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Klassiker der Volkswirtschaftslehre 07: Geldpolitik, Inflation und Wechselkurse
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
- Geldpolitik, Inflation und Wechselkurse. Die Stabilität des Geldes. Tina kauft sich jede Woche in Gustavs Konditorei ein Stück Torte für 5 Franken. Eines
- Tages jedoch kostet das Stück plötzlich 50 Rappen mehr. Aber nicht nur das, auch ihre Lieblingszeit trifft, ihre Stammpizzeria und ihr Handyabo sind
- teurer geworden. Betrifft ein solcher Preisanstieg nicht nur ein Produkt, sondern eine Vielzahl von Gütern, spricht man von Inflation. Die Inflation
- gefährdet eine der wichtigsten Funktionen des Geldes, die Wertaufbewahrung. Steigen alle Güterpreise, so verliert das Geld an
- Kaufkraft. Tina bekommt nicht mehr gleich viel für eine Zehner Note. Die Inflation hängt eng mit der Veränderung der Geldmenge zusammen. Die
- Quantitätsgleichung bietet eine gute Annäherung, um diesen Zusammenhang zu beschreiben. Das Produkt aus Preisniveau P und produzierter Gütermenge Q ist
- gleich dem Produkt aus Geldmenge M und Geldumlaufgeschwindigkeit V. Dabei beschreibt die Geldumlaufgeschwindigkeit V, wie oft eine einzelne Geldeinheit wie
- eine Zehnernote jährlich für Zahlungen verwendet wird. In der Regel wird angenommen, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit V konstant
- ist, weil sich die Zahlungsgewohnheiten der Menschen nicht stark ändern. Im Schnitt brauchen wir eine Zehnernote im Verlauf eines Jahres stets gleich oft.
- Die Gleichung zeigt auch, wie sich die Veränderung einer der Größen auf die anderen Größen auswirkt. Steigt beispielsweise die Geldmenge M stärker
- als die produzierte Gütermenge Q, bei konstanter Geldumlaufgeschwindigkeit V steigt das Preisniveau P. Inflation entsteht also, wenn bei konstanter
- Geldumlaufgeschwindigkeit die Geldmenge M stärker wächst als die produzierte Gütermenge Q. Aber wie genau funktioniert dieser Mechanismus? Bei
- Ausweitung der Geldmenge sinkt der Preis des Geldes und die Zinsen fallen. Es wird günstiger, Geld auszuleihen und Güter zu kaufen. Die
- gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird angekurbelt. Die Leute konsumieren mehr. Die Wirtschaft boomt. Dies führt dazu, dass mehr Güter nachgefragt werden, als
- bei Normalauslastung produziert werden können. Der sogenannte Nachfrageüberschuss. Trotz Überstunden können Gustavs Arbeitskräfte nicht mehr
- alle nachgefragten Torten herstellen. Die Preise für Maschinen, Arbeitskräfte und Rohstoffe ziehen an und dasselbe gilt für andere Branchen und Industrien.
- Es droht Inflation. Um Inflation zu verhindern, strebt die Zentralbank ein Gleichgewicht zwischen der Geldmengenentwicklung und dem Wachstum
- der produzierten Gütermenge an. Die Geldmenge sollte stets im Einklang mit der produzierten Gütermenge wachsen. Zur Gewährleistung von Preisstabilität muss
- die Zentralbank deshalb vorausschauend die wirtschaftlichen Entwicklungen abschätzen. Aber auch Gustav ist von der Inflation betroffen. Das Geld auf seinem
- Sparkonto hat ein Wert verloren. Um den weiteren Wertverlust seiner Ersparnisse zu verhindern, bleibt Gustav nur noch die Flucht in physische Güter wie Gold
- oder Immobilien. Und als Unternehmer kann er sich keine neuen Öfen mehr leisten. Auch das teurere Mehl, die steigende Miete und die höheren
- Personalkosten setzen ihm zu. Er muss seine Verkaufspreise anheben. Dadurch können sich seine Stammkunden und Stammkundinnen wie Tina die Torten nicht
- mehr leisten. Ihre Kaufkraft schmilzt dahin. Eine hohe Inflation geht folglich mit erheblichen Kosten für eine Volkswirtschaft einher. Deshalb strebt
- die Zentralbank mittels der Geldmengensteuerung langfristige Preissabilität an. Damit dies gelingt, ist entscheidend, dass die Zentralbank
- politisch unabhängig ist. Für einen Finanzminister könnte es verlockend sein, erhöhte Staatsausgaben einfach durch neugedrucktes Geld zu finanzieren.
- Eine unabhängige Zentralbank stellt hingegen eine Steuerung der Geldmenge der Gestalt sicher, dass die Preisstabilität unter Berücksichtigung
- der Gütermengenentwicklung gewährleistet ist. Die Zentralbank sollte stets eine Geldpolitik verfolgen, die dem Gesamtinteresse eines Landes dient und
- nicht nur einzelnen Wirtschaftszweigen. Die Ausweitung der Geldmenge wirkt sich allerdings nicht nur auf das Preisniveau, sondern auch auf die
- Entwicklung des Wechselkurses aus. Der Wechselkurs gibt an, wie viele Einheiten der inländischen Währung wie z.B. Schweizer Franken du tauschen musst, um
- eine Einheit der ausländischen Währung beispielsweise Euro zu erhalten. Musst du 95 Rappen bezahlen, um 1 € zu erhalten, liegt der Wechselkurs bei 0,95
- Franken pro Euro. Der Wechselkurs wird maßgeblich durch die Geldpolitik beeinflusst. Eine Ausweitung oder Reduktion der Geldmenge durch die
- Schweizer Nationalbank verändert die relative Anzahl an Franken im Vergleich zum Euro. Bei der Erhöhung der Geldmenge des Frankens wird der Franken relativ
- zum Euro weniger knapp und verliert an Wert. Diese Schwächung des Frankens ist vorteilhaft für Exporte, da Schweizer Waren für den Euroraum günstiger werden.
- Gleichzeitig reduzieren sich die Importe, weil ausländische Waren für Schweizerinnen und Schweizer teurer werden. Dies führt zu einem Anstieg der
- Nettoexporte. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach in der Schweiz produzierten Gütern steigt. Umgekehrt wird es für Leute aus der Schweiz
- teurer, im Ausland Ferien zu machen oder zu investieren. Wenn Tina also in Neapel eine Pizza Margarita bestellt, wird diese teurer, da der Schweizer Franken
- gegenüber dem Euro an Wert verliert. Umgekehrt kann die Zentralbank durch eine Reduktion der inländischen Geldmenge den Franken verknappen. Er
- gewinnt gegenüber dem Euro an Wert. Für die Schweizer Firmen wird es schwieriger, ihre Waren ins Ausland zu exportieren, weil die Waren für den
- Euroraum teurer wurden. Gleichzeitig werden aus dem Euroraum importierte Rohstoffe günstiger, was die Produktionskosten der Schweizer Firmen
- senkt. Ein starker Franken macht es für Schweizerinnen und Schweizer günstiger im Ausland Ferien zu machen oder Investitionen zu tätigen. Wertet sich
- der Franken gegenüber dem Euro auf, wird die Pizza im Sommerurlaub in Neapel für Tina als Schweizerin billiger. Nun weißt du, was Inflation ist, wie sie entsteht
- und wie der Wechselkurs und die Preisstabilität damit zusammenhängen.
Zum Nachlesen
Inflationdie Geldmenge zunimmt (Geldschöpfung), · die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zunimmt, oder · die reale Produktion (das Handelsvolumen) sinkt.
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