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Der Martin-Luther-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 199 Zeilen
- . * Titelsong: Checker Tobi *
- ♪ Achtung! Hier kommt Checker Tobi. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy.
- ♪ Der, der immer fragt. Der die Action mag. ♪ Der, der alles wagt. Der, der niemals klagt.
- ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. ♪ Der, der ständig rennt. Der, der niemals pennt.
- ♪ Der auch manchmal flennt. Der tausend Leute kennt. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Checker Tobi!
- Warum rülpset und furzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket? Ja. (rülpsen) - Sorry, aber ich bin als Martin Luther verkleidet.
- Der hat vor ca. 500 Jahren gelebt und Dinge gemacht, die viel verändert haben, v.a. in der Kirche und der Religion.
- Der soll das gesagt haben. Damals hat man wohl so gegessen. Genau darum geht's heute: um Martin Luther.
- Martin Luther lebte im späten Mittelalter, vor über 500 Jahren. Damals waren fast alle Menschen in Europa Christen,
- genauer: Katholiken. Die katholische Kirche hatte damals viel mehr Macht als heute:
- Wer sich nicht an ihre Regeln hielt, musste um sein Leben fürchten. Trotzdem hat Luther gesagt, was ihm an der Kirche nicht passt,
- und hat damit was losgetreten. Viele hörten nicht mehr auf den Papst, sondern auf Luther.
- Es entstand eine christliche Kirche, die wir evangelisch nennen. Heute leben in Deutschland ca. 22 Mio. evangelische Gläubige.
- Ohne Luther würde es die nicht geben. Weil er damit die Kirche reformiert hat,
- nennt man ihn bis heute: den großen Reformator. Ich verwandle mich selbst in Martin Luther
- und checke, was er kritisiert hat und was seine Kritik ausgelöst hat. Außerdem finde ich raus,
- warum er sich ein Jahr auf einer Burg verstecken musste. Ich will wissen, wie Luther und seine Zeitgenossen gelebt haben.
- Damals gab es keine Autos, keine Supermärkte und kein Internet. Also, seid ihr alle bereit? Hier kommt:
- Jetzt die Checkerfragen: Das check ich für euch!
- Los geht meine Luther-Spurensuche in der Lutherstadt Wittenberg. Mit dabei hab ich Paula. Sie studiert Religion
- und will evangelisch-lutherische Pfarrerin werden. In Wittenberg findet man überall Bilder von Luther,
- weil er da lange gelebt hat. Vielleicht sehen wir sogar Luther selbst?
- Ist er das? Kann nicht sein, Luther ist schon lange tot.
- Aber wer ist dann der Mann in dem Umhang? Wo kommet ihr itzo her?
- Und was begehret ihr hier zu Wittenberg? Wir wollen zu dir. Warte, wir kommen hoch. - Dann kommet!
- Das ist nicht der echte Luther, sondern der Kirchmeister der Stadtkirche Wittenberg: Bernhard.
- Hallo. -Oh, ihr habet ein fröhlich Antlitz. Wie sag ich? Ein Christ muss sein ein fröhlich Mensch.
- Und so er es nicht ist, so ist er vom Teufel versuchet. Äh, okay. Das ist Paula, wenn ich vorstellen darf.
- Gott zum Gruße, schönes Weib. - Hallo. Was sprichst du für eine Sprache?
- Ja das, was wir zu unserer Zeit gesprochen haben. Wenn ihr es nit verstan könnt, ist's eure Sach'.
- Das war immer noch Luther-Sprache? - Etwas schon, ja. Du stellst Luther auch manchmal so dar, als Schauspieler, wie gerade.
- Was war der für ein Typ Mensch? Was war er für ein Charakter? Er war ein Mensch, der sehr ursprünglich geglaubt hat.
- Für ihn war Jesus Christus der wichtigste Messgrad im Leben. Für sein Leben und das Leben der anderen Menschen.
- Er konnte Missbräuche des Glaubens, Missbräuche in der Kirche, nicht ertragen.
- Er musste die Bibel und das Wort Gottes wieder in den Mittelpunkt stellen. Das hat ihn getrieben. Ganz sicher.
- Luther, Martin, hat mich sehr gefreut. Es war mir eine Ehre.
- Gott zum Gruße und vor allen Dingen Gott befohlen. Vielen Dank. - Danke schön.
- Ja, viel Freunde am Predigen des Wortes des Herrn. Deiner Worte auch? - Ja.
- Mach es gut, tschüss. Martin Luther wurde vor über 530 Jahren in Eisleben geboren.
- Das ist hier, im heutigen Sachsen-Anhalt. Luthers Vater fand es wichtig, dass sein Sohn zur Schule gehen kann.
- Das war damals nicht selbstverständlich, weil viele Leute sich das nicht leisten konnten.
- Der junge Luther hatte also Glück, dass er schon so früh lernen konnte und durfte.
- Später hat Luther Jura in Erfurt studiert. Er hat sich mit den Gesetzen auseinandergesetzt
- und wie man sie anwendet. Hey, Achtung!
- Das hat ihm aber nie viel Spaß gemacht. Luther wollte sich vielmehr mit der Theologie beschäftigen.
- Also mit der Lehre von Gott, seinen Geboten und der Kirche. Einmal soll Luther in ein schweres Gewitter geraten sein,
- bei dem er Angst hatte zu sterben. Er soll gesagt haben:
- "Wenn ich das überlebe, werde ich Mönch." Luther hat überlebt und sein Versprechen gehalten.
- Er ist wirklich Mönch geworden. Später noch Professor für Bibelkunde in Wittenberg.
- Er hat sich mit der Bibel auseinandergesetzt und damit, was sie bedeutet.
- Dabei kam Luther der Gedanke, dass zwischen jedem Menschen und Gott ein direkter Draht ist.
- Dass man keinen Priester und kein Geld braucht, um sich vor dem Teufel zu schützen,
- sondern nur Gott und den Glauben an ihn. Der Gedanke hat Luther nicht mehr losgelassen.
- Deshalb hat er kritische Bemerkungen über die Kirche verfasst und sie an das Tor der Wittenberger Schlosskirche genagelt.
- Diese Bemerkungen nannte er: 95 Thesen. Die waren auf Latein, das war die Sprache der Gelehrten.
- Das ist dieses berühmte Tor? - Genau. Wo er seine 95 Thesen angeschlagen hat? - Genau.
- Das ist nicht das Originaltor, das ist im 19.Jh. verbrannt. Warum hat Luther das hier ans Kirchentor genagelt?
- Das Kirchentor galt damals als schwarzes Brett, für das gebildete Volk und die Studenten.
- Was war an Luthers 95 Thesen so wichtig? Luther hatte Kritik an der Kirche. Die hat er in 95 Thesen kompakt,
- sehr kurz dargestellt und für jeden verständlich. Weil damals die Bevölkerung auch große Kritik an der Kirche hatte.
- Und er hat das ausgesprochen, zu Papier gebracht, was viele Leute dachten.
- Luther war ein mutiger Typ, weil er sich was getraut hat, was sich vor ihm kaum jemand getraut hat? - Ja.
- Was hat er gewollt, gesagt und was stand da drauf? Martin Luther war gegen den Ablasshandel.
- Warte, das hab ich schon mal gehört. Eine Checkerfrage! Das heißt, dass man sich durch Geld von etwas loskaufen konnte,
- was man Böses auf der Erde gemacht hat. Damals hatten die Leute Angst vor dem, was nach dem Tod passiert.
- Es gab damals die Vorstellung, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer kommt.
- In der katholischen Kirche glaubt man, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer muss.
- Ein sehr unangenehmer Ort, wo jeder für seine Sünden büßen soll. Die Kirche hatte versprochen, dass man diese Zeit verkürzen kann.
- Alles, was man machen muss: Der Kirche Geld bezahlen und die Sünden sind erlassen.
- Wie damals gesagt: abgelassen. Deshalb das Wort: Ablasshandel. Die Kirche verwendete das Geld nicht,
- wie versprochen, für gute Taten, sondern für prunkvolle Kirchen wie den Petersdom in Rom.
- Das fanden Luther und viele andere Menschen nicht gut. Einen Sündenerlass konnte man für Geld kaufen.
- Der Ablasshandel. Ablass, weil die Strafe für die Sünde erlassen wurde.
- "Nur aus einem glücklichen Ar... kommt ein fröhlicher Furz?" Das hat Luther gesagt?
- Jetzt erst mal eine Frage an euch! Checkt, ob ihr die Antwort entdeckt. Die Lösung zum Schluss.
- Luthers Thesen haben sich schnell verbreitet. Das ging nur dank des Buchdrucks.
- Der wurde nicht lange vor Luthers Geburt erfunden. Wie das damals funktionierte, weiß Druckermeister Andreas.
- Mit ihm drucke ich meine eigenen Thesen wie damals zu Zeiten Luthers.
- Hallo Andreas! - Guten Tag, hallo! Wieso war das Drucken für Luther so wichtig?
- Damit seine Ideen schnell vervielfältigt oder verbreitet werden konnten im Deutschen Lande.
- Nicht nur in Wittenberg. Ich kann einen Text 2- bis 3-mal abschreiben, das kostet Zeit.
- Beim Drucken kann ich in der gleichen Zeit, wie ich abschreibe, x Drucke anfertigen.
- Ein Beispiel: die 95 Thesen. Die er an die Kirche gehämmert hat? - Ja, handschriftlich. Einmal.
- Das wurde in Massen gedruckt und verteilt. Die gebildeten Menschen konnten sich damit auseinandersetzen.
- Weil sie lesen konnten und Latein verstanden haben? - Genau. Wie ein früher Flyer? - Ja, Flugblatt oder Flyer.
- Der Buchdruck funktionierte früher so: Der Text wurde aus Einzelbuchstaben zusammengesetzt
- und in einen Rahmen eingespannt. Die Buchstaben wurden mit Druckerfarbe eingestrichen
- und auf ein Papier gepresst. Ich bin gespannt, was ihr zu meinen Thesen sagt, wenn ihr sie gedruckt seht.
- Jetzt wird wieder aufgerollt. - Dann ist es fertig? Werden wir sehen. - Uh, ich bin gespannt.
- Fantastisch. Mein erster Druck mit meinen Thesen: Wie findest du die? Stark? - Ja.
- Davon bräuchte ich 200 Stück, bitte. - Hast du Zeit? Braucht man ein bisschen? - Ja! Fangen wir an.
- Ich glaub, das mach ich anders. Mit der Druckerpresse
- ging's zwar schon viel schneller als handschriftlich. Aber noch viel schneller geht's mit dem Kopierer.
- Sehr gut. Das bring ich jetzt unter die Leute. Martin Luther hat hier in der Stadt
- vor 500 Jahren seine Thesen angeschlagen. - Ja. Ich habe auch Thesen:
- Für alle Kinder ein sicheres Zuhause, ... die Erwachsenen sollten den Kindern öfter zuhören.
- Das find ich richtig so. Alle fünf? - Ja. Welche wäre dir am wichtigsten?
- Für alle Kinder ein sicheres Zuhause. Finde ich gut. - Warum?
- Damit man geschützt ist, wenn es gewittert oder so. Weil manche Kinder leben im Krieg.
- Das ist schon wichtig, dass die Kinder ein gutes Zuhause haben.
- Weißt du, wer Martin Luther war? Was der gemacht hat? Ja, die Kirche verändert.
- War das ein wichtiger Typ? - Ja, etwas schon. Meine Thesen sind auch gut angekommen.
- Aber wie war das bei Luther damals? Das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Papst,
- und auch der Kaiser, fanden Luthers Thesen überhaupt nicht gut. Denn Luther sagte ja:
- Lasst euch von den Mächtigen nicht alles vorschreiben. Jeder Einzelne hat eine direkte Verbindung zu Gott.
- Äh, ich geh mal lieber. Luther musste daraufhin vor den Reichstag treten.
- Eine große Versammlung von Fürsten, dem Kaiser und Gesandten des Papstes.
- Telefon und E-Mail gab es noch nicht. Briefe waren oft wochenlang unterwegs.
- Man musste sich persönlich treffen. Dieser Reichstag fand 1521 in Worms statt.
- Da sollte Luther zurücknehmen, was er über die Kirche geschrieben hatte.
- Er wollte das nicht, weil er überzeugt war, dass er recht hatte.
- Mutig, denn beim Reichstag kam das gar nicht gut an. Der Kaiser verhängte eine Reichs-Acht über Luther:
- Seine Schriften wurden verboten und Luther hatte keine Rechte mehr. Zum Glück hatte er einen mächtigen Freund:
- Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen. Der hat Luther mit einem Trick gerettet.
- Auf dem Rückweg vom Reichstag hat er Luther "entführen" lassen und auf eine Burg in der Nähe von Eisenach bringen lassen.
- Auf die Wartburg. Ist sie das? Ja. - Die ist aber weit weg noch.
- Deshalb hab ich mir für den Weg Hilfe organisiert. Esel Moritz ist mit dabei. Ich muss trotzdem laufen.
- Luther ist aber vermutlich nicht auf einem Esel geritten. Die wurden früher als Lasttiere genutzt.
- Mit dem Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa von Moritz wurden Wasser und Lebensmittel auf die Wartburg gebracht.
- Das letzte Stück gehen wir zu Fuß. Da oben hat er gewohnt. - In den Fenstern da?
- Ja. Die führten zu seinem Raum. Hier hat Luther sich ein Jahr lang versteckt.
- Ich spiel das für euch nach. Es war eine schwere Zeit für ihn, er hatte Angst um sein Leben.
- Er war getrennt von Freunden und Familie. Auf der Burg hatte er einen Decknamen:
- "Junker Jörg", also Ritter Jörg. Die Zeit in seinem Zimmer verbrachte er v.a. am Schreibtisch
- und arbeitete an der Übersetzung der Bibel. Aber warum? Checkerfrage!
- Das ist der Raum, wo Luther gelebt hat, als er sich hier versteckt hat? - Als Junker Jörg, ja.
- Luther hatte Zeit, saß hier, konnte sonst nichts machen. Dann hat er sich gedacht: Jetzt übersetz ich doch die Bibel.
- Können wir eine Bibel haben? Das ist doch ein Oschi. Ungefähr das hintere Drittel hat er übersetzt.
- Nur das Neue Testament? - Genau. Daraus besteht die Bibel: Aus dem Alten und dem Neuen Testament.
- Das Neue Testament ist der jüngere Teil, über die Geschichte von Jesus. Das war vorher nicht auf Deutsch? - Nein.
- Auf Latein und auf Altgriechisch. Das musste er übersetzen. Er hat unsere Sprache, so wie wir sie heute in unseren Büchern lesen,
- mit dieser Bibel-Übersetzung erfunden. Echt jetzt? - Ja.
- Luther hat das Deutsche erfunden? Er hat die Schriftsprache erfunden.
- So, dass wir das alle lesen können. Er wollte, dass jeder Mensch die Bibel von sich aus lesen, verstehen kann
- und keine Mittlerperson braucht. In Gottesdiensten, in Messen usw. Früher waren die Gottesdienste auf Latein.
- Das verstanden aber nur die Gelehrten und Priester. Luther wollte aber, dass jeder die Bibel lesen konnte.
- Also hat er auf Deutsch geschrieben. So, dass es jeder versteht. Er erfand sogar neue Worte: Plappern z.B. oder Lästermaul.
- Die gibt's bis heute. Die Bibel und die Gottesdienste waren früher auf Latein.
- Luther wollte, dass jeder die Bibel versteht. Deshalb hat er sie übersetzt.
- 1522 hat Luther, trotz Gefahr, die Wartburg verlassen, damit seine Gedanken richtig verstanden und verbreitet würden.
- Seine Lehren haben für Wirbel in Europa gesorgt. Er hatte immer mehr Anhänger, wurde immer bekannter.
- Er wurde so was wie eine Berühmtheit. Vor Luther gab es in Europa nur die katholische Kirche.
- Durch seine Kritik an der Kirche bildeten sich evangelische Kirchen. Es gab Streit darum, welcher Glaube der richtige sei.
- Es wurden sogar Kriege deswegen geführt. Neben Luther gab es noch weitere Reformatoren:
- Jean Calvin oder Ulrich Zwingli. Die Lehren dieser Reformatoren sorgen bis heute dafür,
- dass es Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche gibt.
- In der evangelischen Kirche dürfen Frauen Pfarrerinnen werden. Bei den Katholiken geht das nicht.
- Evangelische Pfarrer dürfen heiraten und Kinder haben, katholische dürfen das nicht.
- Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist der Papst, aber nicht das der evangelischen.
- Heute existieren die evangelische und katholische Kirche friedlich nebeneinander.
- Es gibt gemeinsame Gottesdienste, die nennt man Ökumene. Weiter geht's mit Mona.
- Sie ist Historikerin und erforscht, wie Menschen früher gelebt haben. Nach der Wartburg wurde Luther für viele eine Art Superheld.
- Weil er sich gegen die katholische Kirche gewehrt hat. Aber hatte Luther auch schlechte Seiten?
- Ich denke, jeder, der als Superheld tituliert wird, hat auch negative Seiten. Die darf man nie ausblenden.
- Was ganz schlimm war: Dass Luther keine Juden mochte. Der hat sehr negativ über Juden geschrieben.
- Das ist auch seiner theologischen Überzeugung entsprungen, dass für ihn der christliche Glaube, der einzige Glaube sein konnte.
- Luther war wichtig und hat viele Sachen auch gut bewegt, aber Luther hatte auch seine Fehler. Das muss man klar sagen. - Genau.
- Wir schlüpfen in Kostüme und wollen Luthers Alltag nachspielen. Nach der Wartburg wollte Luther kein Mönch mehr sein.
- Deshalb zieh ich kein Mönchsgewand mehr an. Und: Luther hat geheiratet, Katharina von Bora.
