Warum gibt es Pyramiden? Ungelöste Fälle der Archäologie | Harald Lesch | Terra X Terra X History https://www.youtube.com/watch?v=OB2ID1YK8vs Transkript (automatisch erstellt) 0:02 * Titelmusik * Das hier kennen Sie alle: eine Pyramide. 0:31 Die bekannteste ist wohl diese: die Pyramide des ägyptischen Pharaos Cheops. 0:36 Der lebte vor 4500 Jahren und ließ bereits zu Lebzeiten sein Grab bauen. Natürlich größer als die hier. Wäre sonst etwas eng geworden. 0:47 Diese faszinierende geometrische Form ist kein ägyptisches Monopol. Selbst der Kaiser im fernen China wählte die Form für sein Grab aus 0:55 und baute dafür ganze Landschaften um. Pyramiden rund um die Welt. 1:01 Wieso finden wir diese Form fast überall, bei weit entfernten Kulturen, die nichts voneinander wussten? 1:07 Von den Maya in Mittelamerika bis in den heutigen Iran. In Bosnien soll es sogar 30.000 Jahre alte Mond- und Sonnenpyramiden geben. 1:16 Das schauen wir uns jetzt mal genauer an. (Sprecherin) Pyramiden, auf dem Hochplateau von Gizeh. 1:40 Seit Jahrtausenden faszinieren sie die Menschen. Dabei sind die Bauten außen absolut schmucklos. 1:51 Perfekte geometrische Formen. Wie künstliche Berge erheben sich die gewaltigen Begräbnisstätten 2:00 der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos auf dem Plateau aus dem Wüstensand. 2:12 Tatsächlich gehen Ägyptologinnen und Ägyptologen davon aus, dass ihre Form auf den ägyptischen Schöpfungsmythos zurückgeht: 2:20 Aus den Fluten des Ur-Meers erhebt sich der Ur-Hügel. Diesen Ur-Hügel nachzuahmen, 2:29 gilt als Beginn der Pyramidenidee. Vor 5000 Jahren errichteten die Ägypter sogenannte Mastabas 2:37 als Gräber der Pharaonen, rechteckige Bauwerke mit leicht abgeschrägten Seitenwänden. 2:45 Gut 300 Jahre später kam der Baumeister und Hohepriester Imhotep der Form des Ur-Hügels noch näher: 2:52 Er entwarf für Pharao Djoser die erste Stufenpyramide. Der Wandel von der Stufenpyramide zur echten, klassischen Pyramide 3:06 erfolgte einige Generationen später. Doch den Architekten von Pharao Snofru 3:12 unterliefen anscheinend Fehler bei der Planung. Sie arbeiteten mit einem Neigungswinkel von knapp 60 Grad. 3:20 Die Baumeister ließen die Steinlagen wie bei der älteren Stufenpyramide mit einer Neigung nach innen setzen. 3:27 Da der Pyramidenkörper aber nicht kompakt, sondern mit Innenräumen versehen ist, 3:33 verstärkte die Schräglage den Druck. Es kam zu Stabilitätsproblemen und Rissen in den Kammern und Gängen. 3:44 Um die Pyramide fertigzustellen, verbreiterten sie die Basis und verringerten den Neigungswinkel auf 43 Grad. 3:53 Das Ergebnis: Die "Knickpyramide von Dahshur". In Sichtweite ließ Snofru noch eine weitere Pyramide bauen 4:04 mit durchgängig 43 Grad. Bis zur perfekten Form war es also eine längere Entwicklung, 4:15 von der Mastaba über die Stufenpyramide 4:21 und die Knickpyramide. Gut gedacht ist eben nicht immer gut gemacht. 4:30 Was wir hier klar verfolgen können, ist das "learning by doing". Das ist selten im alten Ägypten, wo immer alles perfekt sein sollte. 4:39 Aber Fehler beim Pyramidenbau lassen sich nur schwer vertuschen. Was ist das Geheimnis dieser besonderen Form? Sie mögen glauben, 4:51 die Grundfläche ist immer ein Quadrat. Nee, nee. Die Geometrie definiert eine Pyramide so: Sie ist ein Körper, 4:57 deren Grundfläche ein Dreieck, Viereck oder irgendein Vieleck ist. Entscheidend sind die Seitenflächen. Das müssen immer Dreiecke sein, 5:06 mit einem gemeinsamen Punkt: der Pyramidenspitze. Wenn der zentral über dem Mittelpunkt der Grundfläche liegt, 5:14 dann stellt sich dieses faszinierend harmonische Bild ein, das wir an erstaunlich vielen Orten der Welt sehen können. 5:23 Aber wie verbreitete sich diese Idee? Es gab keinen Kontakt zu so weit entfernten Kontinenten 5:29 wie Afrika und Amerika. Zumindest haben wir noch keine Beweise dafür. (Sprecherin) Etwa gleichzeitig wie in Ägypten 5:37 wurden in Caral, im heutigen Peru, ebenfalls Pyramiden errichtet. Sie blieben nicht die einzigen in Amerika. 