Der Martin-Luther-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi CHECKER WELT https://www.youtube.com/watch?v=5KLMH9ce0CQ Transkript (automatisch erstellt) 0:00 . * Titelsong: Checker Tobi * 0:03 ♪ Achtung! Hier kommt Checker Tobi. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. 0:10 ♪ Der, der immer fragt. Der die Action mag. ♪ Der, der alles wagt. Der, der niemals klagt. 0:15 ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. ♪ Der, der ständig rennt. Der, der niemals pennt. 0:23 ♪ Der auch manchmal flennt. Der tausend Leute kennt. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Checker Tobi! 0:39 Warum rülpset und furzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket? Ja. (rülpsen) - Sorry, aber ich bin als Martin Luther verkleidet. 0:48 Der hat vor ca. 500 Jahren gelebt und Dinge gemacht, die viel verändert haben, v.a. in der Kirche und der Religion. 0:56 Der soll das gesagt haben. Damals hat man wohl so gegessen. Genau darum geht's heute: um Martin Luther. 1:06 Martin Luther lebte im späten Mittelalter, vor über 500 Jahren. Damals waren fast alle Menschen in Europa Christen, 1:14 genauer: Katholiken. Die katholische Kirche hatte damals viel mehr Macht als heute: 1:20 Wer sich nicht an ihre Regeln hielt, musste um sein Leben fürchten. Trotzdem hat Luther gesagt, was ihm an der Kirche nicht passt, 1:29 und hat damit was losgetreten. Viele hörten nicht mehr auf den Papst, sondern auf Luther. 1:36 Es entstand eine christliche Kirche, die wir evangelisch nennen. Heute leben in Deutschland ca. 22 Mio. evangelische Gläubige. 1:44 Ohne Luther würde es die nicht geben. Weil er damit die Kirche reformiert hat, 1:49 nennt man ihn bis heute: den großen Reformator. Ich verwandle mich selbst in Martin Luther 1:56 und checke, was er kritisiert hat und was seine Kritik ausgelöst hat. Außerdem finde ich raus, 2:04 warum er sich ein Jahr auf einer Burg verstecken musste. Ich will wissen, wie Luther und seine Zeitgenossen gelebt haben. 2:13 Damals gab es keine Autos, keine Supermärkte und kein Internet. Also, seid ihr alle bereit? Hier kommt: 2:26 Jetzt die Checkerfragen: Das check ich für euch! 2:46 Los geht meine Luther-Spurensuche in der Lutherstadt Wittenberg. Mit dabei hab ich Paula. Sie studiert Religion 2:54 und will evangelisch-lutherische Pfarrerin werden. In Wittenberg findet man überall Bilder von Luther, 3:01 weil er da lange gelebt hat. Vielleicht sehen wir sogar Luther selbst? 3:06 Ist er das? Kann nicht sein, Luther ist schon lange tot. 3:15 Aber wer ist dann der Mann in dem Umhang? Wo kommet ihr itzo her? 3:24 Und was begehret ihr hier zu Wittenberg? Wir wollen zu dir. Warte, wir kommen hoch. - Dann kommet! 3:31 Das ist nicht der echte Luther, sondern der Kirchmeister der Stadtkirche Wittenberg: Bernhard. 3:37 Hallo. -Oh, ihr habet ein fröhlich Antlitz. Wie sag ich? Ein Christ muss sein ein fröhlich Mensch. 3:44 Und so er es nicht ist, so ist er vom Teufel versuchet. Äh, okay. Das ist Paula, wenn ich vorstellen darf. 3:51 Gott zum Gruße, schönes Weib. - Hallo. Was sprichst du für eine Sprache? 3:57 Ja das, was wir zu unserer Zeit gesprochen haben. Wenn ihr es nit verstan könnt, ist's eure Sach'. 4:03 Das war immer noch Luther-Sprache? - Etwas schon, ja. Du stellst Luther auch manchmal so dar, als Schauspieler, wie gerade. 