Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert
Richtig zitieren in Geschichte: Regeln und Beispiele
Du lernst, fremde Worte und Gedanken zu kennzeichnen, passende Belege anzugeben und typische Zitierfehler zu verbessern.
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Kurz gesagt
Beim Zitieren kennzeichnest du übernommene Worte oder Gedanken und gibst ihre genaue Fundstelle an. Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen. Auch eine Wiedergabe in eigenen Worten braucht einen Beleg.
Du schreibst einen Geschichtstext und möchtest eine Aussage aus einem Buch verwenden. Wie erkennst du später noch, welche Worte von dir stammen und welche aus dem Buch? Gute Belege helfen dir und deinen Lesern, die Aussage nachzuprüfen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Ein direktes Zitat übernimmt den genauen Wortlaut eines anderen Textes. Du setzt ihn in Anführungszeichen und gibst die Fundstelle an. Auch ungewöhnliche Schreibweisen, Satzzeichen und Hervorhebungen gehören zum Original. Ein direktes Zitat ist besonders sinnvoll, wenn es auf die genaue Formulierung ankommt.
Eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken in eigenen Worten wieder. Dafür verwendest du keine Anführungszeichen. Du brauchst trotzdem einen genauen Beleg: Eigene Worte machen den übernommenen Gedanken nicht zu deiner eigenen Idee. Manchmal steht vor einem solchen Beleg „vgl.“. Das bedeutet „vergleiche“ und hängt von der gewählten Zitierweise ab.
Für Auslassungen verwenden wir hier die Zeichenfolge […]. Sie zeigt, dass du Wörter weggelassen hast. Die Kürzung darf den Sinn nicht verändern. Eigene Ergänzungen setzt du in eckige Klammern und kennzeichnest sie als deine Ergänzungen.
Definition
Paraphrase
Eine Paraphrase gibt den Gedanken eines anderen in eigenen Worten wieder. Sie benötigt wie ein direktes Zitat einen Beleg.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: eine Notiz überarbeiten
- 1Du hast einen Gedanken aus einem gelesenen Buch mit eigenen Worten in dein Heft geschrieben.
- 2Du kennzeichnest die Notiz als Paraphrase und ergänzt die genaue Fundstelle.
- 3Anführungszeichen setzt du nicht: Deine Notiz übernimmt nicht den Wortlaut.
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Ein Beleg nennt das benutzte Werk und die genaue Fundstelle. Er soll zeigen, woher eine bestimmte Aussage stammt. Eine Liste mit Buchtiteln am Ende lässt allein noch nicht erkennen, welches Buch welche Aussage stützt.
Es gibt verschiedene Zitierweisen. Hier verwenden wir den Fußnotenstil des Münchner Leitfadens zum Zitieren. Eine Fußnote ist eine Anmerkung am unteren Seitenrand. Eine zugehörige Zahl im Text verbindet die Aussage mit dieser Anmerkung.
In diesem Fußnotenstil steht der Verweis unmittelbar bei der belegten Aussage. Bezieht er sich auf einen ganzen Satz, steht er nach dessen Satzzeichen. Gib außerdem die konkrete Seite oder den genauen Seitenbereich an. Auch Zahlen in Tabellen und Diagrammen brauchen Quellenangaben.
Merke: Prüfe bei jedem Beleg: Welche Aussage stützt er, welches Werk nennt er und wo genau lässt sich die Aussage nachlesen?
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Im hier verwendeten Fußnotenstil ist der Erstbeleg die erste Nennung eines Werkes. Er enthält die vollständigen Werkangaben und die genaue Fundstelle. Bei einem Buch gehören dazu etwa Verfasser, Titel, Auflage, Verlagsort, Verlag, Erscheinungsjahr und die verwendete Seite.
Wenn du dasselbe Werk später erneut verwendest, folgt ein Kurzbeleg. Dieser nennt den Nachnamen, einen gleichbleibenden Kurztitel und die konkrete Seite. Der Kurztitel ist eine verkürzte Form des Titels. Ändere ihn nicht bei jeder Nennung: Der Leser muss ihn eindeutig dem vollständigen Werk zuordnen können.
Das Literaturverzeichnis am Ende enthält alle zitierten Werke. In diesem Stil ordnest du die Literatur alphabetisch nach den Nachnamen. Verzeichnis und Belege müssen zusammenpassen. Das Verzeichnis ersetzt nicht die genaue Fundstelle bei der einzelnen Aussage.
„Ebd.“ bedeutet „ebenda“. Im hier verwendeten Stil darf diese Abkürzung nur stehen, wenn sie eindeutig auf das unmittelbar vorher genannte Werk verweist. Fehlt dieser eindeutige Bezug, nennst du das Werk mit einem Kurzbeleg.
| Teil | Angaben im gewählten Stil |
|---|---|
| Erstbeleg | Vollständige Werkangaben und genaue Fundstelle |
| Kurzbeleg | Nachname, gleichbleibender Kurztitel und konkrete Seite |
| Literaturverzeichnis | Alle zitierten Werke; Literatur alphabetisch nach Nachnamen |
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Welche Angaben du sammelst, hängt vom verwendeten Material ab. Bei einem Buch brauchst du die Werkangaben und die verwendete Seite. Bei einem Zeitschriftenaufsatz kommen zum Verfasser und Aufsatztitel der Zeitschriftentitel, der Jahrgang, die Heftnummer, das Jahr und die Seiten hinzu.
