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Geldpolitik der EZB | Leitzins, Inflation & Deflation einfach erklärt | Instrumente Teil 1

Berufskolleg Hückeswagen5:35 9.178 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
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  1. Hallo zusammen. Das wichtigste Ziel der Europäischen Zentralbank ist es, die Preise stabil zu halten. Steigen die Preise zu stark an, genau genommen
  2. stärker als 2 % oder sinken die Preise, was mindestens genauso kritisch ist, dann ist die EZB gefordert, etwas zu unternehmen. Wie genau sie das tut und
  3. darüber hinaus, wie sie mit Hilfe der Geldpolitik Wirtschaftswachstum fördern kann, das schauen wir uns gemeinsam in dieser Videoreihe an. Inflation und
  4. Deflation können unterschiedlichste Ursachen haben. Ganz stark vereinfacht werden sie insbesondere durch das Verhältnis zwischen Geld und Gütermenge
  5. beeinflusst. Ist die Nachfrage wirksame Geldmenge in etwa gleich mit der Gütermenge, dann bleiben die Preise stabil. Übrigens, warum wir von einer
  6. nachfrage wirksamen Geldmenge sprechen, wird später noch an einem konkreten Beispiel erläutert. Würden wir einfach wie früher ganz viel Geld drucken, ohne
  7. dass die Gütermenge steigt, dann kann sich jeder vorstellen, wäre das Geld einfach weniger wert, Preise würden steigen. Es gehen wir also zu einer
  8. Inflation. Eine Deflation entsteht immer dann, wenn die Nachfrage wirksame Geldmenge geringer ist als die Gütermenge. Das könnte z.B. dann
  9. entstehen, wenn wir aus Angst vor unsicheren Zeiten kein Geld mehr ausgeben, sondern sparen. Dadurch bekommen Unternehmen weniger Aufträge.
  10. Sie entlassen Mitarbeiter, höhere Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen tragen weiter zu Verunsicherung bei. Und wenn wir dann in
  11. Erwartung weiter sinkender Preise noch weniger kaufen, dann kann es zu einer Abwärtsspirale führen, in der sinkende Preise eine Wirtschaftskrise auslösen
  12. können. Da die EZB nicht unmittelbar Einfluss auf die Gütermenge nehmen kann, kann man vereinfacht sagen, dass sie lediglich die Aufgabe hat, die Geldmenge
  13. so anzupassen, dass die Preise stabil bleiben. Ganz platt gesagt, muss sie versuchen, die Geldmenge zu erhöhen in Zeiten einer
  14. Deflation und die Geldmenge zu senken in Zeiten einer Inflation. Okay, wie genau kann sie das machen? Zunächst einmal muss man sich
  15. das wie folgt vorstellen. Wir befinden uns hier in der sogenannten Realwirtschaft. Wir als private Haushalte, aber auch Unternehmen und
  16. Staaten, handeln untereinander, erzeugen Güter und so weiter. Und wir haben Konten bei sogenannten Geschäftsbanken, also Sparkassen, Volksbanken und so
  17. weiter. Wir können Kredite aufnehmen oder auch Einlagen leisten. Doch keiner von uns hat ein Konto bei der Zentralbank. Das haben
  18. ausschließlich die Geschäftsbanken. Deshalb wird eine Zentralbank vereinfacht auch als Bank der Banken genannt. Geschäftsbanken führen bei der
  19. Zentralbank Konten, ähnlich wie wir bei unseren Banken. Sie können genauso Einlagen leisten für diese Zinsen erhalten. Ebenso haben sie die
  20. Möglichkeit bei der EZB Kredite aufzunehmen, für die Sie Zinsen zahlen müssen. Also genau wie bei uns. Okay. Wie genau steuert die EZB nun aber die
  21. Geldmenge? Vereinfacht gesagt, macht sie das Geld entweder teuer oder günstig. Herrscht z.B. Inflation und sie will die Geldmenge senken, dann kann sie
  22. z.B. den Zinssatz erhöhen, sodem sich die Geschäftsbanken Geld leihen können. Dadurch wird es für Geschäftsbanken teurer, sich Geld zu leihen und wenn
  23. eine Bank selbst teurer Geld bekommt, wird sie das auch teurer weiterverleihen. Dadurch werden weniger Kredite aufgenommen, um z.B. Häuser zu
  24. kaufen oder zu bauen, zu investieren und so weiter. Die Nachfrage wirksame Geldmenge sinkt und wir steuern Richtung
  25. Preisstabilität. Herrscht dagegen Deflation, kann sie das Geld günstiger machen, weshalb tendenziell mehr Kredite aufgenommen
  26. werden und die Geldmenge steigt. Nachdem wir das Grundprinzip verstanden haben, schauen wir uns die Instrumente
  27. der EZB genauer an. Der gerade vorgestellte Zinssatz, mit dem die EZB hauptsächlich die Geldmenge steuert, nennt man Hauptrefinanzierungssatz.
  28. In der Allinheit bezeichnet man ihn auch als Leibzins. Die Zuteilung des Geldes an die Geschäftsbanken funktioniert in der Regel wöchentlich über verschiedene
  29. Verfahren, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Hat eine Bank Liquiditätsschwierigkeiten und braucht auch kurzfristig Geld, kann sie auch
  30. über Nacht Geld von der EZB bekommen. Dafür muss sie aber einen etwas höheren Zinssatz bezahlen, den sogenannten Spitzenrefinanzierungssatz.
  31. haben Geschäftsbanken dagegen Liquiditätsüberschüsse, also zu viel Geld, können Sie dieses bei der EZB auch kurzfristig einlegen und erhalten dafür
  32. den sogenannten Einlagenzinssatz. Dieser muss natürlich geringer sein als die anderen Zinssätze, da sonst die Banken direkt sehr viel Geld leihen und
  33. direkt zu einem höheren Zinssatz einlegen würden. Diese beiden Möglichkeiten auch über Nacht Geld zu leihen oder einzulegen, werden als
  34. sogenannte ständige Fazilitäten bezeichnet. Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität. Genau genommen ist es
  35. also nicht nur ein Leizins, sondern diese drei. Man muss also eigentlich von Leinsen sprechen. Okay, so viel zur Zinspolitik.
  36. die anderen beiden Instrumente und wie Geldpolitik auf das Wirtschaftswachstum Einfluss nehmen kann, das schauen wir uns gemeinsam im nächsten Video.

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