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Geldpolitik der EZB | Leitzins, Inflation & Deflation einfach erklärt | Instrumente Teil 1
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
- Hallo zusammen. Das wichtigste Ziel der Europäischen Zentralbank ist es, die Preise stabil zu halten. Steigen die Preise zu stark an, genau genommen
- stärker als 2 % oder sinken die Preise, was mindestens genauso kritisch ist, dann ist die EZB gefordert, etwas zu unternehmen. Wie genau sie das tut und
- darüber hinaus, wie sie mit Hilfe der Geldpolitik Wirtschaftswachstum fördern kann, das schauen wir uns gemeinsam in dieser Videoreihe an. Inflation und
- Deflation können unterschiedlichste Ursachen haben. Ganz stark vereinfacht werden sie insbesondere durch das Verhältnis zwischen Geld und Gütermenge
- beeinflusst. Ist die Nachfrage wirksame Geldmenge in etwa gleich mit der Gütermenge, dann bleiben die Preise stabil. Übrigens, warum wir von einer
- nachfrage wirksamen Geldmenge sprechen, wird später noch an einem konkreten Beispiel erläutert. Würden wir einfach wie früher ganz viel Geld drucken, ohne
- dass die Gütermenge steigt, dann kann sich jeder vorstellen, wäre das Geld einfach weniger wert, Preise würden steigen. Es gehen wir also zu einer
- Inflation. Eine Deflation entsteht immer dann, wenn die Nachfrage wirksame Geldmenge geringer ist als die Gütermenge. Das könnte z.B. dann
- entstehen, wenn wir aus Angst vor unsicheren Zeiten kein Geld mehr ausgeben, sondern sparen. Dadurch bekommen Unternehmen weniger Aufträge.
- Sie entlassen Mitarbeiter, höhere Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen tragen weiter zu Verunsicherung bei. Und wenn wir dann in
- Erwartung weiter sinkender Preise noch weniger kaufen, dann kann es zu einer Abwärtsspirale führen, in der sinkende Preise eine Wirtschaftskrise auslösen
- können. Da die EZB nicht unmittelbar Einfluss auf die Gütermenge nehmen kann, kann man vereinfacht sagen, dass sie lediglich die Aufgabe hat, die Geldmenge
- so anzupassen, dass die Preise stabil bleiben. Ganz platt gesagt, muss sie versuchen, die Geldmenge zu erhöhen in Zeiten einer
- Deflation und die Geldmenge zu senken in Zeiten einer Inflation. Okay, wie genau kann sie das machen? Zunächst einmal muss man sich
- das wie folgt vorstellen. Wir befinden uns hier in der sogenannten Realwirtschaft. Wir als private Haushalte, aber auch Unternehmen und
- Staaten, handeln untereinander, erzeugen Güter und so weiter. Und wir haben Konten bei sogenannten Geschäftsbanken, also Sparkassen, Volksbanken und so
- weiter. Wir können Kredite aufnehmen oder auch Einlagen leisten. Doch keiner von uns hat ein Konto bei der Zentralbank. Das haben
- ausschließlich die Geschäftsbanken. Deshalb wird eine Zentralbank vereinfacht auch als Bank der Banken genannt. Geschäftsbanken führen bei der
- Zentralbank Konten, ähnlich wie wir bei unseren Banken. Sie können genauso Einlagen leisten für diese Zinsen erhalten. Ebenso haben sie die
- Möglichkeit bei der EZB Kredite aufzunehmen, für die Sie Zinsen zahlen müssen. Also genau wie bei uns. Okay. Wie genau steuert die EZB nun aber die
- Geldmenge? Vereinfacht gesagt, macht sie das Geld entweder teuer oder günstig. Herrscht z.B. Inflation und sie will die Geldmenge senken, dann kann sie
- z.B. den Zinssatz erhöhen, sodem sich die Geschäftsbanken Geld leihen können. Dadurch wird es für Geschäftsbanken teurer, sich Geld zu leihen und wenn
- eine Bank selbst teurer Geld bekommt, wird sie das auch teurer weiterverleihen. Dadurch werden weniger Kredite aufgenommen, um z.B. Häuser zu
- kaufen oder zu bauen, zu investieren und so weiter. Die Nachfrage wirksame Geldmenge sinkt und wir steuern Richtung
- Preisstabilität. Herrscht dagegen Deflation, kann sie das Geld günstiger machen, weshalb tendenziell mehr Kredite aufgenommen
- werden und die Geldmenge steigt. Nachdem wir das Grundprinzip verstanden haben, schauen wir uns die Instrumente
- der EZB genauer an. Der gerade vorgestellte Zinssatz, mit dem die EZB hauptsächlich die Geldmenge steuert, nennt man Hauptrefinanzierungssatz.
- In der Allinheit bezeichnet man ihn auch als Leibzins. Die Zuteilung des Geldes an die Geschäftsbanken funktioniert in der Regel wöchentlich über verschiedene
- Verfahren, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Hat eine Bank Liquiditätsschwierigkeiten und braucht auch kurzfristig Geld, kann sie auch
- über Nacht Geld von der EZB bekommen. Dafür muss sie aber einen etwas höheren Zinssatz bezahlen, den sogenannten Spitzenrefinanzierungssatz.
- haben Geschäftsbanken dagegen Liquiditätsüberschüsse, also zu viel Geld, können Sie dieses bei der EZB auch kurzfristig einlegen und erhalten dafür
- den sogenannten Einlagenzinssatz. Dieser muss natürlich geringer sein als die anderen Zinssätze, da sonst die Banken direkt sehr viel Geld leihen und
- direkt zu einem höheren Zinssatz einlegen würden. Diese beiden Möglichkeiten auch über Nacht Geld zu leihen oder einzulegen, werden als
- sogenannte ständige Fazilitäten bezeichnet. Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität. Genau genommen ist es
- also nicht nur ein Leizins, sondern diese drei. Man muss also eigentlich von Leinsen sprechen. Okay, so viel zur Zinspolitik.
- die anderen beiden Instrumente und wie Geldpolitik auf das Wirtschaftswachstum Einfluss nehmen kann, das schauen wir uns gemeinsam im nächsten Video.
Zum Nachlesen
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