Geschichte · Klasse 5–10 · aktualisiert
Primärquelle und Sekundärquelle unterscheiden
Du lernst, wie deine Frage und der Weg einer Information Quellen unterscheiden und warum du ihre Zuverlässigkeit extra prüfen musst.
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Kurz gesagt
Eine Primärquelle ist für eine bestimmte Frage das unmittelbare Zeugnis. Eine Sekundärquelle gibt Informationen eines anderen Zeugnisses weiter. Diese Unterscheidung sagt noch nicht, welche Quelle zuverlässiger ist.
Du liest einen Bericht über ein Ereignis. Hat der Verfasser selbst etwas erlebt oder gibt er einen anderen Bericht wieder? Das hilft dir beim Einordnen. Ob seine Angaben stimmen, musst du zusätzlich prüfen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Eine Quelle ist ein Zeugnis, aus dem du etwas über die Vergangenheit erfahren kannst. Dazu gehören zum Beispiel Briefe, Bilder und Gegenstände. Geschichtsforscher beginnen mit einer Forschungsfrage: Was genau wollen sie über die Vergangenheit herausfinden?
Für eine bestimmte Frage ist eine Primärquelle das unmittelbare Zeugnis. Eine Sekundärquelle gibt Informationen aus einer anderen Quelle weiter. Du untersuchst also den Weg der Information: Woher stammt sie, und wer hat sie weitergegeben? Primärquellen stammen oft, aber nicht unbedingt, von Augenzeugen. Augenzeugen sind Menschen, die ein Geschehen selbst beobachtet haben.
Ein hohes Alter macht einen Bericht nicht von selbst zur Primärquelle. Entscheidend sind deine Frage und der Weg der Information. Die Bezeichnungen werden auch nicht überall gleich verwendet. Hier unterscheiden wir damit unmittelbare Zeugnisse von weitergegebenen Informationen.
Definition
Überlieferung
Überlieferung bedeutet, dass Zeugnisse oder Informationen aus der Vergangenheit erhalten bleiben oder weitergegeben werden.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Bericht und Brief
- 1Ein Teilnehmer schreibt einen Bericht über ein Ereignis.
- 2Ein anderer Mensch liest den Bericht und gibt dessen Inhalt in einem Brief weiter.
- 3Für die Frage nach dem Ereignis ist der Teilnehmerbericht die Primärquelle. Der Brief ist die Sekundärquelle.
Teste dich
Ein unmittelbares Zeugnis ist nicht von selbst zuverlässig. Ein Verfasser kann nur einen Ausschnitt kennen, sich irren oder etwas rechtfertigen wollen. Dass er selbst dabei war, beweist deshalb noch nicht, dass jede seiner Aussagen stimmt.
Auch eine Sekundärquelle kann Fehler enthalten. Beim Weitergeben können Angaben falsch wiederholt werden. Ein späterer Bericht ist aber auch nicht von selbst schlechter: Der Geschichtsforscher Ahasver von Brandt erklärt, dass eine Sekundärquelle im Einzelfall wertvoller sein kann, etwa durch einen besseren Überblick oder eine weniger einseitige Schilderung.
Prüfe deshalb: Was konnte der Verfasser wissen? Aus welchem Blickwinkel berichtete er? Was wollte er erreichen? Ob er etwas rechtfertigen wollte, betrifft seine Absicht. Vergleiche seine Angaben mit weiteren Belegen und unterscheide Tatsachen von Meinungen.
Fehlt ein ursprüngliches Zeugnis, kann eine Sekundärquelle helfen, seinen Text oder wenigstens den ungefähren Inhalt zu erschließen. Das fehlende Original macht die Wiedergabe jedoch nicht fehlerfrei. Soweit möglich, prüfst du auch, ob etwas ausgelassen wurde und in welchem Zusammenhang eine Aussage stand.
Merke: Nähe zum Geschehen und Zuverlässigkeit sind zwei verschiedene Fragen. Weder ein unmittelbarer noch ein späterer Bericht ist von selbst besser.
Teste dich
Eine Sekundärquelle gibt im hier verwendeten Sinn Informationen aus einer anderen Quelle weiter. Eine moderne Geschichtsdarstellung untersucht dagegen Zeugnisse und erklärt Geschichte. Geschichtsforscher veröffentlichen darin ihre Ergebnisse und Bewertungen. Moderne Fachliteratur über Geschichte heißt auch Sekundärliteratur. Das bedeutet hier nicht dasselbe wie Sekundärquelle.
Es gibt unterschiedliche Arten solcher Erklärungen. Fachwissenschaftliche Texte richten sich an Fachleute und belegen einzelne Ergebnisse durch Verweise. Populärwissenschaftliche Texte richten sich an ein breites Publikum. Sie erklären Zusammenhänge anschaulich und vereinfacht und verzichten in der Regel auf detaillierte Belege. Auch Schulbuchtexte gehören zu dieser zweiten Gruppe.
Deine Frage kann die Rolle eines Textes ändern. Ein Geschichtsbuch erklärt frühere Ereignisse. Untersuchst du aber, welche Sicht auf Geschichte genau dieses Buch vermittelt, wird es selbst zur Quelle. Es ist dann ein unmittelbares Zeugnis für seine eigene Erklärung. Daraus folgt nicht, dass alle Menschen diese Sicht teilten.
In einem Buch können außerdem ein älteres Zeugnis und eine moderne Erklärung nebeneinanderstehen. Zitiert das Buch einen älteren Brief, trennst du den wiedergegebenen Brieftext vom erklärenden Buchtext. Hast du den Brief nicht selbst eingesehen, nennst du diesen indirekten Weg und die tatsächlich benutzte Fundstelle.
Achte auf den Sprachgebrauch: In englischen Texten bedeutet „secondary sources“ häufig Forschungsliteratur. Die hier verwendete Unterscheidung ist also nicht die einzig mögliche. Erkläre deshalb, nach welchem Merkmal du einordnest.
Definition
Geschichtsdarstellung
Eine Geschichtsdarstellung untersucht Zeugnisse und erklärt Vergangenheit. Sie enthält Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Bewertungen ihres Verfassers.
Merke: Frage nach der Aufgabe des Textes: Gibt er ältere Informationen weiter, erklärt er Geschichte oder untersuchst du ihn selbst als Zeugnis?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Primärquelle und Sekundärquelle
Frage
Bestimme zuerst, was du über die Vergangenheit wissen willst.
Informationsweg
Für eine bestimmte Frage ist eine Primärquelle das unmittelbare Zeugnis. Eine Sekundärquelle gibt im hier verwendeten Sinn Informationen eines anderen Zeugnisses weiter.
Zuverlässigkeit
Prüfe Wissen, Blickwinkel, Absicht und weitere Belege.
Moderne Erklärung
Geschichtsdarstellungen untersuchen Zeugnisse und erklären Geschichte.
Wechsel der Frage
Ein Geschichtsbuch kann selbst zur Quelle für die darin vermittelte Sicht werden.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beispieltext, ausgedacht: ein Geschichtsbuch unterschiedlich verwenden
- 1Ein 1980 erschienenes Geschichtsbuch erklärt frühere Ereignisse. Du sollst begründen, wie du es für verschiedene Fragen verwendest.
- 2Erste Frage: Was geschah bei diesen früheren Ereignissen? Dafür verwendest du das Buch zunächst als moderne Geschichtsdarstellung.
- 3Zweite Frage: Welche Sicht auf die Vergangenheit vermittelte dieses Buch 1980? Dafür ist das Buch selbst eine Primärquelle.
- 4Begründung: Das Erscheinungsjahr bleibt gleich. Geändert haben sich deine Frage und das, was du untersuchst.
- 5Grenze: Das Buch belegt seine eigene Sicht. Es beweist nicht, dass alle Menschen 1980 dieselbe Sicht hatten.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu einem fehlenden Original In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Der Fehler liegt im behaupteten sicheren Wahrheitsgehalt. Richtig: Das fehlende Original macht die Wiedergabe nicht fehlerfrei.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein Bericht, der für die Frage nach einem Ereignis Informationen aus einem anderen Zeugnis weitergibt, ist hier eine . Populärwissenschaftliche Erklärungen richten sich an . Ob ein Verfasser etwas rechtfertigen will, betrifft seine .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback