Physik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Mechanische Wellen: Grundlagen einfach erklärt
Lerne, wie mechanische Wellen Energie übertragen und wie du Typ, Wellenlänge, Frequenz und Diagramme deutest.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Eine mechanische Welle ist eine fortlaufende Schwingungsstörung in einem gekoppelten Medium. Sie überträgt Energie, während seine Teilchen im Mittel an ihrem Ort bleiben. Für periodische Wellen gilt c=\lambda\cdot f.
Wird ein gekoppelter Teil eines Mediums angeregt, kann seine Bewegung benachbarte Teile erreichen. So breitet sich eine mechanische Welle aus. Sie gibt Energie weiter, während die Teilchen im Mittel in der Nähe ihrer Ruhelage bleiben.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Mehrere Pendel sind mit Federn verbunden. Stößt du eines an, wirkt es über die Feder auf das nächste. Die Bewegung erreicht die Pendel nacheinander; jedes schwingt in seiner Umgebung. So entsteht eine Welle im gekoppelten System. Bei Schall übernimmt zum Beispiel Luft die Rolle des Mediums. Ein völlig leerer Raum kann Schall nicht auf diese Weise übertragen.
Definition
Mechanische Welle
Eine mechanische Welle ist die räumliche Ausbreitung einer mechanischen Schwingung. Sie benötigt ein Medium, also schwingungsfähige und miteinander gekoppelte Teilchen oder Körper.
Beispiel
- 1Du bewegst ein Ende eines gespannten Seils kurz nach oben und wieder nach unten.
- 2Der benachbarte Seilabschnitt wird mitgezogen, danach der nächste.
- 3Die Auslenkung läuft am Seil entlang: Es entsteht eine mechanische Welle.
Beispiel: Drei Bedingungen sind notwendig
- 1Es gibt schwingungsfähige Teilchen oder Körper.
- 2Sie sind durch Kräfte miteinander gekoppelt.
- 3Mindestens ein Teilchen wird durch Energiezufuhr angeregt.
Teste dich
Auf einem Seil läuft ein Wellenberg entlang. Ein farbiger Punkt am Seil bewegt sich dabei auf und ab und kehrt in die Nähe seiner Ausgangslage zurück. Seine Bewegung zeigt: Die Welle gibt Energie an weitere Seilabschnitte ab, ohne dass Seilmaterial im Mittel mitwandert.
Ein Teilchenstrom ist anders. Dort gelangen die Teilchen selbst im Mittel an einen anderen Ort. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit einer Welle beschreibt daher den Weg der Störung, zum Beispiel eines Wellenbergs, und nicht das Tempo des markierten Seilpunkts.
Zur Unterscheidung der Wellentypen betrachtest du die Richtung, in der die Teilchen schwingen, und die Richtung, in der sich die Welle ausbreitet.
An einer Wasseroberfläche sind die Teilchenbahnen oft annähernd kreis- oder ellipsenförmig. Eine Wasserwelle ist deshalb kein uneingeschränktes Beispiel für eine reine Transversalwelle.
Merke: Die Störung wandert – die Teilchen schwingen um ihre Ruhelage.
Definition
Transversalwelle
Bei einer Transversalwelle schwingen die Teilchen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Eine Welle auf einem gespannten Seil ist ein typisches Beispiel.
Definition
Longitudinalwelle
Bei einer Longitudinalwelle schwingen die Teilchen parallel zur Ausbreitungsrichtung. Dabei können Verdichtungen und Verdünnungen entstehen. Schall in Luft ist ein typisches Beispiel.
Teste dich
Eine regelmäßig wiederholte Welle lässt sich mit mehreren Größen beschreiben. Die Amplitude ist die größte Auslenkung aus der Ruhelage. Die Wellenlänge \lambda ist der Abstand benachbarter Punkte mit gleichem Schwingungszustand, etwa von Wellenberg zu Wellenberg. Ihre Einheit ist Meter.
Die Periodendauer T ist die Zeit für eine Schwingung in Sekunden. Die Frequenz f ist die Zahl der Schwingungen pro Sekunde. Ihre Einheit ist Hertz; 1\,\mathrm{Hz}=1/\mathrm{s}. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit c gibt an, wie schnell die Störung wandert. Ihre Einheit ist Meter pro Sekunde.
Es gelten:
f=\frac{1}{T}
c=\lambda\cdot f
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist also Wellenlänge mal Frequenz.
Beispiel
- 1Eine Welle breitet sich mit c=12\,\mathrm{m/s} aus. Ihre Frequenz beträgt f=4\,\mathrm{Hz}. Gesucht ist die Wellenlänge.
- 2Aus c=\lambda\cdot f folgt durch Division durch f:
- 3\lambda=\frac{c}{f}
- 4Einsetzen:
- 5\lambda=\frac{12\,\mathrm{m/s}}{4\,\mathrm{1/s}}=3\,\mathrm{m}
- 6Die Einheiten passen, denn (\mathrm{m/s})/(\mathrm{1/s})=\mathrm{m}. Die Wellenlänge beträgt also 3\,\mathrm{m}.
Teste dich
Eine Welle hängt von Ort und Zeit ab. Dabei bezeichnet x den Ort und t die Zeit. Eine Momentaufnahme hält die Zeit fest und zeigt Auslenkungen an verschiedenen Orten: y(x) bei festem t. Daraus liest du die Wellenlänge als Abstand gleichphasiger Punkte ab. Ein Zeitverlauf hält den Ort fest und zeigt die Auslenkung eines Teilchens: y(t) bei festem x. Daraus bestimmst du Periodendauer und Frequenz.
Für eine ideale harmonische Welle in positiver x-Richtung gilt:
y(x,t)=\hat y\sin\left(2\pi\left(\frac{t}{T}-\frac{x}{\lambda}\right)\right)
Dabei ist \hat y die Amplitude. Der Ausdruck verbindet Ort und Zeit. Punkte im Abstand einer Wellenlänge haben die gleiche Phase.
Treffen Wellen zusammen, werden ihre momentanen Auslenkungen addiert: das Superpositionsprinzip. Gleichgerichtete Auslenkungen verstärken sich konstruktiv. Entgegengesetzte Auslenkungen schwächen sich destruktiv oder löschen sich aus.
An einer Grenze kann eine Welle reflektiert werden. Am festen Ende kehrt ein Wellenberg als Wellental zurück; es gibt einen Phasensprung. Am losen Ende kehrt der Wellenberg als Wellenberg zurück.
Zwei gegenläufige harmonische Wellen gleicher Frequenz und Amplitude können eine stehende Welle bilden. An Knoten bleibt die Auslenkung null, an Bäuchen ist die Amplitude maximal. Benachbarte Knoten oder Bäuche liegen \lambda/2 auseinander.
Beispiel
- 1Auf einer schwingenden Saite erkennst du ortsfeste Punkte, die sich nicht bewegen, und dazwischen stark schwingende Bereiche.
- 2Die ruhenden Punkte sind Knoten, die Bereiche maximaler Auslenkung sind Bäuche.
- 3Das Muster läuft nicht sichtbar entlang der Saite und ist deshalb eine stehende Welle.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Mechanische Wellen
Entstehung
Anregung, schwingungsfähiges Medium und Kopplung
Transport
Energie wandert, Stoff im Mittel nicht
Wellentypen
transversal und longitudinal
Grundgrößen
Wellenlänge, Periodendauer und Frequenz
Darstellung
Ortsbild und Zeitverlauf unterscheiden
Überlagerung
Reflexion, Interferenz und stehende Wellen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wellenlänge auf einem Seil bestimmen
- 1Auf einem gespannten Seil wandert eine periodische Welle. Gegeben sind c=9\,\mathrm{m/s} und f=3\,\mathrm{Hz}. Gesucht ist \lambda.
- 2Aus c=\lambda\cdot f folgt \lambda=\frac{c}{f}.
- 3Einsetzen: \lambda=\frac{9\,\mathrm{m/s}}{3\,\mathrm{1/s}}=3\,\mathrm{m}.
- 4Die Einheit Meter und der Abstand gleicher Schwingungszustände passen zusammen.
Fehler finden
Knotenabstand prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Knotenabstand ist die halbe Wellenlänge. Richtig ist \lambda=2\cdot0{,}24\,\mathrm{m}=0{,}48\,\mathrm{m}.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei einer Seilwelle schwingen die Seilabschnitte zur Ausbreitungsrichtung. Sie ist daher eine . Bei Schall in Luft schwingen die Teilchen zur Ausbreitungsrichtung. Schall ist in diesem Fall eine Longitudinalwelle.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback