Mathematik · Klasse 10–11 · aktualisiert
Trigonometrische Funktionen: Sinus, Kosinus, Tangens
Sinus, Kosinus und Tangens als Funktionen: Du lernst ihre Graphen, Perioden und Symmetrien kennen und deutest die Parameter einer Sinuskurve.
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Kurz gesagt
Trigonometrische Funktionen sind Sinus, Kosinus und Tangens. Am Einheitskreis ist \cos(x) die waagerechte und \sin(x) die senkrechte Koordinate: Beide liegen zwischen −1 und 1 und haben die Periode 2\pi. Der Tangens \tan(x)=\frac{\sin(x)}{\cos(x)} hat die Periode \pi.
Trigonometrische Funktionen ordnen einem Winkel eine Zahl zu. Sinus, Kosinus und Tangens verbinden Winkel mit Seitenverhältnissen, beschreiben aber auch periodische Vorgänge wie Schwingungen. Auf dieser Seite lernst du, die drei Funktionen am Dreieck und Einheitskreis zu unterscheiden, ihre Graphen zu untersuchen und eine veränderte Sinusfunktion zu lesen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
In einem rechtwinkligen Dreieck hängen Gegenkathete und Ankathete davon ab, welchen spitzen Winkel du betrachtest. Die Hypotenuse liegt immer gegenüber dem rechten Winkel und ist die längste Seite. So wählst du die Funktion: Markiere den betrachteten Winkel. Benenne Gegenkathete, Ankathete und Hypotenuse relativ zu diesem Winkel. Suche das Verhältnis, das die bekannten und gesuchten Seiten enthält. Das Dreieck erklärt zunächst nur Winkel zwischen 0^\circ und 90^\circ. Der Einheitskreis erweitert die Winkelfunktionen auf beliebige reelle Winkel. Weil die Koordinaten eines Punktes auf dem Einheitskreis nie kleiner als -1 oder größer als 1 werden, liegen Sinus und Kosinus stets im Wertebereich [-1;1]. Für Funktionsgraphen wird meist das Bogenmaß verwendet: Eine volle Umdrehung von 360^\circ entspricht 2\pi, eine halbe von 180^\circ entspricht \pi und eine Vierteldrehung von 90^\circ entspricht \frac{\pi}{2}. Nach einer vollen Umdrehung erreicht der Kreispunkt dieselbe Lage. Deshalb wiederholen sich Sinus und Kosinus nach 2\pi.
Definition
Sinus, Kosinus und Tangens
Für einen spitzen Winkel \alpha gilt: \sin(\alpha)=\frac{\text{Gegenkathete}}{\text{Hypotenuse}} \cos(\alpha)=\frac{\text{Ankathete}}{\text{Hypotenuse}} \tan(\alpha)=\frac{\text{Gegenkathete}}{\text{Ankathete}} Die Seitenverhältnisse hängen nur vom Winkel ab. Vergrößerst du ein Dreieck maßstäblich, werden alle Seiten mit demselben Faktor multipliziert. Dieser Faktor kürzt sich im Verhältnis heraus.
Definition
Einheitskreis
Der Einheitskreis hat seinen Mittelpunkt im Ursprung und den Radius 1. Ein Winkel x legt einen Punkt auf dem Kreis fest: Die waagerechte Koordinate des Punktes ist \cos(x). Die senkrechte Koordinate ist \sin(x). Die Steigung der Verbindung vom Ursprung zum Punkt ist \tan(x), sofern die waagerechte Koordinate nicht null ist.
Beispiel: Gegenkathete 3\,\mathrm{cm}, Hypotenuse 5\,\mathrm{cm}
- 1Gegenkathete und Hypotenuse gehören zum Sinus
- 2\sin(\alpha)=\frac{3\,\mathrm{cm}}{5\,\mathrm{cm}}=\frac35=0{,}6
- 3Die Einheiten kürzen sich: 0{,}6 ist eine Zahl ohne Einheit
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Eine Funktion ist periodisch, wenn sich ihre Funktionswerte nach einem festen Abstand wiederholen. Dieser kleinste positive Wiederholungsabstand heißt Periode. Sinus und Kosinus haben dieselbe Form: Der Kosinusgraph entsteht aus dem Sinusgraphen durch eine Verschiebung um \frac{\pi}{2} nach links. Für den Tangens gilt \tan(x)=\frac{\sin(x)}{\cos(x)} Wo \cos(x)=0 ist, wäre der Nenner null: Dort hat der Tangens eine Definitionslücke. Der Graph nähert sich dort einer senkrechten Asymptote, erreicht sie aber nicht. Zwischen zwei benachbarten Lücken steigt er streng an. Zum Zeichnen wählst du passende x-Werte, berechnest die Wertepaare und setzt das Muster periodisch fort. Beim Tangens lässt du die Lücken frei und zeichnest dort die Asymptoten ein.
| Eigenschaft | Sinus | Kosinus | Tangens |
|---|---|---|---|
| Definitionsbereich | alle reellen Zahlen | alle reellen Zahlen | ohne die Nullstellen des Kosinus |
| Wertebereich | [-1;1] | [-1;1] | alle reellen Zahlen |
| Periode | 2\pi | 2\pi | \pi |
| Symmetrie | punktsymmetrisch zum Ursprung | achsensymmetrisch zur y-Achse | punktsymmetrisch zum Ursprung |
| Nullstellen | im Abstand \pi | im Abstand \pi | wo \sin(x)=0 ist |
| Amplitude | 1 | 1 | keine, der Tangens ist unbeschränkt |
Merke: „Nicht definiert“ ist nicht dasselbe wie „gleich null“: An einer Definitionslücke des Tangens gibt es keinen Funktionswert.
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Periodische Vorgänge lassen sich häufig mit f(x)=a\cdot \sin(b(x-c))+d modellieren. Die Parameter haben unterschiedliche Aufgaben: |a| ist die Amplitude, also der größte Abstand von der Mittellinie. Ein negatives a spiegelt die Kurve zusätzlich. b bestimmt die Periode T=\frac{2\pi}{|b|}, sofern b\ne0. c verschiebt den Graphen waagerecht; bei dieser Schreibweise bedeutet ein positives c eine Verschiebung nach rechts. d verschiebt die Mittellinie auf y=d.
Beispiel: f(x)=2\cdot\sin(2x)-1 untersuchen
- 1a=2: Amplitude 2
- 2b=2: Periode T=\frac{2\pi}{2}=\pi
- 3c=0: keine waagerechte Verschiebung
- 4d=-1: Mittellinie y=-1
- 5Wertebereich: -1-2=-3 bis -1+2=1, also [-3;1]
Merke: Amplitude und Mittellinie sind verschieden: Die Amplitude misst den Abstand zur Mittellinie, nicht den Abstand zur x-Achse.
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Die Arcusfunktionen kehren eine Winkelfunktion auf einem festgelegten Winkelbereich um: Arcussinus gehört zum Sinus. Arcuskosinus gehört zum Kosinus. Arcustangens gehört zum Tangens. Ein Taschenrechner schreibt dafür oft \sin^{-1}, \cos^{-1} oder \tan^{-1}. Das hochgestellte -1 bezeichnet hier die Umkehrfunktion und nicht den Kehrwert. Trigonometrische Funktionen sind periodisch. Daher können verschiedene Winkel denselben Funktionswert besitzen. Eine Arcusfunktion liefert nur deshalb ein eindeutiges Ergebnis, weil die ursprüngliche Winkelfunktion auf einen geeigneten Winkelbereich eingeschränkt wird.
Beispiel: Winkel aus \sin(\alpha)=0{,}6
- 1\alpha=\arcsin(0{,}6)\approx36{,}87^\circ
- 2Auch 180^\circ-36{,}87^\circ=143{,}13^\circ hat den Sinuswert 0{,}6
- 3Prüfe deshalb, welcher Winkel zum Dreieck oder Quadranten passt
Teste dich
Alles auf einen Blick
Trigonometrische Funktionen
Rechtwinkliges Dreieck
Seitenverhältnisse
Einheitskreis
Koordinaten und beliebige Winkel
Sinus und Kosinus
Werte von −1 bis 1, Periode 2π
Tangens
Quotient aus Sinus und Kosinus, Periode π
Parameter
Amplitude, Periode und Verschiebungen
Arcusfunktionen
Winkel aus Funktionswerten
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
f(x)=-2\sin(4x)+3 untersuchen
- 1a=-2: Amplitude |a|=2, der Graph ist an der Mittellinie gespiegelt
- 2b=4: Periode T=\frac{2\pi}{4}=\frac{\pi}{2}
- 3d=3: Mittellinie y=3
- 4Wertebereich: 3-2=1 bis 3+2=5, also [1;5]
- 5Probe: f(0)=-2\sin(0)+3=3 liegt auf der Mittellinie
Fehler finden
g(x)=4\sin(3x)-2 untersuchen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Faktor im Argument verkürzt die Periode, statt sie zu verlängern. Richtig ist T=\frac{2\pi}{3}.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Sinus und Kosinus haben die Periode . Der Tangens ist dort nicht definiert, wo der null ist. Bei f(x)=a\cdot\sin(bx) gibt |a| die an.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback