Mathematik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Ebenengleichungen umwandeln: alle drei Formen
Beim Umwandeln bleibt die Ebene gleich, nur ihre Gleichung ändert sich. Du lernst jeden Weg zwischen Parameter-, Normalen- und Koordinatenform.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ebenengleichungen wandelst du über den Normalenvektor um. Aus der Parameterform bildest du \vec n = \vec u \times \vec v und d = \vec n \cdot \vec p, dann gilt n_1 x_1 + n_2 x_2 + n_3 x_3 = d. Rückwärts liest du \vec n aus den Koeffizienten ab und suchst einen Ebenenpunkt und zwei Richtungen senkrecht dazu.
Eine Ebene lässt sich in Parameterform, Normalenform oder Koordinatenform beschreiben. Jede Aufgabe verlangt eine andere Form: Für die Punktprobe willst du die Koordinatenform, zum Erzeugen von Punkten die Parameterform. Beim Umwandeln bleibt die Ebene gleich, nur ihre Darstellung ändert sich. Der Normalenvektor ist dabei das wichtigste Bindeglied.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir eine Ebene wie eine unbegrenzt große, flache Fläche im Raum vor. Jede Darstellungsform hebt eine andere Eigenschaft hervor. Die Parameterform E: \vec x = \vec p + s \cdot \vec u + t \cdot \vec v beschreibt die Ebene durch einen Stützvektor \vec p und zwei linear unabhängige Spannvektoren \vec u und \vec v. Die Normalenform E: (\vec x - \vec p) \cdot \vec n = 0 nutzt einen Ebenenpunkt und einen senkrechten Vektor. Die Koordinatenform E: n_1 x_1 + n_2 x_2 + n_3 x_3 = d hat die Komponenten von \vec n als Koeffizienten, und für jeden Ebenenpunkt mit Ortsvektor \vec p gilt d = \vec n \cdot \vec p.
Definition
Normalenvektor
Ein Normalenvektor \vec n steht senkrecht auf der Ebene. Für jeden Ebenenpunkt mit Ortsvektor \vec x ist \vec x - \vec p eine Richtung in der Ebene und deshalb orthogonal zu \vec n. Er verbindet alle drei Formen.
| Form | Direkt erkennbar | Besonders nützlich für |
|---|---|---|
| Parameterform | Punkt und zwei Ebenenrichtungen | Punkte erzeugen und geometrisches Aufspannen |
| Normalenform | Punkt und senkrechte Richtung | Orthogonalität und Umwandlungen |
| Koordinatenform | Normalenvektor und Konstante | Punktproben und Gleichungsrechnungen |
Merke: Die Darstellungen sind nicht eindeutig. Du darfst einen anderen Ebenenpunkt, andere linear unabhängige Spannvektoren oder ein von null verschiedenes Vielfaches des Normalenvektors verwenden.
Teste dich
Gegeben sind die Punkte A(0 \mid 0 \mid -2), B(1 \mid 1 \mid 3) und C(2 \mid 0 \mid 2). Mit A als Stützpunkt erhältst du \overrightarrow{AB} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} und \overrightarrow{AC} = \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix}, also die Parameterform E: \vec x = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -2 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix} Die Umwandlung gelingt in drei Schritten: Normalenvektor mit dem Kreuzprodukt bestimmen, Normalenform aufschreiben, rechte Seite der Koordinatenform ausrechnen. Hat das Kreuzprodukt einen gemeinsamen Faktor, darfst du ihn herausteilen.
Beispiel: Von der Parameterform zur Koordinatenform
- 1Kreuzprodukt: \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} \times \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 4 \\ 6 \\ -2 \end{pmatrix}
- 2Faktor 2 herausteilen: \vec n = \begin{pmatrix} 2 \\ 3 \\ -1 \end{pmatrix}
- 3Kontrolle: \vec n \cdot \overrightarrow{AB} = 2 + 3 - 5 = 0 und \vec n \cdot \overrightarrow{AC} = 4 + 0 - 4 = 0
- 4Normalenform: E: \left(\vec x - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -2 \end{pmatrix}\right) \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 3 \\ -1 \end{pmatrix} = 0
- 5Rechte Seite: d = 2 \cdot 0 + 3 \cdot 0 + (-1) \cdot (-2) = 2
- 6Koordinatenform: E: 2x_1 + 3x_2 - x_3 = 2
Merke: Der sichere Weg lautet: Spannvektoren → Normalenvektor → Koordinatenform. Prüfe nach dem Kreuzprodukt immer beide Skalarprodukte.
Teste dich
Betrachte die Ebene E: 2x_1 - x_2 + 3x_3 = 5. Den Normalenvektor \vec n = \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} liest du direkt ab. Für die Normalenform brauchst du nur noch einen Ebenenpunkt: Setze zwei Koordinaten null und löse nach der dritten auf. Für die Parameterform löst du die Gleichung nach einer Koordinate auf und setzt die beiden anderen als Parameter. Alternativ bestimmst du drei Punkte, welche die Gleichung erfüllen, nimmst einen als Stützpunkt und bildest zwei Verbindungsvektoren. In jedem Fall müssen die beiden Spannvektoren senkrecht zu \vec n und linear unabhängig sein.
