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Warum gibt es Pyramiden? Ungelöste Fälle der Archäologie | Harald Lesch | Terra X

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  1. * Titelmusik * Das hier kennen Sie alle: eine Pyramide.
  2. Die bekannteste ist wohl diese: die Pyramide des ägyptischen Pharaos Cheops.
  3. Der lebte vor 4500 Jahren und ließ bereits zu Lebzeiten sein Grab bauen. Natürlich größer als die hier. Wäre sonst etwas eng geworden.
  4. Diese faszinierende geometrische Form ist kein ägyptisches Monopol. Selbst der Kaiser im fernen China wählte die Form für sein Grab aus
  5. und baute dafür ganze Landschaften um. Pyramiden rund um die Welt.
  6. Wieso finden wir diese Form fast überall, bei weit entfernten Kulturen, die nichts voneinander wussten?
  7. Von den Maya in Mittelamerika bis in den heutigen Iran. In Bosnien soll es sogar 30.000 Jahre alte Mond- und Sonnenpyramiden geben.
  8. Das schauen wir uns jetzt mal genauer an. (Sprecherin) Pyramiden, auf dem Hochplateau von Gizeh.
  9. Seit Jahrtausenden faszinieren sie die Menschen. Dabei sind die Bauten außen absolut schmucklos.
  10. Perfekte geometrische Formen. Wie künstliche Berge erheben sich die gewaltigen Begräbnisstätten
  11. der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos auf dem Plateau aus dem Wüstensand.
  12. Tatsächlich gehen Ägyptologinnen und Ägyptologen davon aus, dass ihre Form auf den ägyptischen Schöpfungsmythos zurückgeht:
  13. Aus den Fluten des Ur-Meers erhebt sich der Ur-Hügel. Diesen Ur-Hügel nachzuahmen,
  14. gilt als Beginn der Pyramidenidee. Vor 5000 Jahren errichteten die Ägypter sogenannte Mastabas
  15. als Gräber der Pharaonen, rechteckige Bauwerke mit leicht abgeschrägten Seitenwänden.
  16. Gut 300 Jahre später kam der Baumeister und Hohepriester Imhotep der Form des Ur-Hügels noch näher:
  17. Er entwarf für Pharao Djoser die erste Stufenpyramide. Der Wandel von der Stufenpyramide zur echten, klassischen Pyramide
  18. erfolgte einige Generationen später. Doch den Architekten von Pharao Snofru
  19. unterliefen anscheinend Fehler bei der Planung. Sie arbeiteten mit einem Neigungswinkel von knapp 60 Grad.
  20. Die Baumeister ließen die Steinlagen wie bei der älteren Stufenpyramide mit einer Neigung nach innen setzen.
  21. Da der Pyramidenkörper aber nicht kompakt, sondern mit Innenräumen versehen ist,
  22. verstärkte die Schräglage den Druck. Es kam zu Stabilitätsproblemen und Rissen in den Kammern und Gängen.
  23. Um die Pyramide fertigzustellen, verbreiterten sie die Basis und verringerten den Neigungswinkel auf 43 Grad.
  24. Das Ergebnis: Die "Knickpyramide von Dahshur". In Sichtweite ließ Snofru noch eine weitere Pyramide bauen
  25. mit durchgängig 43 Grad. Bis zur perfekten Form war es also eine längere Entwicklung,
  26. von der Mastaba über die Stufenpyramide
  27. und die Knickpyramide. Gut gedacht ist eben nicht immer gut gemacht.
  28. Was wir hier klar verfolgen können, ist das "learning by doing". Das ist selten im alten Ägypten, wo immer alles perfekt sein sollte.
  29. Aber Fehler beim Pyramidenbau lassen sich nur schwer vertuschen. Was ist das Geheimnis dieser besonderen Form? Sie mögen glauben,
  30. die Grundfläche ist immer ein Quadrat. Nee, nee. Die Geometrie definiert eine Pyramide so: Sie ist ein Körper,
  31. deren Grundfläche ein Dreieck, Viereck oder irgendein Vieleck ist. Entscheidend sind die Seitenflächen. Das müssen immer Dreiecke sein,
  32. mit einem gemeinsamen Punkt: der Pyramidenspitze. Wenn der zentral über dem Mittelpunkt der Grundfläche liegt,
  33. dann stellt sich dieses faszinierend harmonische Bild ein, das wir an erstaunlich vielen Orten der Welt sehen können.
  34. Aber wie verbreitete sich diese Idee? Es gab keinen Kontakt zu so weit entfernten Kontinenten
  35. wie Afrika und Amerika. Zumindest haben wir noch keine Beweise dafür. (Sprecherin) Etwa gleichzeitig wie in Ägypten
  36. wurden in Caral, im heutigen Peru, ebenfalls Pyramiden errichtet. Sie blieben nicht die einzigen in Amerika.
  37. Traditionelle Schilfboote vor Lambayeque an der Küste Nord-Perus. Der Legende nach landete hier im 8. Jahrhundert nach Christus
  38. ein König namens Naymlap mit seinem Gefolge in Booten aus Schilf. Niemand weiß, woher er kam.
  39. Aber für ihn und seine Nachfolger erbaute man die monumentalsten Lehmziegel-Pyramiden der Welt.
  40. Die mit König Naymlap beginnende Sican-Kultur wurde zum reichsten Goldimperium der Neuen Welt.
  41. Sie fertigte die schönsten Goldmasken des antiken Peru. Fast alles, was heute unter "Inka-Gold" firmiert,
  42. stammt in Wahrheit aus der Sican-Kultur. Die unermesslichen Goldschätze aus den Herrschergräbern
  43. wecken bis heute die Gier von Grabräubern. In all den Pyramiden sind Trichter von ihren Raubgrabungen zu erkennen.
  44. Auch die große Pyramide von Tucume ist übersät mit solchen Kratern. In ihrer Glanzzeit standen in Tucume 26 große Pyramiden,
  45. dazu kamen noch mehr als 200 kleinere. Anders als die ägyptischen Pyramiden
  46. dienten die der Sican-Kultur aber nicht nur als Gräber, sondern auch als Wohnort.
  47. Der peruanische Archäologe Carlos Wester La Torre ist davon überzeugt, dass der mythische Dynastiegründer Naymlap eine historische Figur ist.
  48. Wester glaubt, seinen Palast in dem verzierten Pyramidenkomplex "Chotuna" gefunden zu haben.
  49. Die Reliefs, mit denen Teile des Gebäudes verziert sind, legen nahe, dass Chotuna ein zeremonielles Zentrum der Sican-Kultur war.
  50. Das sind Szenarien für Rituale, Zeremonien, für Erscheinungen, um den Kult zu stärken und den Bezug zwischen Bevölkerung
  51. und den regierenden Eliten zu verstärken. Ohne den Rückhalt der Bevölkerung
  52. wären solche Monumentalbauten kaum möglich gewesen. Die Herausforderungen müssen gewaltig gewesen sein.
  53. Eine davon: Wie man es schafft, eine so große Bevölkerung für so gewaltige Bauwerke zu verpflichten,
  54. die enorme Investitionen erfordern, die heute Multi-Millioneninvestitionen wären.
  55. Es gibt Berechnungen, um solche Gebäude zu errichten: Sie zeigen, dass für derartige Volumen 10.000 bis 20.000 Menschen nötig waren,
  56. die über zehn bis 20 Jahre daran arbeiteten. Lehmziegel:
  57. Ein geübter Arbeiter kann am Tag 600 bis 800 davon herstellen. Der Arbeitsprozess ist der gleiche wie vor 1000 Jahren.
  58. Stroh und Lehm werden vermengt, in Formen gepresst und dann einfach an der Luft getrocknet.
  59. Ideal für die Massenproduktion, aber... erosionsanfällig.
  60. Das erklärt auch den schlechten Erhaltungszustand der Pyramiden, deren obere Ziegellagen im Laufe der Jahrhunderte
  61. praktisch weggewaschen wurden. Gut erhalten aber sind die Körper der in der Pyramide beigesetzten Toten.
  62. Sie wurden nicht künstlich mumifiziert, sondern verdanken ihre Mumifikation schlicht der trockenen Luft
  63. in den Lehmziegelbauten. Eine weibliche Mumie, die mit kostbaren Beigaben bestattet wurde,
  64. entdeckt Carlos Wester 2011 in einer Anlage direkt neben der Pyramide, die der Forscher für König Naymlaps Palast und Grab hält.
  65. Eine Gesichtsrekonstruktion, ausgestattet mit ihrem Schmuck, lässt die Bedeutung der Frau erahnen.
  66. Die Priesterin von Chornancap ist für uns eine der wichtigsten archäologischen Funde an diesem Ort.
  67. Sie hat uns die Bedeutung der Frauen in dieser Gesellschaft enthüllt. Frauen sind Protagonisten.
  68. Sie sind nicht Teil einer Herrschaftsfamilie, sie sind unabhängig von den Männern.
  69. Es sind sie, die selbst Macht haben, die Autorität haben. 40 km weiter nördlich ragt mitten im Trockenwald Bosques de Pómac
  70. die Huaca El Loro weit über das dichte Blätterdach. Huaca ist in der Andenkultur die Bezeichnung von Gottheiten
  71. oder dem Ort, wo sie angebetet werden. Für Carlos Arévalo sind die gewaltigen Bauten aber vor allem
  72. die Grabstätten der Herrscherfamilien. Die Huaca El Loro hielt für die Archäologen Überraschungen parat.
  73. In einer zwölf Meter tiefen Grube fanden sie das Begräbnis eines reichen Mannes,
  74. dem 1,2 Tonnen Grabbeigaben mit ins Jenseits gegeben wurden, darunter viele Objekte aus Gold.
  75. Aber auch die Leichname von zwei etwa 20 Jahre alten Frauen. Nicht die einzigen Opfer, die man in den Pyramiden der Sican-Kultur fand.
  76. Ja, man hat tatsächlich Menschenopfer dokumentiert. Besonders interessant ist der Bezug zu klimatischen Krisen.
  77. Wir haben da sehr konkrete Daten, dass es sich da um einen kulturellen Mechanismus handelt.
  78. An der Nordküste Perus macht sich das Wetterphänomen el Ninjo bemerkbar, das starke Regenfälle mit sich bringt.
  79. Es scheint, als hätten die Menschen damals nach solchen Naturkatastrophen ganze Pyramidenbezirke verlassen, um woanders neue zu errichten.
  80. Nach 600 Jahren geht die Sican-Kultur mit ihren gigantischen Wohn- und Grabpyramiden unter. Warum?
  81. Eines der vielen offenen Rätsel. Die Goldpyramiden von Sican waren also, anders als im alten Ägypten,
  82. Multifunktionsbauten, würden wir heute sagen. Viele Geheimnisse dieser gewaltigen Anlagen sind noch immer ungelöst.
  83. Zudem erschwert die fortschreitende Erosion die Arbeit der Archäologen. Dieses Problem hatte man in China weniger.
  84. Dort wurden Pyramiden nicht gebaut, sondern die Landschaft wurde zur Pyramide geformt.
  85. Berge wurden aufgeschüttet, Flüsse umgeleitet und Seen angelegt. Und das alles für die chinesischen Herrscher.
  86. (Sprecherin) Hier liegt der wohl berühmteste begraben, Qin Shi-Huang-Di,
  87. der erste Kaiser eines geeinten China, gestorben 210 vor Christus.
  88. Kaiser Qin schuf ein zentralistisches Staatssystem, das ihm die vollständige politische, wirtschaftliche
  89. und gesellschaftliche Kontrolle über China gab. Er reformierte Maße, Währung und Schrift.
  90. Mit Heeren von Arbeitern ließ er erste Teile der Großen Mauer bauen und sein Grab.
  91. Qin fürchtete den Tod und hoffte, ihn irgendwie überwinden zu können. Für Patrick Wertmann vom Asien-Orient Institut der Universität Zürich
  92. ist die Qin Pyramide etwas ganz Besonderes. Das Faszinierende an der Grabpyramide des ersten Kaisers
  93. ist für mich die Tatsache, dass jeder diese große Grabpyramide sehen kann.
  94. Laut schriftlicher Quellen soll diese Pyramide einst... ungefähr 120 Meter hoch gewesen sein, also eine gigantische Anlage.
  95. Aber das Mysteriöse an dem Ganzen, an der ganzen Geschichte ist, dass sie bis heute verschlossen ist.
  96. Hinweise darauf, was die Grabpyramide des Kaisers Qin enthalten könnte, finden sich in alten Chroniken.
  97. In dieser Grabanlage soll das gesamte Universum nachgebaut sein, wie es dem ersten Kaiser damals bekannt war. Das heißt, er hat...
  98. Es gibt schriftliche Quellen, in denen genau beschrieben wird, was sich darin befinden soll. Es werden große Flüsse, der Yangste,
  99. der Gelbe Fluss, beschrieben, die aus Quecksilber geformt sein sollen. Tatsächlich wurde das giftige Element in Probebohrungen nachgewiesen,
  100. die ein chinesisches Archäologenteam 2005 an verschiedenen Stellen des Pyramidenhügels entnahm.
  101. Vor allem ein Bereich des Grabbezirkes lockt alljährlich Millionen Besucher an: die Terracotta Armee.
  102. Tausende Tonkrieger sollten Kaiser Qin im Jenseits dienen. Die Armee wachte fast zwei Kilometer entfernt von der Pyramide.
  103. Hunderte weitere Gruben und Seitengräber addieren sich auf eine Gesamtfläche von unglaublichen 56 Quadratkilometern.
  104. Vieles wartet noch auf die Bergung und Restaurierung. Patrick Wertmann ist mit der Kuratorin des Museum Rietberg
  105. in Zürich verabredet, das berühmt ist für seine chinesische Sammlung. In China war vor allem Jade beliebt, die man dort "Himmelsstein" nannte.
  106. Man glaubte, dass man mit ihr den Körper des Verstorbenen vor dem Verfall schützen konnte.
  107. Sein gesamter Körper war mit diesen Scheiben bedeckt. Wäre es denkbar,
  108. dass schon heute Stücke aus der Grabkammer von Qin in Museen sind? Ein großes Geheimnis ist sie auf jeden Fall.
  109. Ob sie beraubt worden ist... Das kann sehr gut sein, denn der erste Kaiser ist...
  110. Kurz nach seinem Tod ist die Dynastie ja gestürzt worden, und da wäre es eigentlich denkbar, dass man dann das Grab schändet
  111. oder das Grab beraubt. Aber wir wissen's nicht, und das macht den Reiz dieser Grabanlage aus.