Eine gedruckte historische Quelle weist du über die benutzte Edition nach. Eine Edition ist die Ausgabe, in der du den historischen Text gelesen hast. Du gibst also diese tatsächlich verwendete Ausgabe an.
Bei Online-Material ergänzt du im hier verwendeten Stil die Internetadresse, kurz URL, oder eine DOI sowie das Zugriffsdatum. Eine DOI ist eine Kennung, mit der sich eine Veröffentlichung zuordnen lässt. Das Zugriffsdatum hält fest, wann du das Material aufgerufen hast.
Ein Archiv bewahrt Dokumente auf. Ein Archivbeleg nennt das Archiv, den Bestand und die Signatur beziehungsweise den Karton. Ein Bestand ist eine Gruppe zusammengehöriger Unterlagen; die Signatur ist ein Kennzeichen zum Auffinden. Hinzu kommen Angaben, die das Dokument erkennbar machen, einschließlich seines Datums und gegebenenfalls Blatt oder Seite. Beachte dabei die Regeln des jeweiligen Archivs.
| Material | Worauf achtest du? |
|---|---|
| Gedruckte historische Quelle | Die tatsächlich verwendete Edition und die genaue Fundstelle nennen. |
| Online-Material | Zusätzlich URL oder DOI und Zugriffsdatum angeben. |
| Archivdokument | Archiv, Bestand, Signatur oder Karton, Dokumentangaben samt Datum; gegebenenfalls Blatt oder Seite. |
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Vergleiche ein direktes Zitat mit dem Original. Stimmen Wortlaut und Satzzeichen? Sind Auslassungen sichtbar? Eine Kürzung darf den Sinn nicht verändern. Auch eine gekennzeichnete Auslassung ist falsch, wenn sie etwa eine Einschränkung beseitigt und dadurch eine andere Aussage entstehen lässt.
Prüfe anschließend die Belege. Auch eine Paraphrase benötigt eine genaue Quellenangabe. Behalte innerhalb deiner Arbeit eine einheitliche Zitierweise bei. Unterschiedliche Stile zusammenzumischen macht die Angaben uneinheitlich.
Übernimm keine ungeprüften Belege. Ein Blindzitat gibt vor, ein Werk zu belegen, ohne dass es selbst geprüft wurde. Das ist unzulässig. Hast du eine Aussage nur in einem anderen Werk gelesen, darfst du nicht behaupten, das Original selbst benutzt zu haben. Zitate aus zweiter Hand sind nur unter eng begrenzten Umständen zulässig. Dabei nennst du zuerst das Original, dann „zitiert nach“ und das tatsächlich gelesene Werk. Dieser Hinweis allein ersetzt nicht die Prüfung, ob ein solches Zitat zulässig ist.
Merke: Sichtbare Auslassungszeichen erlauben keine Sinnänderung. Prüfe nach jeder Kürzung, ob das Zitat noch dasselbe aussagt.
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Alles auf einen Blick
Zitieren
Übernahme
Ein direktes Zitat bewahrt den Wortlaut; eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken in eigenen Worten wieder.
Zuordnung
Jeder Beleg muss eindeutig zur gestützten Aussage und ihrer genauen Fundstelle führen.
Zusammenhang
Im hier verwendeten Fußnotenstil passen Vollbeleg, Kurzbeleg und Literaturverzeichnis zusammen.
Material
Druckwerke, Online-Material und Archivdokumente benötigen unterschiedliche Angaben zum Auffinden.
Prüfung
Einheitliche Belege und sinngetreue Zitate machen deine Arbeit nachprüfbar.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beispieltext, ausgedacht: einen gedruckten historischen Text belegen
- 1Aufgabe: Du hast einen historischen Text in einer gedruckten Edition gelesen und möchtest daraus eine Aussage übernehmen.
- 2Material bestimmen: Benutzt wurde eine Edition, also eine bestimmte Ausgabe des historischen Textes.
- 3Nachweis vorbereiten: Du notierst die Angaben dieser Ausgabe und die genaue Seite der übernommenen Aussage.
- 4Beleg zuordnen: Du setzt den Verweis unmittelbar zur Aussage. Für einen ganzen Satz steht er im hier verwendeten Stil nach dem Satzzeichen.
- 5Ergebnis prüfen: Der Leser kann erkennen, welche Ausgabe du tatsächlich verwendet hast und wo die Aussage steht.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum Kürzen von Zitaten In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage erlaubt fälschlich eine Sinnänderung. Richtig: Eine gekennzeichnete Kürzung darf den Sinn nicht verändern.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei einer Übernahme des genauen Wortlauts verwendest du ein . Bei der ersten Nennung eines Werkes verlangt der hier verwendete Fußnotenstil einen . Bei Online-Material hält das Zugriffsdatum den Tag des fest.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback