Zum Inhalt springen
L

Mathematik · Klasse 11 · aktualisiert

Vollständige Induktion einfach erklärt

Mit vollständiger Induktion beweist du Aussagen für alle natürlichen Zahlen. Du lernst Anfang, Schritt, das Beweisschema und typische Fehler.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Vollständige Induktion einfach erklärt

Kurz gesagt

Die vollständige Induktion ist ein Beweisverfahren für Aussagen A(n), die für alle natürlichen Zahlen ab einem Startwert n_0 gelten sollen. Im Induktionsanfang zeigst du A(n_0), im Induktionsschritt A(n)\Rightarrow A(n+1). Wie bei Dominosteinen gilt die Aussage dann für alle n\ge n_0.

Mit der vollständigen Induktion beweist du eine Aussage A(n) für alle natürlichen Zahlen ab einem Startwert n_0. Du zeigst zuerst, dass die Aussage am Start gilt. Danach beweist du: Gilt sie für ein beliebiges n, dann gilt sie auch für n+1.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Stell dir eine Reihe von Dominosteinen vor. Damit alle Steine ab dem ersten fallen, brauchst du zwei Sicherheiten: Der erste Stein fällt. Jeder fallende Stein stößt den nächsten um. Beim Induktionsbeweis übernimmt der Induktionsanfang die erste Aufgabe. Der Induktionsschritt sorgt für die Weitergabe von einem Fall zum nächsten. Der Schritt allein liefert noch keinen wahren Fall, von dem aus die Weitergabe starten kann. Der Anfang allein prüft nur einen einzigen Fall. Erst beide Teile zusammen bilden die lückenlose Kette A(n_0)\Rightarrow A(n_0+1)\Rightarrow A(n_0+2)\Rightarrow\dots Das Prüfen vieler Werte ist dagegen kein Beweis. Auch wenn eine Formel für die ersten 5000 Zahlen stimmt, könnte sie beim nächsten Wert scheitern.

Definition

Vollständige Induktion

Für eine Aussage A(n) und einen Startwert n_0 zeigst du: A(n_0) ist wahr. Für jedes n\ge n_0 gilt A(n)\Rightarrow A(n+1). Dann gilt A(n) für alle natürlichen Zahlen n\ge n_0.

Teste dich

LeichtWas beweist der Induktionsschritt?
MittelEine Aussage soll für alle n\ge4 gelten. Welcher Anfang passt?

Alles auf einen Blick

Vollständige Induktion

  • Induktionsanfang

    A(n_0) am kleinsten behaupteten Wert nachrechnen

  • Induktionsschritt

    aus A(n) die Aussage A(n+1) herleiten

  • Summen

    S_{n+1}=S_n+a_{n+1} abtrennen, dann die Voraussetzung einsetzen

  • Startwert

    richtet sich nach dem Geltungsbereich, nicht immer 1

  • Starke Induktion

    alle früheren Fälle nutzen, genug Anfangsfälle prüfen

  • Häufigster Fehler

    das Ziel A(n+1) schon voraussetzen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Beweise 1+2+4+\dots+2^{n-1}=2^n-1 für alle n\ge1

  1. 1Anfang n=1: 1=2^1-1
  2. 2Voraussetzung: 1+2+\dots+2^{n-1}=2^n-1 für ein festes n\ge1
  3. 3Behauptung: 1+2+\dots+2^{n-1}+2^n=2^{n+1}-1
  4. 4Schluss: 1+2+\dots+2^{n-1}+2^n=(2^n-1)+2^n
  5. 5=2\cdot2^n-1=2^{n+1}-1
  6. 6Das ist die Zielseite. Also gilt die Formel für alle n\ge1.

Fehler finden

Beweise 2+4+\dots+2n=n(n+1) für alle n\ge1 In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Im Induktionsanfang prüfst du den Wert des Geltungsbereichs. Bei 1+3+\dots+(2n-1) kommt im Schritt der neue Summand hinzu. Vorausgesetzt wird im Schritt nur .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Vollständige Induktion

LeichtWelche zwei Bestandteile machen einen vollständigen Induktionsbeweis aus?
MittelFür n\ge1 soll 1+2+\dots+n=\frac{n(n+1)}2 bewiesen werden. Welcher Ausdruck macht im Schritt die Voraussetzung nutzbar?
SchwerEine Mitschülerin schreibt: „Angenommen, A(n+1) gilt. Damit ist der Schritt fertig.“ Wie korrigierst du das?

Weiterlesen in Mathematik