Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Palliative Care I Über Gott und die Welt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 181 Zeilen
- [Musik] โ [Musik]
- [Musik] [Applaus] [Musik]
- Grüß Gott, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer zu einer neuen Folge von über Gott in die Welt hier aus der Hochschule Heiligenkreuz. Mein Name ist Elisabeth
- To ich arbeite hier am Mediencampus der Hochschule. In mir sitzt Johannes Heidenreich, Student der Hochschule und wir begrüßen heute Herrn Dr. Muri hier
- bei uns zu Gast in Heiligen Gott. Herzlich willkommen Herr Dr. Muri. Sie sind geschäftsführender Oberarzt für Palliativ von Hospiz und ähm bei den
- Elisabethinen in Graz und Sie sind auch ärztlicher Leiter des Himmelshafens. Dazu werden wir jetzt gleich kommen. Herzlichen Dank, dass Sie da sind.
- Herzlichen Dank für die Einladung. Danke schön. Möchten Sie uns vielleicht Herr Dr. Muri ähm und den Zuschauern einen kurzen kurzes Bild geben, wie ihre
- Arbeit ausschaut als geschäftsführender Oberarzt für Poalit Hospiz, was das heißt? Also auf der Palliativstation ä betreuen
- wir zunächst ähm bis zu acht Patienten und ihre und Zugehörigen in sehr besonderen Lebensphasen, die manchmal mit dem Tod auf der Station enden, aber
- nicht immer, Gott sei Dank. Dann betreuen wir im Rahmen des Palliativdienstes ähm insgesamt 1500 Betten in Graz ähm in
- anderen Krankenhäusern, wo wir zum Beraten kommen für das betreuende Team genauso wie den Patienten, die Patientin, den Patienten und die anderen
- Zugehörigen ähm in den anderen Krankenhäusern, um unsere Palliativexpertise hinzubringen. Dann haben wir noch ein kleines Hospiz,
- das Hospiz St. Elisabeth, wo wir vier Menschen bis zu ihrem natürlichen Tod begleiten können. Und dann gibt es das ehemalige Winzorf Hospiz, das jetzt
- Himmelshafen Hospiz heißt, wo wir zwei Menschen betreuen können, die häufig obdachlos waren, ähm die häufig unversichert sind, auch wieder, damit
- sie möglichst gut begleitet, ihre letzte Zeit verbringen können und auch ihre letzte Zeit genießen können, so gut das geht. Mhm. Das heißt, sie schauen bei
- den Patienten, worauf genau was ist ihre persönliche Rolle in dieser Tätigkeit? Unterschiedlich. Ähm zum einen in der äh Leitungsfunktion
- ist meine Aufgabe natürlich auf die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen zu achten, dass es denen möglichst gut geht, damit äh jede und jeder weiß, was
- zu tun ist. Ähm und wenn Belastungen da sind, damit die möglichst rasch äm aufgefangen werden können und niemand alleinelassen ist. Ähm darüber hinaus
- ähm arbeitet palliativ immer besonders interdisziplinär, das heißt mit allen anderen Berufsgruppen, die sich um das Wohl des
- Menschen kümmern, zu schauen, dass die auch alle ihre Aufträge gut kennen und dass es ihnen möglichst gut, nicht nur organisatorisch, sondern auch persönlich
- gut geht, damit sie möglichst m vorbehaltlos sich um die Not des Menschen kümmern können. Dann gehört dazu, dass die Betten
- natürlich möglichst gut ausgelastet sind. Nicht nur damit der Krankenhausbetreiber eine Freude hat, äh sondern damit die
- Ressourcepalliativ auch möglichst gut genützt ist. Wir haben in Österreich leider viel zu wenig palliativbetten und entsprechend ist ein großer Ran um
