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Ober- und Untersumme

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Transkriptautomatisch erstellt · 71 Zeilen
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  1. In diesem Video lernst du, was die Obersumme und die Untersumme sind und wie man diese berechnet. Die brauchst du, wenn du den Flächeninhalt zwischen einem Funktionsgraphen und der x-Achse
  2. bei komplizierteren Funktionsverläufen exakt bestimmen möchtest, das heißt bei Funktionsgraphen, die wie in diesem Beispiel krummlinig verlaufen.
  3. Bei konstanten und linearen Funktionen konnten wir den Flächeninhalt zwischen dem Funktionsgraphen und der x-Achse noch leicht bestimmen,
  4. indem wir Rechtecks- und Dreiecksflächen berechnet haben. Bei andersartigen Funktionen geht das meist nicht mehr.
  5. Wir wollen aber den Flächeninhalt trotzdem zumindest annähernd bestimmen. Deswegen teilen wir das Intervall mal in gleichlange Teilintervalle auf
  6. und legen Rechtecke der gleichen Breite hierauf. Hier siehst du, dass der Flächeninhalt dieser Rechtecke
  7. annähernd so groß ist wie der Flächeninhalt zwischen dem Graphen und der x-Achse. Die Summe dieser Rechtecke wird Obersumme genannt.
  8. Dabei sollen die Rechtecke jeweils so hoch sein wie der größte Funktionswert im Teilintervall. Genau so können wir auch die Untersumme betrachten.
  9. Hier sind die Rechtecke immer so hoch wie der kleinste Funktionswert im Teilintervall. Auch hier sehen wir, dass die Summe der Flächeninhalte dieser Rechtecke
  10. eine Annäherung an den exakten Flächeninhalt zwischen dem Funktionsgraphen und der x-Achse ist. Schauen wir uns die Obersumme an,
  11. dann sehen wir, dass sie den exakten Flächeninhalt beinhaltet und sogar von den Rechtecken noch Überschüsse übrigbleiben.
  12. Bei der Untersumme fehlen allerdings immer kleine Stücke zum exakten Flächeninhalt. Anschaulich ist damit klar,
  13. dass der exakte Wert des Flächeninhalts immer kleiner ist als der Wert der Obersumme, aber größer als der Wert der Untersumme.
  14. Er wird also von der Ober- und der Untersumme eingeschlossen. Aber wie berechnet man denn jetzt die Ober- und die Untersumme?
  15. Das schauen wir uns mal für die Funktion f von x gleich x Quadrat plus 3 im Intervall von 0 bis 2 an. Damit wir verstehen, was hier passiert
  16. und wir uns das gut veranschaulichen können, teilen wir das Intervall erstmal in wenige Teilintervalle ein.
  17. Wir nehmen hier wie eben schon eingezeichnet 4 gleichlange Teilintervalle, das geht aber auch für 3, 5, 6 oder 10 oder beliebig viele Teilintervalle.
  18. Berechnen wir dafür zuerst die Obersumme. Das ist genau die Summe der Flächeninhalte dieser 4 Rechtecke.
  19. Um die Flächeninhalte der einzelnen Rechtecke zu bestimmen, brauchen wir jeweils deren Breite und Höhe.
  20. Diese Rechtecke haben alle die gleiche Breite, weil wir das Intervall ja in 4 gleichlange Teilintervalle zerlegt haben.
  21. Um diese Breite zu bestimmen, müssen wir also nur die Länge des gesamten Intervalls durch 4 teilen und erhalten 2 durch 4 und das ist ein Halb.
  22. Bei der Obersumme wird die Länge der Rechtecke durch den jeweils größten Funktionswert im betrachteten Teilintervall bestimmt.
  23. Da es sich hier um eine monoton wachsende Funktion handelt, ist das immer am rechten Randpunkt des Teilintervalls.
  24. Starten wir zur Berechnung der Obersumme mal mit dem ersten Rechteck. Das hat die Breite ein Halb
  25. und die Länge ist durch diesen Funktionswert gegeben, also durch f von ein Halb.
  26. Die Fläche dieses Rechtecks beträgt also ein Halb mal f von ein Halb. Für das zweite Rechteck geht das genau so.
  27. Die Breite ist wieder ein Halb und die Länge ist der Funktionswert an dieser Stelle, also f von 1.
  28. Dann erhalten wir als Flächeninhalt ein Halb mal f von 1. Das machen wir auch für die anderen Rechtecke.
  29. Die Obersumme ist nun die Summe dieser Flächeninhalte, also erhalten wir diesen Ausdruck.
  30. Wir schreiben O mit Index f von 4, um deutlich zu machen, dass das die Obersumme zur Funktion f mit 4 Teilintervallen ist.
  31. Hier setzen wir jetzt die einzelnen Flächeninhalte ein. Sieht noch etwas kompliziert aus, aber hier kommt ja überall ein Halb vor.
  32. Das klammern wir mal aus und dann sieht das schon etwas übersichtlicher aus. Jetzt setzen wir die Funktionswerte ein.
  33. Das können wir jetzt ausrechnen und erhalten insgesamt 39 Viertel, also 9,75. Genau so können wir auch die Untersumme berechnen.
  34. Für die Berechnung der Untersumme brauchen wir auch wieder die Breite der Rechtecke. Weil wir aber immer noch 4 Teilintervalle betrachten,
  35. ist das genau wie bei der Obersumme ein Halb für jedes Rechteck. Weil wir aber nun die Untersumme betrachten, müssen wir für die Höhe des Rechtecks
  36. immer den kleinsten Funktionswert im jeweiligen Teilintervall nehmen. Weil die Funktion monoton wächst, ist das immer der Funktionswert am linken Intervallrand.