4:11 Was war der für ein Typ Mensch? Was war er für ein Charakter? Er war ein Mensch, der sehr ursprünglich geglaubt hat. 4:19 Für ihn war Jesus Christus der wichtigste Messgrad im Leben. Für sein Leben und das Leben der anderen Menschen. 4:27 Er konnte Missbräuche des Glaubens, Missbräuche in der Kirche, nicht ertragen. 4:32 Er musste die Bibel und das Wort Gottes wieder in den Mittelpunkt stellen. Das hat ihn getrieben. Ganz sicher. 4:40 Luther, Martin, hat mich sehr gefreut. Es war mir eine Ehre. 4:44 Gott zum Gruße und vor allen Dingen Gott befohlen. Vielen Dank. - Danke schön. 4:50 Ja, viel Freunde am Predigen des Wortes des Herrn. Deiner Worte auch? - Ja. 4:55 Mach es gut, tschüss. Martin Luther wurde vor über 530 Jahren in Eisleben geboren. 5:02 Das ist hier, im heutigen Sachsen-Anhalt. Luthers Vater fand es wichtig, dass sein Sohn zur Schule gehen kann. 5:10 Das war damals nicht selbstverständlich, weil viele Leute sich das nicht leisten konnten. 5:16 Der junge Luther hatte also Glück, dass er schon so früh lernen konnte und durfte. 5:22 Später hat Luther Jura in Erfurt studiert. Er hat sich mit den Gesetzen auseinandergesetzt 5:28 und wie man sie anwendet. Hey, Achtung! 5:32 Das hat ihm aber nie viel Spaß gemacht. Luther wollte sich vielmehr mit der Theologie beschäftigen. 5:39 Also mit der Lehre von Gott, seinen Geboten und der Kirche. Einmal soll Luther in ein schweres Gewitter geraten sein, 5:47 bei dem er Angst hatte zu sterben. Er soll gesagt haben: 5:54 "Wenn ich das überlebe, werde ich Mönch." Luther hat überlebt und sein Versprechen gehalten. 6:00 Er ist wirklich Mönch geworden. Später noch Professor für Bibelkunde in Wittenberg. 6:06 Er hat sich mit der Bibel auseinandergesetzt und damit, was sie bedeutet. 6:11 Dabei kam Luther der Gedanke, dass zwischen jedem Menschen und Gott ein direkter Draht ist. 6:17 Dass man keinen Priester und kein Geld braucht, um sich vor dem Teufel zu schützen, 6:23 sondern nur Gott und den Glauben an ihn. Der Gedanke hat Luther nicht mehr losgelassen. 6:29 Deshalb hat er kritische Bemerkungen über die Kirche verfasst und sie an das Tor der Wittenberger Schlosskirche genagelt. 6:36 Diese Bemerkungen nannte er: 95 Thesen. Die waren auf Latein, das war die Sprache der Gelehrten. 6:44 Das ist dieses berühmte Tor? - Genau. Wo er seine 95 Thesen angeschlagen hat? - Genau. 6:50 Das ist nicht das Originaltor, das ist im 19.Jh. verbrannt. Warum hat Luther das hier ans Kirchentor genagelt? 6:58 Das Kirchentor galt damals als schwarzes Brett, für das gebildete Volk und die Studenten. 7:05 Was war an Luthers 95 Thesen so wichtig? Luther hatte Kritik an der Kirche. Die hat er in 95 Thesen kompakt, 7:13 sehr kurz dargestellt und für jeden verständlich. Weil damals die Bevölkerung auch große Kritik an der Kirche hatte. 7:21 Und er hat das ausgesprochen, zu Papier gebracht, was viele Leute dachten. 7:26 Luther war ein mutiger Typ, weil er sich was getraut hat, was sich vor ihm kaum jemand getraut hat? - Ja. 7:34 Was hat er gewollt, gesagt und was stand da drauf? Martin Luther war gegen den Ablasshandel. 7:41 Warte, das hab ich schon mal gehört. Eine Checkerfrage! Das heißt, dass man sich durch Geld von etwas loskaufen konnte, 7:54 was man Böses auf der Erde gemacht hat. Damals hatten die Leute Angst vor dem, was nach dem Tod passiert. 8:01 Es gab damals die Vorstellung, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer kommt. 8:07 In der katholischen Kirche glaubt man, dass man nach dem Tod ins Fegefeuer muss. 8:12 Ein sehr unangenehmer Ort, wo jeder für seine Sünden büßen soll. Die Kirche hatte versprochen, dass man diese Zeit verkürzen kann. 8:21 Alles, was man machen muss: Der Kirche Geld bezahlen und die Sünden sind erlassen. 8:27 Wie damals gesagt: abgelassen. Deshalb das Wort: Ablasshandel. Die Kirche verwendete das Geld nicht, 8:34 wie versprochen, für gute Taten, sondern für prunkvolle Kirchen wie den Petersdom in Rom. 8:41 Das fanden Luther und viele andere Menschen nicht gut. Einen Sündenerlass konnte man für Geld kaufen. 8:48 Der Ablasshandel. Ablass, weil die Strafe für die Sünde erlassen wurde. 8:54 "Nur aus einem glücklichen Ar... kommt ein fröhlicher Furz?" Das hat Luther gesagt? 9:02 Jetzt erst mal eine Frage an euch! Checkt, ob ihr die Antwort entdeckt. Die Lösung zum Schluss. 9:21 Luthers Thesen haben sich schnell verbreitet. Das ging nur dank des Buchdrucks. 9:27 Der wurde nicht lange vor Luthers Geburt erfunden. Wie das damals funktionierte, weiß Druckermeister Andreas. 9:34 Mit ihm drucke ich meine eigenen Thesen wie damals zu Zeiten Luthers. 9:40 Hallo Andreas! - Guten Tag, hallo! Wieso war das Drucken für Luther so wichtig? 9:46 Damit seine Ideen schnell vervielfältigt oder verbreitet werden konnten im Deutschen Lande. 9:53 Nicht nur in Wittenberg. Ich kann einen Text 2- bis 3-mal abschreiben, das kostet Zeit. 9:58 Beim Drucken kann ich in der gleichen Zeit, wie ich abschreibe, x Drucke anfertigen. 10:04 Ein Beispiel: die 95 Thesen. Die er an die Kirche gehämmert hat? - Ja, handschriftlich. Einmal. 10:11 Das wurde in Massen gedruckt und verteilt. Die gebildeten Menschen konnten sich damit auseinandersetzen. 10:18 Weil sie lesen konnten und Latein verstanden haben? - Genau. Wie ein früher Flyer? - Ja, Flugblatt oder Flyer. 10:25 Der Buchdruck funktionierte früher so: Der Text wurde aus Einzelbuchstaben zusammengesetzt 10:31 und in einen Rahmen eingespannt. Die Buchstaben wurden mit Druckerfarbe eingestrichen 10:38 und auf ein Papier gepresst. Ich bin gespannt, was ihr zu meinen Thesen sagt, wenn ihr sie gedruckt seht. 10:48 Jetzt wird wieder aufgerollt. - Dann ist es fertig? Werden wir sehen. - Uh, ich bin gespannt. 10:56 Fantastisch. Mein erster Druck mit meinen Thesen: Wie findest du die? Stark? - Ja. 11:18 Davon bräuchte ich 200 Stück, bitte. - Hast du Zeit? Braucht man ein bisschen? - Ja! Fangen wir an. 11:25 Ich glaub, das mach ich anders. Mit der Druckerpresse 11:31 ging's zwar schon viel schneller als handschriftlich. Aber noch viel schneller geht's mit dem Kopierer. 11:42 Sehr gut. Das bring ich jetzt unter die Leute. Martin Luther hat hier in der Stadt 11:48 vor 500 Jahren seine Thesen angeschlagen. - Ja. Ich habe auch Thesen: 11:53 Für alle Kinder ein sicheres Zuhause, ... die Erwachsenen sollten den Kindern öfter zuhören. 12:00 Das find ich richtig so. Alle fünf? - Ja. Welche wäre dir am wichtigsten? 12:06 Für alle Kinder ein sicheres Zuhause. Finde ich gut. - Warum? 12:11 Damit man geschützt ist, wenn es gewittert oder so. Weil manche Kinder leben im Krieg. 12:19 Das ist schon wichtig, dass die Kinder ein gutes Zuhause haben. 12:26 Weißt du, wer Martin Luther war? Was der gemacht hat? Ja, die Kirche verändert. 12:32 War das ein wichtiger Typ? - Ja, etwas schon. Meine Thesen sind auch gut angekommen. 12:38 Aber wie war das bei Luther damals? Das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Papst, 12:45 und auch der Kaiser, fanden Luthers Thesen überhaupt nicht gut. Denn Luther sagte ja: 12:51 Lasst euch von den Mächtigen nicht alles vorschreiben. Jeder Einzelne hat eine direkte Verbindung zu Gott. 12:59 Äh, ich geh mal lieber. Luther musste daraufhin vor den Reichstag treten. 13:04 Eine große Versammlung von Fürsten, dem Kaiser und Gesandten des Papstes. 13:10 Telefon und E-Mail gab es noch nicht. Briefe waren oft wochenlang unterwegs. 13:15 Man musste sich persönlich treffen. Dieser Reichstag fand 1521 in Worms statt. 13:21 Da sollte Luther zurücknehmen, was er über die Kirche geschrieben hatte. 13:26 Er wollte das nicht, weil er überzeugt war, dass er recht hatte. 13:31 Mutig, denn beim Reichstag kam das gar nicht gut an. Der Kaiser verhängte eine Reichs-Acht über Luther: 13:38 Seine Schriften wurden verboten und Luther hatte keine Rechte mehr. Zum Glück hatte er einen mächtigen Freund: 13:46 Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen. Der hat Luther mit einem Trick gerettet. 13:52 Auf dem Rückweg vom Reichstag hat er Luther "entführen" lassen und auf eine Burg in der Nähe von Eisenach bringen lassen. 14:00 Auf die Wartburg. Ist sie das? Ja. - Die ist aber weit weg noch. 14:05 Deshalb hab ich mir für den Weg Hilfe organisiert. Esel Moritz ist mit dabei. Ich muss trotzdem laufen. 14:12 Luther ist aber vermutlich nicht auf einem Esel geritten. Die wurden früher als Lasttiere genutzt. 14:19 Mit dem Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Opa von Moritz wurden Wasser und Lebensmittel auf die Wartburg gebracht. 14:26 Das letzte Stück gehen wir zu Fuß. Da oben hat er gewohnt. - In den Fenstern da? 14:31 Ja. Die führten zu seinem Raum. Hier hat Luther sich ein Jahr lang versteckt. 14:37 Ich spiel das für euch nach. Es war eine schwere Zeit für ihn, er hatte Angst um sein Leben. 14:44 Er war getrennt von Freunden und Familie. Auf der Burg hatte er einen Decknamen: 14:50 "Junker Jörg", also Ritter Jörg. Die Zeit in seinem Zimmer verbrachte er v.a. am Schreibtisch 14:56 und arbeitete an der Übersetzung der Bibel. Aber warum? Checkerfrage! 15:08 Das ist der Raum, wo Luther gelebt hat, als er sich hier versteckt hat? - Als Junker Jörg, ja. 15:15 Luther hatte Zeit, saß hier, konnte sonst nichts machen. Dann hat er sich gedacht: Jetzt übersetz ich doch die Bibel. 15:23 Können wir eine Bibel haben? Das ist doch ein Oschi. Ungefähr das hintere Drittel hat er übersetzt. 15:30 Nur das Neue Testament? - Genau. Daraus besteht die Bibel: Aus dem Alten und dem Neuen Testament. 15:37 Das Neue Testament ist der jüngere Teil, über die Geschichte von Jesus. Das war vorher nicht auf Deutsch? - Nein. 15:45 Auf Latein und auf Altgriechisch. Das musste er übersetzen. Er hat unsere Sprache, so wie wir sie heute in unseren Büchern lesen, 15:54 mit dieser Bibel-Übersetzung erfunden. Echt jetzt? - Ja. 15:59 Luther hat das Deutsche erfunden? Er hat die Schriftsprache erfunden. 16:03 So, dass wir das alle lesen können. Er wollte, dass jeder Mensch die Bibel von sich aus lesen, verstehen kann 16:11 und keine Mittlerperson braucht. In Gottesdiensten, in Messen usw. Früher waren die Gottesdienste auf Latein. 16:19 Das verstanden aber nur die Gelehrten und Priester. Luther wollte aber, dass jeder die Bibel lesen konnte. 16:26 Also hat er auf Deutsch geschrieben. So, dass es jeder versteht. Er erfand sogar neue Worte: Plappern z.B. oder Lästermaul. 16:35 Die gibt's bis heute. Die Bibel und die Gottesdienste waren früher auf Latein. 16:42 Luther wollte, dass jeder die Bibel versteht. Deshalb hat er sie übersetzt. 16:48 1522 hat Luther, trotz Gefahr, die Wartburg verlassen, damit seine Gedanken richtig verstanden und verbreitet würden. 16:56 Seine Lehren haben für Wirbel in Europa gesorgt. Er hatte immer mehr Anhänger, wurde immer bekannter. 17:03 Er wurde so was wie eine Berühmtheit. Vor Luther gab es in Europa nur die katholische Kirche. 17:09 Durch seine Kritik an der Kirche bildeten sich evangelische Kirchen. Es gab Streit darum, welcher Glaube der richtige sei. 17:17 Es wurden sogar Kriege deswegen geführt. Neben Luther gab es noch weitere Reformatoren: 17:24 Jean Calvin oder Ulrich Zwingli. Die Lehren dieser Reformatoren sorgen bis heute dafür, 17:30 dass es Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche gibt. 17:36 In der evangelischen Kirche dürfen Frauen Pfarrerinnen werden. Bei den Katholiken geht das nicht. 17:44 Evangelische Pfarrer dürfen heiraten und Kinder haben, katholische dürfen das nicht. 17:50 Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist der Papst, aber nicht das der evangelischen. 17:56 Heute existieren die evangelische und katholische Kirche friedlich nebeneinander. 18:02 Es gibt gemeinsame Gottesdienste, die nennt man Ökumene. Weiter geht's mit Mona. 18:09 Sie ist Historikerin und erforscht, wie Menschen früher gelebt haben. Nach der Wartburg wurde Luther für viele eine Art Superheld. 18:18 Weil er sich gegen die katholische Kirche gewehrt hat. Aber hatte Luther auch schlechte Seiten? 18:26 Ich denke, jeder, der als Superheld tituliert wird, hat auch negative Seiten. Die darf man nie ausblenden. 18:35 Was ganz schlimm war: Dass Luther keine Juden mochte. Der hat sehr negativ über Juden geschrieben. 18:42 Das ist auch seiner theologischen Überzeugung entsprungen, dass für ihn der christliche Glaube, der einzige Glaube sein konnte. 18:52 Luther war wichtig und hat viele Sachen auch gut bewegt, aber Luther hatte auch seine Fehler. Das muss man klar sagen. - Genau. 19:01 Wir schlüpfen in Kostüme und wollen Luthers Alltag nachspielen. Nach der Wartburg wollte Luther kein Mönch mehr sein. 19:09 Deshalb zieh ich kein Mönchsgewand mehr an. Und: Luther hat geheiratet, Katharina von Bora. 19:16 Wer das war, check ich jetzt. Die war Nonne und die ist auch aus dem Kloster rausgegangen 19:28 und dann haben die beiden geheiratet. Dann hieß sie Katharina Luther. 19:33 Luther hat noch geheiratet? - Ja, der war schon 42 Jahre alt. Und sie hatten sechs Kinder. 19:39 Um rauszufinden, wie das bei Luthers lief im Haushalt, schmeißen wir uns beide in Schale. 19:46 Ich ins Luther-Kostüm und Mona spielt Katharina von Bora. Sollen wir? - Gerne, aber du hast was vergessen. 19:54 Es gehört eine Mütze dazu. Hat der das so getragen? - Ja, jeden Tag. 19:59 Echt? - Ja. - Dann los. Wir veranstalten ein großes Essen. 20:04 Dabei hilft uns Leo mit seinen Freunden von der Vereinigung Alt-Brettheim. 20:09 In Bretten ist jedes Jahr ein Mittelalterfest. Die kennen sich super aus mit dem Essen 20:15 und den Gewändern der damaligen Zeit. Übrigens: Die Klamotten sind alle selbst genäht. 20:22 Und jetzt? - Eine Rede! Eine Rede wollt ihr? - Ja. 20:27 Na gut. Ihr kriegt eine Tischrede. Kurz und gut gefällt jedermann. Kurz und rund. 20:34 Sacra celerius absoluenda. Kurze Predigt und lange Bratwürst. Guten Appetit. 20:40 Das hat Luther so gesagt, aber hier hätte wohl ein Tischgebet hingehört. Als Hausherr hatte Luther die Aufgabe, das Essen zu verteilen. 20:50 Viel Arbeit, bei so vielen Gästen. Nicht nur Luthers 6 Kinder saßen mit am Tisch, 20:56 sondern auch Gelehrte und Freunde, von überall her. Dazu kamen noch die Studenten, die bei Luther zur Miete wohnten. 21:03 Die haben Luther verehrt und alles mitgeschrieben, was er beim Essen gesagt hat. 21:10 Du bist ein Student von mir? - Ja. Was schreibst du auf? - Alles, was du sagst. 21:15 Du schreibst mit, was ich sage? Auch, wenn ich Quatsch rede? - Ja. Bli, blu, blubb. Das auch? 21:22 Luthers Fans hingen an seinen Lippen. Weil sie seine Tischreden aufgeschrieben haben, 21:27 wissen wir heute genau, was Luther damals so gesagt hat. Vielleicht waren die Studenten so fleißig, weil das Essen so gut war. 21:36 Ihr hattet Rinder, Schweine, Hühner, Gänse, Enten, Ziegen. Übers Jahr verteilt gab es immer etwas anderes an Fleisch zu essen. 21:46 Zu Ostern das Zicklein, zum Martinstag die Gans. So haben die Nahrungsmittel den Jahresverlauf widergespiegelt. 21:54 Man hatte, zu Luthers Zeit, ganzjährig wechselhafte Speisen? Wenn Katharina ihren Job richtig gemacht hat, ja. 22:01 War Katharina von Bora, meine Frau, wichtig für Luther? Ja, sie hat ihm ermöglicht, dass er viele Bücher schreiben konnte. 22:10 Weil sie den kompletten Haushalt geschmissen hat und auch sehr viel Eigenverantwortung hatte. 22:17 Das war für eine Frau der damaligen Zeit eine verantwortungsvolle Rolle. 22:23 Also du warst Chefin vom Haushalt? Auch die Chefin von einem Koch und von allen Angestellten, 22:30 die es in einem Haushalt gab? - Genau. Aber alles, was außerhalb des Haushalts war, 22:35 da hatte ich keine Rechte. Da hatte Luther das Sagen. Ich konnte nicht selbstständig Land erwerben, 22:42 das war nur einem Mann möglich. Im Familienbetrieb Luther, lief nichts ohne Katharina. 22:48 Luther schätzte sie sehr und nannte sie im Witz: Herr Käthe. Evtl. weil er dachte, dass nur Männer so zupacken können. 22:56 Sie war Luthers Frau. Sie hatte in Luthers Haus viel Verantwortung 23:02 und hat ihn in seiner Arbeit sehr unterstützt. Jetzt die Antwort auf die Mitmachfrage. 23:18 Habt ihr es vorhin gecheckt? Auf dem Rückweg vom Reichstag hat er Luther "entführen" lassen 23:25 und auf eine Burg in der Nähe von Eisenach bringen lassen. Auf die Wartburg. 23:31 Richtig ist Antwort C: Auf der Wartburg. Das war es von Martin Luther. 23:37 Mir hat es viel Spaß gemacht mit meiner Tischgesellschaft. Ich bleib noch hier und feiere ein Fest mit denen. 23:45 Bis zum nächsten Mal. Wo seid ihr denn? 24:18 Untertitelung: BR 2017