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Die Zwölftontechnik von Arnold Schönberg einfach erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
- Anfang der 1920er Jahre schreibt Arnold Schönberg an einen seiner Schüler,
- dass er eine Entdeckung gemacht hat, die die deutsche Musik für die nächsten 100 Jahre prägen wird.
- Die Entdeckung, die er gemacht hat – die Zwölftontechnik. Aber wozu braucht ein Komponist wie Arnold Schönberg überhaupt
- eine neue Kompositionstechnik? Arnold Schönberg hat den Eindruck,
- dass die Musik der vorangegangenen Jahrhunderte zwar immer komplexer und facettenreicher geworden ist,
- dass der Ausdruck sich aber immer noch in einer Art Gefängnis befindet, nämlich im Gefängnis der Tonalität.
- Tonalität ist einfach ein Konzept, das die Beziehung zwischen Tönen und Akkorden regelt,
- so dass eine einheitliche Tonart entstehen kann. So wie bei der folgenden Akkordfolge.
- Schönberg wirft nun alle Regeln der Tonalität über den Haufen.
- So zum Beispiel auch, das spannungsreiche, scharfe Intervalle wie Dieses, sich normalerweise
- auflösen müssten in ein spannungsarmes, neutrales Intervall. Bei ihm können Dissonanzen, also diese scharfen Intervalle
- für sich selbst stehen. Schönberg schreibt in dieser Zeit
- unglaublich ausdrucksstarke Musik und sprudelt nur so über vor Kreativität. Aber er merkt, dass er sich in einer kompositorischen Sackgasse befindet.
- Denn wenn alles geht und er immer nur intuitiv komponieren kann, bringt er keine langen Stücke zustande.
- Er braucht also ein System, so dass er wieder längere Stücke komponieren kann. Und das leistet die Zwölftontechnik.
- Die Zwölftontechnik hat eine einfache, aber geniale Grundregel Ein Ton darf erst dann wieder erklingen,
- wenn alle anderen elf Töne auch einmal erklungen sind. Ich kann die Reihenfolge der Zwölftöne frei wählen,
- solange Sie diese Regel nicht verletzen. Ein Stück läuft aber Gefahr, monoton zu werden,
- wenn immer dieselbe Reihenfolge der Zwölftöne durchläuft. Und deshalb wendet Schönberg ein paar Techniken an,
- wie er diese Grundreihe variieren kann. Das demonstriere ich einmal an einer tonalen Volksliedmelodie.
- Ich nehme erst mal die offensichtlichen Tonwiederholung raus.
- Die erste Technik heißt Krebs. Ich kann diese Reihe einfach von hinten nach vorne
- spielen. Als nächstes kann ich die Tonschritte,
- sogenannte Intervalle, in ihrer Richtung umkehren. Jedes Intervall, das nach oben geht, geht jetzt nach
- unten. Und die Umkehrung für sich genommen.
- Diese Umkehrung kann ich jetzt auch von hinten nach vorne spielen.
- So habe ich aus einer Reihe schon vier Varianten gewonnen und jede dieser Varianten kann auf jedem
- der Zwölftöne starten. Und so habe ich aus
- einer Zwölftonreihe 48 Varianten hergestellt. Ist Zwölftonmusik dann nicht langweilige mathematische Musik?
- Definitiv nicht. Zwölftonmusik ist emotional
- ausdrucksstark und unglaublich facettenreich. Jeder Komponist und jede Komponistin hat die Zwölftontechnik auch
- individuell für sich nutzbar gemacht, so dass unglaublich unterschiedliche Kompositionen entstanden sind.
- Ist es schlimm, wenn ich die Zwölftonreihen nicht höre? Nein, denn die Zwölftontechnik ist eine Kompositionstechnik wie bei Mozart auch.
- Der hatte ja auch Kompositionsprinzipien, die wir im Konzert nicht analytisch raushören müssen.
- Man kann sich also in beiden Fällen emotional und unmittelbar auf das Werk einlassen. Löst Zwölftonmusik
- durch ihre vielen Dissonanzen nicht ein gewisses Unbehagen aus? Auch hier würde ich sagen nein.
- Denn die vielen Dissonanzen und das Fehlen der Tonalität wirkt vielleicht ein bisschen ungewohnt am Anfang.
- Aber Schönberg gewinnt dadurch auch eine ganze Menge, denn er schafft völlig neue harmonische Welten
- und möchte diese gemeinsam mit uns erkunden. Ich lade also herzlich dazu ein, einmal in ein Konzert zu gehen
- und diese neuen harmonischen Welten zu erleben. Und hatte Schönberg jetzt recht, dass er mit seiner Entdeckung
- die deutsche Musik für die nächsten 100 Jahre prägen würde? Tatsächlich kann man sagen Ja, die Zwölftontechnik
- gehört zu den beliebtesten Kompositionstechniken im 20. Jahrhundert.
- Unter anderem ist daraus der Surrealismus entstanden. Aber auch neben dem Surrealismus gab es unzählige Komponistinnen
- und Komponisten, die die Zwölftontechnik auch heute noch verwenden.
Zum Nachlesen
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