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Mathematik · Klasse 11–12 · aktualisiert

Bedingte Wahrscheinlichkeit: Formel und Aufgaben

Eine bedingte Wahrscheinlichkeit gilt nur unter einer Zusatzinformation. Du lernst die Formel, die Vierfeldertafel, die Leserichtung und die Unabhängigkeit.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Bedingte Wahrscheinlichkeit: Formel und Aufgaben

Kurz gesagt

Die bedingte Wahrscheinlichkeit P(A\mid B) gibt an, wie wahrscheinlich A ist, wenn B schon feststeht. Du rechnest P(A\mid B)=\frac{P(A\cap B)}{P(B)} mit P(B)>0, also gemeinsame Fälle durch Bedingungsfälle. Beispiel: 6 von 15 Mädchen sind blond, also P(\text{blond}\mid\text{weiblich})=\frac{6}{15}=40\,\%.

Eine bedingte Wahrscheinlichkeit gibt an, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist, wenn eine Zusatzinformation bereits feststeht. Du betrachtest dann nicht mehr alle möglichen Fälle, sondern nur noch die Fälle, welche die Bedingung erfüllen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Stell dir eine Klasse mit 30 Personen vor. Du möchtest wissen, wie wahrscheinlich es ist, eine blonde Person auszuwählen. Ohne weitere Information betrachtest du alle 30 Personen. Erfährst du aber, dass die ausgewählte Person weiblich ist, bleiben nur die 15 weiblichen Personen übrig. Diese kleinere Gruppe ist deine neue Grundgesamtheit. Typische Signalwörter für eine Bedingung sind „unter der Bedingung, dass“ und „wenn bekannt ist, dass“.

Definition

Bedingte Wahrscheinlichkeit

Die Schreibweise P(A\mid B) bedeutet: Wie wahrscheinlich ist das Ereignis A, wenn bekannt ist, dass B eingetreten ist? Links vom Strich steht das Gesuchte, rechts davon die Bedingung.

Merke: Lies P(A\mid B) so: „Wahrscheinlichkeit von A unter der Bedingung B.“ Die Bedingung rechts vom Strich legt die neue Grundgesamtheit fest.

Teste dich

LeichtWas bedeutet P(A\mid B)?

Alles auf einen Blick

Bedingte Wahrscheinlichkeit

  • Leserichtung

    Gesuchtes links vom Strich, Bedingung rechts

  • Berechnung

    P(A\mid B)=\frac{P(A\cap B)}{P(B)} mit P(B)>0

  • Darstellung

    Mengen, Vierfeldertafel oder Baumdiagramm

  • Richtungswechsel

    anderer Nenner, die Bayes-Formel verbindet beide Richtungen

  • Unabhängigkeit

    Produktkriterium P(A\cap B)=P(A)\cdot P(B) prüfen

  • Abgrenzung

    Unabhängigkeit ist nicht Unvereinbarkeit

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Instrument, wenn Haustier

  1. 1200 Jugendliche: 80 haben ein Haustier, 60 spielen ein Instrument, 30 beides.
  2. 2H: Haustier, I: Instrument. Bedingung H: 80 Fälle, gemeinsam: 30
  3. 3P(I\mid H)=\frac{30}{80}=\frac{3}{8}=0{,}375=37{,}5\,\%
  4. 4Andere Richtung: P(H\mid I)=\frac{30}{60}=0{,}5=50\,\%
  5. 5Vergleich: P(I)=\frac{60}{200}=0{,}3 und 0{,}3\ne 0{,}375, also sind H und I nicht unabhängig.

Fehler finden

P(B\mid J) in einem Kurs mit 25 Personen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Bei P(A\mid B) steht das links vom Strich. Das Ereignis rechts vom Strich bildet die . Im Zähler steht die A\cap B, im Nenner P(B).

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Bedingte Wahrscheinlichkeit

LeichtWas bestimmt bei P(A\mid B) die neue Grundgesamtheit?
MittelIn einer Vierfeldertafel liegen 12 Fälle in A\cap B. Insgesamt erfüllen 30 Fälle die Bedingung B. Welcher Quotient berechnet P(A\mid B)?
SchwerEine Person behauptet: „Wenn P(A\mid B) groß ist, muss auch P(B\mid A) gleich groß sein.“ Wie beurteilst du das?

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