  112. Warum zögert man in China, das Rätsel um das Grab des Kaiser Qin zu lösen? Fürchtet man, dass es tatsächlich schon vor Jahrhunderten beraubt wurde
  113. und scheut den Gesichtsverlust, wenn man keine Schätze finden würde? Die technischen Möglichkeiten haben sich rasant entwickelt.
  114. Die Herausforderung ist oft die Konservierung der geborgenen Stücke. In den Gräbern herrschen besondere Bedingungen,
  115. was Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr angeht. Bei der Öffnung des Grabes könnten Zerfallsprozesse einsetzen,
  116. die die Ausgräber vor große Probleme stellen. In Ägypten soll der Ur-Hügel das Vorbild der Pyramiden gewesen sein.
  117. Und auch in China kennt man fünf heilige Berge, die das älteste Lebewesen symbolisieren.
  118. Einer dieser Berge erhebt sich in der Nähe der Grabpyramide des Kaiser Qin. In ihr hoffte Qin auf ein ewiges Leben nach dem Tod.
  119. Umgeben von allem, was er auch im Diesseits schätzte. Nicht zuletzt seine vieltausendköpfige Armee.
  120. Anders als ihr Herrscher haben sie das Licht der Welt wieder erblickt und stellen ihre Ausgräber vor ungeahnte Schwierigkeiten.
  121. Diese Figuren hier kennt man als Dekoration. Aber wissen Sie, wie die im Original, also ursprünglich aussahen?
  122. Eine Forscherin der TU München hat herausgefunden, die waren mit Lack bestrichen, den man als fast perfekt bezeichnen kann.
  123. Der war wasserdicht, hitzebeständig, säurebeständig. Der Nachteil war, dass er nur hält oberhalb von 84 Prozent Luftfeuchtigkeit.
  124. Und Sie ahnen, was passiert ist? Als die Archäologen die Krieger aus den feuchten Gruben gehoben haben,
  125. da verdunstete das Wasser im Lack, der Lack schrumpfte, und die Farbe blätterte ab.
  126. Es gelang erst nach einer wahren Restaurationsdetektivarbeit, die Figuren zu rekonstruieren. Das überraschende Ergebnis:
  127. Jeder Krieger war individuell bunt bemalt. Kein Soldat glich dem andern. Wie in der Realität.
  128. Bisher sind über 7000 solcher Figuren gefunden worden. Wahrscheinlich gibt es viel mehr. Hätte es damals einen Preis gegeben
  129. für die bestausgestattete Pyramide, Kaiser Qin hätte ihn bekommen. Seine Anlage ist über 56 Quadratkilometer groß.
  130. Das ist etwa so groß wie Manhattan. Und übrigens, da gibt es auch eine Pyramide.
  131. (Sprecherin) Die Pyramidenform reizt auch moderne Architekten zu Megaprojekten.
  132. Und auf der Liste der "Schönsten Wolkenkratzer der Welt", hat der 142 m hohe pyramidenförmige Wohnturm in New York,
  133. Via 57 West, einen Stammplatz. Drei Meter höher als die seit ihrer Erbauung
  134. um gut sieben Meter geschrumpfte Cheops-Pyramide. Noch viel größer plant man in Dubai.
  135. Im Jahr 2008 wurde hier das Modell einer Pyramidenstadt vorgestellt, die auf einer Grundfläche von 2,3 Quadratkilometern
  136. mehr als 1000 m hoch in den Himmel ragen würde. Obwohl die Arabischen Emirate für gigantische Bauprojekte berühmt sind,
  137. existiert die Megapyramide bis heute nur als Modell. Sollte sie je gebaut werden, dann böte sie Platz zum Wohnen
  138. und Arbeiten für eine Million Menschen. Das ist eine Arkologie. Eine Stadt, die aus einem Gebäudekomplex besteht,
  139. die eine Einheit in Architektur und Ökologie bildet. Dass die geplante Arkologie in Dubai Zikkurat heißt, ist kein Zufall.
  140. Es ist eine Reminiszenz an die früheste Hochkultur in Mesopotamien. Da stand der Turm von Babel, den kennen wir alle aus der Bibel,
  141. Genesis Kapitel elf oder den Bildern von Breugel. Das ist eine sogenannte Zikkurat. Zikkurat ist ein babylonisches Wort
  142. und heißt so viel wie "aufgetürmt/hoch aufragend". Die meisten Zikkurats standen auch im babylonischen Reich
  143. und wurden dort für astronomische Beobachtungszwecke verwendet. Die besterhaltene Zikkurat allerdings steht im heutigen Iran,
  144. ein wahrer Glücksfall für die Wissenschaft. (Sprecherin) Glücklich war auch die Entdeckung 1935.
  145. Geologen, die in der Gegend eigentlich nach Erdöl suchten, sichteten bei einem Überflug die Tschogha Sanbil genannte Zikkurat
  146. in der heißen und dünn besiedelten Provinz Chuzestan. Der Bau lag einst inmitten der antiken Stadt Dur Untasch,
  147. die von einer vier Kilometer langen Stadtmauer umgeben war. Relativ gut erhalten hat sich nur die heute noch 25 m hohe Zikkurat.
  148. Wer sie wann erbaute, erzählen ihre Ziegel. 659 sind mit Keilschrift bedeckt.
  149. Die Inschriften nennen den elamitischen König Untaš-Napiriša, der die Zikkurat als Mittelpunkt seiner neuen Hauptstadt bauen ließ.
  150. Die Umfassungsmauern sowie Grundrisse einiger Paläste und Tempel sind noch zu erkennen.
  151. Ursprünglich war die Stufenpyramide etwa 50 m hoch. Ganz oben stand ein Tempel, der gleich zwei Göttern geweiht war.
  152. Auch das verraten die Inschriften auf den Ziegeln. Die Stadt lag zwar in unmittelbarer Nähe des Flusses Dez,
  153. aber auf einem 40 m höheren Plateau. Das Trinkwasser kam bestimmt aus 50 km Entfernung durch einen Kanal,
  154. der in ein großes Wasserreservoir vor der Stadtmauer mündete. Durch Schlitze floss es in Becken, bevor es in der Stadt verteilt wurde.
  155. An der Zikkurat hingegen gab es Abflüsse für unerwartete Regenfälle. Außentreppen führen auf die unteren der fünf Stufen.
  156. Zur höchsten Tempelplattform gelangte man nur über Treppen im Inneren des Bauwerks.
  157. Votivgaben zeugen von der Beliebtheit der Tempel auf und neben der Zikkurat.
  158. Vier Tore führten von allen Seiten zum heiligen Pyramidenbezirk. Sie konnten in steinernen Halterungen durch Balken gesichert werden.
  159. Im Lehm hat sich ein Fußabdruck erhalten. Eine Erinnerung an einen der früheren Bewohner.
  160. Tschogha Zanbil ist mit ihren 3000 Jahren fast ein modernes Gebäude. Denn Forscher gehen davon aus, dass die ersten Zikkurats in Mesopotamien
  161. bereits im fünften Jahrtausend vor Christus gebaut wurden. Die mesopotamischen Zikkurrats
  162. waren eine kultisch überhöhte Darstellung des Weltberges, der am Anfang der Schöpfung stand.
  163. Das ist frappierend ähnlich wie die ägyptische Mythologie des Ur-Hügels. Waren also die babylonischen Tempelberge die Vorbilder
  164. für die ersten ägyptischen Stufenpyramiden? Wir wissen es nicht. Klar ist allerdings,
  165. dass die Funktion der babylonischen Zikkurats eine ganz andere war als die der ägyptischen Pyramiden. Die einen waren Götter-Tempel,
  166. die anderen, bis auf wenige Ausnahmen, Königsgräber. Wie die Pyramiden verjüngen sie sich nach oben,
  167. aber es blieben immer Stufenanlagen. Trotzdem könnte die Idee der Pyramide von Mesopotamien nach Ägypten gewandert sein,
  168. denn ab dem 4. Jt. sind Beziehungen zwischen den Regionen nachgewiesen. Aber gab's in Sachen Pyramiden auch einen Austausch über den Atlantik,
  169. wie es der Forschungsreisende Thor Heyerdahl vermutete? (Sprecherin) Heyerdahl glaubte an den sogenannten Diffusionismus.
  170. Der besagt, kulturelle Erfindungen sind selten selbst gemacht, sondern werden meist durch Kontakt weitergegeben.
  171. Er hielt es für möglich, dass die Maya-Pyramiden von den viel älteren ägyptischen Pyramiden inspiriert waren.
  172. Die mächtigen Maya-Pyramiden sind, nach den ägyptischen Pyramiden, wohl die bekanntesten Bauwerke dieser Art.
  173. Doch das war nicht immer so. Denn viele der steinernen Giganten
  174. hatte der Urwald für Jahrhunderte verschluckt. Bis Forscher aus der alten Welt sie im 19. Jh. wiederentdeckten.
  175. Schon damals legten sie an 50 verschiedenen Orten zum Teil vollständig überwucherte Ruinen frei.
  176. Unzählige heilige Stätten in den riesigen Urwäldern Mittelamerikas blieben jedoch unentdeckt.
  177. Dank der modernen Technik gibt es immer wieder neue Entdeckungen, die die Forscher verblüffen und ihre Arbeit immens erleichtern.
  178. Eine dieser Techniken ist in diesem Gerät verbaut, es heißt LiDAR, Light Detection and Ranging, also Lichterkennung und Raumvermessung.
  179. Das ist auch unter Airborne Laserscanning bekannt. Unter Flugzeug oder Drohne befestigt,
  180. tastet eine hochempfindliche Lasereinheit den Boden ab. Während der Messflüge erzeugt der 3D-Scanner Millionen von Messpunkten.
  181. Gemessen wird mit Lichtgeschwindigkeit. Entscheidend ist die Laufzeitverzögerung
  182. zwischen ausgesendetem und reflektiertem Laserlichtstrahl. Aufgrund der Durchdringungstiefe des Laserscanners
  183. kann die Vegetation ausgeblendet, die Wälder elektronisch entlaubt und die darunter liegenden Strukturen sichtbar gemacht werden.
  184. Diese 3D-Geländemodelle sorgten für eine Revolution in der Archäologie und für Sensationsfunde im Reich der Maya.
  185. (Sprecherin) Der Dschungel in Guatemala. Wegelos, scheinbar undurchdringlich.
  186. Das Blätterdach verdeckt jegliche Struktur am Boden. In solchen Gebieten schlägt die Stunde von LiDAR.
  187. Die 3D-Laserscanner liefern exakte Lagepläne. Archäologinnen der Universität von Arizona
  188. erforschen das Gebiet der Ruinen von Ceibal. Der Ort ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt,
  189. aber dank LiDAR gelang die Lokalisierung weiterer Bauten. Mit den Computerdaten können sie treffsicher den Spaten ansetzen.
  190. Schon in den 1960er Jahren hatte die Harvard University hier Grabungen durchgeführt.
  191. Diese Ruinen waren ihnen aber entgangen. Archäologen aus Harvard haben hier viel gearbeitet.
  192. Sie haben fast alles kartografiert und ihre Karten sind sehr genau. Aber durch LiDAR fanden wir noch mehr Strukturen.
  193. Wir sehen nun die Siedlungsgrenzen und die Form der Strukturen klarer. Das ist wichtig und sehr hilfreich.
  194. In den neu entdeckten Bauten finden die Ausgräber Spuren grausamer Rituale.
  195. Verstümmelte Skelette, abgetrennte Hände. Zeugnisse von Menschenopfern,
  196. die im Kult an oder auf den Pyramiden stattfanden. Die LiDAR-Daten lassen aber auch Rückschlüsse auf den Untergang
  197. der großen Maya-Kultur zu. Nicht Invasoren, Katastrophen oder Epidemien bereiteten ihr ein Ende,
  198. sondern ihre eigene Bau- und Expansionswut. Die Maya-Pyramiden waren von riesigen Städten umgeben.
  199. Allein in Guatemala offenbarten die Laserscans 60.000 bisher unbekannte Bauten.
  200. Rodungen und Überbevölkerung bei zunehmender Bodenerosion dürften zum Kollaps des einst so mächtigen Reiches geführt haben.
  201. * Panflöten-Musik * Weiter nördlich, im Hochland von Mexiko,
  202. sind Forscherinnen der Universität Barcelona dem Untergang einer Megastadt auf der Spur:
  203. Teotihuacán. Die etwa 65 m hohe Sonnenpyramide bildete das Zentrum der Stadt.
  204. Wer sie erbaute, ist noch unbekannt. Man kennt bisher weder Herkunft noch Sprache
  205. der bis zu 200.000 Stadt-Bewohner. Doch anhand der archäologischen Befunde
  206. lassen sich gesellschaftliche Strukturen erkennen. Die Pyramiden spielten dabei eine besondere Rolle.
  207. Für Rituale und politische Macht. Politik und Religion waren damals untrennbar verbunden.
  208. Über Jahrhunderte war Teotihuacán eine boomende Metropole. Doch ab dem siebten Jahrhundert ging es bergab.
  209. Die Archäologinnen suchen Indizien für den Grund des Untergangs. Auf dem Boden entdecken sie überall Splitter aus Obsidian.
  210. Damals ein überaus begehrter Werkstoff. Und direkt an einer der Pyramiden,
  211. die die heiligsten Orte der Stadt waren, wurden in späteren Zeiten profane kleinere Häuser angebaut.
  212. Ein untrügliches Zeichen für einen Strukturwandel und Überbevölkerung. Die Stadt wuchs und wuchs und verschlang immer mehr Land.
  213. Die Bewohner brauchten mehr Mais, mehr Mahlsteine, mehr Obsidian. Sie brauchten von allem mehr und mehr und mehr.
  214. Und das machte es immer schwieriger, die Lage in der Stadt zu managen. Um 750 nach Christus kam es zum Kollaps der Kultur
  215. und des Reiches von Teotihuacán. Geblieben sind seine eindrucksvollen Pyramiden.
  216. Aber was ist mit Thor Heyerdals Vermutung, dass Pyramidenbauer auf verschiedenen Kontinenten voneinander wussten?
  217. Einen Beleg dafür sah er in den Pyramiden auf Teneriffa. Für ihn waren sie die Verbindung zwischen Mittelamerika und Ägypten.
  218. Teneriffa mit seinem über 4000 m hohen Vulkangipfel Pico del Teide und den Stufenpyramiden von Güímar,
  219. geriet Anfang der 1990er Jahre in den Fokus des norwegischen Forschers.
  220. Heyerdahl, der selbst mit einem Schilfboot den Atlantik überquerte, glaubte Ähnlichkeiten mit den Pyramiden in Ägypten,
  221. Mexiko und Peru zu erkennen. Er dachte, dass diese Pyramiden
  222. ein Werk von Pyramidenkonstrukteuren waren, die das Ganze bauten, als sie an den Kanaren vorbeigesegelt waren.
  223. Der Standort passt gut zu seinen kulturellen Verbreitungstheorien, dem Diffusionismus. Er glaubte, dass die Ozeane nicht Hindernisse,
  224. sondern Transportbänder waren. Die Ausrichtung des Stufenbaus scheint zu Heyerdahls These
  225. von der importierten Pyramiden-Idee zu passen. Er ist direkt auf den Sonnenuntergang zur Sonnwende ausgerichtet.
  226. Doch Archäologen von der Uni von La Laguna sehen Heyerdahls Theorien zu den "sogenannten" Pyramiden von Güímar skeptisch.
  227. Sie untersuchten die "plattformartigen Strukturen", wie sie sie nennen, um deren Alter und Erbauer zu identifizieren.
  228. Unterhalb der Stufenkonstruktionen befindet sich eine Höhle, die schon von den Ureinwohnern der Insel, den Guanchen genutzt wurde.
  229. Außer der Lage gab es keine Hinweise auf einen Zusammenhang der Bauten. Und auch für die Ausrichtung zum Sonnenuntergang
  230. haben die Forscher eine profane Erklärung. Wir sehen den Lavastrom, der schon hier war, als man die Mauern baute.
  231. Die Mauern folgen der geologischen Orientierung des Lavastroms vom Gipfel zum Meer.
  232. Die Funde, die sie direkt an den Bauten machten, brachten weitere Klarheit.
  233. Die archäologischen Ausgrabungen brachten Material, das komplett aus dem 19. Jahrhundert stammt oder sogar später.
  234. Es gibt keinen Beleg für etwas Früheres in der Chronologie dieser Konstruktionen.
  235. Aus dem 19. Jahrhundert stammt auch dieser spektakuläre Bewässerungskanal in den Bergen.
  236. Damals wurde die Landwirtschaft auf der Insel intensiviert. Die Kanarischen Inseln hatten nämlich einen Exportschlager,
  237. den sie bis nach London verkauften. Er stammt von der Cochinilla Laus, die sich mit Vorliebe von Nopales Kakteen ernährt,
  238. die die Spanier aus Mexiko mitgebracht hatten. Aus den Körpern der Läuse lässt sich der Farbstoff Karminrot herstellen.
  239. Der war hochbegehrt und machte einige Gutsbesitzer auf den Kanaren reich.
  240. Auch den Mann, der im 19. Jahrhundert das Land erwarb, auf dem die Bauten von Güímar stehen.
  241. Und jetzt wird es spannend. In den Kaufverträgen stieß Prof. Molinero auf das Wort "Morras", das eine große Steinstruktur bezeichnet.
  242. Zum Zeitpunkt des Ankaufs, 1850, werden die Morras nicht erwähnt. Aber als der Eigentümer stirbt und es eine Erbaufteilung gibt,
  243. werden die Morras als eine Art Grenzstein benutzt, um die Dimensionen der Finca zu bestimmen.
  244. Die Stufenpyramiden auf Teneriffa wurden also erst nach 1850 gebaut. Sie sind damit kein Beleg für einen Wissenstransfer
  245. von Afrika nach Amerika. Pyramiden faszinieren bis heute.
  246. Und deshalb suchen Menschen nach unbekannten neuen Pyramiden und entdecken scheinbar ganz alte an den unwahrscheinlichsten Orten.
  247. LiDAR macht's möglich. (Sprecherin) Semir Osmanagic,
  248. ein bosnisch-amerikanischer Geschäftsmann, hat 2005, nahe des bosnischen Ortes Visoko,
  249. gleich mehrere Pyramiden entdeckt. Sie sollen vor zwölf bis 30.000 Jahren
  250. mit solchen Blöcken errichtet worden sein. Eine Pyramide ist definiert durch ihre Form.
  251. Hier haben wir eine vierseitige Pyramide mit vier dreieckigen Seitenflächen.
  252. Und diese Seiten sind exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Vor allem zwei Seiten weisen tatsächlich auffällige Grate auf,
  253. die dem Berg Visocica sein pyramidenförmiges Aussehen verleihen. Und Osmanagic hat noch ein Argument:
  254. Unter der Oberfläche findet man künstlich hergestellte Blöcke. An einigen Stellen legten Osmanagic
  255. und freiwillige Helfer diese Blöcke frei, bis die zuständige Denkmalbehörde dort weitere Grabungen untersagte.