5:47 Traditionelle Schilfboote vor Lambayeque an der Küste Nord-Perus. Der Legende nach landete hier im 8. Jahrhundert nach Christus 5:55 ein König namens Naymlap mit seinem Gefolge in Booten aus Schilf. Niemand weiß, woher er kam. 6:05 Aber für ihn und seine Nachfolger erbaute man die monumentalsten Lehmziegel-Pyramiden der Welt. 6:13 Die mit König Naymlap beginnende Sican-Kultur wurde zum reichsten Goldimperium der Neuen Welt. 6:20 Sie fertigte die schönsten Goldmasken des antiken Peru. Fast alles, was heute unter "Inka-Gold" firmiert, 6:26 stammt in Wahrheit aus der Sican-Kultur. Die unermesslichen Goldschätze aus den Herrschergräbern 6:34 wecken bis heute die Gier von Grabräubern. In all den Pyramiden sind Trichter von ihren Raubgrabungen zu erkennen. 6:43 Auch die große Pyramide von Tucume ist übersät mit solchen Kratern. In ihrer Glanzzeit standen in Tucume 26 große Pyramiden, 6:55 dazu kamen noch mehr als 200 kleinere. Anders als die ägyptischen Pyramiden 7:01 dienten die der Sican-Kultur aber nicht nur als Gräber, sondern auch als Wohnort. 7:12 Der peruanische Archäologe Carlos Wester La Torre ist davon überzeugt, dass der mythische Dynastiegründer Naymlap eine historische Figur ist. 7:22 Wester glaubt, seinen Palast in dem verzierten Pyramidenkomplex "Chotuna" gefunden zu haben. 7:31 Die Reliefs, mit denen Teile des Gebäudes verziert sind, legen nahe, dass Chotuna ein zeremonielles Zentrum der Sican-Kultur war. 7:41 Das sind Szenarien für Rituale, Zeremonien, für Erscheinungen, um den Kult zu stärken und den Bezug zwischen Bevölkerung 7:50 und den regierenden Eliten zu verstärken. Ohne den Rückhalt der Bevölkerung 7:56 wären solche Monumentalbauten kaum möglich gewesen. Die Herausforderungen müssen gewaltig gewesen sein. 8:04 Eine davon: Wie man es schafft, eine so große Bevölkerung für so gewaltige Bauwerke zu verpflichten, 8:11 die enorme Investitionen erfordern, die heute Multi-Millioneninvestitionen wären. 8:17 Es gibt Berechnungen, um solche Gebäude zu errichten: Sie zeigen, dass für derartige Volumen 10.000 bis 20.000 Menschen nötig waren, 8:26 die über zehn bis 20 Jahre daran arbeiteten. Lehmziegel: 8:34 Ein geübter Arbeiter kann am Tag 600 bis 800 davon herstellen. Der Arbeitsprozess ist der gleiche wie vor 1000 Jahren. 8:43 Stroh und Lehm werden vermengt, in Formen gepresst und dann einfach an der Luft getrocknet. 8:50 Ideal für die Massenproduktion, aber... erosionsanfällig. 8:56 Das erklärt auch den schlechten Erhaltungszustand der Pyramiden, deren obere Ziegellagen im Laufe der Jahrhunderte 9:04 praktisch weggewaschen wurden. Gut erhalten aber sind die Körper der in der Pyramide beigesetzten Toten. 9:16 Sie wurden nicht künstlich mumifiziert, sondern verdanken ihre Mumifikation schlicht der trockenen Luft 9:23 in den Lehmziegelbauten. Eine weibliche Mumie, die mit kostbaren Beigaben bestattet wurde, 9:33 entdeckt Carlos Wester 2011 in einer Anlage direkt neben der Pyramide, die der Forscher für König Naymlaps Palast und Grab hält. 9:43 Eine Gesichtsrekonstruktion, ausgestattet mit ihrem Schmuck, lässt die Bedeutung der Frau erahnen. 9:53 Die Priesterin von Chornancap ist für uns eine der wichtigsten archäologischen Funde an diesem Ort. 10:00 Sie hat uns die Bedeutung der Frauen in dieser Gesellschaft enthüllt. Frauen sind Protagonisten. 10:09 Sie sind nicht Teil einer Herrschaftsfamilie, sie sind unabhängig von den Männern. 10:15 Es sind sie, die selbst Macht haben, die Autorität haben. 40 km weiter nördlich ragt mitten im Trockenwald Bosques de Pómac 10:28 die Huaca El Loro weit über das dichte Blätterdach. Huaca ist in der Andenkultur die Bezeichnung von Gottheiten 10:37 oder dem Ort, wo sie angebetet werden. Für Carlos Arévalo sind die gewaltigen Bauten aber vor allem 10:44 die Grabstätten der Herrscherfamilien. Die Huaca El Loro hielt für die Archäologen Überraschungen parat. 10:54 In einer zwölf Meter tiefen Grube fanden sie das Begräbnis eines reichen Mannes, 10:59 dem 1,2 Tonnen Grabbeigaben mit ins Jenseits gegeben wurden, darunter viele Objekte aus Gold. 11:08 Aber auch die Leichname von zwei etwa 20 Jahre alten Frauen. Nicht die einzigen Opfer, die man in den Pyramiden der Sican-Kultur fand. 11:29 Ja, man hat tatsächlich Menschenopfer dokumentiert. Besonders interessant ist der Bezug zu klimatischen Krisen. 11:38 Wir haben da sehr konkrete Daten, dass es sich da um einen kulturellen Mechanismus handelt. 11:45 An der Nordküste Perus macht sich das Wetterphänomen el Ninjo bemerkbar, das starke Regenfälle mit sich bringt. 11:52 Es scheint, als hätten die Menschen damals nach solchen Naturkatastrophen ganze Pyramidenbezirke verlassen, um woanders neue zu errichten. 12:02 Nach 600 Jahren geht die Sican-Kultur mit ihren gigantischen Wohn- und Grabpyramiden unter. Warum? 12:10 Eines der vielen offenen Rätsel. Die Goldpyramiden von Sican waren also, anders als im alten Ägypten, 12:18 Multifunktionsbauten, würden wir heute sagen. Viele Geheimnisse dieser gewaltigen Anlagen sind noch immer ungelöst. 12:25 Zudem erschwert die fortschreitende Erosion die Arbeit der Archäologen. Dieses Problem hatte man in China weniger. 12:34 Dort wurden Pyramiden nicht gebaut, sondern die Landschaft wurde zur Pyramide geformt. 12:40 Berge wurden aufgeschüttet, Flüsse umgeleitet und Seen angelegt. Und das alles für die chinesischen Herrscher. 12:49 (Sprecherin) Hier liegt der wohl berühmteste begraben, Qin Shi-Huang-Di, 12:54 der erste Kaiser eines geeinten China, gestorben 210 vor Christus. 13:01 Kaiser Qin schuf ein zentralistisches Staatssystem, das ihm die vollständige politische, wirtschaftliche 13:07 und gesellschaftliche Kontrolle über China gab. Er reformierte Maße, Währung und Schrift. 13:13 Mit Heeren von Arbeitern ließ er erste Teile der Großen Mauer bauen und sein Grab. 13:23 Qin fürchtete den Tod und hoffte, ihn irgendwie überwinden zu können. Für Patrick Wertmann vom Asien-Orient Institut der Universität Zürich 13:32 ist die Qin Pyramide etwas ganz Besonderes. Das Faszinierende an der Grabpyramide des ersten Kaisers 13:40 ist für mich die Tatsache, dass jeder diese große Grabpyramide sehen kann. 13:45 Laut schriftlicher Quellen soll diese Pyramide einst... ungefähr 120 Meter hoch gewesen sein, also eine gigantische Anlage. 13:55 Aber das Mysteriöse an dem Ganzen, an der ganzen Geschichte ist, dass sie bis heute verschlossen ist. 14:02 Hinweise darauf, was die Grabpyramide des Kaisers Qin enthalten könnte, finden sich in alten Chroniken. 14:11 In dieser Grabanlage soll das gesamte Universum nachgebaut sein, wie es dem ersten Kaiser damals bekannt war. Das heißt, er hat... 14:20 Es gibt schriftliche Quellen, in denen genau beschrieben wird, was sich darin befinden soll. Es werden große Flüsse, der Yangste, 14:28 der Gelbe Fluss, beschrieben, die aus Quecksilber geformt sein sollen. Tatsächlich wurde das giftige Element in Probebohrungen nachgewiesen, 14:40 die ein chinesisches Archäologenteam 2005 an verschiedenen Stellen des Pyramidenhügels entnahm. 14:48 Vor allem ein Bereich des Grabbezirkes lockt alljährlich Millionen Besucher an: die Terracotta Armee. 14:56 Tausende Tonkrieger sollten Kaiser Qin im Jenseits dienen. Die Armee wachte fast zwei Kilometer entfernt von der Pyramide. 15:07 Hunderte weitere Gruben und Seitengräber addieren sich auf eine Gesamtfläche von unglaublichen 56 Quadratkilometern. 15:16 Vieles wartet noch auf die Bergung und Restaurierung. Patrick Wertmann ist mit der Kuratorin des Museum Rietberg 15:31 in Zürich verabredet, das berühmt ist für seine chinesische Sammlung. In China war vor allem Jade beliebt, die man dort "Himmelsstein" nannte. 15:41 Man glaubte, dass man mit ihr den Körper des Verstorbenen vor dem Verfall schützen konnte. 15:47 Sein gesamter Körper war mit diesen Scheiben bedeckt. Wäre es denkbar, 15:53 dass schon heute Stücke aus der Grabkammer von Qin in Museen sind? Ein großes Geheimnis ist sie auf jeden Fall. 16:00 Ob sie beraubt worden ist... Das kann sehr gut sein, denn der erste Kaiser ist... 16:08 Kurz nach seinem Tod ist die Dynastie ja gestürzt worden, und da wäre es eigentlich denkbar, dass man dann das Grab schändet 16:16 oder das Grab beraubt. Aber wir wissen's nicht, und das macht den Reiz dieser Grabanlage aus. 16:24 Warum zögert man in China, das Rätsel um das Grab des Kaiser Qin zu lösen? Fürchtet man, dass es tatsächlich schon vor Jahrhunderten beraubt wurde 16:34 und scheut den Gesichtsverlust, wenn man keine Schätze finden würde? Die technischen Möglichkeiten haben sich rasant entwickelt. 16:47 Die Herausforderung ist oft die Konservierung der geborgenen Stücke. In den Gräbern herrschen besondere Bedingungen, 16:56 was Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr angeht. Bei der Öffnung des Grabes könnten Zerfallsprozesse einsetzen, 17:05 die die Ausgräber vor große Probleme stellen. In Ägypten soll der Ur-Hügel das Vorbild der Pyramiden gewesen sein. 17:15 Und auch in China kennt man fünf heilige Berge, die das älteste Lebewesen symbolisieren. 17:21 Einer dieser Berge erhebt sich in der Nähe der Grabpyramide des Kaiser Qin. In ihr hoffte Qin auf ein ewiges Leben nach dem Tod. 17:32 Umgeben von allem, was er auch im Diesseits schätzte. Nicht zuletzt seine vieltausendköpfige Armee. 17:44 Anders als ihr Herrscher haben sie das Licht der Welt wieder erblickt und stellen ihre Ausgräber vor ungeahnte Schwierigkeiten. 17:53 Diese Figuren hier kennt man als Dekoration. Aber wissen Sie, wie die im Original, also ursprünglich aussahen? 18:01 Eine Forscherin der TU München hat herausgefunden, die waren mit Lack bestrichen, den man als fast perfekt bezeichnen kann. 18:09 Der war wasserdicht, hitzebeständig, säurebeständig. Der Nachteil war, dass er nur hält oberhalb von 84 Prozent Luftfeuchtigkeit. 18:17 Und Sie ahnen, was passiert ist? Als die Archäologen die Krieger aus den feuchten Gruben gehoben haben, 18:24 da verdunstete das Wasser im Lack, der Lack schrumpfte, und die Farbe blätterte ab. 18:30 Es gelang erst nach einer wahren Restaurationsdetektivarbeit, die Figuren zu rekonstruieren. Das überraschende Ergebnis: 18:37 Jeder Krieger war individuell bunt bemalt. Kein Soldat glich dem andern. Wie in der Realität. 18:45 Bisher sind über 7000 solcher Figuren gefunden worden. Wahrscheinlich gibt es viel mehr. Hätte es damals einen Preis gegeben 18:52 für die bestausgestattete Pyramide, Kaiser Qin hätte ihn bekommen. Seine Anlage ist über 56 Quadratkilometer groß. 19:01 Das ist etwa so groß wie Manhattan. Und übrigens, da gibt es auch eine Pyramide. 19:08 (Sprecherin) Die Pyramidenform reizt auch moderne Architekten zu Megaprojekten. 19:13 Und auf der Liste der "Schönsten Wolkenkratzer der Welt", hat der 142 m hohe pyramidenförmige Wohnturm in New York, 19:22 Via 57 West, einen Stammplatz. Drei Meter höher als die seit ihrer Erbauung 19:28 um gut sieben Meter geschrumpfte Cheops-Pyramide. Noch viel größer plant man in Dubai. 19:40 Im Jahr 2008 wurde hier das Modell einer Pyramidenstadt vorgestellt, die auf einer Grundfläche von 2,3 Quadratkilometern 19:49 mehr als 1000 m hoch in den Himmel ragen würde. Obwohl die Arabischen Emirate für gigantische Bauprojekte berühmt sind, 20:00 existiert die Megapyramide bis heute nur als Modell. Sollte sie je gebaut werden, dann böte sie Platz zum Wohnen 20:08 und Arbeiten für eine Million Menschen. Das ist eine Arkologie. Eine Stadt, die aus einem Gebäudekomplex besteht, 20:19 die eine Einheit in Architektur und Ökologie bildet. Dass die geplante Arkologie in Dubai Zikkurat heißt, ist kein Zufall. 20:28 Es ist eine Reminiszenz an die früheste Hochkultur in Mesopotamien. Da stand der Turm von Babel, den kennen wir alle aus der Bibel, 20:37 Genesis Kapitel elf oder den Bildern von Breugel. Das ist eine sogenannte Zikkurat. Zikkurat ist ein babylonisches Wort 20:45 und heißt so viel wie "aufgetürmt/hoch aufragend". Die meisten Zikkurats standen auch im babylonischen Reich 20:53 und wurden dort für astronomische Beobachtungszwecke verwendet. Die besterhaltene Zikkurat allerdings steht im heutigen Iran, 21:01 ein wahrer Glücksfall für die Wissenschaft. (Sprecherin) Glücklich war auch die Entdeckung 1935. 21:09 Geologen, die in der Gegend eigentlich nach Erdöl suchten, sichteten bei einem Überflug die Tschogha Sanbil genannte Zikkurat 21:17 in der heißen und dünn besiedelten Provinz Chuzestan. Der Bau lag einst inmitten der antiken Stadt Dur Untasch, 21:26 die von einer vier Kilometer langen Stadtmauer umgeben war. Relativ gut erhalten hat sich nur die heute noch 25 m hohe Zikkurat. 21:36 Wer sie wann erbaute, erzählen ihre Ziegel. 659 sind mit Keilschrift bedeckt. 21:43 Die Inschriften nennen den elamitischen König Untaš-Napiriša, der die Zikkurat als Mittelpunkt seiner neuen Hauptstadt bauen ließ. 21:52 Die Umfassungsmauern sowie Grundrisse einiger Paläste und Tempel sind noch zu erkennen. 22:02 Ursprünglich war die Stufenpyramide etwa 50 m hoch. Ganz oben stand ein Tempel, der gleich zwei Göttern geweiht war. 22:11 Auch das verraten die Inschriften auf den Ziegeln. Die Stadt lag zwar in unmittelbarer Nähe des Flusses Dez, 22:22 aber auf einem 40 m höheren Plateau. Das Trinkwasser kam bestimmt aus 50 km Entfernung durch einen Kanal, 22:29 der in ein großes Wasserreservoir vor der Stadtmauer mündete. Durch Schlitze floss es in Becken, bevor es in der Stadt verteilt wurde. 22:39 An der Zikkurat hingegen gab es Abflüsse für unerwartete Regenfälle. Außentreppen führen auf die unteren der fünf Stufen. 22:52 Zur höchsten Tempelplattform gelangte man nur über Treppen im Inneren des Bauwerks. 23:00 Votivgaben zeugen von der Beliebtheit der Tempel auf und neben der Zikkurat. 23:10 Vier Tore führten von allen Seiten zum heiligen Pyramidenbezirk. Sie konnten in steinernen Halterungen durch Balken gesichert werden. 23:24 Im Lehm hat sich ein Fußabdruck erhalten. Eine Erinnerung an einen der früheren Bewohner. 23:33 Tschogha Zanbil ist mit ihren 3000 Jahren fast ein modernes Gebäude. Denn Forscher gehen davon aus, dass die ersten Zikkurats in Mesopotamien 23:44 bereits im fünften Jahrtausend vor Christus gebaut wurden. Die mesopotamischen Zikkurrats 23:51 waren eine kultisch überhöhte Darstellung des Weltberges, der am Anfang der Schöpfung stand. 23:56 Das ist frappierend ähnlich wie die ägyptische Mythologie des Ur-Hügels. Waren also die babylonischen Tempelberge die Vorbilder 24:06 für die ersten ägyptischen Stufenpyramiden? Wir wissen es nicht. Klar ist allerdings, 24:11 dass die Funktion der babylonischen Zikkurats eine ganz andere war als die der ägyptischen Pyramiden. Die einen waren Götter-Tempel, 24:19 die anderen, bis auf wenige Ausnahmen, Königsgräber. Wie die Pyramiden verjüngen sie sich nach oben, 24:25 aber es blieben immer Stufenanlagen. Trotzdem könnte die Idee der Pyramide von Mesopotamien nach Ägypten gewandert sein, 24:33 denn ab dem 4. Jt. sind Beziehungen zwischen den Regionen nachgewiesen. Aber gab's in Sachen Pyramiden auch einen Austausch über den Atlantik, 24:43 wie es der Forschungsreisende Thor Heyerdahl vermutete? (Sprecherin) Heyerdahl glaubte an den sogenannten Diffusionismus. 24:52 Der besagt, kulturelle Erfindungen sind selten selbst gemacht, sondern werden meist durch Kontakt weitergegeben. 24:59 Er hielt es für möglich, dass die Maya-Pyramiden von den viel älteren ägyptischen Pyramiden inspiriert waren. 25:11 Die mächtigen Maya-Pyramiden sind, nach den ägyptischen Pyramiden, wohl die bekanntesten Bauwerke dieser Art. 25:21 Doch das war nicht immer so. Denn viele der steinernen Giganten 25:26 hatte der Urwald für Jahrhunderte verschluckt. Bis Forscher aus der alten Welt sie im 19. Jh. wiederentdeckten. 25:42 Schon damals legten sie an 50 verschiedenen Orten zum Teil vollständig überwucherte Ruinen frei. 25:50 Unzählige heilige Stätten in den riesigen Urwäldern Mittelamerikas blieben jedoch unentdeckt. 26:00 Dank der modernen Technik gibt es immer wieder neue Entdeckungen, die die Forscher verblüffen und ihre Arbeit immens erleichtern. 26:16 Eine dieser Techniken ist in diesem Gerät verbaut, es heißt LiDAR, Light Detection and Ranging, also Lichterkennung und Raumvermessung. 26:31 Das ist auch unter Airborne Laserscanning bekannt. Unter Flugzeug oder Drohne befestigt, 26:37 tastet eine hochempfindliche Lasereinheit den Boden ab. Während der Messflüge erzeugt der 3D-Scanner Millionen von Messpunkten. 26:45 Gemessen wird mit Lichtgeschwindigkeit. Entscheidend ist die Laufzeitverzögerung 26:49 zwischen ausgesendetem und reflektiertem Laserlichtstrahl. Aufgrund der Durchdringungstiefe des Laserscanners 26:56 kann die Vegetation ausgeblendet, die Wälder elektronisch entlaubt und die darunter liegenden Strukturen sichtbar gemacht werden. 27:06 Diese 3D-Geländemodelle sorgten für eine Revolution in der Archäologie und für Sensationsfunde im Reich der Maya. 27:17 (Sprecherin) Der Dschungel in Guatemala. Wegelos, scheinbar undurchdringlich. 27:23 Das Blätterdach verdeckt jegliche Struktur am Boden. In solchen Gebieten schlägt die Stunde von LiDAR. 27:31 Die 3D-Laserscanner liefern exakte Lagepläne. Archäologinnen der Universität von Arizona 27:41 erforschen das Gebiet der Ruinen von Ceibal. Der Ort ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, 27:48 aber dank LiDAR gelang die Lokalisierung weiterer Bauten. Mit den Computerdaten können sie treffsicher den Spaten ansetzen. 28:02 Schon in den 1960er Jahren hatte die Harvard University hier Grabungen durchgeführt. 28:09 Diese Ruinen waren ihnen aber entgangen. Archäologen aus Harvard haben hier viel gearbeitet. 28:18 Sie haben fast alles kartografiert und ihre Karten sind sehr genau. Aber durch LiDAR fanden wir noch mehr Strukturen. 28:26 Wir sehen nun die Siedlungsgrenzen und die Form der Strukturen klarer. Das ist wichtig und sehr hilfreich. 28:35 In den neu entdeckten Bauten finden die Ausgräber Spuren grausamer Rituale. 28:43 Verstümmelte Skelette, abgetrennte Hände. Zeugnisse von Menschenopfern, 28:51 die im Kult an oder auf den Pyramiden stattfanden. Die LiDAR-Daten lassen aber auch Rückschlüsse auf den Untergang 29:02 der großen Maya-Kultur zu. Nicht Invasoren, Katastrophen oder Epidemien bereiteten ihr ein Ende, 29:10 sondern ihre eigene Bau- und Expansionswut. Die Maya-Pyramiden waren von riesigen Städten umgeben. 29:18 Allein in Guatemala offenbarten die Laserscans 60.000 bisher unbekannte Bauten. 29:30 Rodungen und Überbevölkerung bei zunehmender Bodenerosion dürften zum Kollaps des einst so mächtigen Reiches geführt haben. 29:40 * Panflöten-Musik * Weiter nördlich, im Hochland von Mexiko, 29:49 sind Forscherinnen der Universität Barcelona dem Untergang einer Megastadt auf der Spur: 29:56 Teotihuacán. Die etwa 65 m hohe Sonnenpyramide bildete das Zentrum der Stadt. 30:05 Wer sie erbaute, ist noch unbekannt. Man kennt bisher weder Herkunft noch Sprache 30:11 der bis zu 200.000 Stadt-Bewohner. Doch anhand der archäologischen Befunde 30:20 lassen sich gesellschaftliche Strukturen erkennen. Die Pyramiden spielten dabei eine besondere Rolle. 30:30 Für Rituale und politische Macht. Politik und Religion waren damals untrennbar verbunden. 30:38 Über Jahrhunderte war Teotihuacán eine boomende Metropole. Doch ab dem siebten Jahrhundert ging es bergab. 30:46 Die Archäologinnen suchen Indizien für den Grund des Untergangs. Auf dem Boden entdecken sie überall Splitter aus Obsidian. 30:55 Damals ein überaus begehrter Werkstoff. Und direkt an einer der Pyramiden, 31:01 die die heiligsten Orte der Stadt waren, wurden in späteren Zeiten profane kleinere Häuser angebaut. 31:08 Ein untrügliches Zeichen für einen Strukturwandel und Überbevölkerung. Die Stadt wuchs und wuchs und verschlang immer mehr Land. 31:19 Die Bewohner brauchten mehr Mais, mehr Mahlsteine, mehr Obsidian. Sie brauchten von allem mehr und mehr und mehr. 31:29 Und das machte es immer schwieriger, die Lage in der Stadt zu managen. Um 750 nach Christus kam es zum Kollaps der Kultur 31:40 und des Reiches von Teotihuacán. Geblieben sind seine eindrucksvollen Pyramiden. 31:48 Aber was ist mit Thor Heyerdals Vermutung, dass Pyramidenbauer auf verschiedenen Kontinenten voneinander wussten? 31:55 Einen Beleg dafür sah er in den Pyramiden auf Teneriffa. Für ihn waren sie die Verbindung zwischen Mittelamerika und Ägypten. 32:08 Teneriffa mit seinem über 4000 m hohen Vulkangipfel Pico del Teide und den Stufenpyramiden von Güímar, 32:16 geriet Anfang der 1990er Jahre in den Fokus des norwegischen Forschers. 32:24 Heyerdahl, der selbst mit einem Schilfboot den Atlantik überquerte, glaubte Ähnlichkeiten mit den Pyramiden in Ägypten, 32:32 Mexiko und Peru zu erkennen. Er dachte, dass diese Pyramiden 32:39 ein Werk von Pyramidenkonstrukteuren waren, die das Ganze bauten, als sie an den Kanaren vorbeigesegelt waren. 32:47 Der Standort passt gut zu seinen kulturellen Verbreitungstheorien, dem Diffusionismus. Er glaubte, dass die Ozeane nicht Hindernisse, 32:56 sondern Transportbänder waren. Die Ausrichtung des Stufenbaus scheint zu Heyerdahls These 33:05 von der importierten Pyramiden-Idee zu passen. Er ist direkt auf den Sonnenuntergang zur Sonnwende ausgerichtet. 33:16 Doch Archäologen von der Uni von La Laguna sehen Heyerdahls Theorien zu den "sogenannten" Pyramiden von Güímar skeptisch. 33:27 Sie untersuchten die "plattformartigen Strukturen", wie sie sie nennen, um deren Alter und Erbauer zu identifizieren. 33:41 Unterhalb der Stufenkonstruktionen befindet sich eine Höhle, die schon von den Ureinwohnern der Insel, den Guanchen genutzt wurde. 33:50 Außer der Lage gab es keine Hinweise auf einen Zusammenhang der Bauten. Und auch für die Ausrichtung zum Sonnenuntergang 34:00 haben die Forscher eine profane Erklärung. Wir sehen den Lavastrom, der schon hier war, als man die Mauern baute. 34:09 Die Mauern folgen der geologischen Orientierung des Lavastroms vom Gipfel zum Meer. 34:20 Die Funde, die sie direkt an den Bauten machten, brachten weitere Klarheit. 34:28 Die archäologischen Ausgrabungen brachten Material, das komplett aus dem 19. Jahrhundert stammt oder sogar später. 34:35 Es gibt keinen Beleg für etwas Früheres in der Chronologie dieser Konstruktionen. 34:46 Aus dem 19. Jahrhundert stammt auch dieser spektakuläre Bewässerungskanal in den Bergen. 34:53 Damals wurde die Landwirtschaft auf der Insel intensiviert. Die Kanarischen Inseln hatten nämlich einen Exportschlager, 35:02 den sie bis nach London verkauften. Er stammt von der Cochinilla Laus, die sich mit Vorliebe von Nopales Kakteen ernährt, 35:10 die die Spanier aus Mexiko mitgebracht hatten. Aus den Körpern der Läuse lässt sich der Farbstoff Karminrot herstellen. 35:25 Der war hochbegehrt und machte einige Gutsbesitzer auf den Kanaren reich. 35:33 Auch den Mann, der im 19. Jahrhundert das Land erwarb, auf dem die Bauten von Güímar stehen. 35:46 Und jetzt wird es spannend. In den Kaufverträgen stieß Prof. Molinero auf das Wort "Morras", das eine große Steinstruktur bezeichnet. 35:57 Zum Zeitpunkt des Ankaufs, 1850, werden die Morras nicht erwähnt. Aber als der Eigentümer stirbt und es eine Erbaufteilung gibt, 36:06 werden die Morras als eine Art Grenzstein benutzt, um die Dimensionen der Finca zu bestimmen. 36:15 Die Stufenpyramiden auf Teneriffa wurden also erst nach 1850 gebaut. Sie sind damit kein Beleg für einen Wissenstransfer 36:25 von Afrika nach Amerika. Pyramiden faszinieren bis heute. 36:37 Und deshalb suchen Menschen nach unbekannten neuen Pyramiden und entdecken scheinbar ganz alte an den unwahrscheinlichsten Orten. 36:46 LiDAR macht's möglich. (Sprecherin) Semir Osmanagic, 36:53 ein bosnisch-amerikanischer Geschäftsmann, hat 2005, nahe des bosnischen Ortes Visoko, 37:00 gleich mehrere Pyramiden entdeckt. Sie sollen vor zwölf bis 30.000 Jahren 37:06 mit solchen Blöcken errichtet worden sein. Eine Pyramide ist definiert durch ihre Form. 37:18 Hier haben wir eine vierseitige Pyramide mit vier dreieckigen Seitenflächen. 37:23 Und diese Seiten sind exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Vor allem zwei Seiten weisen tatsächlich auffällige Grate auf, 37:33 die dem Berg Visocica sein pyramidenförmiges Aussehen verleihen. Und Osmanagic hat noch ein Argument: 37:42 Unter der Oberfläche findet man künstlich hergestellte Blöcke. An einigen Stellen legten Osmanagic 37:51 und freiwillige Helfer diese Blöcke frei, bis die zuständige Denkmalbehörde dort weitere Grabungen untersagte. 37:59 Geologen sind der Ansicht, die Steinformation entstand auf natürlichem Weg. 38:03 Doch Osmanagic bleibt dabei: Diese Pyramide wurde von intelligenten Wesen erbaut. 38:12 Um seine These zu untermauern, ließ er einige der Blöcke untersuchen und zog dabei eigenwillige Schlüsse. 38:20 Ein versteinertes Blatt in einem Block sieht er als Beweis dafür, dass die Bosnische Sonnenpyramide die älteste der Welt ist. 38:29 Und er glaubt, sie ist auch die höchste. Ab hier misst sie 220 Meter. 38:36 Mit der LiDAR-Technik sehen wir, dass sie aber noch viel größer ist. Sie geht bis zum Talgrund. Was nur logisch ist. 38:45 Ob sie menschengemacht ist, beantwortet LiDAR aber nicht. Da die Denkmalbehörde weitere Grabungen am Visocica untersagte, 38:55 sucht Osmanagic mittlerweile an anderen Stellen nach Beweisen. Für ihn und seine freiwilligen Helfer aus aller Welt ist das ganze Tal 39:04 ein gigantisches Kultzentrum mit gewaltigen Kraftfeldern. In der Nähe der Sonnenpyramide sind sie auf einem Grundstück zugange, 39:15 das der gemeinnützigen Stiftung gehört, die Osmanagic bereits 2006 gründete. 39:21 Seitdem hat sie schon Millionen an Spenden generiert. Die Freizeit-Archäologen haben sich Hunderte Meter in den Berg gegraben 39:31 und legen angeblich ein verfülltes Tunnelsystem wieder frei. Was davon alt und was neu ist, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. 39:41 Zumindest wurden vorhandene Gänge auf eine bequeme Höhe erweitert. Funde sind rar. Bis auf Trockenmauern, die, laut Osmanagic, 39:51 Abzweigungen zu weiteren Tunneln versperren. Sie sollen einst die Pyramiden miteinander verbunden haben. 40:02 Das sind 100 Kilometer Tunnel. Eine gewaltige Anlage. Überall stoßen wir auf Füllmaterial und Hunderte von Trockenmauern. 40:12 Irgendjemand hat die Tunnel systematisch verschlossen, um ein großes Geheimnis zu verbergen. 40:23 Die angebliche Länge der Gänge lässt sich genauso wenig überprüfen wie ihr Alter. Doch an ihre Wirk- und Heilkraft glauben Zigtausende, 40:32 die das Tal der Bosnischen Pyramiden alljährlich besuchen. Ein Höhepunkt der Tunnelbesichtigung ist ein tonnenschwerer Monolith, 40:40 in dessen Umgebung die Luft besonders rein sein soll. Für sie alle steht außer Frage: 40:51 der Visocica ist kein Berg, sondern eine Pyramide. 40:57 Also, wenn ich mir das so angucke, sieht ja ganz einleuchtend aus. Aber es gibt viele Kritiker und die haben gewichtige Argumente: 41:05 Erstens: Form und Materialien seien natürlichen Ursprungs. Die Geologen nennen dieses Gestein "Brekzie". 41:14 Zweitens: Die Grabungen finden nicht nach den gängigen, wissenschaftlichen Standards statt. Es gibt keine Dokumentationen 41:21 und so gut wie keine Funde von Artefakten. Und drittens, sagen britische Geologen, haben Osmanagics Leute die Tunnel gegraben. 41:31 Und wieder andere sind der Meinung, es handele sich ohnehin um mittelalterliche Minen. 41:38 (Sprecherin) Ungeachtet aller Kritik verfolgt Osmanagic seine These weiter. 41:43 Ein von ihm beauftragtes Institut hat an der Sonnenpyramide erhöhte Strahlung festgestellt. 41:51 Esoterikfans aus der ganzen Welt strömen zu dem inzwischen touristisch gut erschlossenen Ort. 41:58 Und Osmanagic versteht es, die Wünsche seiner Besucher nach etwas mehr Magie in ihrem Leben zu erfüllen. 42:08 Und auch die Menschen, die am Fuß der angeblichen Sonnenpyramide leben, sind zufrieden, da sie von der Kaufkraft der Touristen profitieren. 42:20 Auch wenn Osmanagics Theorie von den Pyramiden von den meisten Geologen, Archäologen und Geschichtsforschern abgelehnt wird, 42:28 das tut der Faszination keinen Abbruch. Tatsache ist: Über Jahrtausende haben Menschen pyramidenförmige Bauten errichtet. 42:37 Obwohl die Baumeister nichts voneinander wussten. * eindrucksvolle Musik * 42:49 Vielleicht ist es so, wie Pythagoras es einst sagte: "Harmonie sei das Ziel, dem der Mensch eifrig zustrebe." 42:56 Und er findet die Harmonie unter anderem in der Form der Pyramiden. Dann wäre die Suche nach der Harmonie in der Architektur etwas, 43:05 das die Herrscher von China bis Amerika vereinte. Ein schöner Gedanke. 43:12 Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023