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Was kann die Politik gegen soziale Ungleichheit in Deutschland tun? | DW Nachrichten

DW Deutsch23:08 67.525 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 155 Zeilen
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  1. deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt und rühmt sich seines hohen Lebensstandards teurer Autos exotische Urlaube
  2. Luxusartikel doch der deutsche Wohlstand er gilt längst nicht mehr für alle denn die Kluft zwischen Arm und Reich in diesem Land wird immer größer in kaum
  3. einer Industrienation gibt es so große Unterschiede in Bezug auf Einkommen Vermögen und Chancen und es ist keine Verbesserung in Sicht denn die Reichen
  4. werden immer reicher und die jüngsten Krisen scheinen die Ungleichheit der Einkommen noch zu verstärken das birgt natürlich durchaus sozialen Sprengstoff
  5. immer mehr Menschen sind auf Hilfe vom Staat angewiesen immer mehr fühlen sich abgehängt was sind also die Ursachen und was kann die Gesellschaft kann die
  6. Politik tun um dieser Spaltung der Gesellschaft entgegen zu wirken darüber möchte ich sprechen mit Marcel fratzer er ist Präsident des Deutschen Instituts
  7. für Wirtschaftsforschung und unter anderem Autor des Buches Verteilungskampf warum Deutschland immer ungleicher wird herzlich willkommen
  8. guten Tag Frau helmstedt ein ziemlich treffender Titel eines Buches dass sie schon 2016 veröffentlicht haben das aber einen
  9. fortschreitenden Prozess beschreibt was sind denn die neuesten Erkenntnisse zum Stand der Ungleichheit hier in Deutschland und wie hat sich das
  10. tatsächlich entwickelt seitdem die 2010er Jahre waren wirtschaftlich auch in Bezug auf die
  11. Einkommensungleichheit eigentlich ganz gute Jahres wurde der Mindestlohn eingeführt 2015 wir hatten ein Wirtschaftsboom Beschäftigung stark
  12. angestiegen auch die Löhne sind gewachsen aber das ist spätestens seit der corona-pandemie gestoppt worden hat sich zum Teil umgedreht meine größte
  13. Sorge gilt das gerade in Krisenzeiten eben Menschen mit geringen Einkommen kein wirklichen Schutz haben und was Deutschland wirklich außergewöhnlich
  14. macht ist das wir eine extrem hohe Ungleichheit bei Ersparnisse haben 40% der Deutschen haben so gut wie keine Ersparnisse das heißt wenn jetzt eine
  15. Inflation da ist mit 8 9 Prozent Inflation im vergangenen Jahr ähnlichen Zahlen in diesem Jahr haben wir einen großen Teil der Bevölkerung bis in die
  16. Mittelschicht bis in die Mitte der Gesellschaft hinein die keinen Schutzmechanismus haben also die diesen Schocks ausgesetzt sind und
  17. das ist anders in anderen Ländern dort gibt es eben diese private Absicherung noch mal und das erklärt eben wieso auch so viele Menschen in Deutschland im
  18. Augenblick so unzufrieden sind und auch so darunter leiden dazu kommen wir vielleicht ein bisschen später zu diesen privaten vorsorgen aber
  19. nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes leben rund 14 Millionen Deutsche in Armut oder sind gefährdet unter die Armutsgrenze zu
  20. rutschen erstmal vielleicht zur Klärung wie definieren wir arm die diese Armutsgrenze hier in Deutschland
  21. armut wird generell definiert als ein Mensch der in einem Haushalt lebt der weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens hat und wenn wir
  22. über Armut reden reden wir nicht zwingend darüber dass Menschen nicht zu essen haben oder kein Dach aber im Kopf haben die Menschen gibt es auch sondern
  23. hier geht es wirklich um soziale Teilhabe denn man muss sich vorstellen was bedeutet das für eine Familie mit Kindern wenn sie so wenig Einkommen hat
  24. das heißt ganz konkretes Kinder gewisse Aktivitäten Hobbys nicht machen können wenn die andere Kinder auch machen sie haben also nicht die Chance Teil einer
  25. Gesellschaft zu sein das gleiche für die Eltern also bei dieser steigenden Armut sie Risiko dass wir in Deutschland letzten 10 15 Jahren erlebt haben trotz
  26. wirtschaftsbums muss man hier betonen geht es natürlich vor allem um fehlende Teilhabe in manchen Fällen noch mal schlimmer das
  27. einfach die Grundversorgung nicht da ist die Tafeln in Deutschland haben fast zwei Millionen Menschen die zurzeit regelmäßig die Tafeln aussuchen zwei
  28. Millionen Menschen in Deutschland von 84 Millionen EinwohnerInnen Einwohnern das zeigt wie dramatisch eben doch für eine gewisse Gruppe ist dann ist dass es
  29. nicht nur um soziale Teilnahme geht sondern auch wirklich um das Überleben über die Grundbedürfnisse und das ist für so eine reiche Gesellschaft wie
  30. Deutschland wirklich nahrungszeugnis absoluten und gleichzeitig wissen wir die Reichen werden immer reicher das wird man versteht es überhaupt nicht
  31. auch der Anteil anreichen Menschen in Deutschland ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen und auch da vielleicht erstmal die Frage was
  32. definiert Reichtum ab wann werden Menschen als reich bezeichnet das ist eine schwierige Frage es gibt dementsprechend manchmal sagt man mehr
  33. als 200 mehr als das Doppelte bis mittleren Haushaltseinkommens gelten Menschen als einkommensreich bei Vermögen ist es schwieriger wir haben in
  34. Deutschland ungefähr 1,5 Millionen Millionäre also Menschen die in Haushalt leben mit mehr als einer Millionen Euro nette Vermögen das ist vielleicht mal
  35. auch so eine Größenordnung wo man sagen kann anderthalb Millionen Menschen von 84 Millionen ich habe eben die zwei
  36. Millionen erwähnt die zu den Tafeln regelmäßig gehen das ist halt so dass extreme Gegenteil davon das sind schon sehr viele und was wir auch den wir mit
  37. zunehmende Anzahl von Milliardären also Menschen die mehr als mehrere Milliarden haben aber auch mit Hunderten von Millionen Euro und auch
  38. das was wir dort in wissenschaftlichen Studien sehen ist dass der größte Teil dieses sehr großen Vermögens nicht durch die eigene Hände erarbeitet wurde
  39. sondern geerbt wurde knapp 60 Prozent aller privater Vermögen heute in Deutschland wurde nicht mit der eigenen Hände erarbeitet sondern geerbt
  40. geschenkt bekommen und es zeigt wirklich auch die Problematik ist kommt weniger auf ihre Leistung an was sie im Leben wirklich leisten sondern mehr auf die
  41. Glück der Geburt in welche Familie sie geboren werden und das ist eigentlich ein kompletter Widerspruch zur sozialen Marktwirtschaft worum es da übrigens um
  42. Chancengleichheit geht wo es darum wie das alle Menschen idealerweise die gleichen Chancen haben und nicht nur bei den Erbschaften bei den
  43. Vermögen auch im Bildungssystem ist diese Bildungs- diese Chancengerechtigkeit Chancengleichheit sehr sehr gering und das merken Menschen
  44. und deshalb haben auch so viele Menschen in Deutschland zu Recht das Gefühl das ist nicht gerecht ich fühle mich abgehängt das ist nicht eine
  45. Gesellschaft die für mich von den Werten her so ist wie es mir vorstelle die neoliberal gesinnten unter uns würden sagen man müsste sich einfach
  46. mehr anstrengen ähm inwiefern trägt ein solches Argument überhaupt oder inwiefern hat das mit Leistung zu tun am Ende des Tages sie haben jetzt natürlich
  47. die die Glück des Guten Gebotes den Glück des Guten Geburt des angesprochen aber es gibt sicherlich auch doch Situationen in der Arbeitswelt die
  48. anders ablaufen könnten oder ja also sicherlich bei den vermögen es ist extrem stark von der Familie
  49. abhängig ist es aber auch ein Bildungsbereich so 74% der Akademiker Kinder studieren nur 21 Prozent der nicht Akademiker Kinder ich glaube das
  50. was ist so schwierig macht ist das selbst Menschen die sehr hart arbeiten sich wirklich anstrengen Schwierigkeiten haben aus eigener kraftvermögen
  51. aufzubauen und es liegt auch unter anderem am Steuersystem es gibt kein Land in der Welt des arbeitsstärker besteuert und gleichzeitig Vermögen
  52. geringer besteuert als Deutschland und das heißt wenn sie mal viel Vermögen haben läuft dann ist es leicht das zu mehren weil es auch kaum besteuert wird
  53. wenn sie erwarten und Vermögen durch Arbeit aufbauen wollen ist es sehr sehr viel schwieriger als anderswo in der Welt und das führt eben auch noch mal
  54. dazu dass diese Lücke diese Ungleichheit sowohl bei Einkommen aber eben auch bei Vermögen wird und das hat eigentlich nichts mit
  55. Leistung zu tun wenn Leistung sich nicht lohnt also arbeiten sich nicht Lohn weil es eben sehr stark besteuert und sehr starken Abgaben belegt wird ich rede
  56. hier nicht von den hochverdienenden den Menschen die FIFA liegen sondern gerade mit Menschen in der Mitte der Gesellschaft auch Menschen mit geringen
  57. Einkommen zahlen eine ungewöhnlich hohe Abgabenlast gerade über Sozialbeiträge also ist mir auch noch mal wichtig es geht hier wirklich um die Belastung von
  58. Arbeit für Menschen mit mittleren geringen Einkommen die in Deutschland unvergleich unverhältnismäßig groß ist im Internet nationalen Vergleich
  59. und sie haben schon die Pandemie angesprochen da sollten wie weit haben die die jüngsten Krisen die corona-pandemie Kriege eine Ukraine die
  60. damit verbundene Inflation also das alles diese soziale Ungleichheit noch weiter verstärkt
  61. wir haben dazu in vielen Bereichen noch nicht die finalen Daten aber vieles deutet darauf hin dass die Ungleichheit bei Vermögen gerade in der Pandemie sich
  62. deutlich vergrößert hat und auch jetzt in dieser Energiekrise sehen wir dass die soziale Schere weiter aufgeht Menschen mit gering Einkommen haben eine
  63. doppelt bis dreimal höhere Inflation als Mensch mit hohen Einkommen weil die Inflation hauptsächlich getrieben wird durch höhere Energiekosten und höhere
  64. Lebensmittelpreise und das sind Dinge der Grundversorgung für die Menschen mit geringeren Einkommen viel viel höheren Anteil ihres monatlichen Einkommens
  65. ausgeben als Menschen mit sehr hohen einkommt also die soziale Schere gerade in den Vergangenheit anderthalb Jahren wird noch mal deutlich größer und ja
  66. meine Befürchtung ist wir werden wenn die Zahlen dann mal veröffentlicht sind wir werden wahrscheinlich in Anstieg der Arm sehen des Armes Risikos sehen
  67. wir werden auch mehr dauerhafte Schäden sehen das ist ja nicht so dass man sagt dass es mal ein zwei Jahre dann ist alles wieder gute wir gehen wieder
  68. zurück zum Status Quote das sind permanente Schäden die hier bei Bildungschancen in der corona-pandemie entstanden sind die bei der sozialen
  69. Absicherung auch bei der Gesundheit auch jetzt in dieser Energiekrise entstanden sind und das sind Schäden die sie nicht so leicht in einer Gesellschaft wieder
  70. auf und das ist meine große Sorge wir kommen jetzt gleich zu den Lösungen aber sie haben in Ihrem Blog etwas Interessantes geschrieben sie haben von
  71. einer verzerrten Wahrnehmung hier in Deutschland geschrieben ob arm oder reicht die Menschen schätzen sich hin in der einkommenskala oft falsch ein können
  72. Sie das erklären und was sagt das was sagt uns das über über diese Gesellschaft des spezifisch
  73. was wir sehen ist das wenn sie Menschen fragen zu welcher sozialen Schicht ziehen sie sich fast alle sagen ich ziehe mich zur Mittelschicht und das ist
  74. besonders häufig bei den topverdienenden die in einem halben Millionen verdienen das sechs von sieben dieser Menschen sagen nee wir sind nicht Oberschicht die
  75. sind Mittelschicht und Oberschicht ist schon so ein Begriff die meisten Leute sagen wir das klingt schon ein bisschen schmutzig und das ist die die
  76. Wahrnehmung ich nenne die Scham des Vermögens dass man eigentlich ja das peinlich ist das Geld sozusagen was man verdient und was man Vermögen hat und
  77. deshalb sich viele zur Mittelschicht sehen also das ist so eine Scham so eine Werte Vorstellung das gleiche geht natürlich für Menschen die armen sind
  78. auch da ist natürlich ein Makel niemand möchte sagen ich bin ja abgehängt gehört zu Unterschied sondern jeder sagt nee ich möchte schon dazu
  79. gehören also da ist nicht starker Wunsch der Teilhabe Teil der Gesellschaft zu sein Teil der Mitte der Gesellschaft zu sein das zweite was wir doch sehr häufig
  80. überleben ist eine falsche Wahrnehmung ich nenne es jetzt Beispiel Menschen die über 100.000 Euro verdienen haben häufig in ihrem sozialen Umfeld eher Menschen
  81. die auch sehr gut verdienen und realisieren gar nicht dass das mittlere Einkommen in Deutschland für eine Person für ein Beschäftigten bei knapp 40.000
  82. Euro liegt die können sich gar nicht vorstellen dass die Hälfte der Beschäftigten weniger als 40.000 € im Jahr verdient sagen geht gar nicht und
  83. dann kommt eben so eine relativ zustande was auch dann manche Parteien politischer Parteien ausschlachten indem sie sagen das ist doch unmöglich dass
  84. wir bis in die Mitte der Gesellschaft hinein den spitzensteuersatzzahlen selbst der Handwerker zahlt den Spitzensteuersatz auf sein Einkommen im
  85. Jahr und das ist natürlich Homburg wir haben knapp 8,9% knapp 9% aller Beschäftigten in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz
  86. also weniger als jeder zehnte jeder Hälfte da kann nicht die Rede davon sein dass es bis in die Mitte der Gesellschaft Menschen in Spitzen
  87. Deutschland spitzensteuer zahlen also es ist halt viel mit der mit dem Umfeld zu tun indem man unterwegs ist man vergleicht sich mit den Nachbarn man
  88. vergleicht sich nicht mit dem den Personen die ganz weit weg wohnen mit denen man nichts zu tun hat also diese zwei Erklärung Scham von Armut und
  89. Reichtum Wunsch der sozialen Teilhabe und auch diese Fehleinstellungen das sind so die zwei der Gründe weshalb Menschen häufig gar nicht realisieren wo
  90. sie denn in der Gesellschaftsordnung eigentlich stehen also wie ich raus höre also würden sie jetzt für eine eine
  91. flächendeckende Steuerreform eigentlich plädieren oder es hat immer zwei Dimensionen wenn man über Veränderungen bei den
  92. Verteilungsfragen nachdenkt einmal eine normative Dimension was empfinden Menschen als gerecht und da geht es gar nicht darum was ich
  93. empfinde sondern darum geht es dass die Mehrheit der Deutschen sagt wir empfinden die Verteilung von Chancen von Vermögen von Ressourcen in unserer
  94. Gesellschaft als ungerecht das erste also da ist ein tiefes ungerechtigkeitsempfinden was für mich als Wissenschaftler relevanter ist ist
  95. dass wir mit dieser hohen Ungleichheit ein enormen Schaden anrichten wirtschaftlich sozial und politisch und zwar nicht nur für die direkt
  96. betroffenen Menschen die arm sind wie die Chancen haben nehmen wir das Thema Fachkräfte wir haben eine riesiges Fachkräfteproblem in Deutschland aber
  97. die Politik tut alles um mit vielen Menschen hohe Hürden in den Weg zu legen eine gute Ausbildung gute Bildung zu bekommen überhaupt die Schulabschluss zu
  98. bekommen wir haben 30 40.000 junge Menschen jedes Jahr die ohne Schulabschluss abgeben wir sehen die große Ungleichheit bei der
  99. Bildungschancen da wird unglaublich viel Potenzial vergeben und dann können wir uns auch nicht beklagen dass das Fachkräfte Problem so groß ist wenn wir
  100. eben bei den Bildungschancen so vielen jungen Menschen sowohl Hürden den Weg legen wir haben bei den Arbeitsleben wird vor allem Frauen riesige Hürden den
  101. Weg gelegt das größte ungehobene wirtschaftliche Potenzial in Deutschland in der Wirtschaft und im Arbeitsmarkt ist die Erwerbstätigkeit von Frauen und
  102. hier wird über das Steuersystem Beispiele ganz bitte Mitversicherung Minijobs Fehler Vereinbarkeit von Familien Beruf und so weiter und so
