprechend nach vorne zu bringen und natürlich auch inwie weit ich persönlich davon
  43. betroffen bin die nächste Frage ist was sind die gesellschaftlichen oder auch die psychischen Faktoren die die aktuelle Situation
  44. prägen und wenn welche Handlungsspielräume habe ich und welche Sachzwänge sind einfach da ziel ist unter anderem auch die vermeintlichen
  45. Sachzwänge zu überwinden berümt das Killerargument was gern benutzt wird ist natürlich immer die Frage der Arbeitsplätze bei ökologischen Fragen es
  46. stellt sich auch manchmal die Frage ob eben durch Förderung von ökologischen Systemen auch nicht Arbeitsplätze gewonnen werden können das ist auch
  47. immer sehr interessant und auch sehr wichtig dass man diese Sachen hier beachtet Schritt 3 und 4 Schritt 3 die Verhaltensalternativen die
  48. grundsätzliche Frage ist hier zu stellen was kann man zunächst einmal tun welche verschiedene Möglichkeiten ein der Lösung gibt es welche Folgen ergeben
  49. sich jeweils heraus und welche der Möglichkeiten kann ich vor meinem Gewissen verantworten hier sind natürlich auch durchaus Alternativen
  50. aufzugreifen die man tendenziell eher ablehnen würde um einfach sich bewusst zu machen was es überhaupt alles an Möglichkeiten gibt im vierten Schritt
  51. erfolgt die sogenannte normenprüfung im alltäglichen Leben greifen wir ja eigentlich ohne uns groß Gedanken darüber zu machen immer wieder
  52. auf eine Reihe von Normen zurück allerdings ohne sie zu hinterfragen und das findet nun bei der normprüfung statt man ist auch teilweise
  53. gezwungen gewisse Normen gegenüberzustellen in klassischen dilemmasituationen die wir haben oder wenn sich Normen gegenüber stehen haben
  54. wir das Problem dass man sich da miteinander auseinandersetzen muss bereits darauf verwiesen hatte ich ja dass Jesus vom Liebesgebot aus deutliche
  55. normkritik geübt hat und zwar mit dem Satz der Sabbat ist um das menschenwillen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats Willen also wir
  56. sehen dass wir auch bereits innerbiblich durchaus auch Norm Kritik üben können und das wird hier entsprechend in diesem Schritt dann auch gemacht wir schauen
  57. uns mal bei der Gentechnik an was es für Normen geben könnte das sind die Leitlinien der EKD die ich hier vorstelle zum einem mal die Frage der
  58. Autonomie dass man also als Mensch selbständig darüber entscheiden darf ob man Gentechnik entsprechend nutzen möchte oder ob man sagen möchte z.B ich
  59. möchte keine gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zu mir nehmen eine weitere Norm ist die Welt erstens mal positiv zu betrachten und nicht zu sagen
  60. man muss die Welt um jeden Preis optimieren die Frage natürlich welche Folgen hat die Gentechnik also kann man die Folgen überhaupt abschätzen das
  61. heißt in dem Moment indem ich anfange im großen Stil gentechnisch verändertes Gemüse anzubauen oder gentechnisch verändertes Getreide habe ich natürlich
  62. nur noch bedingt Kontrolle über die gentechnisch veränderten Samen weil die natürlich dann über Bienen oder Wind oder sonstige Umstände in die weitere
  63. Umwelt hineinkommen können wichtig ist auch hier die Bewertung der Risiken und die abwegung von Kosten und Nutzen Gentechnik hat auch durch durchaus seine
  64. Vorteile es kann z.B medizinischen Bereich durchaus sinnvoll eingesetzt werden der Traum davon z.B dass man Mikroben entwickelt die in der Lage sind
  65. öltbiche zu fressen und danach zu sterben wen natürlich eine Vorstellung die man wirklich auch unterstützt würde sagen okay das ist eine Gentechnik die
  66. eingesetzt werden kann aber auch immer natürlich die Frage tatsächlich sterben diese Bakterien tatsächlich danach ab die Frage ist was für Alternativen kann
  67. man einsetzen es gibt ja auch durchaus die Möglichkeit eben durch Züchtungen entsprechende vorteilhafte Pflanzen heranzuziehen es ist die Frage der
  68. Gerechtigkeit und zwar der Gerechtigkeit der Verhältnis der sogenannten dritte weltländer im Verhältnis zu den Industrienationen also den sogenannten
  69. Entwicklungsländern die natürlich dann auf industrietechnischer Ebene nicht entsprechend mithalten kann es ist auch immer die Frage wer hat z.B das Recht an
  70. den Genomen also so die entdeckten Gene oder Pflanzen die dann teilweise aus dem Amazonas rausgezogen werden und die dann entsprechend herausgearbeitet wird hat
  71. quasi die Industrie das Recht darauf hier ein Patent zu erheben also die Frage der Gerechtigkeit ist sehr wichtig auch der Tier und der
  72. pflanzengerechtigkeit ist sehr wichtig also bei tiergerechtigkeit ist darf man z.B Tiere züchten die zwar sehr sehr viel Fleich produzieren also erstaunlich
  73. viel bleich produzieren was allerdings mit sehr hohen Schmerzen für die Tiere verbunden sind das W hier z.B ein Thema das sehr problematisch wäre und die
  74. sogenannte Biodiversität das heißt durch den Einsatz von natürlich gentechnisch manipulierten Organismen ist die Gefahr
  75. sehr groß dass natürlich die Vielfalt der Tiere zurückgeträngt wird dass also die das natürliche Vorkommen von Vögeln oder von Fischen dadurch stark
  76. eingeschränkt wird indem man Tiere produziert die den anderen deutlich überlegen sind hier also eine ganze Reihe von verschiedenen Normen die wir
  77. haben Schritt 5 und Schritt 6 Schritt 5 ist die Entscheidung selbst der urteilsentscheid hier fasst man im Prinzip die gesamten Ergebnisse zusammen
  78. und muss ich natürlich dann letztlich auch für ein Modell entscheiden also möchte ich jetzt z.B dass entsprechend auf den dosenetiketten aufgedruckt wird
  79. das ist gentechnisch verändertes Gemüse oder möchte ich das eben nicht es stellt sich natürlich auch hier die Frage muss ich teilweise gegen mein
  80. Gewissen entscheiden weil tatsächlich einige Dinge dafür sprechen oder werden bestimmte Normen verletzt oder werden bestimmte Normen besonders bevorzugt der
  81. letzte Schritt findet wie gesagt zeitlich eher in einer gewissen Distanz statt ist eher eine Überprüfung ein Rückblick den wir da machen wurde das
  82. Problem richtig erfasst tatsächlich ist es sehr schwierig wenn man ein Problem in aller Tiefe fast wirklich alle Facetten richtig zu begreifen zu
  83. ergreifen man weiß ja oft nicht ob man wirklich alle Faktoren berücksichtigt hat erst nach einer gewissen Zeit stellt man plötzlich fest okay daran haben wir
  84. jetzt nicht gedacht und dann kann es durchaus passieren dass man noch mal die Schritte ein bis 5 entsprechend durchlaufen lässt und dann zu einer zu
  85. einer anderen Entscheidung kommt die Frage ist natürlich hier werden wesentliche Normen verletzt oder auch wesentliche Normen übersehen und bei
  86. rückliegenden Überprüfung lässt man noch mal alle fünf Schritte durchlaufen und versucht noch einmal die Folgen und auch die jetzt empirisch nachweisbaren Folgen
  87. zu bedenken und zu berücksichtigen die theologischen Fragen die man nach einem Urteil stellt ist
  88. erstmal natürlich die Frage nach Gott das heißt speziell wenn wir auch mit der Schöpfung zu tun haben auch ist immer die Frage was für ein eine Rolle hat
  89. unser Verständnis von Gott als dem Schöpfer darum eben auch der Schwerpunkt in der Norm die wir haben dass wir sagen man kann die Welt auch so gut sein
  90. lassen so wie sie ist es ist die Frage nach Schuld und Vergebung es gibt natürlich immer wieder Dilemmasituation wo man einfach gezwungen ist sich gegen
  91. gewisse auch wesentliche Normen zu entscheiden unter anderem eben wie dirich bonnhöfer der sich dazu entschieden hat eben einen Attentat
  92. einen Mord auf einen Menschen auszuüben sicherlich nach vollziehbar warum er es gemacht hat aber auch es immer die Frage eben nach Schuld und Vergebung und
  93. natürlich auch die letzte Frage die sich für einen Theologen immer wieder stellt ist die Frage nach der Hoffnung also nach dem Reich Gottes und auch den Sinn
  94. von verschiedenen Handlungen ich hoffe ich konnte einen guten überriss über die Verantwortungsethik geben vielen Dank
  95. für das Zuhören und Zuschauen bis zu unserem nächsten Lernvideo

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