- Wer das war, check ich jetzt. Die war Nonne und die ist auch aus dem Kloster rausgegangen
- und dann haben die beiden geheiratet. Dann hieß sie Katharina Luther.
- Luther hat noch geheiratet? - Ja, der war schon 42 Jahre alt. Und sie hatten sechs Kinder.
- Um rauszufinden, wie das bei Luthers lief im Haushalt, schmeißen wir uns beide in Schale.
- Ich ins Luther-Kostüm und Mona spielt Katharina von Bora. Sollen wir? - Gerne, aber du hast was vergessen.
- Es gehört eine Mütze dazu. Hat der das so getragen? - Ja, jeden Tag.
- Echt? - Ja. - Dann los. Wir veranstalten ein großes Essen.
- Dabei hilft uns Leo mit seinen Freunden von der Vereinigung Alt-Brettheim.
- In Bretten ist jedes Jahr ein Mittelalterfest. Die kennen sich super aus mit dem Essen
- und den Gewändern der damaligen Zeit. Übrigens: Die Klamotten sind alle selbst genäht.
- Und jetzt? - Eine Rede! Eine Rede wollt ihr? - Ja.
- Na gut. Ihr kriegt eine Tischrede. Kurz und gut gefällt jedermann. Kurz und rund.
- Sacra celerius absoluenda. Kurze Predigt und lange Bratwürst. Guten Appetit.
- Das hat Luther so gesagt, aber hier hätte wohl ein Tischgebet hingehört. Als Hausherr hatte Luther die Aufgabe, das Essen zu verteilen.
- Viel Arbeit, bei so vielen Gästen. Nicht nur Luthers 6 Kinder saßen mit am Tisch,
- sondern auch Gelehrte und Freunde, von überall her. Dazu kamen noch die Studenten, die bei Luther zur Miete wohnten.
- Die haben Luther verehrt und alles mitgeschrieben, was er beim Essen gesagt hat.
- Du bist ein Student von mir? - Ja. Was schreibst du auf? - Alles, was du sagst.
- Du schreibst mit, was ich sage? Auch, wenn ich Quatsch rede? - Ja. Bli, blu, blubb. Das auch?
- Luthers Fans hingen an seinen Lippen. Weil sie seine Tischreden aufgeschrieben haben,
- wissen wir heute genau, was Luther damals so gesagt hat. Vielleicht waren die Studenten so fleißig, weil das Essen so gut war.
- Ihr hattet Rinder, Schweine, Hühner, Gänse, Enten, Ziegen. Übers Jahr verteilt gab es immer etwas anderes an Fleisch zu essen.
- Zu Ostern das Zicklein, zum Martinstag die Gans. So haben die Nahrungsmittel den Jahresverlauf widergespiegelt.
- Man hatte, zu Luthers Zeit, ganzjährig wechselhafte Speisen? Wenn Katharina ihren Job richtig gemacht hat, ja.
- War Katharina von Bora, meine Frau, wichtig für Luther? Ja, sie hat ihm ermöglicht, dass er viele Bücher schreiben konnte.
- Weil sie den kompletten Haushalt geschmissen hat und auch sehr viel Eigenverantwortung hatte.
- Das war für eine Frau der damaligen Zeit eine verantwortungsvolle Rolle.
- Also du warst Chefin vom Haushalt? Auch die Chefin von einem Koch und von allen Angestellten,
- die es in einem Haushalt gab? - Genau. Aber alles, was außerhalb des Haushalts war,
- da hatte ich keine Rechte. Da hatte Luther das Sagen. Ich konnte nicht selbstständig Land erwerben,
- das war nur einem Mann möglich. Im Familienbetrieb Luther, lief nichts ohne Katharina.
- Luther schätzte sie sehr und nannte sie im Witz: Herr Käthe. Evtl. weil er dachte, dass nur Männer so zupacken können.
- Sie war Luthers Frau. Sie hatte in Luthers Haus viel Verantwortung
- und hat ihn in seiner Arbeit sehr unterstützt. Jetzt die Antwort auf die Mitmachfrage.
- Habt ihr es vorhin gecheckt? Auf dem Rückweg vom Reichstag hat er Luther "entführen" lassen
- und auf eine Burg in der Nähe von Eisenach bringen lassen. Auf die Wartburg.
- Richtig ist Antwort C: Auf der Wartburg. Das war es von Martin Luther.
- Mir hat es viel Spaß gemacht mit meiner Tischgesellschaft. Ich bleib noch hier und feiere ein Fest mit denen.
- Bis zum nächsten Mal. Wo seid ihr denn?
- Untertitelung: BR 2017