- ein freies Bett und wenn man das dann nicht optimal belegt, sondern mit ähm Menschen belegt, die halt schon auch die Versorgung gut nützen, aber nicht dieses
- enge ähm Versorgungsnetz brauchen, dann gibt es andere Menschen, die tatsächlich in einer Palliativsituation sind, die das nicht nützen können. Das heißt, das
- optimale Belegen gehört mit dazu zum Wohle des Menschen genauso wie des Betreibers. Ähm und worüber ich sehr froh bin, ähm
- dass ich auch direkt beim Menschen nach wie vor arbeiten gehen darf, kann, soll, muss. Ähm, weil ich glaube das mit in Berührung bleiben mit dem
- Menschen, der Not ist, ist eine der wesentlichsten Wurzeln für mein Tun. Ja, als Arzt. Na klar. Ja, das klingt nach einem sehr herausfordernden, sehr
- schönen, sehr wertvollen Beruf, der gerade auch aus ähm gelebt als Katholik natürlich, sie sind praktizierende Katholik, auch eine besondere ja, eine
- besondere Seite natürlich auch hat wahrscheinlich im eigenen Glaubensleben. Ähm, dazu werden wir vielleicht noch später kommen. Mich würde jetzt noch
- auch gleich zu Beginn interessieren, sie arbeiten bei den Elisabethinen, das ist ein Ordenspital, nicht wahr? Wie schaut da das ähm ich weiß nicht sind
- Schwestern Elisabethin Schwestern als Ärztinnen tätig oder wie genau kann man sich das vorstellen? Also im Krankenhaus der Elisabethinen ist der Konvent der
- Kratzer Elisabethin Gott sei Dank am gleichen Gelände. Ähm leider ist der Konvent nicht besonders groß. Ähm und der Altersdurchschnitt ist ein typischen
- österreichischen Orden entsprechend ähm ein bisschen fortgeschritten. Ähm dennoch gibt es ein paar wenige, ich würde jetzt sagen nicht mal eine
- Handvoll an ähm Nonnen, an Kloster Frauen, die im Krankenhaus unterwegs sind. Und es hat für mich tatsächlich äh wo ich meine Ausbildungen auch in
- ganz normalen öffentlichen Krankenhäusern erlebt habe, macht es einen großen Unterschied, ob ähm das geistliche Leben im Alltag präsent ist.
- Und ich bin sehr froh ähm, dass unsere Palliativstation gerade in der Klassestation der internen Abteilung gelegen ist, wo immer eine äh
- elisabethinische Schwester auch ihren Dienst tut. Mhm. Es ist auch schön, dass wir einen äh eine Kapelle im äh Haus haben. Ähm die
- nicht zur Ablage von irgendwelchen Kranken liegen dient, sondern tatsächlich als Kapelle funktioniert, wo das Allerheiligste präsent ist. Und ich
- glaube, dass wir so ähm in besonders besonderen Krisen, die es in jedem Krankenhaus gibt, aber natürlich auf Palliativstation auch besonders, ähm
- dass wir als Mitarbeitende genauso wie ähm als Patienten und anderen Zugehörige diesen Zufluchtsort haben können. Es gibt immer wieder auch Messen, wo ähm
- wir in der Dienstzeit teilweise mit von uns betreuten Menschen auch hingehen äh und einfach eine gute Zeit verbringen können. Mhm. Das klingt sehr, sehr
- schön, wie ja der Glaube, wie unser Herrgott sozusagen eingebunden wird bei Ihnen im Beruf und im Krankenhaus. Ja, wir hatten uns am Anfang auch die Frage
- gestellt, ob sie uns vielleicht kurz noch mal ganz wissenschaftlich einen Überblick geben können über die Begriffe palliativ und was es dann auch gibt mit
- aktiver und passiver Sterbehilfe. Ja, bitte helfen Sie uns mal nach. Ich will es versuchen. Palliativ. Weil der Tief kommt grundsätzlich als Begriff ähm
- vom lateinischen Pallium ähm mit dem Gedanken, dass wir Menschen, die in Not sind, Heiliger Martin und so ähm ummanteln wollen. Ähm, ich habe für mich
- dieses Bild noch ein bisschen weiterentwickelt, weil ich Sorge hatte, dass mit dem Gedanken, wir ummanteln jemanden, der vielleicht gar nicht
- ummantelt werden will oder verhüllen ihn und verdecken vielleicht seine Ängste, Wünsche, beschweren, Sehnsüchte, Hoffnungen, dass ich für mich noch ein
- bisschen weiterentwickelt habe mit Schutzschild Pum wie ein Schutzschild, dass wir als Profi m in diesem vielschichtigen Beruf
- den verschiedenen Berufsgruppen, die wir dort arbeiten, versuchen das abnehmbare Leid, alle Belastungen, die da sind oder
- die vermutlich kommen werden, den Menschen versuchen ab zu federn wie ein Schutzschild. Ähm, alles können wir eh nicht wegnehmen. Ähm, aber damit der
- Mensch das, was er alleine gehen muss, leben muss, leiden muss oder vielleicht auch an Hoffnung und Freude genießen kann, dass er das möglichst unbeschädigt
- ähm genießen kann, weil Schmerzen, Angst, vor Luftmut, Luftmutter sind alles Dinge, die wir häufig, wenn schon, nicht ganz nehmen können, aber zumindest
- lindern können. Das ist unser Job. Alles was wir irgendwie ihm an Last abnehmen können, abnehmen, damit die Kraft, wenn die
- Kraft gegen Lebensende weniger wird, dass er mit dieser verbleibenden Kraft nicht unnötig Schmerzen verarbeiten muss, sondern heil werden kann, so gut
- das geht. Ähm, also das ist unser Profiansatz. Ähm, manches wissen wir besser als der Mensch, der diesen Weg gerade geht und können schon im Vorfeld
- äh vorbereiten. Manches überrascht uns selber und wir müssen aus der großen Werkzeugkiste, die wir haben, dann entsprechend ähm das Medikament oder
- nicht medikamentöse Hilfsmittel ziehen, damit es ihm möglichst gut geht. Pallium Palliativ. Ein mir sehr lieber Freund hat er mal ähm erzählt bei einem
- Vortrag, dass es immer ein bisschen ähm blutet, dass es eine eigene Palliativmedizin gibt, weil eigentlich sollte jeder Mediziner palliativ können.
- Sprich jeder Chirurg, jeder Gynäkologe, egal welches Fach, sollte diese Grundhaltung haben. Hey du Mensch, was brauchst du jetzt? Und ich habe keine
- Angst mit dir notfalls über eine schwere Erkrankung und auch über Tod und Sterben zu reden. Das machen die anderen Ärzte normalerweise nicht oder das ist eher
- selten? Für uns als Mediziner ist ähm es ja häufig nach wie vor ein bisschen entscheidern, wenn ein Patient verstirbt, weil wir doch erzogen werden,
- ähm Gesundheit zu bringen und Leben zu bringen. Und wenn ein Patient dann sich nicht an unsere Therapievorgaben hält und doch das Ende des Lebens, dieses
- Lebens ähm ansteht, dann passiert sehr häufig, dass wir uns in der Routine davon zurückziehen. Davon heißt auch von den Menschen zurückziehen. Ähm, es gibt
- Studien, die B sagen, dass ähm die normale Visite ähm eh schon recht kurz ist, wo der Arzt mit dem Patienten spricht. Aber wenn jetzt äh es notwendig
- ist, dass wir in ein Einzelzimmer gehen, wo jemand zum Sterben abgelegt ist, dann passiert's nicht selten, dass wir in dieses Zimmer
- gar nicht oder möglichst kurz hineingehen, weil da haben wir jetzt eh nichts mehr zu tun oder braucht's was von mir und sind sehr dankbar, wenn uns
- dann die begleitende Pflege sagt, na alles in Ordnung, brauchen Sie nicht hineinzugehen. Ich glaube, dass das viele Ursachen hat,
- wie häufig, aber eine der Ursachen ist auch, dass wir uns mit dem Tod und Sterben halt grundsätzlich nicht gerne beschäftigen, weil es gibt lustigeres im
- Leben, auf dem ersten Blick zumindest. Ja, spannend. Ja. Ja, das ist echt ähm in in also ich finde das faszinierend, dass dass es dann
- wirklich eine eigene Bewegung gab anscheinend von ja, mich wird jetzt auch b interessieren, wie das begonnen hat, dass eine diese Bewegung kam. Ähm, dass
- äh die Ärzerschaft gesehen hat, dass es auch ein eigenes Personal sozusagen dafür braucht, dass genau diese Phase auch aktiv begleitet. Ähm, können Sie
- uns da vielleicht noch mal ein bisschen genau auch einführen? ähm in dieser Geschichte, wie das entstanden ist und auch was es dann konkret in ihrem Alltag
- bedeutet, wenn sie eben vor der Tür dieses Patienten stehen, von dem sie wissen, dass der wahrscheinlich in den nächsten
- Wochen oder vielleicht sogar Stunden versterben wird. Ähm wobei mir dazu Verzeihung noch einfällt, dass ich einen Teil der Fragen noch nicht beantwortet
- habe, nämlich das, was rund um Sterbebegleitung, sterbe, das dürf nicht vergessen. Genau, weil das ist ein Thema, das im Moment sehr häufig in
- Österreich gibt ja seit kurzem Gesetz, dass die ähm Sterbehilfe erlaubt wird im Sinne der ähm des Begleiteren Suizids, des assistierten Suizids. Und das ist
- ein Thema, das wir in Österreich sehr gerne dann ähm so im Moment reagieren, gerade auch in der Medizin. Mhm. wo wir oder viele von äh den Kollegen
- sich zurückziehen. Ähm und wenn sie doch irgendwie dann in einem Patientengespräch Stell und beziehen müssen, gibt's zwei Extreme. Ein Extrem
- sagt, damit will ich nichts zu tun haben, das ist pfui. Und den Menschen dann wieder ein bisschen vor der Tür stehen lassen. Und das andere Extrem
- ist, sie werden sich da schon gut überlegt haben, wo muss ich unterschreiben? Ich sage jetzt ein bisschen klassische ärztliche
- Aufklärung, ähm wo der Mensch auch wieder äh durch den Rost fallt. Und ich glaube, das wird tatsächlich ähm mit dem Thema Suizid oder dem Wunsch, dass der
- Tod möglichst schnell kommt, in schweren Erkrankungen onkologisch und neurologisch schweren Erkrankungen schon immer konfrontiert worden sind. Und das
- gehört auch dazu zum Leben, das gehört auch dazu zu einem Arztpatientengespräch, finde ich, dass man wenn diese Therapie nicht mehr
- anspricht und es dann keine heilende Therapie mehr gibt im klassischen Sinn, was ist dann, dass man diese Themen proaktiv sucht, wenn sie der Patient
- nicht von sich aus sucht? Und es tut mir ein bisschen weh mitzubekommen, dass viele Menschen, die diese Not so stark spüren, dass sie für sich glauben, es
- gibt nur mehr den Suizid. Das die einzige Möglichkeit, die helfen kann, also ein maximaler Hilferuf, dass es dann nicht als Hilferuf von vielen
- verstanden wird, sondern eher so irgendwie durchgewunken wird und nicht die maximale Zuwendung dieser Mannschaft fährt. Haben Sie das schon einmal
- erlebt? Also sind Sie schon einmal solchen Patienten begegnet, bei denen das so war? Seitdem es in Österreich dieses Gesetz gibt und das ist jetzt gut
- zwei Jahre her, äh schreiben wir mit und auf meiner Station und im Konziliatin und den Hospizen hatten wir rund 100 Patienten, die den Wunsch hatten, nach
- assistiertem Suizid. Das wäre eben das das ähm der Was wäre das? Was ist jetzt? Ich meine, ich hab es mir ich hab es mir eh angeschaut, aber das vergibt gisst
- man dann noch schnell wieder. Der assistierte Suizid ist eben seit rund z Jahren strafffrei für den helfenden, für den der Suizid begeht sowieso, weil
- Suizid kann nicht geandet werden, wenn er erfolgreich war schon gar nicht. Aber der begleitet war bis vor kurzem in Österreich ähm straffällig und das ist
- soweit gegangen, dass auch Angehörige, die sich schlau gemacht haben, wie dieser Mensch in die Schweiz kommt, wo viele Menschen dann den assistierten
- Suizid konsumieren konnten, ähm bestraft worden sind. Das ist unter bestimmten Situationen in Österreich nicht mehr der Fall, dass das strafbar ist. Sind die
- Voraussetzungen? Es muss eine schwere Erkrankung zugrunde liegen, die mit heftigen äh Beschwerden einhergehen, die den Alltag deutlich ähm
- belasten und es darf keine normale kurative Hilfe dafür geben. Ähm dann braucht es zwei unterschiedliche Ärzte, die bestätigen, dass diese Situation da
- ist und dass dieser Mensch zweifelsfrei entscheidungsfähig ist. Ähm, einer von den beiden muss ein Palliativom haben und dann, wenn dieser
- assistierte Suizid mit der Substanz aus der Apotheke gemacht werden soll, braucht noch einen Juristen, der auch bestätigt, dass dieser Mensch
- entscheidungsfähig ist, das Ganze aufklärt juristisch, damit dann das ins Sterbverfügungsregister eingetragen wird und in der Apotheke dann diese Substanz
- ausgehändigt werden kann. Ja, und ähm der Vorteil von diesem Gesetz ist ähm, dass man eben nicht genötigt wird in die Schweiz zu fahren,
- dass man nicht genötigt wird einen blutigen Suizid zu begehen, der ja ähm für die anderen Zugehörigen noch traumatisierender ist als der nicht
- blutige Suizid. Ähm, was gibt's sonst für Möglichkeiten, dass man offen über alles reden kann? Und das
- tatsächlich ist eine Chance in diesem Gesetz. dass der Mensch ähm aufgefordert ist mit einem Menschen, der sich dazu äh auskennt und hoffentlich auch bereit
- ist, um über alle Nöte zu reden. Und das finde ich tatsächlich das Schöne an dem Gesetz. Grundsätz, ich bin nicht beim Suizid ähm nicht so der große Freund,
- weil ich glaube, es gibt zumindest fast immer bessere Lösungen und das ist auch die eigene Beobachtungen von diesen rund 100 Menschen, die gebeten haben, helfen
- es mir bei diesem Weg, wie setze ich das um? dass unser Ansatz ist nicht zu sagen, das darfst du nicht, ähm sondern mit jem ins Gespräch zu gehen, offen und
- ehrlich gut ins Gespräch zu gehen, ihn hinzuführen zum Verstehen, warum glaubst du, dass das jetzt der einzige Weg ist, der dir noch helfen kann.
- Nicht nur damit er es versteht, sondern auch ich verstehe, um ihm gut zu zeigen, was gibt's für andere Lösungen noch mal. Das lass diesen Wunsch lass mal im Raum
- stehen, wird nicht abgewertet, aber jetzt reden wir mal gut. Und es gibt so wunderschöne viele Lösungen palliativ Kehr und die Zeit ist eine heilige Zeit.
- Gerade wenn eine schreckliche Erkrankung da ist, wird die Zeit umso kostbarer und diese ganzen äh Möglichkeiten für Wunder, die es in dieser Zeit gibt
- abzukürzen, verstehe ich, dass häufiger mal leichter zu leben erscheint. Aber wenn man den Menschen die Sicherheit gibt, ähm ihn möglichst gut zu
- begleiten, ich weiß schon, dass es viel leichter ist, immer Hilfe zu geben als Hilfe anzunehmen, aber wenn es gelingt, eine vertrauensvolle Beziehung
- aufzubauen und Palliativmedizin ist eine äh Beziehungsmedizin, wenn das gut gelungen ist, ist es so wunderschön, wenn sich die Menschen
- fallen lassen können. Ja, passt, ich gehe den Weg so mit ihnen. Mhm. in diesem gesamten Team von Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialerweiter,
- ehrenamtlichen, Psychologen, Physiotherapeuten und Seelsorgenden. Ja. Ja. Wahnsinnig spannend. Wirklich wertvoll, dass es die Palliativmedizin
- gibt. Ja. Ja. würden sie dann sagen, sozusagen ähm es sind jetzt noch irgendwie sozusagen in Richtung der Vereinfachung
- von diesem Suizid, wenn da jetzt noch mehr Schritte gegangen werden, jetzt ist aber genug sozusagen. Jetzt das ist so eine die
- Basis, wie sie jetzt sagten, dass man eben, dass es erleichtert wird in ein Gespräch zu kommen, das ist jetzt gut und sind dann noch weitere Dinge
- geplant, bei denen wir wirklich uns Sorgen machen müssen? Also, ich glaube, dass es ähm mit dem jüngsten Erkenntnis wieder ein bisschen
- Erleichterungen gibt in der Umsetzung des assistierten Suizids und ich wünsche mir keine weiteren Erleichterungen. Ja, ich find's gut, dass es das Gesetz
- grundsätzlich jetzt so gibt, aber nicht noch leichter. Dazu darf ich kurz vielleicht eine Geschichte erzählen aus unserem Hospiz von einem Patienten, der
- biopsychosziio spirituell ziemlich nackt war im Sinn von er hat keinerlei Ressourcen gehabt. Er war lange ähm in einer ähm in einem sportlichen Job, hat
- dort schon Freunde gehabt, aber das waren vor allem dann so nach der Arbeit gehen wir auf ein Bier ähm keine anderen tieferen Gespräche oder anhaltenden
- Beziehung daraus entstanden sind. Religiosität war kein Thema und er hatte keine Familie und schlussendlich war seine Erkrankung in der Lunge eine, die
- ih wirklich sehr beschäftigt hat, jeden Tag gequält hat. Er ist in unserem Hospizstationär aufgenommen, weil er massive Beschwerden hatte und da immer
- wieder akute Therapien dafür gebraucht hat, palliativkehr. Ähm und im Rahmen dieser Versorgung hat er immer wieder nach dem Suizid gefragt.
- Ich würde mir wünschen, dass das Leben jetzt vorbei ist. Ich halt es nicht mehr aus. Und wozu das ganze? Immer wieder die Frage, wozu Dr. Muri
- spannende Herausforderung und das spannende dran war, dass er dann immer wieder hingeführt hat. Ich weiß, dass das da hier bei euch nicht gewünscht
- ist, weil es ist halt ein christlicher Suspiz und da ist nicht gewünscht, dass man sich das Leben nimmt und ich fühle mich ja eigentlich auch echt wohl bei
- euch da hier. Ich will hier bleiben, auch wenn ich weiß, dass dieser Wunsch von mir von euch nicht auf Taube Ohren trifft, aber nicht umgesetzt wird. Ähm,
- ich will trotzdem hier bleiben. Eine schöne Erkenntnis. Und immer wieder im Verlauf der Erkrankung war so diese Aussage Dr. Muri heute ist echter
