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Musik des Expressionismus

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
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  1. Hey und herzlich willkommen. Wir reisen heute zusammen eine Klangwelt, die na ja ganz anders ist, als du es vielleicht gewohnt bist. Wir tauchen nämlich ein in
  2. die Musik des Expressionismus und das ist Musik voller starker roher Gefühle. Also schauen wir uns das mal genauer an. Fangen wir mal direkt mit einer Frage
  3. an. Muss Musik eigentlich immer schön klingen? Also so richtig harmonisch sein, damit wir sie genießen können? Tja, die Komponisten, über die wir heute
  4. reden, hätten da eine ganz klare Antwort drauf gegeben. Absolut nicht, denn genau darum ging es ja. Der Expressionismus war eine bewusste Entscheidung, Musik zu
  5. machen, die auffühlt, die einen vielleicht sogar schockiert. Sie sollte die Leute aus ihrer Komfortzone locken und sie dazu bringen, Musik mal komplett
  6. neu zu denken. Was ist also dieser Expressionismus in der Musik? Stell es dir am besten nicht als einen festen Stil vor, sondern eher als ein Ziel.
  7. Also stell dir vor, du hast einen richtig miesen Tag. Anstatt so zu tun, als wäre alles super, mal ein Bild mit total wütenden dunklen Farben. Genau das
  8. wollten die Komponisten mit ihren Tönen machen, die rohen ungefilterten Gefühle rauslassen, die tief in uns drin sind. Freude, klar, aber eben auch Angst, Wut
  9. und Verzweiflung. Es ging darum, das Innere nach außen zu kehren. Und um diese neue super emotionale Musik zu erschaffen, mussten die Komponisten was
  10. ziemlich radikales tun. Sie mussten mit den alten bequemen Regeln der Vergangenheit brechen. Sie wollten sich von allem befreien, was Musik irgendwie
  11. vorhersehbar machte. Und der Unterschied zur Musik davor, der könnte wirklich kaum größer sein. Auf der einen Seite haben wir die Musik der Romantik, oft
  12. wunderschön, total harmonisch und mit klaren eingängigen Melodien. Und auf der anderen Seite steht der Expressionismus. Dissonant, das heißt, die Töne reiben
  13. sich aneinander voller Überraschungen und mit Klängen, die manchmal absichtlich verstörend klingen sollten, einfach um diese inneren Konflikte
  14. darzustellen. Was war also so neu an dieser Musik? Na ja, zum einen die Dissonanz, also absichtlich schräge Töne, dann diese extremen Wechsel in der
  15. Lautstärke von Ohren betäubend laut zu flüsterleise in einem einzigen Augenblick. Die Melodien klangen oft auch nicht wirklich schön, weil sie eben
  16. die Zerrissenheit der menschlichen Seele zeigen sollten. Und die Komponisten haben auch Instrumente ganz anders oder total ungewöhnlich eingesetzt, einfach
  17. um neue Klangfarben zu erzeugen. Was genau ist diese Dissonanz? Stell es dir vor wie zwei Farben in einem Bild, die sich total beißen. In der Musik sind das
  18. Töne, die aneinander reiben und eine richtige Spannung erzeugen. Komponisten haben das gezielt genutzt, um beim Hörer ein Gefühl von Unruhe oder Anspannung
  19. auszulösen. Also perfekt, um innere Konflikte hörbar zu machen. N damit verbunden ist die Atonalität. Normale Musik hat ja meistens so eine Art
  20. Heimatonart, einen Grundton, zu dem sie immer wieder zurückfindet. Atonale Musik hat das nicht. Die ist sozusagen ohne festen Wohnsitz ständig in Bewegung
  21. total unvorhersehbar. Das macht sie unglaublich spannungsgeladen und ist natürlich ideal, um Gefühle wie Angst oder Verwährung auszudrücken.
  22. Wer waren denn jetzt die mutigen Köpfe hinter dieser musikalischen Revolution? Wir stellen euch mal die zwei wichtigsten vor, die diese neue
  23. Klangwelt geformt haben. Der wohl berühmteste und wichtigste Komponist des Expressionismus war Arnold Schönberg. Er war ein echter Pionier, der nicht nur
  24. die alten Regeln gebrochen hat, sondern gleich ein komplett neues System erfunden hat, um Musik zu organisieren. Diese Erfindung nennt sichtechnik.
  25. Das klingt jetzt vielleicht super kompliziert, aber die Grundidee ist eigentlich total simpel. Man nimmt einfach alle zwölf Töne, die es in
  26. unserer westlichen Musik gibt. Dann legt man eine feste Reihenfolge fest und diese Reihe wird dann zur Grundlage für das ganze Stück. Der entscheidende Punkt
  27. ist Regel Nummer 3: Kein Ton darf wiederholt werden, bevor nicht alle anderen elf einmal dran waren. Und zack, damit war die alte Idee von einer
  28. Heimattonart endgültig Geschichte. Ein weiterer wichtiger Komponist war Albern Berg. Er war ein Schüler von Schönberg und hat ganz ähnliche Techniken benutzt.
  29. Das wirklich spannende an seiner Musik ist aber, dass er diese radikal neuen Ideen mit Resten der alten romantischen Klangwelt verbunden hat. Manchmal blitzt
  30. in seinen atonalen Werken ganz plötzlich eine wunderschöne, traurige Melodie auf. Und so hat er eine ganz eigene, hochemotionale Mischung geschaffen, die
  31. irgendwie eine Brücke zwischen alt und neu gebaut hat. Aber dieser Drang, das Innere nach außen zu kehren, passierte nicht nur in der Musik. Das war kein
  32. reines Musikding, nein, es war Teil einer riesigen künstlerischen Bewegung, die alle Bereiche der Kunst erfasst hat. Egal, ob in der Malerei mit ihren
  33. verzerrten, farbintensiven Bildern, in der Literatur mit ihren oft düsteren Themen oder eben in der Musik, das Ziel war immer dasselbe, die tiefsten und
  34. manchmal auch die dunkelsten menschlichen Emotionen auszudrücken und zwar ohne sie zu beschönigen. Und was ist jetzt von dieser musikalischen
  35. Rebellion geblieben? Man könnte sagen, viel mehr als man vielleicht denkt. Diese Zeit hat die Musik nämlich für immer verändert. Schauen wir uns das mal
  36. auf einer Zeitachse an. Der Expressionismus war eine relativ kurze, aber extrem intensive Phase zwischen der ausklingenden Romantik und dem, was
  37. danach kam. Nach dem ersten Weltkrieg wollten viele wieder mehr Ordnung, was dann zum sogenannten Neoklassizismus führte. Aber die Tür zu einer völlig
  38. neuen Klangwelt war aufgestoßen worden und ließ sich einfach nicht mehr schließen. Und das Erbe dieser Zeit, das hören wir bis heute, ganz besonders in
  39. der Filmmusik. Denk mal an einen Horrorfilm oder einen Thriller. Wenn die Spannung steigt und die Musik total schrill und unheimlich wird, dann sind
  40. das oft genau die Dissonanzen, die die Expressionisten erfunden haben, um uns Unbehagen zu bereiten. Ohne Schönberg würde der weiße Hai wahrscheinlich nur
  41. halb so bedrohlich klingen. Das bringt uns zu einer letzten Frage, die du einfach mal mitnehmen kannst. Die Expressionisten wollten ja mit ihrer
  42. Musik das Gefühl ihrer Zeit einfangen. Wenn heute Komponistinnen und Komponisten versuchen würden, unsere Welt mit all ihren schnellen
  43. Veränderungen, den Konflikten und der digitalen Vernetzung in Musik zu fassen, wie würde diese Musik wohl klingen? Schön oder vielleicht auch ein bisschen
  44. schockierend?