  37. Dann haben wir hier als Untersumme, die wir mit U bezeichnen, ein Halb mal f von 0 plus ein Halb mal f von ein Halb
  38. plus ein Halb mal f von 1 plus ein Halb mal f von 3 Halbe. Genau wie bei der Obersumme können wir ein Halb ausklammern
  39. und die Funktionswerte einsetzen und damit das Ergebnis ausrechnen. Wir erhalten für die Untersumme 7,75.
  40. An dieser Stelle können wir bereits sagen, dass der exakte Wert des Flächeninhalts unter der Kurve, also das Integral von 0 bis 2 über f von x dx
  41. zwischen 7,75 und 9,75 liegen muss, weil dieser von der Untersumme und der Obersumme eingeschlossen wird.
  42. Wie wir am Anfang schon kurz gesehen haben, können wir die Ober- und Untersumme auch für andere Anzahlen an Teilintervallen berechnen, zum Beispiel für 10.
  43. Starten wir mit der Obersumme, die bezeichnen wir mit O_f von 10. Zuerst müssen wir wieder die Breite der Rechtecke bestimmen.
  44. Das ist ja die Länge der Teilintervalle. Wie lang sind die denn, wenn wir das gesamte Intervall
  45. in 10 gleichlange Teilintervalle einteilen? Dazu müssen wir die Länge des gesamten Intervalls,
  46. also 2, durch 10 teilen und erhalten 2 Zehntel. Das schreiben wir wie eben direkt außerhalb der Klammer.
  47. Hier addieren wir die entsprechenden Funktionswerte, also für die Obersumme die Funktionswerte an den rechten Rändern der Teilintervalle.
  48. Dazu müssen wir nicht immer die Funktionswerte ablesen, sondern können direkt immer 2 Zehntel weitergehen,
  49. weil die Teilintervalle ja alle 2 Zehntel lang sind. Das erste Teilintervall geht bis 2 Zehntel,
  50. das zweite bis 4 Zehntel, das nächste bis 6 Zehntel, und so weiter. Damit wir nicht alles aufschreiben müssen, kürzen wir das mal mit diesen Punkten ab.
  51. Das letzte Teilintervall endet dann bei 2, also 20 Zehntel. Hier setzen wir wieder die Funktionswerte ein und rechnen diese mit dem Taschenrechner aus
  52. und erhalten damit 9,08. Das Gleiche machen wir wieder für die Untersumme
  53. mit den Funktionswerten der linken Ränder der Teilintervalle. Dabei starten wir bei 0 und enden bei 18 Zwanzigstel.
  54. Dann erhalten wir insgesamt 8,28. Wir konnten den exakten Wert des Flächeninhaltes unter dem Graphen also genauer eingrenzen,
  55. er muss zwischen 8,28 und 9,08 liegen. Dieses Vorgehen können wir nicht nur für eine kleine Anzahl an Teilintervallen,
  56. wie hier 4 oder 10, machen, sondern auch für ganz viele Teilintervalle, wie z.B. 50, 100 oder 1000.
  57. Wir können die Ober- und Untersumme aber auch für eine beliebige Anzahl an Teilintervallen, sagen wir n, bestimmen.
  58. n soll dabei eine natürliche Zahl sein. Dann erhalten wir eine Formel, in die wir für n jede beliebige natürliche Zahl einsetzen können,
  59. wodurch wir direkt die Ober- und Untersumme für diese Zahl an Teilintervallen erhalten. Wir haben gerade gesehen, dass wir den exakten Flächeninhalt
  60. durch mehr Teilintervalle genauer eingrenzen konnten. Wir werden sehen:
  61. Wenn wir eine immer größere Anzahl an Teilintervallen betrachten, dann können wir den exakten Flächeninhalt unter der Kurve immer genauer eingrenzen.
  62. In diesem Video hast du gelernt, was Ober- und Untersumme sind und wie man sie bei einer quadratischen Funktion berechnet.
  63. Das Integral, das heißt der exakte orientierte Flächeninhalt, wird dabei durch die Obersumme und die Untersumme eingegrenzt.
  64. Da die Funktion im betrachteten Intervall monoton wächst, konnten wir dabei immer mit den Funktionswerten am rechten
  65. bzw. linken Randpunkt der Teilintervalle arbeiten. Das funktioniert für alle monoton wachsenden Funktionen.
  66. Umgekehrt können wir Ober- und Untersummen aber auch für monoton fallende Funktionen bestimmen. An welchen Stellen müssen wir denn hier die Funktionswerte betrachten?
  67. Hier ist es genau anders herum wie bei den monoton wachsenden Funktionen: Für die Obersumme betrachten wir die Funktionswerte am linken Randpunkt
  68. und für die Untersumme die Funktionswerte am rechten Randpunkt der Teilintervalle. Wir können Ober- und Untersummen sogar für Funktionen berechnen,
  69. die in manchen Intervallen monoton wachsen und in manchen Intervallen monoton fallen. Wie das geht, zeigen wir dir im weiteren Verlauf des Kapitels im studiVEMINT-Kurs.
  70. Außerdem wirst du lernen, wie man mithilfe der Ober- und Untersummen für eine beliebige Anzahl n an Teilintervallen
  71. den orientierten Flächeninhalt zwischen dem Graphen und der x-Achse, also das Integral, nicht nur eingrenzen, sondern exakt bestimmen kann.

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