- mühsamer Tag. Ich würde so gerne, wenn ich die Substanz jetzt dahalt, ich würde's jetzt schlucken. Ja. Gesprächstück sagen sie ist ähm was
- diese Substanz schlucken, das würde auf taube Ohren treffen, dass er da bleiben kann, dass das auch, weil weil die Kapazitäten nicht da sind oder äh nein,
- grundsätzlich äh würde ich niemals einen Menschen, der so verzweifelt ist, dass er einen Suizid plant, würde ich niemals entlassen wollen, niemals rausschmeißen
- wollen. Aber ich möchte ihn auch nicht begleiten bei einem Suizid, sondern ich möchte, dass er alle Unterstützungsmaßnahmen, die es gibt,
- verstanden hat und auch bekommen kann, weil ich weiß, dass dann eigentlich alle Menschen einen anderen Weg für sich als den besseren Weg erkennen können. Und
- das ist eben auch bei diesen Vielzahl an Patienten immer gut gelungen. Er war einer der wenigen, die mich sehr herausgefordert haben, weil mit dieser
- Aussage, ich kriege nicht genug Luft, wenn ich jetzt da hätte, ich würd nehmen. Dr. Muri, wozu wozu nicht, dass ich jetzt schlucken kann? hat er mich
- ein paar mal sehr gefordert. Das Beruhigende. Am nächsten Tag war immer diese äh Aussage von "Ich bin so froh, dass es gestern nicht da gehabt
- hat, dass ich es nicht geschluckt habe, we heute ist wieder ein guter Tag und diese Ambivalenz gibt's gerade bei schweren Erkrankungen, bei suizidwillig
- Menschen häufig. Drum glaube ich, dass es nicht gut ist, wenn es zu einfach ist in der Umsetzung, weil du tust das sonst schneller mal in dieser Verzweiflung des
- Tages, obwohl du am nächsten Tag es bereuen würdest, wenn du dann noch leben würdest. Das war eine dieser Kenntnisse dieses Menschen, die ich gut mitgenommen
- habe. Ich habe dazu jetzt eine Frage, weil weil wenn wir eben an solche Fälle denken, diese Menschen tunem wahnsinnig leid. Gleichzeitig haben sie aber auch
- davon gesprochen, dass dass sie finden, dass man diese Zeit nicht kürz verkürzen sollte, also die Zeit auf den Tod hin. Was ist denn das wertvolle, was sie
- dabei erleben auch an bei den Patienten? Was sagen die Patienten selber vielleicht auch? Ähm damit wir vielleicht auch ein bisschen guten Mutes
- ähm diesen Moment vielleicht einmal im Gegenblicken, falls der uns selber ereilen sollte. Er wird sie selbst auch ereilen. Ja, natürlich. Ja. Ja. Wie
- jeden von uns. Ja. Dieses Leben hat sein Ende. Ja. Und drum finde ich es unheimlich schön, wenn man sich trotz der Freude des Lebens, trotz des Feiernd
- des Lebens, ich glaube das ist unsere Berufung auch, jeden Tag bewusst zu leben und zu feiern und zu nützen, dass wir uns trotzdem bewusst sind, dass es
- irgendwann sein Ende haben wird. Und ich glaube, dass die Zeit des Endes eine unheimlich heilige Zeit ist, weil da gelingt es noch mal ganz fokussiert über
- manche Dinge nachzudenken. Ähm für sich selber nachzudenken, mit seinen Angehörigen, mit seinen Zugehörigen nachzudenken und viele Dinge
- heil werden zu lassen. Dazu gibt's eine Geschichte von einer, ich glaub sechsjährigen Tochter, einer Palliativmedizinerin,
- äh, die in einem Interview mal gesagt hat: "Ähm, ihre Mutter arbeitet auf einer Palliativstation, sie macht die Patienten wieder heil und
- dann sterben sie gesund." "Gesund hat sie, glaube ich, gesagt, sie macht die Patienten gesund und dann sterben sie." eine unheimlich spannende Aussage.
- Natürlich machen wir niemanden heil, aber dieses mithelfen können, das ein bisschen mit ermächtigen können ähm von ähm Heilung ist schon was wunder
- wunderschönes. Häufig ist es in so einer Palliativbegleitung so, dass wir als Ärzte sowieso die kleinste aller Rollen spielen und das ist auch gut so. Nicht
- selten ist es auch die Seelsorgende vielleicht, die die ähm in dem ähm Orchester äh der Hilfestellenden das Regnimmt. Auch das ist gut so, weil
- wir Mediziner sind nicht immer an vorderster Front dabei, aber es soll alles an Ressourcen da sein, damit der Mensch, der jetzt die Unterstützung
- braucht, möglichst mit allem heil werden kann. teil werden. Ähm ich erinnere mich in unserem Obdachlosen Hospiz äh an einen
- Menschen, der international gesucht gesucht mit Haftbefehl aufgrund seines Finanzdelikts gelandet ist. Der hatte, ich glaube mittlerweile war
- er 15 Jahre schon in Österreich äh geflohen, ähm seit 15 Jahren keinen Kontakt zu seinen Kindern mehr, hat seine Töchter aber geliebt über
- alles. Der Kinder hat kann das verstehen. Ähm, das unheimlich spannende war ähm, dass er sich aufgrund äh eines Finanzdeliktes
- ähm nicht mehr getraut hat, ähm sich so geschämt hat, dass er mit seiner Familie nicht mehr Kontakt treten hat können. Jetzt hat er gewusst, dass er noch ein
- paar Wochen, ein paar Monate Zeit hat, um das ins Reine zu bringen. Nein, das will ich nicht. das langsame hinführen,
- ähm dass das notwendig ist, dass das sinnvoll ist für ihn und für seine Familie, für seine Töchter, die dann schlussendlich auch zu Besuch waren bei
- uns im Obdachlosen Hospiz, was da für Freude entstanden ist, wie viel Heilung damit gelungen ist, wie viel Tränen natürlich ist, wenn man das abkürzen
- könnte, ähm glaube ich vielleicht auf den ersten Blick, weil du musst dich natürlich heraus ähm der Herausforderung stellen,
- rufe ich jetzt diese Tochter wirklich an und sage, wo ich bin und entschuldige mich für mein plötzliches Untertauchen oder trinke ich einfach und das ist
- alles aus. Ja. Ja. Ist sicher der einfachere Weg. Mhm. Ich glaube, dass es für diesen Patienten und auch für die Familie eine
- unheimliche Herausforderung war. Da sind unheimlich viele Vorwürfe im Raum gestanden, wurden ausgesprochen. Danach wurde unheimlich viel geweint
- und danach war es gut. Und ich glaube, manchmal sehen wir im Sterbeprozess von Menschen, wie sie sich wirklich unheimlich winden. Ja,
- häufig kriegen wir dann irgendwann die Information, ja, er wartet eigentlich noch auf den Neffen, auf den Sohn, auf die Tochter, egal, der irgendwo weit weg
- ist, aber wir haben das Verbot bekommen, diesen Menschen zu kontaktieren. Und ich glaube, dass vielleicht ist es eine Form des Fegefeuers, bis die Menschen diese
- Dinge so weit mglitten haben, wenn sie sich nicht davor versöhnen haben können, dass sie dann irgendwann trotzdem sterben dürfen. Manchmal ist tot auch
- Erlösung. Okay, das ist vielleicht jetzt ein etwas ein harter Schlusssatz, aber aber es ist doch trotzdem auch eine Hoffnung darin
- verborgen, vor allem diese Geschichte, die Sie erzählt haben. Ich kann mir vorstellen, dass es davon noch viele gibt bei Ihnen. Vielen herzlichen Dank
- für dieses wirklich spannende Gespräch, dass wir noch gerne in die Länge gezogen hätten und noch weitere Fragen gestellt hätten, aber wir müssen leider schon uns
- von Ihnen verabschieden. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wir hoffen, dass diese Sendung Ihnen gefallen hat. Wir hoffen auch, dass wir
- einige Fragen beantworten konnten. Wenn Sie noch welche haben, schreiben Sie uns doch gerne an die eingeblendete E-Mailadresse frage@hochschule-heiligen.
- Wir wünschen Ihnen noch viel Segen und hoffentlich bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen.
- [Musik] [Applaus] [Musik]
Zum Nachlesen
SterbebegleitungIn der Sterbebegleitung, auch Sterbebeistand genannt, geht es darum, Menschen in den letzten Wochen vor ihrem Tod beizustehen, sie zu trösten und …
SterbehilfeSterbehilfe bezeichnet verschiedene Maßnahmen, die das Lebensende einer Person beeinflussen. So kann Sterbehilfe die Bedeutung von Sterbebegleitung (Hilfe …
HospizHospiz (lateinisch hospitium „Herberge“, „Gastfreundschaft“) ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Im deutschen Sprachraum der Gegenwart wird mit …
Spiritual CareSpiritual Care ist die gemeinsame Sorge von Medizin, Pflege, Psychotherapie, Seelsorge und anderen Gesundheitsberufen für die Spiritualität kranker Menschen …