Physik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Mechanische Schwingungen einfach erklärt
Du erkennst Schwingungen, liest Amplitude und Periodendauer ab und vergleichst Federpendel, Fadenpendel, Energie und Dämpfung.
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Kurz gesagt
Eine mechanische Schwingung ist eine wiederholte Bewegung um eine stabile Gleichgewichtslage. Rückstellkraft und Trägheit sorgen für das Hin und Her. Amplitude, Periodendauer und Frequenz beschreiben den Verlauf; für eine ideale Periode gilt f=1/T.
Eine mechanische Schwingung ist eine wiederholte Hin-und-her-Bewegung um eine stabile Gleichgewichtslage. Auslenkung, Rückstellkraft und Trägheit sorgen gemeinsam dafür, dass sich die Bewegung wiederholt. Hier lernst du, Schwingungen zu erkennen, ihre Kenngrößen aus Messwerten und Diagrammen zu bestimmen und einfache harmonische Schwinger zu berechnen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Fadenpendel zeigt das Grundprinzip: Du lenkst es leicht aus und lässt los. Die rücktreibende Kraft beschleunigt es zur Gleichgewichtslage. Wegen seiner Trägheit bewegt es sich darüber hinaus bis zum Umkehrpunkt und danach zurück. Nötig sind ein schwingungsfähiges System, eine Auslenkung und eine rücktreibende Kraft.
Eine ideale Schwingung ist periodisch: Nach gleicher Zeit kehren Ort, Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit gemeinsam wieder. Eine Drehung kann periodisch sein, ohne eine Schwingung um eine stabile Gleichgewichtslage zu sein.
Die Auslenkung x misst den momentanen Abstand zur Gleichgewichtslage mit Vorzeichen. Die Amplitude \hat{x} ist der größte Betrag der Auslenkung und liegt am Umkehrpunkt. Die Periodendauer T ist die Zeit für einen vollen Zyklus; die Frequenz f zählt Zyklen pro Sekunde. Es gilt 1\,\mathrm{Hz}=1/\mathrm{s}.
Beide Größen sind Kehrwerte:
f=\frac{1}{T}
Ebenso gilt T=\frac{1}{f}. Miss mehrere Schwingungen, damit Start- und Stoppfehler weniger ins Gewicht fallen.
In einem Auslenkung-Zeit-Diagramm steht die Zeit waagerecht und die Auslenkung senkrecht. Die Amplitude ist der größte Abstand zur Nulllinie; die Periodendauer ist der Zeitabstand zwischen gleichen aufeinanderfolgenden Bewegungszuständen, etwa zwei oberen Maxima. Die Werte in der Tabelle beginnen bei null und steigen zunächst: Nach 2{,}0\,\mathrm{s} stimmen Auslenkung und Bewegungsrichtung wieder mit dem Anfang überein. Daher sind \hat{x}=4\,\mathrm{cm}, T=2{,}0\,\mathrm{s} und f=0{,}5\,\mathrm{Hz}.
Definition
Gleichgewichtslage
Die Gleichgewichtslage ist die Lage, in der sich die wirkenden Kräfte ausgleichen. Eine kleine Auslenkung erzeugt bei einem stabilen Gleichgewicht eine Kraft zurück zu dieser Lage.
Beispiel
- 1Ein Fadenpendel führt in 12\,\mathrm{s} genau 8 vollständige Schwingungen aus. Seine Umkehrpunkte liegen bei +4\,\mathrm{cm} und -4\,\mathrm{cm}.
- 2Die Amplitude ist \hat{x}=4\,\mathrm{cm}.
- 3Die Periodendauer ist T=\frac{12\,\mathrm{s}}{8}=1{,}5\,\mathrm{s}.
- 4Daraus folgt f=\frac{1}{1{,}5\,\mathrm{s}}\approx0{,}67\,\mathrm{Hz}, auf zwei signifikante Stellen gerundet.
| Zeit t | Auslenkung x |
|---|---|
| 0 s | 0 cm |
| 0,5 s | 4 cm |
| 1,0 s | 0 cm |
| 1,5 s | −4 cm |
| 2,0 s | 0 cm |
Teste dich
Nicht jede Schwingung ist sinusförmig. Beim harmonischen Modell ist die Rückstellkraft der Auslenkung entgegengerichtet und proportional zu ihr. Beginnt die Bewegung bei der maximalen positiven Auslenkung, passt die Kosinusform:
x(t)=\hat{x}\cos(\omega t)
Die Kreisfrequenz \omega erfüllt \omega=2\pi f=\frac{2\pi}{T}.
Ableiten nach der Zeit liefert die Geschwindigkeit:
v(t)=-\omega\hat{x}\sin(\omega t)
Für die Beschleunigung gilt:
a(t)=-\omega^2\hat{x}\cos(\omega t)
a(t)=-\omega^2x(t)
Beschleunigung und Auslenkung zeigen entgegengesetzt; in der Gleichgewichtslage ist der Geschwindigkeitsbetrag am größten.
Definition
Lineares Kraftgesetz
Für ein ideales Federpendel gilt: F_{\mathrm{rück}}=-Dx D ist die Federkonstante. Das Minuszeichen gibt die Gegenrichtung zur Auslenkung an.
Beispiel: Ein Schwinger startet bei x=+\hat{x}.
- 1Am positiven Umkehrpunkt gilt x=+\hat{x} und v=0. Die Beschleunigung zeigt mit maximalem Betrag zur Ruhelage.
- 2Eine Viertelperiode später gilt x=0. Der Geschwindigkeitsbetrag ist maximal und a=0.
- 3Nach einer halben Periode gilt x=-\hat{x} und wieder v=0.
- 4Nach einer ganzen Periode ist der Anfangszustand erreicht.
- 5Der Schwinger ist also in der Ruhelage nicht in Ruhe. Gerade dort bewegt er sich am schnellsten.
Teste dich
Die Schwingungsdauer hängt vom Modell des Schwingers ab.
Federpendel: Für die Masse m an einer idealen Feder mit Federkonstante D gilt:
\omega=\sqrt{\frac{D}{m}}
Die Periodendauer lautet:
T=2\pi\sqrt{\frac{m}{D}}
Mehr Masse verlängert T, eine härtere Feder mit größerem D verkürzt es. Im idealen harmonischen Modell hängt T nicht von der Amplitude ab.
Fadenpendel: Für die Fadenlänge l gilt bei kleinen Auslenkungen näherungsweise:
T=2\pi\sqrt{\frac{l}{g}}
g ist der Ortsfaktor. Unter diesen Bedingungen hängt T nicht von der Pendelmasse ab. Bei großen Auslenkungen ist die Formel nicht zuverlässig.
Beispiel: Periodendauer einer Masse an der Feder
- 1Gegeben sind m=0{,}20\,\mathrm{kg} und D=5{,}0\,\mathrm{N/m}.
- 2Berechne zuerst das Verhältnis: \frac{m}{D}=\frac{0{,}20\,\mathrm{kg}}{5{,}0\,\mathrm{N/m}}.
- 3Daraus folgt \frac{m}{D}=0{,}040\,\mathrm{s^2}.
- 4Setze ein: T=2\pi\sqrt{0{,}040\,\mathrm{s^2}}.
- 5Damit ist T=0{,}40\pi\,\mathrm{s}\approx1{,}3\,\mathrm{s}, auf zwei signifikante Stellen gerundet.
- 6Ohne Zwischenrundung folgt f=\frac{1}{0{,}40\pi\,\mathrm{s}}\approx0{,}80\,\mathrm{Hz}.
- 7Unter der Wurzel steht eine Zeit im Quadrat; das Ergebnis ist eine Zeit.
Merke: Federpendel: Masse und Federkonstante bestimmen T. Fadenpendel: Länge und Ortsfaktor bestimmen T. Die Formeln dürfen nicht vertauscht werden.
Teste dich
Bei einer ungedämpften Schwingung bleibt die gesamte mechanische Energie erhalten, aber ihre Form wechselt. Am Umkehrpunkt ist die Geschwindigkeit null: Die potenzielle Energie ist maximal, die kinetische null. In der Gleichgewichtslage ist der Geschwindigkeitsbetrag und damit die kinetische Energie maximal. Dazwischen wandeln sich beide Formen ineinander um.
Eine freie gedämpfte Schwingung verliert mechanische Energie. Ihre Amplitude nimmt ab; sie wiederholt den Zustand deshalb nicht exakt. Solange sie die Gleichgewichtslage wiederholt überquert, schwingt sie weiter. Bei stärkerer Dämpfung kann sie ohne Überschwingen zurückkehren.
Eine einmal angeschlagene Stimmgabel führt eine freie, real gedämpfte Schwingung aus. Eine regelmäßig angestoßene Schaukel wird von außen angeregt und schwingt erzwungen. Bei einer erzwungenen Schwingung kann die Amplitude trotz Dämpfung nach dem Einschwingen konstant bleiben, weil der Antrieb die Energieverluste ausgleicht.
Definition
Dämpfung
Bei einer freien gedämpften Schwingung wird mechanische Energie beispielsweise durch Reibung in thermische Energie umgewandelt und an die Umgebung abgegeben. Dadurch nimmt ihre Amplitude mit der Zeit ab.
Definition
Freie und erzwungene Schwingung
Bei einer freien Schwingung wird das System einmal ausgelenkt und danach sich selbst überlassen. Seine Eigenschaften bestimmen die Eigenfrequenz. Bei einer erzwungenen Schwingung wirkt fortlaufend eine äußere Anregung; das System schwingt mit der Erregerfrequenz.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Mechanische Schwingungen
Erkennen
Hin und her um eine Gleichgewichtslage; Rückstellkraft und Trägheit
Beschreiben
Amplitude \hat{x}; Periodendauer T und Frequenz f=1/T
Harmonisches Modell
Sinus- oder Kosinusverlauf; a=-\omega^2x
Einfache Schwinger
Federpendel: Masse und Federkonstante; Fadenpendel: Länge und Ortsfaktor
Energie und Einflüsse
Wechsel zwischen potenzieller und kinetischer Energie; Dämpfung und äußere Anregung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Schwingungsdauer aus einer Messreihe
- 1Ein Fadenpendel braucht für 10 vollständige Schwingungen 17{,}0\,\mathrm{s}; die Auslenkung bleibt klein.
- 2Die Periodendauer ist T=\frac{17{,}0\,\mathrm{s}}{10}=1{,}70\,\mathrm{s}.
- 3Die Frequenz ist f=\frac{1}{1{,}70\,\mathrm{s}}\approx0{,}588\,\mathrm{Hz}, auf drei signifikante Stellen gerundet.
- 4Die Einheit \mathrm{s}^{-1} entspricht Hertz; mehr Zeit pro Zyklus bedeutet weniger Zyklen je Sekunde.
Fehler finden
Zwei obere Maxima im Zeitdiagramm In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die zwei oberen Maxima sind gleiche aufeinanderfolgende Bewegungszustände. Daher ist T=5{,}0\,\mathrm{s}, nicht die halbe Zeit; die zwei Durchgänge durch die Ruhelage gehören zu einer vollen Periode.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der größte Abstand von der Gleichgewichtslage heißt . Die Zeit für einen vollständigen Zyklus heißt . Bei T=0{,}25\,\mathrm{s} beträgt die Frequenz .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback