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Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Wirtschaftswunder: Ursachen, Verlauf und Folgen

Du erklärst den Aufschwung in Westdeutschland, vergleichst Soziale Marktwirtschaft und völlig freien Markt und prüfst den Begriff „Wirtschaftswunder“.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Wirtschaftswunder: Ursachen, Verlauf und Folgen

Kurz gesagt

Das Wirtschaftswunder war der starke westdeutsche Aufschwung besonders in den 1950er-Jahren. Mehrere Bedingungen ermöglichten mehr Produktion, Beschäftigung und Konsum. Der wachsende Wohlstand war jedoch ungleich verteilt.

Mehr verdienen und sich mehr leisten können: Das veränderte den Alltag vieler westdeutscher Haushalte. Doch nicht alle profitierten gleichermaßen vom Aufschwung. Du untersuchst, wie er möglich wurde und was das Wort „Wirtschaftswunder“ erklärt oder verdeckt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Als Wirtschaftswunder bezeichnet man den starken wirtschaftlichen Aufschwung in Westdeutschland, besonders in den 1950er-Jahren. Er begann Ende der 1940er-Jahre. Die Unternehmen produzierten mehr, die Beschäftigung wuchs. Ab 1952 sank die Zahl der Arbeitslosen zunehmend. Wegen des großen Bedarfs an Arbeitskräften wurden 1955 erstmals offiziell Arbeiter aus dem Ausland angeworben. Der Aufschwung dauerte mit einer Abschwächung 1966 und 1967 bis zur Ölpreiskrise 1973.

Mehrere Voraussetzungen wirkten zusammen. Trotz der Kriegszerstörungen waren viele industrielle Anlagen erhalten geblieben. Qualifizierte Arbeitskräfte brachten das nötige Wissen mit. Der Wiederaufbau war bereits vor der Währungsreform vorangekommen. Bei dieser Reform ersetzte 1948 die Deutsche Mark die Reichsmark in den drei westlichen Besatzungszonen, also den von westlichen Siegermächten verwalteten Gebieten. Die Währungsreform und die neue Wirtschaftsordnung veränderten die Bedingungen für wirtschaftliches Handeln. Der Marshallplan, ein Hilfsprogramm der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), unterstützte Versorgung und Investitionen. Investitionen sind Ausgaben etwa für Maschinen und Anlagen. Internationale Handelsbeziehungen eröffneten Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, Waren zu verkaufen.

Ab 1950 erhöhte der Koreakrieg, der Krieg in Korea, die internationale Nachfrage auch nach westdeutschen Waren. Die Unternehmen konnten bisher nicht voll genutzte Anlagen stärker einsetzen und mehr produzieren. Steigende Reallöhne ermöglichten vielen Haushalten mehr Konsum, also den Kauf und Verbrauch von Waren und Dienstleistungen. Der Wohlstand blieb jedoch ungleich verteilt.

Definition

Reallohn

Der Reallohn zeigt, wie viel du dir von deinem Lohn bei den jeweiligen Preisen kaufen kannst. Ein steigender Reallohn bedeutet mehr Kaufkraft.

Merke: Erhaltene Anlagen, Arbeitskräfte, wirtschaftliche Regeln, Hilfen und Nachfrage wirkten zusammen. Kein einzelner Faktor erklärt den gesamten Aufschwung.

Teste dich

MittelWelche zeitliche Einordnung passt zum Wiederaufbau?

Alles auf einen Blick

Wirtschaftswunder

  • Verlauf

    Der westdeutsche Aufschwung begann Ende der 1940er-Jahre und dauerte mit einer Abschwächung 1966 und 1967 bis 1973.

  • Ursachen

    Produktionsmöglichkeiten, Arbeitskräfte, wirtschaftliche Regeln, Hilfen und internationale Nachfrage wirkten zusammen.

  • Wirtschaftsordnung

    Die Soziale Marktwirtschaft verbindet private Initiative und Wettbewerb mit staatlichen Regeln und sozialem Ausgleich.

  • Folgen

    Viele Haushalte konnten mehr konsumieren, doch Wohlstand und Lebenschancen blieben ungleich verteilt.

  • Urteil

    „Wirtschaftswunder“ beschreibt das Staunen über den Aufschwung. Für eine Erklärung brauchst du Ursachen und soziale Grenzen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Den Nachfrageimpuls des Koreakriegs erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, wie der Koreakrieg ab 1950 zur Ausweitung der westdeutschen Produktion beitrug.
  2. 2Äußeren Impuls bestimmen: Der Krieg erhöhte die internationale Nachfrage auch nach westdeutschen Investitions- und Konsumgütern, also etwa Maschinen und Waren für den Alltag.
  3. 3Voraussetzung erkennen: Westdeutsche Unternehmen verfügten über bisher nicht voll genutzte Produktionsmöglichkeiten.
  4. 4Zusammenhang erklären: Die zusätzliche Nachfrage traf auf nutzbare Anlagen. Unternehmen konnten diese stärker einsetzen und mehr produzieren.
  5. 5Grenze nennen: Der Nachfrageimpuls erklärt einen Beitrag zum Aufschwung. Er ersetzt keine Erklärung seiner weiteren Voraussetzungen.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

In den drei westlichen Besatzungszonen ersetzte die Deutsche Mark die Reichsmark . Der westdeutsche Nachkriegsaufschwung endete im Jahr der ersten Ölpreiskrise . Vorhandene industrielle Ressourcen und Rekonstruktion stehen bei im Mittelpunkt der hier erläuterten Erklärung.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Wirtschaftswunder

LeichtWarum begann 1955 die offizielle Anwerbung von Arbeitern aus dem Ausland?
MittelWie wirkten Maschinen und staatliche Zuschüsse in der westdeutschen Landwirtschaft während des Aufschwungs zusammen?
SchwerWelche Begründung berücksichtigt sowohl die Stärke als auch die Grenze des Begriffs „Wirtschaftswunder“?

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