Beispiel: Zur Normalenform
- 1Normalenvektor ablesen: \vec n = \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix}
- 2Ebenenpunkt: x_1 = x_2 = 0 ergibt 3x_3 = 5, also x_3 = \frac{5}{3}
- 3Normalenform: E: \left(\vec x - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ \frac{5}{3} \end{pmatrix}\right) \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} = 0
Beispiel: Zur Parameterform
- 1Nach x_3 auflösen: x_3 = -\frac{2}{3} x_1 + \frac{1}{3} x_2 + \frac{5}{3}
- 2x_1 = \lambda und x_2 = \mu setzen, Spannvektoren mit 3 malnehmen, um Brüche zu vermeiden
- 3Parameterform: E: \vec x = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ \frac{5}{3} \end{pmatrix} + \lambda \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -2 \end{pmatrix} + \mu \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 1 \end{pmatrix}
- 4Kontrolle: \vec n \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -2 \end{pmatrix} = 6 - 6 = 0 und \vec n \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 1 \end{pmatrix} = -3 + 3 = 0
Teste dich
Nach jeder Umwandlung helfen drei kurze Kontrollen. Bei der Punktprobe setzt du den Stützpunkt in die Koordinatengleichung ein. Bei der Orthogonalitätsprobe prüfst du \vec n \cdot \vec u = 0 und \vec n \cdot \vec v = 0. Bei der Unabhängigkeitsprobe stellst du sicher, dass die Spannvektoren keine Vielfachen voneinander sind. Typische Fehler: Du hältst den Stützvektor für einen Normalenvektor. Du übernimmst das Kreuzprodukt ungeprüft, obwohl ein Vorzeichenfehler durch die Skalarprodukte sofort auffällt. Oder du erwartest genau eine richtige Darstellung, obwohl verschiedene Stütz- und Spannvektoren dieselbe Ebene beschreiben.
Beispiel: Die drei Proben für E: 2x_1 + 3x_2 - x_3 = 2
- 1Punktprobe mit A(0 \mid 0 \mid -2): 2 \cdot 0 + 3 \cdot 0 - (-2) = 2
- 2Weiterer Punkt P(1 \mid 2 \mid 6): 2 \cdot 1 + 3 \cdot 2 - 6 = 2
- 3Orthogonalität: 2 + 3 - 5 = 0 und 4 + 0 - 4 = 0
- 4Unabhängigkeit: \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} ist kein Vielfaches von \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix}, denn die zweiten Komponenten sind 1 und 0.
Merke: Punkt, Orthogonalität, Unabhängigkeit: Erst wenn alle drei Proben stimmen, beschreiben deine Darstellungen sicher dieselbe Ebene.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Ebenengleichungen umwandeln
Normalenvektor
Bindeglied, senkrecht zu beiden Spannvektoren
Hinweg
Kreuzprodukt der Spannvektoren, dann d aus dem Stützpunkt
Koordinatenform
Koeffizienten sind die Komponenten von \vec n
Rückweg
Ebenenpunkt und zwei unabhängige Richtungen senkrecht zu \vec n
Kontrolle
Punkt, Orthogonalität und Unabhängigkeit prüfen
Nicht eindeutig
andere Punkte und Vielfache sind erlaubt
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Normalenform mit \vec p = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} und \vec n = \begin{pmatrix} 1 \\ -1 \\ 2 \end{pmatrix} in Koordinaten- und Parameterform umwandeln
- 1Rechte Seite: d = \vec n \cdot \vec p = 1 \cdot 1 + (-1) \cdot 2 + 2 \cdot 0 = -1
- 2Koordinatenform: E: x_1 - x_2 + 2x_3 = -1
- 3Richtungen senkrecht zu \vec n: \vec u = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}, denn 1 - 1 + 0 = 0
- 4und \vec v = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 1 \end{pmatrix}, denn 0 - 2 + 2 = 0; kein Vielfaches von \vec u
- 5Parameterform: E: \vec x = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 1 \end{pmatrix}
- 6Probe mit r = s = 1: Punkt Q(2 \mid 5 \mid 1), 2 - 5 + 2 = -1
Fehler finden
Parameterform mit P(1 \mid 0 \mid 1), \vec u = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} und \vec v = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix} in Koordinatenform umwandeln In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2In der mittleren Komponente wurde die Reihenfolge vertauscht. Sie lautet u_3 v_1 - u_1 v_3 = 0 \cdot 0 - 1 \cdot 3 = -3, also \vec n = \begin{pmatrix} 6 \\ -3 \\ 1 \end{pmatrix}. Die Probe \vec n \cdot \vec u = 6 - 6 + 0 = 0 stimmt jetzt. Mit d = 7 folgt E: 6x_1 - 3x_2 + x_3 = 7.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Aus zwei Spannvektoren bestimmst du den Normalenvektor mit dem . Die rechte Seite der Koordinatenform ist . Nach dem Kreuzprodukt müssen beide Skalarprodukte mit den Spannvektoren ergeben.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback