Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert
Planwirtschaft einfach erklärt: Ziele und Probleme
Du lernst, wie zentrale Wirtschaftsplanung funktioniert, welche Ziele sie verfolgt und wie Planungsprobleme entstehen.
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Kurz gesagt
In einer zentralen Planwirtschaft legen Planbehörden fest, was Betriebe produzieren, welche Mittel sie erhalten und welche Preise gelten. Das soll wirtschaftliche und soziale Ziele erreichen. Ob das gelingt, muss an den Ergebnissen geprüft werden.
Wer entscheidet, welche Waren hergestellt werden und welchen Preis sie haben? In einer zentralen Planwirtschaft übernehmen Planbehörden wichtige Entscheidungen. Am Beispiel der DDR, eines damaligen deutschen Staates, untersuchst du, was Planung erreichen sollte und welche Schwierigkeiten entstanden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Planwirtschaft bedeutet, dass Pläne die Herstellung, Verteilung und Nutzung von Gütern koordinieren. Koordinieren heißt hier: Entscheidungen aufeinander abstimmen. Der Begriff umfasst verschiedene Formen. Pläne können zentral oder dezentral entstehen, also an einer übergeordneten Stelle oder verteilt auf mehrere Stellen. Es gibt auch theoretische Modelle einer dezentralen, demokratischen Planwirtschaft.
Hier steht die zentrale Planwirtschaft im Mittelpunkt. Planbehörden bestimmen Produktionsziele: Sie legen fest, was hergestellt werden soll. Außerdem weisen sie Mittel zu, etwa Material für die Produktion. Sie bestimmen die Verteilung von Gütern und setzen Preise fest. Ein Produktionsziel sagt also etwas anderes als eine Mittelzuweisung: Das eine betrifft die geplante Herstellung, das andere die dafür vorgesehenen Mittel.
Ein historisches Beispiel ist die DDR. Dort wurden politische Ziele in mehreren Schritten in Pläne für Betriebe übersetzt. Die Staatliche Plankommission übernahm die übergeordnete Koordination der Wirtschaftsplanung.
Definition
Zentrale Planwirtschaft
Eine Wirtschaftsform, in der übergeordnete Planbehörden wichtige Entscheidungen über Produktion, Mittel, Verteilung und Preise treffen.
Merke: Planwirtschaft ist ein Oberbegriff. Die zentrale staatliche Planung ist eine ihrer Formen.
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Zentrale Wirtschaftsplanung sollte unter anderem die Industrialisierung beschleunigen, die Wirtschaftsleistung steigern und Menschen sozial absichern. Solche Ziele beschreiben Absichten. Sie beweisen noch nicht, dass die gewünschten Verbesserungen eintraten.
In der DDR gab es Reformen ab 1963. Reformen sind Veränderungen an einer bestehenden Ordnung. Sie brachten wirtschaftliche Erfolge; auch die Lebensbedingungen verbesserten sich. Gleichzeitig blieben Versorgungsmängel bestehen: Benötigte Güter waren nicht ausreichend verfügbar. Der Perspektivplan für 1966–1970, also ein Plan für einen längeren Zeitraum, wurde nicht erfüllt.
Ein konkretes Problem betraf Investitionen in Forschung und Entwicklung, also Mittel für neue Kenntnisse und Produkte. Die DDR konzentrierte diese Investitionen auf technologieintensive Branchen: Wirtschaftsbereiche, die besonders viel anspruchsvolle Technik benötigen. Das verursachte Versorgungsmängel in anderen Bereichen. Die Reformen beseitigten diese Probleme nicht vollständig.
Du musst deshalb Ziele und Ergebnisse getrennt untersuchen. Verbesserte Lebensbedingungen und fortbestehende Versorgungsmängel können gleichzeitig auftreten. Die Erfahrungen der DDR beweisen zudem nicht, dass jede Planwirtschaft gleich verlief.
| Untersuchung | Befund |
|---|---|
| Welche Absichten gab es? | Zu den Zielen gehörten höhere Wirtschaftsleistung und soziale Absicherung. |
| Welche Verbesserungen gab es in der DDR? | Reformen brachten wirtschaftliche Erfolge; die Lebensbedingungen verbesserten sich. |
| Welche Probleme blieben in der DDR? | Versorgungsmängel bestanden weiter; der Perspektivplan 1966–1970 wurde nicht erfüllt. |
Merke: Ein Ziel ist kein Erfolgsbeleg. Prüfe, was tatsächlich erreicht wurde und welche Probleme bestehen blieben.
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Zentrale Planung benötigt Angaben aus den Betrieben. Dabei kann eine Problemkette entstehen: Betriebe wollen ihre Vorgaben auch dann erfüllen, wenn Lieferungen ausfallen. Deshalb melden sie vorsorglich mehr Materialbedarf und geringere Leistungsmöglichkeiten. So erhält die Zentrale verzerrte Angaben. Material und andere Mittel werden dadurch ineffizient verplant, also nicht sinnvoll eingesetzt.
Die Absicherung eines einzelnen Betriebs kann damit die Planung insgesamt erschweren. Wenn du die Kette erklärst, nennst du nicht nur die einzelnen Schritte. Du zeigst auch, wie jeder Schritt zum nächsten beiträgt.
Ein anderes Problem betrifft die Orientierung an Mengen. Wenn vor allem die hergestellte Menge zählt, kann die Qualität der Waren in den Hintergrund geraten. Weder eine Mengenvorgabe noch eine hohe Produktionsmenge belegt gute Qualität. Eine Mengenvorgabe ersetzt deshalb keine Qualitätsprüfung. Dass Qualität weniger beachtet wird, ist eine mögliche Folge, keine Aussage darüber, dass jede geplante Ware schlecht war.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Material als Reserve einplanen
- 1Ein Betrieb möchte seine Vorgaben auch bei ausbleibenden Lieferungen erfüllen.
- 2Er meldet vorsorglich einen höheren Materialbedarf und geringere Leistungsmöglichkeiten.
- 3Die Zentrale plant dadurch mit verzerrten Angaben. Mittel werden nicht sinnvoll eingesetzt.
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Für einen Vergleich brauchst du gemeinsame Kriterien, also Merkmale, die du bei beiden Wirtschaftsformen untersuchst. Zwei geeignete Kriterien sind die Abstimmung wirtschaftlicher Entscheidungen und die Preisbildung.
In der zentralen Planwirtschaft erfolgt die Abstimmung überwiegend durch verbindliche zentrale Pläne. In der Marktwirtschaft geschieht sie überwiegend durch einzelne Entscheidungen von Unternehmen und Käufern. Preise werden in der zentralen Planwirtschaft überwiegend von zuständigen Stellen festgesetzt. In der Marktwirtschaft beeinflussen Angebot und Nachfrage die Preise: welche Waren angeboten werden und welche Waren Käufer kaufen möchten.
Das sind grundlegende Unterschiede, keine Beschreibung jeder Wirtschaft in allen Einzelheiten. Tatsächliche Wirtschaftssysteme enthalten Mischformen. Staatsbetriebe allein machen eine Wirtschaft noch nicht zur Planwirtschaft. Ebenso bedeutet Marktwirtschaft weder eine Wirtschaft ohne Staat noch eine stets gerechte Versorgung.
| Kriterium | Zentrale Planwirtschaft | Marktwirtschaft |
|---|---|---|
| Abstimmung | Überwiegend durch verbindliche zentrale Pläne | Überwiegend durch Unternehmens- und Kaufentscheidungen |
| Preise | Überwiegend von zuständigen Stellen festgesetzt | Durch Angebot und Nachfrage beeinflusst |
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Alles auf einen Blick
Planwirtschaft
Steuerung
Zentrale Planbehörden bestimmen Produktionsziele, Mittelzuweisung, Verteilung und Preise.
Ziele und Ergebnisse
Absichten müssen von tatsächlich erreichten Verbesserungen unterschieden werden.
Planungsprobleme
Verzerrte Betriebsangaben können dazu führen, dass Mittel nicht sinnvoll eingesetzt werden.
Qualität
Die Orientierung an Produktionsmengen kann die Qualität in den Hintergrund drängen.
Vergleich
Untersuche bei beiden Wirtschaftsformen dieselben Kriterien und berücksichtige Mischformen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Folgen der Investitionsverteilung in der DDR erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, wie die Verteilung von Investitionen zu Versorgungsproblemen beitrug.
- 2Entscheidung benennen: Die DDR konzentrierte Investitionen in Forschung und Entwicklung auf technologieintensive Branchen.
- 3Folge zuordnen: Diese Konzentration verursachte Versorgungsmängel in anderen Bereichen.
- 4Ergebnis abwägen: Die Reformen brachten wirtschaftliche Erfolge, beseitigten diese Probleme aber nicht vollständig. Ein Erfolg in einem Bereich belegt deshalb keine gelöste Versorgung in allen Bereichen.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Wirtschaftsplanung in der DDR In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt den beschlossenen Plan mit seinem Erfolg. Richtig: Der Perspektivplan der DDR für 1966–1970 wurde nicht erfüllt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die übergeordnete Koordination der Wirtschaftsplanung in der DDR übernahm die . Die beschriebenen Wirtschaftsreformen in der DDR begannen ab . Für den Perspektivplan der DDR für 1966–1970 ist eine festgehalten.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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