  256. Geologen sind der Ansicht, die Steinformation entstand auf natürlichem Weg.
  257. Doch Osmanagic bleibt dabei: Diese Pyramide wurde von intelligenten Wesen erbaut.
  258. Um seine These zu untermauern, ließ er einige der Blöcke untersuchen und zog dabei eigenwillige Schlüsse.
  259. Ein versteinertes Blatt in einem Block sieht er als Beweis dafür, dass die Bosnische Sonnenpyramide die älteste der Welt ist.
  260. Und er glaubt, sie ist auch die höchste. Ab hier misst sie 220 Meter.
  261. Mit der LiDAR-Technik sehen wir, dass sie aber noch viel größer ist. Sie geht bis zum Talgrund. Was nur logisch ist.
  262. Ob sie menschengemacht ist, beantwortet LiDAR aber nicht. Da die Denkmalbehörde weitere Grabungen am Visocica untersagte,
  263. sucht Osmanagic mittlerweile an anderen Stellen nach Beweisen. Für ihn und seine freiwilligen Helfer aus aller Welt ist das ganze Tal
  264. ein gigantisches Kultzentrum mit gewaltigen Kraftfeldern. In der Nähe der Sonnenpyramide sind sie auf einem Grundstück zugange,
  265. das der gemeinnützigen Stiftung gehört, die Osmanagic bereits 2006 gründete.
  266. Seitdem hat sie schon Millionen an Spenden generiert. Die Freizeit-Archäologen haben sich Hunderte Meter in den Berg gegraben
  267. und legen angeblich ein verfülltes Tunnelsystem wieder frei. Was davon alt und was neu ist, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen.
  268. Zumindest wurden vorhandene Gänge auf eine bequeme Höhe erweitert. Funde sind rar. Bis auf Trockenmauern, die, laut Osmanagic,
  269. Abzweigungen zu weiteren Tunneln versperren. Sie sollen einst die Pyramiden miteinander verbunden haben.
  270. Das sind 100 Kilometer Tunnel. Eine gewaltige Anlage. Überall stoßen wir auf Füllmaterial und Hunderte von Trockenmauern.
  271. Irgendjemand hat die Tunnel systematisch verschlossen, um ein großes Geheimnis zu verbergen.
  272. Die angebliche Länge der Gänge lässt sich genauso wenig überprüfen wie ihr Alter. Doch an ihre Wirk- und Heilkraft glauben Zigtausende,
  273. die das Tal der Bosnischen Pyramiden alljährlich besuchen. Ein Höhepunkt der Tunnelbesichtigung ist ein tonnenschwerer Monolith,
  274. in dessen Umgebung die Luft besonders rein sein soll. Für sie alle steht außer Frage:
  275. der Visocica ist kein Berg, sondern eine Pyramide.
  276. Also, wenn ich mir das so angucke, sieht ja ganz einleuchtend aus. Aber es gibt viele Kritiker und die haben gewichtige Argumente:
  277. Erstens: Form und Materialien seien natürlichen Ursprungs. Die Geologen nennen dieses Gestein "Brekzie".
  278. Zweitens: Die Grabungen finden nicht nach den gängigen, wissenschaftlichen Standards statt. Es gibt keine Dokumentationen
  279. und so gut wie keine Funde von Artefakten. Und drittens, sagen britische Geologen, haben Osmanagics Leute die Tunnel gegraben.
  280. Und wieder andere sind der Meinung, es handele sich ohnehin um mittelalterliche Minen.
  281. (Sprecherin) Ungeachtet aller Kritik verfolgt Osmanagic seine These weiter.
  282. Ein von ihm beauftragtes Institut hat an der Sonnenpyramide erhöhte Strahlung festgestellt.
  283. Esoterikfans aus der ganzen Welt strömen zu dem inzwischen touristisch gut erschlossenen Ort.
  284. Und Osmanagic versteht es, die Wünsche seiner Besucher nach etwas mehr Magie in ihrem Leben zu erfüllen.
  285. Und auch die Menschen, die am Fuß der angeblichen Sonnenpyramide leben, sind zufrieden, da sie von der Kaufkraft der Touristen profitieren.
  286. Auch wenn Osmanagics Theorie von den Pyramiden von den meisten Geologen, Archäologen und Geschichtsforschern abgelehnt wird,
  287. das tut der Faszination keinen Abbruch. Tatsache ist: Über Jahrtausende haben Menschen pyramidenförmige Bauten errichtet.
  288. Obwohl die Baumeister nichts voneinander wussten. * eindrucksvolle Musik *
  289. Vielleicht ist es so, wie Pythagoras es einst sagte: "Harmonie sei das Ziel, dem der Mensch eifrig zustrebe."
  290. Und er findet die Harmonie unter anderem in der Form der Pyramiden. Dann wäre die Suche nach der Harmonie in der Architektur etwas,
  291. das die Herrscher von China bis Amerika vereinte. Ein schöner Gedanke.
  292. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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