  103. weiter riesige Hürden entwickel also ich glaube der Kernpunkt ist die Mehrheit der Deutschen empfinde das was ist was die Situation ist als ungerecht und mein
  104. Punkt als Wissenschaftler ist wir könnten so viel mehr Wohlstand schaffen wir könnten so viel mehr an Dynamik schaffen und alle davon profitieren auch
  105. die Unternehmerinnen Unternehmer wenn er froh wenn sie mehr Fachkräfte hätten wenn wir mehr Chancengleichheit und weniger Ungleichheit in unserer
  106. Gesellschaft hätten und was kann die Politik dann konkret tun um diese Chancen zu verbessern und diese diese Verteilung dann im Endeffekt
  107. gerechter zu machen die Politik muss in die Sozialsysteme und in Chancengleichheit investieren wir
  108. haben ja in der politischen Debatte zurzeit zwei ganz konkrete Beispiele die Familienministerin sagt vier Milliarden Euro mehr für Kitas 12 Milliarden Euro
  109. mehr für Kinder Grundsicherung zur Bekämpfung von Kinderarmut und Rest der Regierung stellt sich hin und sagt nee also das Geld haben wir noch nicht das
  110. ist nur ein bisschen teuer obwohl die Bundesregierung letztes Jahr erst eine Entlastung von 15 Milliarden Euro pro Jahr über die kalte Progression
  111. für die Spitzenverdiener beschlossen hat also sprich das ist ein typisches Beispiel wo man eigentlich genau weiß mit einer kinderunsichert könnte man
  112. Kinderarmut gerade Kinderarmut sehr effektiv bekämpfen es geht weiter im Bildungssystem wir haben eines der der Rückstand im Vergleich im Vergleich zu
  113. anderen europäischen Ländern Bildungssystem wird größer das Recht sich spätestens auch bei den Fachkräften also bei Kinderarmut bei Bildung könnten
  114. wir eine Menge tun zweitens Performance Steuersystem das Arbeit entlastet und Vermögen stärker belastet nicht um irgendjemanden zu bestrafen oder wegen
  115. Neid sondern einfach aus ökonomischer Effizienz zu sagen Arbeit muss ich mehr lohnen nur so kann mehr wirtschaftliche Dynamik entstehen nur so können auch
  116. Fachkräfte mobilisiert werden dass das zweite Steuerreform wird viele Elemente dazu wie gesagt auch die Abschaffung von Minijobs sehe ich dafür ein wichtiges
  117. Element und das dritte ist ja dass man generell Diskriminierung in vielen Bereichen sei es im Arbeitsleben
  118. sei es in der Gesellschaft reduziert um die soziale Teilhabe zu verbessern also ich glaube wir brauchen Sozialsysteme die so ausgerichtet sind dass sie
  119. Menschen mobilisieren dass sie aktiv sind proaktiv sind nicht erst warten bis jemand arbeitslos geworden ist oder gesundheitliches Problem entstanden ist
  120. sondern frühzeitig hilft Menschen Chancen im Leben zu eröffnen um eben ja den Schaden zu verhindern und das
  121. würde ja auch dem Sozialstaat eine Menge Geld sparen und Steuergeld sparen wenn Menschen gar nicht erst auf soziale Leistung angewiesen sind also das wären
  122. so die drei Bereiche jetzt mal exemplarisch genannt wo meine Menge tun könnte und ganz wichtig für mich ist wo alle von profitieren würden nicht nur
  123. die Betroffenen super und vielen Dank für diese Erklärung kommen wir zurück zum internationalen Vergleich gibt es schon
  124. Länder die in diesem Prozess in diesen verschiedenen Bereichen schon viel weiter sind oder die das viel besser gelöst haben von Anfang an
  125. für Deutschland sind sicherlich die nordischen Länder Vorbilder die in vielen Bereichen uns 30 40 Jahre voraus sind also Schweden
  126. Norwegen Finnland Dänemark Island die beispielsweise schon in den 80er 90er Jahren sehr stark darauf Bildungschancen Chancengleichheit gesetzt haben die bei
  127. der Gleichstellung von Männern und Frauen und Bezug auf Vielfalt viel früher Hürden abgebaut haben Chancengleichheit wirklich ermöglicht
  128. haben ich nenne diese nordischen Länder weil sie ähnliches ähnlichen Gesellschaftsvertrag wie wir haben also die soziale Marktwirtschaft ähnlich
  129. stark in diesen Ländern verankert ist die bei uns USA Großbritannien haben eine ganz andere Logik eine ganz andere Gesellschaftsordnung aber die nordischen
  130. Länder sind sicherlich Vorbilder und wie gesagt in manchen Bereichen wir dann Deutschland 30 40 Jahre hinterher letztlich geht es ja auch nicht nur oder
  131. nicht geht es nicht primär und wirtschaftlichen Wohlstand sondern es geht darum dass Menschen glückliches gesundes erfülltes Leben haben und wenn
  132. man jetzt den glücksmonitor die globalen Befragung von Lebenszufriedenheit da sieht man beispielsweise dass die finden zu den glücklichsten Menschen weltweit
  133. gehören und ich glaube das könnten wir uns gut als Vorbild nehmen das stimmt also sie haben jetzt 30 Jahre lang gesprochen Deutschland hat
  134. natürlich in den letzten 30 Jahren einiges überstanden also die Wiedervereinigung zum einen die Wirtschaftskrise der nulleren Jahre und
  135. die Finanzkrise in 2008/2009 was können wir aus diesen vergangenen Krisen vielleicht lernen um Fehler in der jetzigen Krise und dieser
  136. dieser jetzige Situation zu vermeiden unnötigen Fehlern natürlich bei mir in Deutschland auffällt ist dass wir
  137. sehr gut darin sind uns selbst klein zu machen die Fehler zu sehen die Probleme zu sehen und nicht auch die Stärken stärker
  138. zu betonen Deutschland hat nicht nur letzten 30 Jahren sondern letzten 70 Jahren fast 80 Jahren extrem viel Wohlstand geschaffen viel
  139. richtig gemacht und wir sollten uns auf darauf fokussieren Sie sagen wir wissen was die Herausforderung sind was sind die Stärken die wir als Gesellschaft
  140. haben um Fehler zu beheben um voranzukommen und für mich liegen diese Stärken in drei Bereichen
  141. erste Bereich wir haben gute staatliche Institutionen das mag jetzt überraschen weil ich eben gesagt habe wir haben schlechtes Steuersystem stark ist zu
  142. bürokratisches alles richtig aber ich glaube wir haben gute Institutionen häufig Mangel des an politischen Willen wir haben starken Rechtsstaat das wir
  143. haben viele gute Dinge bei staatlichen Institutionen die da sind die benutzen müssen eine zweite Bereich ist unsere Wirtschaft und zwar dass der Mittelstand
  144. Familien und führte mittelständische Unternehmen eine so zentrale Rolle spielen die haben übernehmen FIFA Verantwortung schaffen viele gute Jobs
  145. sind häufig sehr flexibel sehr realisieren eben auch mit Krisen umgehen zu können das ist eine große Stärke schnell und flexibel resilient auf
  146. Krisen reagieren zu können das ist bei allen Problemen die wir heute haben wirtschaftlich bei den Unternehmen weil Klimaschutz bei der Digitalisierung eine
  147. riesige Stärke und das dritte und für mich vielleicht wichtigste ein Stärke ist der gesellschaftliche Zusammenhalt die
  148. Solidarität und wir wissen aus hunderten Studien in den letzten 70 80 Jahren das Gesellschaften die in stark Zusammenhalt haben die hohen Wert auf Solidarität
  149. legen die hohen Wert auf Schutz der verlässlichsten Gruppen Menschen in der Krise große Krisen ob das jetzt
  150. Wirtschaftskrisen sind Finanzkrisen Pandemien Kriege geopolitische Konflikte Wiedervereinigung die Sie angesprochen haben auch eine Herausforderung dass sie
  151. solche Herausforderungen viel stärker stärker bestehen können einfach mal auf diese drei großen Stärken fokussieren und sagen wie können wir die jetzt
  152. mobilisieren um eben die Probleme zu beheben die wir heute haben sind dieses positiven Ausblick und das anpacken mit den Stärken das würde ich mir wünschen
  153. dass wir uns da stärker darauf sind würden vielen Dank Marcel Fratscher für für dieses Gespräch positives betonen die
  154. Stärke betonen und Deutschland könnte viel weiter kommen danke schön für das Gespräch
  155. sehr gerne

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